Hintergrundgrafik

Willkommen beim Portal der Archive in NRW

u

Navigationen


Micronavigation

 

Entstehung der Findbücher im Stadtarchiv Hilden
Bestände I, II, II a und III

zusammengestellt von:
Werner Rohm/Thomas Brand
1978/1979

 

1964 Das Stadtarchiv im Keller der Berufsbildenden SchuleDer damalige Kulturamtsleiter Strangmeier verfügte, als erstes ein "Findbuch für die älteste Registratur der Stadt Hilden" (1800 - 1861) zu erstellen. Dazu waren die Altakten nach Sachgebieten zu ordnen und zu bündeln. Des großen Arbeitsanfalls wegen wurde Herrn Herwig schon am 04.09.1947 eine Hilfskraft zugewiesen: August Ehrenfels. Dieser sollte zwei Monate lang im Archiv mithelfen, war aber krank und trat seinen Dienst erst am 15.09.1947 an. Da er schon am 03.10.1947 abermals krank wurde, verzichtete der Kulturamtsleiter unter dem 17.11.1947 auf seine Mitwirkung.

Am 05.01.1948 wurde Karl-Heinz Poßberg als Aushilfskraft ins Archiv geschickt. Er trat seinen Dienst am 08.01.1948 an, wurde aber am 31.05.1948 in das Sekretariat des Kulturamtes übernommen, weshalb Herr Herwig in der Folge wieder allein weiterarbeiten musste.

Die Registratur schleppte sich -nach einer umfangreichen Aktennotiz des Kulturamtsleiters- "im Schneckentempo" dahin. Erst am 14.03.1949 gab der Archivar ein erstes Findbuch im Kulturamt ab. In diesem war "die älteste Registratur der Stadt Hilden" verzeichnet und als "Bestand I" ausgewiesen worden. Wenig später, am 25.05.1949 wurde der Archivar plötzlich krank und gänzlich dienstunfähig.

Kulturamtsleiter Strangmeier begab sich während der Abwesenheit des Archivars in das Archiv und stellte fest, dass "das Findbuch der Archivwirklichkeit nicht entsprach". Herr Herwig hatte nämlich auch die bereits kassierten Akten im Findbuch mitverzeichnet, sodass zahlreiche aufgeführte Unterlagen tatsächlich gar nicht mehr vorhanden waren. Da nun der Archivar seine Arbeit am 30.08.1949 wieder aufnahm, wurde er unter dem 03.11.1949 aufgefordert, das ganze Findbuch bis zum 25.11.1949 noch einmal neu zu schreiben. Tatsächlich hat er die Neuschrift Ende Dezember 1949 im Kulturamt abgegeben und diesmal war der Amtsleiter offensichtlich zufrieden.

Seit jenem Zeitpunkt gab es das Kuriosum, dass im Kulturamt das neu geschriebene Findbuch lag, im Archiv selbst aber das Arbeitsexemplar. Es kam hinzu, dass der Kulturamtsleiter am 01.10.1953 städtischer Abgeordneter wurde und sein Nachfolger im Kulturamt offensichtlich von der Existenz des Findbuches nichts wusste. Es trug eine Aktennummer und war zwischen den übrigen "Altakten" des Amtes abgelegt. Erst bei den Aufräumungsarbeiten im Kulturamt durch Frau Renneisen wurde es wiedergefunden und der Aktenablieferung an das Archiv vom 03.07.1978 beigefügt. Zu diesem Zeitpunkt freilich war es gänzlich überholt und daher unbrauchbar.

Am 31.03.1955 schied Herr Willig Herwig, der um den "Bestand I" und sein Findbuch Bescheid wusste, aus dem Dienst aus. Seine Nachfolger, Wilhelm Joseph Sonnen (1955 - 1958) und Willi Böger (1958 - 1961) betrachteten die Registratur offenbar als erledigt. Jedenfalls kümmerten sich beide nicht weiter darum.

