Westfälische Hofes- und Familienarchive
Breckerfeld
Hofesarchiv Stöcken, Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis
Hofesarchiv Stöcken, Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis
Permalink des Findbuchs


Signatur : D.Stö Hofesarchiv Stöcken, Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis

Name : Hofesarchiv Stöcken, Breckerfeld, Ennepe-Ruhr-Kreis

Beschreibung :

Einleitung :

Der Hof Stöcken liegt in der Bauerschaft Bühren in der Stadt Breckerfeld im heutigen Ennepe-Ruhr-Kreis. Erstmals schriftlich erwähnt wurde ein Jakob up den Stöcken im Jahr 1588 in einer Konzessionsurkunde des Herzogs Wilhelm von Kleve-Mark. Das Hofesarchiv des Hofes Stöcken beginnt mit einem Ehevertrag zwischen Peter zum Stöcken und Anna Elisabeth Wippermann aus dem Jahr 1672 (1). Da die Eheleute ihren Hof 1711 aufgrund von Geldsorgen verkaufen mussten, nutzten die älteste Tochter Anna Catharina zum Stöcken und deren Ehemann Gottfried Trimpop ihr Vorkaufsrecht und erwarben das Gut zum Stöcken für 1800 Rthlr (36). Mit dem plötzlichen Tod des Vaters im Jahr 1740 übernahm Johann Christoph Trimpop den Hof Stöcken (23) und gab diesen sowie das 1687 von Thomas Trimpop gegründete wassergetriebene Hammerwerk "Trimpops Walze" an der Volme (Das Hammerwerk wurde um 1870 an C. Kuhbier verkauft und gehört heute der ThyssenKrupp Nirosta Präzisionsband GmbH.) 1770 an seinen Sohn Peter Christoph Trimpop weiter. Dieser vererbte den Hof schließlich an seinen Sohn Johann Christoph Trimpop. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria Catharina, geb. Spieker überschrieb Johann Christoph Trimpop den Hof 1853 dann an seinen Sohn Gottfried Trimpop (25). Nach dessen Tod 1886 ging der Hof an den ältesten Sohn Richard über (29). Mit Albert Gottfried Trimpop starb 1957 schließlich der letzte männliche Vertreter der Familie Trimpop. Der Hof Stöcken wurde ab 1965 von der Familie Brückner gepachtet, die das Grundstück 1977 letztendlich käuflich erwarb und bis heute dort lebt.

In einem Schrank auf dem Hof fanden die Brückners auch eine schon recht verrostete Metallkiste mit vielen verschiedenen Schriftstücken, sowie einem alten Anschreibebuch (52).

Der Großteil der Akten, Verträge, Briefe und sonstigen Schriften stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Das älteste Stück ist der Ehevertrag zwischen Peter zum Stöcken und Anna Elisabeth Wippermann von 1672 (1). Das jüngste Einzelstück ist ein Schreiben des Justizrats Schultz an August Onfermann betreffend einen Hypothekenbrief aus dem Jahr 1919 (45). Neben privaten Unterlagen der Familie, wie Gedichten, alten Schulheften, Briefen, Einladungen zu Familienfeiern und Militärunterlagen, finden sich in dem Archiv auch Regelungen von Erbschaften und Besitzübertragungen, sowie Verträge zu Grundstückskäufen und Verpachtungen. Weiterhin liegen alte Notizbücher über die Einnahmen und Ausgaben der Bewohner des Hofes Stöcken, Rechnungen, Steuerbescheide und -Quittungen, sowie Versicherungsunterlagen und Auszüge aus Prozessakten vor. Ein besonderes Stück ist das alte Anschreibebuch (52), in dem nicht nur Einnahmen und Ausgaben des Hofes und des familieneigenen Hammerwerks an der Volme während des 18. Jahrhunderts, sondern auch Familienereignisse, wie Geburten, Hochzeiten und Todesfälle, sowie Rezepte bzw. Behandlungsmethoden für Tiere verzeichnet sind. Das Buch und somit auch das ganze Hofesarchiv des Hofes Stöcken endet mit dem Eintrag zum Tod des Albert Gottfried Trimpop im Jahr 1957.

Das Hofesarchiv wurde 2008 im LWL-Archivamt für Westfalen in Münster verzeichnet. Es befindet sich im

Stadtarchiv Breckerfeld

Frankfurter Str.38

58339 Breckerfeld

Telefon: 02338-809-32

Bibliographie:

Meier, Anton: Geschichte und Urkundenbuch des Amtes Breckerfeld im Landkreise Hagen (Westfalen), 1. Teil, Breckerfeld 1900.

Weinbach, Peter: Der grundherrenfreie Hof Stöcken (nicht veröffentlicht).

www.nirosta-praezisionsband.de/Rueckblick.98.0.html (Stand: 10.04.2008).



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