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Geschichtswettbewerb

Anregungen des Stadtarchivs Bergisch Gladbach zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2016/2017

Gott und die Welt

Religion macht Geschichte

 

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Bild 1 (Archivsignatur Günther 516/12): Betende bei einer Marienerscheinung in Lindlar, 1952

 

 

„Gott und die Welt – Religion macht Geschichte“ lautet das Rahmenthema des von der Körber-Stiftung in Hamburg ausgeschriebenen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2016/2017.
Findet mit Hilfe von Quellen des Stadtarchivs an lokalen Fallbeispielen heraus, wie die Menschen durch ihren Glauben geprägt wurden, wie sie ihren Glauben nach außen gezeigt haben und wie sie Menschen mit anderem Glauben begegneten.
Erforscht, in welcher Weise religiöser Glaube das Leben und Zusammenleben der Menschen formte und beeinflusste. Gab es Zusammenhänge zwischen Religion und politischen und gesellschaftlichen Unterschieden und Gegensätzen? Welche Verbindungen und Beziehungen existierten zwischen Religion und politischer Macht? Welche Stellung nahmen gläubige Menschen und Personengruppen in der Gesellschaft ein? Haben sich Menschen aus ihrem Glauben heraus innerhalb der Gesellschaft bewusst abgegrenzt? Wurden sie vielleicht wegen ihres Bekenntnisses ausgegrenzt? Wie haben sie eine solche Ausgrenzung wahrgenommen und darauf reagiert? Wie haben sich die Gesellschaft und die Bedeutung von Glaube, Religion und Kirche im Laufe der Zeit verändert und entwickelt?
Diese Internetseite bietet Euch eine Auswahl möglicher Themen aus der Bergisch Gladbacher Geschichte. Seid kreativ, stellt eigene Fragen oder findet eigene Themen aus der lokalen Geschichte. Macht Euch auf die Spurensuche in Archiven und Bibliotheken. Bittet Eure Lehrer um Hilfe, fragt Menschen, die die Vergangenheit selbst noch erlebt haben, stöbert in alten Fotos, Akten und Zeitungen! Es gibt Geldpreise von bis zu 2000 Euro zu gewinnen. Einsendeschluss ist der 28.02.2017.
Ihr könnt allein, in einer Gruppe oder mit Euren Lehrern ins Stadtarchiv in Bergisch Gladbach, Hauptstraße 310, kommen. Die Archivare helfen Euch bei Eurer Recherche! Telefonisch erreicht Ihr Dr. Albert Eßer unter 02202/142208, Michael Krischak-Wareeyan unter 02202/2212 und Jan Fassin unter 02202/142285. Ihr könnt auch eine Email an archiv@stadt-gl.de senden.

Weitere Informationen und die genauen Teilnahmebedingungen könnt ihr unter www.geschichtswettbewerb.de abrufen.

 

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Der protestantische Staat und die Katholiken – Kulturkampf im Spiegel der lokalen Presse

Nach der Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 spitzte sich der Gegensatz zwischen dem preußisch-protestantisch geprägten Staat und der katholischen Kirche zu und führte zum so genannten Kulturkampf. Zwischen 1871 und 1879 wurden im Reich und in Preußen Gesetze erlassen und Maßnahmen durchgeführt, die die katholische Kirche in ihrem Handeln einschränkten. Aus der Kulturfrage wurde eine Machtfrage. Auch in Bensberg und Umgebung bewegte der Kulturkampf die Bevölkerung und spiegelte sich in der lokalen Presse wider. Um was ging es in dem Konflikt? Welche Gesetze wurden gegen die katholische Kirche erlassen? Was war die Absicht des Staates? Welche Meinungen wurden geäußert? Wie wurde in den Zeitungen über den Kulturkampf berichtet? Wer waren die Kontrahenten in Bensberg und von wem wurden sie unterstützt? Wie verhielten sich die katholischen Geistlichen im Kulturkampf?