Das änderte sich erst mit dem Dienstantritt meines Vorgängers, Dr. Wolfgang Wennig, am 01.09.1961. Seine erste Arbeit bestand darin, in die heutigen Archivräume einzuziehen. Dabei erkannte er die Notwendigkeit, den gesamten Bestand umzupacken und vorgefundene unregistrierte Akten noch in das Verzeichnis aufzunehmen. Er ging davon aus, dass das ihm vorliegende "Findbuch", bestehend aus 12 Schreibmaschinenseiten, ein verbesserungsbedürftiges Archivexemplar sei. Von der Existenz eines Findbuches im Kulturamt wusste er nichts.

Ich fand in der alten Liste die Aktennummern mit Bleistift abgehakt. Auf den Rückseiten waren Einfügungen handschriftlich nachgetragen. Die in einem Schnellhefter abgelegte "Registratur" war für die nächsten Jahre das "Findbuch Bestand I" für das Archiv. Mehrmals abgeändert, zuletzt am 11.01.1965 erneuert und als "Muster" aufbewahrt, wurde es von meinem ehemaligen Mitarbeiter, Manfred Geuer, vorgefunden, als dieser sich im Oktober 1976 daran machte, den "Bestand I" auf den neuesten Stand zu bringen.

Herr Geuer schrieb zunächst einmal das ganze "Findbuch" neu. Gleichzeitig überprüfte er, ob jede angegebene Akte auch vorhanden war. Er stellte fest, dass einige fehlten und sich auf Anhieb nicht finden ließen. Darüber hinaus fand er andere Bündel, die noch nicht registriert waren, aber zeitlich hierhin gehörten. Diese trug er handschriftlich nach. Das Geuersche Findbuch diente uns bislang als Arbeitsgrundlage.
Eine endgültige Überprüfung ließ sich erst durchführen, als das Magazin geordnet und sämtliche Aktenbündel in Archivkartons verpackt waren. Sie erfolgte am 17 und 18.08.1978. Dabei stellte sich heraus, dass immer noch vier angegebene Akten überhaupt nicht vorhanden waren. Sie werden in der Folge weggelassen. Eine Akte bestand nur aus einem leeren Einbanddeckel. Auch sie wird nicht mehr mit aufgeführt.

Der "Bestand I" ist nun endgültig fortlaufend durchnummeriert. Die Aktenbündel sind in 17 Archivkartons abgepackt. Im Paket 18 werden die Vorarbeiten von Herrn Herwig, Herrn Dr. Wennig und Herrn Geuer aufbewahrt. Der Bestand umfasst die Jahre 1812 - 1899. Es ist beachtenswert, dass die Akte "Gemeindekassenetats" (Nr. 181) unter der Rubrik "Militärangelegenheiten" statt unter "Finanz- und Steuerverwaltung" registriert wurde. Dieser Fehler lässt sich nicht mehr berichtigen, ist aber unerheblich, wie noch gezeigt wird.

Nach den Vorstellungen des damaligen Kulturamtsleiters Heinrich Strangmeier sollte dem "Bestand I" der "Bestand II" folgen (1861 - 1918). Nach Abgabe des ersten Findbuches am 14.03.1949 erhielt daher Willi Herwig den Auftrag, "mit der Bearbeitung des Findbuches für die anschließende Registratur" zu beginnen. Das "Findbuch Bestand II" sollte bis zum 30. 8. 1949 fertig sein. In einer drei Seiten umfassenden Aktennotiz vom 26.04.1950 drückte der Kulturamtsleiter seinen Ärger darüber aus, dass sich "die Ordnung des Bestandes 2, die bereits vor mehreren Wochen abgeschlossen sein sollte, immer noch hinschleppt". Mit der Reinschrift des Findbuches war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht angefangen worden.

