Ein Tagebuch und der Aufbruch in die Moderne
Das Tagebuch Pfarrer Carl Wilhelm Christian Buschs (1792-1826) fällt in eine Zeit des Umbruchs. Aufgewachsen in einem Pfarrhaus in Dinker, einem Dorf der Grafschaft Mark, scheint sein Lebensweg den Spuren seines Vaters zu folgen. Busch studiert Theologie in Göttingen und wird schließlich Pfarrer in Gevelsberg. Die „Aufzeichnungen“ aus seinem Leben schildern seinen beruflichen Werdegang, seine familiäre Situation und das soziale Leben mit seinen Konflikten in seinem und um seinen Lebensmittelpunkt in Westfalen.
Aus diesem engeren biographischen Rahmen fällt die Zeit der so genannten Befreiungskriege gegen Napoleon heraus, an denen er als Freiwilliger teilnahm und die ihn bis nach Paris führten. Seine Augenzeugenberichte von der Eroberung Kassels durch die russischen Truppen, von der Schlacht bei Belle-Alliance, von Burschenschaftstreffen und anderen „großen“ Ereignissen geben das Bild wieder, das sich Busch als Zeitgenosse von dem Geschehen machte. Busch verstand sich dabei als Akteur, wo er aus heutiger Sicht Spielball der Zeitläufte gewesen sein mag.
Info:
Carl Wilhelm Christian Busch
Erinnerungen aus meinem Leben
Ein Tagebuch und der Aufbruch in die Moderne
Herausgegeben von Jörg van Norden
Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen, Band 13
Verlag für Regionalgeschichte
Bielefeld 2011
ISSN 1615-1690
ISBN 978-3-89534-843-3