Arbeitsmaterial:
F 2/760: Regelmäßige Berichte des Bürgermeisters
MF 5/1+2: Bensberg-Gladbacher Anzeiger: z.B. 25.09.1872, 15.11.1873, 14.03.1874
MF 16/5: Mülheimer Kreisblatt: z.B. 16.03.1872, 06.07.1872, 27.07.1872
MF 16/5: Mülheimer Anzeiger: z.B. 09.04.1873, 12.04.1873, 07.05.1873, 08.05.1875
WM 1523: Kurt Kluxen, Geschichte von Bensberg, S. 364 - 373

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Bild 2 (Archivsignatur MF 16/5): Mülheimer Anzeiger
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Katholische Arbeiter gegen protestantische Fabrikanten? – Arbeitskampf bei Zanders

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in Bergisch Gladbach mehrere christliche Gewerkschaften gegründet. Sie wurden unterstützt durch den Vikar Robert Küppers, der bis 1906 in der Pfarrgemeinde St. Laurentius einen katholischen Arbeiterverein leitete. Der Christliche Hilfs- und Transportarbeiterverband versuchte, die mehrheitlich katholischen Arbeiterinnen und Arbeiter der von Protestanten geführten Papierfabrik Zanders für sich zu gewinnen. Im Jahre 1906 kam es bei der Firma Zanders zu einem Streik.
Was veranlasste die christlichen Gewerkschaften dazu, die katholischen Arbeiter zum Arbeitskampf aufzurufen? Was waren die Ziele der Gewerkschaften und was haben sie erreicht? Wie reagierten die Firmenbesitzer? Wie verhielten sich der Bürgermeister und die Polizei? Welche Rolle spielten die Kirchen? In welchem Verhältnis standen soziale und gesellschaftliche Forderungen zu konfessionellen Strukturen und Interessen?

Arbeitsmaterial:
D 506: Aufsicht über die katholischen Vereine in Bergisch Gladbach
C 1319: Christlicher Hilfs- und Transportarbeiter-Verband
WZ 10/13: Der Streik bei Zanders im Jahre 1906

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Bild 3 (Archivsignatur L 101/494): Firma J. W. Zanders – Handschöpferei, 1912
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Pfarrer Ludwig Rehse: Predigen im Krieg

In den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs herrschten im Deutschen Reich vielfach Kriegseuphorie und Kriegsbegeisterung. Die Menschen strömten in die Gotteshäuser, um dort für einen guten Verlauf des Krieges zu beten. An der evangelischen Gnadenkirche war von 1892 bis 1922 Ludwig Rehse Pfarrer und hielt zwischen 1914 und 1918 in den Gottesdiensten zahlreiche Kriegspredigten. In welcher Weise spiegelten die Kriegspredigten des Pfarrers die Situation in der Gladbacher Bevölkerung wider? Wie sind Predigten aufgebaut und welchen Stellenwert nehmen sie im evangelischen Gottesdienst ein? Welche Position nahm Pfarrer Rehse in seinen Kriegspredigten ein und wie änderte sie sich im Verlauf des Krieges? Wie beeinflusste der Krieg die Bibelauslegung von Pfarrer Rehse und wie suchte der Pfarrer die Gläubigen durch seine Bibelauslegung zu beeinflussen? Wie sahen vergleichsweise andere Predigten dieser Zeit aus?

Arbeitsmaterial:
WM 2368: Kriegspredigten von Pfarrer Rehse. 1914-1918
D 218: Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungslage der Bevölkerung
WJ 901: Verschiedene Predigten der Pfarrer Rehse, Jatho und Römer
WM 4053: "Mein süßes Tinchen!" - Kriegsalltag Bergisch Gladbach 1914 – 1918, S. 95 - 111

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Bild 4 (Archivsignatur N 14/136 Foto 19): Pastor Ludwig Rehse, 1904
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Der Bensberger Schlossstreit

Nach dem Abzug der Besatzungsmächte aus dem Neuen Schloss im Jahre 1922 suchten Staat und Gemeindeverwaltung nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude. Eine dieser Möglichkeiten war die Verpachtung an den Jesuitenorden, der das Schloss als ein Knabengymnasium mit Internat nutzen wollte. Diese auch von der Gemeindeverwaltung unterstützten Pläne riefen gewaltige Gegen- und Proteststimmen hervor und mündeten im Bensberger Schlossstreit.
Um was ging es in diesem Konflikt? Welche Ängste und Befürchtungen wurden geäußert? Welche Rolle nahmen die evangelischen Geistlichen im Schlossstreit ein? Wie sahen die Gegenreaktionen der katholischen Seite aus? Wie verhielten sich die politischen Parteien? Welche Folgen hatten die konfessionellen Differenzen?

