Archiv der sv:dok
C Unfallversicherungsträger (und deren Verbände und Einrichtungen)
BG BAU Mitte
BG BAU
Permalink des Findbuchs


Signatur :

Name : BG BAU

Beschreibung :

Verzeichnungseinheiten: 2024

Laufzeit: 1885 - 2007

Geschichte der BG Bau Wuppertal

Die im folgenden Findbuch aufgeführten Akten stammen aus mehreren Verwaltungsstandorten der Bezirksverwaltung Mitte (Wuppertal) der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) und ihren Vorgängerorganisationen. Die Berufsgenossenschaften sind seit 1885 als selbstverwaltete Körperschaften des öffentlichen Rechts die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie haben die Aufgabe, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu entschädigen sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten. Beschäftigte, die einen Arbeitsunfall erlitten haben oder an einer Berufskrankheit leiden, werden durch die Berufsgenossenschaften medizinisch, beruflich und sozial rehabilitiert. Die BV Mitte der BG BAU führt ihren Ursprung auf die im Jahr 1885 gegründete Rheinisch-Westfälische Baugewerks-Berufsgenossenschaft zurück. Diese bestand aus acht Sektionen mit Sitz in Münster, Dortmund, Elberfeld (Wuppertal), Düsseldorf, Köln, Aachen, Koblenz und Trier. Die Sektionen hatten ihre eigenen Organe, Geschäftsführer und eigene Beitragsfeststellung für ihre Mitgliedsunternehmen. Die Hauptverwaltung der Rheinisch-Westfälischen Baugewerks-Berufsgenossenschaft saß in Wuppertal-Elberfeld. Zwischen 1937 und 1941 wurde aufgrund des Drucks von oben die Zahl der Sektionen der Rheinisch-Westfälischen Baugewerks-Berufsgenossenschaft auf drei reduziert. Im Jahre 1941 wurden die zu diesem Zeitpunkt existierenden 13 Baugewerks-Berufs¬genossenschaf¬ten zu einer Berufsgenossenschaft, der Reichs-Bau-Berufsgenossenschaft mit Sitz in Berlin zusammengefasst. Die vorher selbständigen regionalen Bau-Berufsgenossenschaften erhielten den Status einer Bezirksverwaltung. Die Bezirksverwaltung Wuppertal bestand ab 1941 aus drei Verwaltungsstellen in Köln, Dortmund und Wuppertal.Nach Kriegsende wurde die Bau-Berufsgenossenschaft Wuppertal wieder eigenständig. Sie baute die drei vorhandenen Verwaltungsstellen in Köln, Dortmund und Wuppertal zu Bezirksverwaltungen aus. De jure erhielt die Bau-Berufsgenossenschaft Wuppertal aber erst 1953 ihre Selbstständigkeit zurück. Im Jahre 1996 änderte die Bau-Berufs¬genossenschaft Wuppertal ihren Namen in Bau-Berufsgenossenschaft Rheinland und Westfalen.Im Mai 2005 schlossen sich die sieben regionalen Bau-Berufsgenossenschaften und die Tiefbau-Berufsgenossenschaft zur Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft BG BAU zusammen. Neben der Hauptverwaltung in Berlin hat die BG BAU derzeit drei Bezirksverwaltungen: die BV Mitte mit Sitz in Wuppertal sowie die Bezirksverwaltungen in Hannover (Nord) und München (Süd).Die Organisation der BG BAU beruht auf dem Prinzip der Selbstverwaltung. Organe der Selbstverwaltung sind die Vertreterversammlung und der Vorstand. Während zu Beginn bis zur Zerschlagung der Selbstverwaltung im Jahre 1933 ausschließlich Unternehmer in der Selbstverwaltung vertreten waren, setzt sich die Selbstverwaltung seit 1953 paritätisch aus ehrenamtlich tätigen Vertretern der Arbeitgeber und Versicherten zusammen. Die Berufsgenossenschaften unterstehen der staatlichen Aufsicht, die bis 1945 vom Reichsversicherungsamt ausgeübt wurde und seit 1956 vom Bundesversicherungsamt erfüllt wird.Seit 1887 besteht ein Spitzenverband aller gewerblichen Berufsgenossenschaften, der die Interessen der Berufsgenossenschaften nach außen vertritt und Querschnitts- und Koordinierungsaufgaben übernimmt. Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften HVBG schloss sich am 1. Juli 2007 mit dem Bundesverband der Unfallkassen zum gemeinsamen Spitzenverband „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung – DGUV“ zusammen.

