Archivvitrine
Ab 4. März 2012 in der Archivvitrine:
Hochwasser in Bergisch Gladbach

Dem „fleißigsten Bach Deutschlands“, der Strunde hat die Stadt nicht nur die Ansiedlung von Papiermühlen zu verdanken. Die Strunde trat nach Schneeschmelzen oder starken Regenfällen auch oft über ihre Ufer und verursachte Hochwasser und Überschwemmungen.
Als historisches Gedächtnis der Stadt besitzt das Stadtarchiv Bergisch Gladbach an der Hauptstraße 310 eine Vielzahl von Archivdokumenten, darunter Akten der Gewässerpolizei, Fotos von Überschwemmungen und Karten sowie Pläne von Hochwasserschutzmaßnahmen. Ab dem 4. März 2012 präsentiert das Archiv in zwei Vitrinen während seiner Öffnungszeiten beispielhaft Archivdokumente zu den Auswirkungen von Hochwasser und zu den Maßnahmen dagegen.
Überschwemmungen
So ging beispielsweise im Sommer 1951 ein solcher Regenguss auf die Stadt nieder, dass die meisten Straßen unter Wasser standen. Die damals noch auf der Hauptstraße verlaufende Straßenbahnlinie G war ebenfalls überflutet. Ein ebenso starker Regenguss hatte im Juni 1914 den Schlömerbach über die Ufer treten lassen und den ansässigen Gärtnereibetrieb F.W. Dorn an der Laurentiusstraße überflutet. Die Gärtnerei erlitt bei diesem Unwetter einen solchen Schaden, dass sie auf die Hilfe der Stadtverwaltung angewiesen war.
In Bensberg brach im August 1932 der Damm der Grube Weiß. Die Flutwelle überschwemmte große Teile von Untereschbach, zerstörte dabei Straßen und riss Vieh von den Weiden.
Gegenmaßnahmen
Um schlimme Katastrophen wie diese zu vermeiden, trifft die Stadt Vorkehrungen. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts wurden durch Bachbeschauungen Gefahrenstellen erkannt und ausgebessert. Ende der 1950er Jahre begann die Stadt mit dem Bau des ersten Regenrückhaltebeckens an der Kieppemühle. Und heute wird für die Stadtmitte ein Kanal geplant, der bei Hochwasser die Wassermassen der Strunde besser abfließen lassen soll.