Arbeitsmaterial:
WZ 10/12: Religionskrieg im Rheinland. Zur Geschichte des Bensberger Schlossvereins im Jahre 1924, S. 44-47
Bensberg 91: Verwendung des Neuen Schlosses in Bensberg
S 6/254: Diskussion um die Nutzung von Schloss Bensberg
MF 5/25: Bensberger Volkszeitung 03.05.1924, 05.05.1924, 26.05.1924, 30.05.1924, 30.05.1924, 06.06.1924

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Bild 5 (Archivsignatur Foto D 740): Fronleichnamsfeier vor dem Bensberger Schloss, 1925
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Katholische Jugendgruppen im Nationalsozialismus

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden, bedingt durch den Monopolanspruch der Hitlerjugend, katholische Jugendgruppen durch den Staat zunehmend in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Innerhalb ihres Gruppenlebens orientierten sich die Mitglieder stark an den Werten der katholischen Kirche. Lokale Beispiele für konfessionelle Jugendgruppen waren die Jungschar St. Josef Heidkamp und der Bund Neudeutschland Ortsgruppe Bergisch Gladbach.
Welche Ziele verfolgte der nationalsozialistische Staat mit seinen Maßnahmen gegen die Jugendgruppen? Wie war die gesellschaftliche Wirkung der katholischen Jugendgruppen nach außen? Wie haben sich die Jugendgruppen selbst wahrgenommen? In welchem Verhältnis stand sie zum nationalsozialistischen Staat und zur Hitlerjugend? Wie wurde der Glaube innerhalb der Gruppe gelebt?

Arbeitsmaterial:
WM 3395: Wir waren Zeuge. Ein Mosaik-Fragment zur Geschichte in den Jahren 1930-1945
O 22/1-2: Chronik der Sturmschargruppe 1 - Landsknecht - im katholischen Jungmänner-Verein an St. Josef Heidkamp
C 1310: Verbot konfessioneller Jugendverbände, andere Jugendvereinigungen
S 6/374: Bericht über die Gruppe des Bundes Neudeutschland (ND) in Bergisch Gladbach in den Jahren 1924-1945

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Bild 6 O 22/1 Foto 1: Sturmschargruppe 1 - Landsknecht - im katholischen Jungmänner-Verein an St. Josef Bergisch Gladbach-Heidkamp, 1932
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Der Bensberger Kreis

Im Jahre 1966 wurde in Bensberg der Bensberger Kreis gegründet. Mitglieder dieses Kreises waren katholische Professoren, Geistliche und Journalisten aus der ganzen Bundesrepublik Deutschland, die sich mit der kirchlichen Friedensbewegung „Pax Christi“ identifizierten. Der Kreis selbst verstand sich als Zusammenschluss von „deutschen Katholiken mit kritischem und reformerischem Engagement“.
Welche Ziele verfolgte der Bensberger Kreis? Mit welchen Themen setzte sich der Bensberger Kreis auseinander? Was war der Auslöser für seine Reformimpulse? Wie stand er zu den politischen Parteien? Wie wurde der Kreis von der katholischen Kirche wahrgenommen und wie hat sie auf ihn reagiert? In welchem Verhältnis stand der Bensberger Kreis zum politischen und konfessionellen Aufbruch der 1960er Jahre?

Arbeitsmaterial:
S 8/782: Der Bensberger Kreis. Ein kritisches Selbstportrait, 1973
S 8/786: Denkschriften des Bensberger Kreises, 1968-1970
Kölner Stadt-Anzeiger: 16.11.1967, 28.02.1968, 05.03.1968, 06.03.1968, 07.03.1968
Bergische Landeszeitung: 23.02.1968, 29.02.1968, 02.03.1968, 04.03.1968, 07.03.1968, 14.03.1968, 18.11.2015

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Bild 7 MF 4/105: Bergische Landeszeitung vom 23.02.1968
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Hier können die Themen und Anregungen auch als pdf-Datei aufgerufen werden.


Wir wünschen Euch viel Spaß bei der Spurensuche!