Westfälisches Literaturarchiv
Schriftsteller
Dr. J. Monika Walther
1029 - Dr. J. Monika Walther
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Signatur : 1029

Name : Dr. J. Monika Walther

Beschreibung :
Vorwort:

Der literarische Vorlass von J. Monika Walther wurde aufgrund eines Schenkungsvertrages vom 19./21. März 2009 in das Westfälische Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen übernommen. Der Vorlass umfasst (bislang) 182 Verzeichnungseinheiten mit Unterlagen von 1930 bis 2014. Der Bestand ist benutzbar entsprechend der aktuell gültigen Benutzungsordnung für das Archiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe; er ist zu bestellen bzw. zu zitieren als: Westfälisches Literaturarchiv im LWL-Archivamt für Westfalen (WLA), Bestand 1029/Nr. [...].

1. Biographische Anmerkungen

Jay Monika Walther wurde am 7. August 1945 in Leipzig geboren und stammt aus einer jüdisch-protestantischen Familie. Sie wuchs zunächst in Leipzig und Berlin auf, kam dann zusammen mit ihrer Mutter Annemarie Walther nach Westdeutschland, wo sie in Friedrichshafen am Bodensee die Volksschule, anschließend bis 1966 ebendort sowie in Tübingen und Heilbronn das Gymnasium besuchte. Danach begann sie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ein Studium der Publizistik, Geschichte, Psychologie, Soziologie sowie Pädagogik; 1973 schloss sie mit dem Magister Artium und der Prüfung zum Diplompädagogen ab, 1978 promovierte sie in Publizistik über den marxistischen Philosophen Lucien Sève. Bereits während des Studiums hatte sie erste Veröffentlichungen, Regieassistenzen, schrieb Beiträge für regionale Zeitungen sowie für Literaturzeitschriften und Filmkritiken. Nach ihren ersten Studienabschlüssen war sie zeitweise als Lehrerin für Geschichte und politische Bildung tätig. Seit 1976 lebt sie im Münsterland als freie Schriftstellerin. Sie leitete zwei Verlage: von 1977 bis 1979 als Geschäftsführerin den Verlag Frauenpolitik, Münster; 1980 gründete sie zusammen mit Annette Viktoria Uhlending den Tende Verlag, zunächst ebenfalls in Münster, mit Umzügen nach Frankfurt/Main (1984) und Dülmen-Hiddingsel (1987).

Ab 1982 begann ihre sehr erfolgreiche und mit Literaturpreisen und Arbeitsstipendien ausgezeichnete Arbeit als Autorin von Hörspielen, Features und literarischen Porträts, produziert, gesendet und/oder übernommen von allen wichtigen deutschen und auch niederländischen Rundfunkanstalten; seit 1996 gab es hier über mehr als 10 Jahre eine enge Zusammenarbeit mit Vibeke von Saher-Peusch, v. a. für Drehbuch und Regie von Features. Ihre Expertise aus der Arbeit mit den Medien ist gefragt bei Hörspielsymposien und -werkstätten; seit 1995 ist sie Dozentin für Medienpädagogik an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Umfangreich sind die ehrenamtlichen Aufgaben, die sie als Schriftstellerin übernahm: Zusammen mit Elisabeth Roters-Ullrich begründete sie 1995 das Autorinnenforum Rheinsberg-Berlin und später die Autorinnenvereinigung als ein Netzwerk von Schriftstellerinnen aller Genres, die in deutscher Sprache schreiben und publizieren. Im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) wurde sie 1988 als Bezirkssprecherin für das Münsterland gewählt; 1994 delegierte sie der Landesverband NRW in die Geschichtskommission des VS, die 1991 zur Aufarbeitung der Geschichte der beiden deutschen Schriftstellerverbände eingerichtet worden war. Für das Kuratorium des Künstlerdorfes Schöppingen war sie ab 1989 im Fachbereich LIteratur tätig, v. a. als Jurorin für die Arbeitsstipendien Literatur.

Für ihre schriftstellerische Arbeit erhielt J. Monika Walther zahlreiche Stipendien, Preise und Auszeichnungen, darunter Arbeitsstipendien des Landes NRW (1995, 1998 und 2011), des Auswärtigen Amtes (1993 und 1997) und der Filmstiftung NRW (1996 und 1998).

Sie lebt seit vielen Jahren in Dülmen-Hiddingsel und in einem Sommerhaus in Ee, einem Dorf in der niederländischen Provinz Friesland.

2. Zum Bestand: Hinweise zur Bearbeitung und inhaltliche Schwerpunkte

Der Vorlass J. Monika Walther wurde (bislang) in vier Abgaben von 2009 bis 2014 übernommen. Er war vor allem bei den Korrespondenzen, den Dokumenten aus literarischer Tätigkeit (Honorar- und Tantiemenabrechnungen; Verträge mit Verlagen und Sendeanstalten) und teilweise auch bei den Sammlungen (Materialien aus ehrenamtlicher Tätigkeit; Rezensionen zu Publikationen des Tende Verlags) vorgeordnet. Die Manuskripte waren als Werkeinheiten abgelegt; die Vorarbeiten und Materialsammlungen als Konvolute. Die Datierung der Werkmanuskripte konnte teilweise nur erschlossen werden anhand der Daten der Veröffentlichung bzw. der Produktion/Erstsendung.

Der Bestandsklassifikation vorangestellt wurden die Unterlagen zum Werk (01.), untergliedert in 7 Untergruppen nach literarischen Genres und Vorarbeiten/Materialsammlungen.

Die Korrespondenzen (02.) umfassen schwerpunktmäßig die Verlagskorrespondenz Tende, darunter Briefwechsel mit den Autoren Karin Struck (1029/1) und Winfried Pielow (1029/112), ferner Korrespondenzen der Schriftstellerin J. M. Walther v. a. mit Redaktionen, Verlagen, Schriftstellerkollegen.

Lebensdokumente (03.) sind (bislang) nur aus der literarischen Tätigkeit J. M. Walthers überliefert, neben den Abrechnungen und Verträgen zwei - eher periphere - Urkunden zu Auszeichnungen.

Die Sammlungen (04.) enthalten Materialien zu den ehrenamtlichen Aufgaben und der literarischen Tätigkeit (Künstlerdorf Schöppingen; Geschichtskommission VS; VS NRW - Bezirksgruppe Münsterland), Rezensionen zu Publikationen des Tende Verlags, Belegexemplare eigener Veröffentlichungen, Rundfunkprogramme (wichtige Dokumente zur Hörspiel- und Feature-Autorin) sowie weitere Materialien zu Werk und Wirkung.

3. Literaturhinweise

Neben dem Eintrag im Online-Lexikon Westfälischer Autorinnen und Autoren (www.autorenlexikon-westfalen.lwl.org) sei besonders hingewiesen auf die Homepage der Schriftstellerin (www.jmonikawalther.de), auf der neben bio-bibliographischen Hinweisen aktuelle Veröffentlichungen, Veranstaltungen und Lesungen abgerufen und eine Auswahl aus den zahlreichen Hörspielen als Audiodateien heruntergeladen werden können; unter der Überschrift "Che Faro - Was mache ich heute?" führt J. M. Walther dort auch ein Tagebuch.

Zitierweise: Westfälisches Literaturarchiv, Best. 1029/lfd. Nr.


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