Herkunft und Geschichte des Bestandes

Der verzeichnete Bestand besteht vorwiegend aus der Altregistratur der Bau-Berufs¬genossenschaft Wuppertal mit seinen Bezirksverwaltungen in Dortmund, Köln und Wuppertal. Dabei wurden vornehmlich allgemeine Verwaltungsakten ohne die Abteilung Prävention oder Technischer Aufsichtsdienst archiviert. Die Akten der Bezirksverwaltung Mitte (Wuppertal) der BG BAU weisen aufgrund von Kriegszerstörungen und mehreren Umzügen einen Verlust in der inneren Struktur des Bestandes und des Dokumentationsplans auf. Die Bestände stammen ursprünglich aus der Hauptverwaltung in Wuppertal-Elberfeld. Als das Gebäude zu klein wurde, errichtete die Bau-Berufs¬genossenschaft 1913 in Wuppertal-Elberfeld im Hofkamp ein neues Verwaltungsgebäude, das durch Kriegseinwirkungen 1944 zerstört wurde. Ein großer Teil der Altakten wurde dadurch vernichtet. Die Dienststelle wurde nach Brakel, Kreis Höxter verlagert. Nach Kriegsende konnte die Bau-Berufsgenossenschaft Wuppertal in das wiedererrichtete Gebäude im Hofkamp zurückziehen. 1971 erfolgte ein weiterer Umzug, nachdem der Neubau des Verwaltungsgebäudes an der Viktoriastraße fertig gestellt war. Im Gebäude Hofkamp blieb die Abteilung Prävention zurück.

Bestandsbeschreibung

Der inhaltliche Schwerpunkt des Bestandes liegt auf der Überlieferung von Rundschreiben und Sitzungsunterlagen zentraler Gremien sowie allgemeinen Verwaltungsakten. Die Laufzeit des Bestandes kann von 1885 bis 2007 angesetzt werden, wobei der größte Teil der Akten aus den 1950er bis 1990er Jahren stammt. Archiviert wurden alle wichtigen Sitzungsunterlagen, z.B. des Vorstandes, der Mitgliederversammlung sowie verschiedener Ausschüsse. Hinzu kamen die noch vorhanden Satzungen und Jahresberichte der Bau-Berufsgenossenschaft sowie einige wenige Sachakten, z.B. zur Fusion der Bau-Berufsgenossenschaft, zur Unfallverhütungswoche 1950, der Zusammenarbeit der Berufs¬genossenschaften im EDV-Bereich, zur Gründung des Fortbildungszentrums Falkenstein und der Unfallklinik Duisburg. Daneben wurden auch die Rundschreiben des Hauptverbandes als archivwürdig bewertet und verzeichnet. Über die klassische Akte hinausgehend wurden auch Fotos und neue Medien, wie VHS-Kassetten und DVDs archiviert. Aus der Bezirksverwaltung in Köln wurden alle Unfalllisten übernommen.

Der Bestand kann auf Antrag eingesehen werden.

Hinweis auf parallele und ergänzende Bestände

Weitere Überlieferungen der der Rheinisch-Westfälischen Bau-Berufsgenossenschaft finden sich im Bundesarchiv aus der Zeit von 1885 bis 1940 im Bestand R 89. Der Bestand B 321 enthält Überlieferungen der gewerblichen Berufsgenossenschaften aus der Zeit von 1949 bis 1994. Im Landesarchiv NRW sind Akten über die in NRW ansässigen Berufsgenossenschaften, u.a. auch der Bau-Berufsgenossenschaft Rheinland-Westfalen, aus den Jahren ab 1945 überliefert.


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