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Osteuropa in Bergisch Gladbach

 

Stadtarchiv veröffentlicht Forschungsergebnisse zu "Osteuropa in Bergisch Gladbach"

 

Das Stadtarchiv Bergisch Gladbach hat mit Unterstützung der Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln ein Buch zur Geschichte der Beziehungen zwischen Osteuropa und Bergisch Gladbach zwischen 1941 und 1991 veröffentlicht. Der Band enthält Forschungen und Zeitzeugeninterviews, unter anderem zu "Zwangsarbeit, Verbrechen und Displaced Persons in Bergisch Gladbach 1945" und zur "Entstehung der Städtepartnerschaft zwischen Bergisch Gladbach und Marijampole 1989".

 

Forschungsseminar

Entstanden ist die Broschüre aus einem Forschungsseminar an der Universität Bonn, in dem sich unter der gemeinsamen Leitung von Dr. Anke Hilbrenner (Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Universität Bonn) und Dr. Albert Eßer (Stadtarchiv Bergisch Gladbach) Studierende der Geschichtswissenschaft im Wintersemester 2009/2010 mit der Beziehungsgeschichte zwischen Osteuropa und Bergisch Gladbach in der Zeit zwischen dem zweiten Weltkrieg und dem Zerfall der Sowjetunion beschäftigt haben. Das Themenspektrum des Seminars reichte von sowjetischer Zwangsarbeit in Bergisch Gladbach über Deutsche aus Osteuropa in Bergisch Gladbach nach 1945 und die Patenschaft der Stadt Bergisch Gladbach für das schlesische Görlitz bis zur Städtepartnerschaft mit Marijampole im Jahr 1989. Gelegenheit zur Einordnung in weltgeschichtliche Transformationsprozesse bot insbesondere die Knüpfung Bergisch Gladbacher Beziehungen in das 1989 noch sowjetische Litauen, das sich bald darauf zu einem unabhängigen Staat wandelte. Hintergrund des Forschungsseminars war der 20. Jahrestag des Mauerfalls, zu dem in Bergisch Gladbach 2009 eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen stattfand.

 

Private Akten

Die Quellengrundlage für die Forschungen der Studierenden boten im Stadtarchiv Bergisch Gladbach nicht nur städtische Akten, sondern auch private Unterlagen der Bergisch Gladbacherin Walborg Schröder, die das Wirken der Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion, Regionalverband Rhein-Ruhr e.V. seit 1974 dokumentieren. Schröder hatte dem Stadtarchiv Bergisch Gladbach 2008 und 2009 gut 40 Aktenordner übergeben, die auch ihre Tätigkeit in der DKP und in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes belegten.

 

Zeitzeugen

Zeitzeugenberichte aus eigenem Erleben erhielten die Bonner Studierenden auch von dem ehemaligen Bürgermeister Franz Heinrich Krey und dem früheren Stadtdirektor Otto Fell, die beide an der ersten Reise einer Bergisch Gladbacher Ratsdelegation in die Sowjetunion im Sommer 1989 teilgenommen hatten und den Fragen der Studierenden Rede und Antwort standen. Die in dem Band abgedruckten Zeitzeugeninterviews lassen die dramatischen Umwälzungen der Jahre um 1989 ebenso lebendig werden wie die historischen Pressefotos, die in dem Band mit Genehmigung des Heinen-Verlages abgedruckt werden konnten. Der thematische Spannungsbogen von der Zwangsarbeit bis zur Partnerschaft erlaubte es den Studierenden, sich die Beziehungsgeschichte zwischen Bergisch Gladbach und Osteuropa - wie es in der Einleitung des Bandes heißt - "sowohl als Konflikt- als auch als Annäherungsgeschichte" zu erschließen.

 

Das Konzept des Forschungsprojektes überzeugte auch die Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln, die die Veröffentlichung des Bandes durch einen finanziellen Zuschuss überhaupt erst möglich machte. Erhältlich ist das 93 Seiten umfassende Buch zum günstigen Preis von 4 Euro im Stadtarchiv Bergisch Gladbach an der Hauptstraße 310 und im örtlichen Buchhandel.

 

Bibliographische Angaben:

Albert Eßer und Anke Hilbrenner (Hrsg.): Osteuropa in Bergisch Gladbach. Zwangsarbeit und Partnerschaft, 1941-1991 (Beiträge zur Geschichte der Stadt Bergisch Gladbach, Band 13), Bergisch Gladbach: Stadtarchiv 2010, ISBN 978-3-9813488-0-4, 21 x 14,8 cm, 93 Seiten, 4,00 Euro