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Zur Geschichte des Landeskirchlichen Archivs Bielefeld

 

Der direkte Vorläufer der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist die 1815 gegründete Kirchenprovinz Westfalen. Unterlagen landesherrlicher Kirchenbehörden aus der Zeit vor 1815 befinden sich im Staatsarchiv Münster (z.B. Konsistorium Minden-Ravensberg), ebenso die Urkunden und Akten der im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehobenen Klöster und Stifte. So beginnt die provinzial- bzw. landeskirchliche Archivtradition erst 1815; dagegen bewahren die Archive der Kirchengemeinden auch ältere Belange der gemeindlichen Selbstverwaltung aus dem 17. und 18. Jahrhundert, vereinzelt seit der Reformation und aus vorreformatorischer Zeit.

 

 

Die westfälische Provinzialsynode von 1893 beschloss die Errichtung eines Provinzialkirchenarchivs und bestellte einen nebenamtlich tätigen Archivvorstand. Dessen Sammeltätigkeit erlahmte im Ersten Weltkrieg und wurde nicht wieder aufgenommen. Seit 1931 kümmerte sich Dr. Ludwig Koechling im Honorarauftrag und mit Unterbrechungen um das Provinzialkirchenarchiv, die Altregistratur des Evangelischen Konsistoriums in Münster und die Archivpflege bei den einzelnen Kirchengemeinden.

 

 

Erst die Landessynode 1961 schuf die Stelle eines Landeskirchlichen Archivars; 1963 nahm Dr. Hans Steinberg seine Arbeit auf. Er schuf das Landeskirchliche Archiv (LkA EKvW) und setzte die Archivpflege in den Kirchenkreisen und Gemeinden fort. Seit 1985 wurde das Landeskirchliche Archiv schrittweise räumlich und personell bis zur heutigen Ausstattung erweitert. Das westfälische Kirchenarchivgesetz von 1989 bestimmte das Landeskirchliche Archiv als Institut der kirchlichen Archivpflege, als Archiv der Landeskirche und als Agentur der westfälischen Kirchengeschichtsforschung und der kirchlichen Denkmalpflege.

 

 

Das Landeskirchliche Archiv verfügt über rund 10.000 laufende Regalmeter Archivalien, darunter 847 Urkunden aus der Zeit seit 1235. Es handelt sich vorwiegend um Unterlagen aus der provinzial- und landeskirchlichen Verwaltung seit 1815 sowie deponierte Archive von Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Daneben gibt es noch ca. 170 Nachlässe von kirchlich bedeutenden Persönlichkeiten u.a. Hans Ehrenberg, Präses Karl Koch, Johannes Kuhlo und Präses Ernst Wilm. Überregionale Bedeutung haben die Sammlung Wilhelm Niemöller zum Kirchenkampf und die Sammlung Kurt Gerstein.

 

 

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen definiert sich das Landeskirchliche Archiv als Institut der kirchlichen Archivpflege, Archiv der Landeskirche und als Agentur der westfälischen Kirchengeschichtsforschung sowie der kirchlichen Denkmalspflege. Vor diesem Hintergrund fungiert das Landeskirchliche Archiv zudem als Herausgeber der Archivmitteilungen der Evangelischen Kirche von Westfalen (jährlich) und der Schriften des Landeskirchlichen Archivs (seit 1995). Ferner fungiert das Landeskirchliche Archiv als Geschäftsstelle der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte für Westfalen und arbeitet mit dem Verein für Westfälische Kirchengeschichte zusammen.