Unter dem 30.06.1950 gab der Stadtarchivar einen Arbeitsbericht "für den Monat Juni 1950" ab. In diesem heißt es: "Die Ordnung des Bestandes 2 wurde zum Abschluss gebracht und ein maschinenschriftliches Findbuch in dreifacher Ausfertigung angefertigt. Der Bestand umfasste 559 Nummern mit insgesamt 978 Bänden, von denen 313 fehlen. Er schließt sich zeitlich unmittelbar an den Bestand 1 an und reicht im Allgemeinen bis zum Jahre 1918". Am 05.07.1950 heißt es, das"Findbuch des Bestandes 2" sei "in der vorigen Woche abgeliefert worden". Das dem Kulturamt abgelieferte Findbuch II wurde dem des "Bestandes I" beigeheftet. Am 03.07.1978 kam es in das Archiv zurück.

Die im Archiv aufbewahrte Kopie des 1950 angelegten Findbuches ist in einem Schnellhefter abgeheftet. Dieser trägt die Aufschrift "Vorläufiges Findbuch Bestand 2".

Das "Ursprungsfindbuch" wurde sowohl von Herrn Sonnen, als auch von Herrn Dr. Wennig mehrmals um weitere Akten ergänzt; denn die erste Registratur war sehr mangelhaft. Falsches wurde von meinem Vorgänger gestrichen und berichtigt. Alle Aktennummern sind mit Bleistift abgehakt. Hinter zahlreichen Signaturen hat schon Herr Herwig das Wort "fehlt" eingetragen. Er benutzte nämlich ältere Register, von denen noch drei im Archiv vorhanden sind.

Zusammen mit dem "Bestand I" versuchte Herr Geuer im Oktober 1976, auch den "Bestand II" auf den neuesten Stand zu bringen. Seine Vorarbeiten, namentlich das von ihm neu abgefasste, berichtige Findbuch, diente uns als Arbeitsgrundlage. Dabei wurden die schon 1950 als "fehlt" angegebenen Akten vorsichtshalber noch einmal mitberücksichtigt. Die abschließende Überprüfung des Bestandes II erfolgte am 24.08.1978 durch Herrn Rohm.
Der "Bestand II" ist nun endgültig fortlaufend nummeriert. Die Aktenbündel sind in 81 Archivkartons verpackt. Die Vorarbeiten von Herrn Herwig, Herrn Dr. Wennig und Herrn Geuer werden im Paket 18 des Bestandes I aufbewahrt. Der Bestand II umfasst die Jahre 1816 - 1966. Im neuen Findbuch sind die schon seit 1950 fehlenden Akten nicht mehr weiterverzeichnet. Fehlende Nummern deuten an, dass es unter dieser Signatur keine Akte gibt.

Nach Abschluss aller Überprüfungen der Bestände I und II im August 1978 standen wir vor dem Problem, noch weitere Akten unterbringen zu müssen, die zeitlich teils in die beiden genannten, teils aber auch in den anschließenden Bestand III (1919 - 1945) gehörten. Aus diesem Grund wurde ein gänzlich neuer "Bestand IIa" angelegt.

Im Vorraum zum Magazin fanden wir in einem Schrank eine Reihe von Protokollbüchern vor, darunter namentlich die Ratsprotokolle von 1846 – 1945. Dabei lagen Ausschuss- und Vereinsprotokolle, Tagebücher der Stadtwerke und Schulchroniken. Sie waren in einem beiliegenden Verzeichnis aufgeführt (10 Blatt) und trugen außer einer in die Bücher geschriebenen Nummer noch die Kennzeichnung "Prot.". Sie wurden nun unter den Ziffern 1 - 77 in den Bestand IIa aufgenommen,wobei im Findbuch die alte "Prot.-Nr." mitangegeben wird, um eventuelle Nachfragen zu erleichtern.
Zwischen den genannten Protokollbüchern waren im Schrank des Vorraumes auch alte Kirchenbücher abgelegt, die noch nicht registriert waren. Weitere, photokopierte Kirchenbücher, standen in einem alten Regal des Magazins. Wir haben alle diese Bücher nun zusammengefasst und sie lediglich nach "reformiert" und "katholisch" getrennt abgelegt. Sie tragen die Archivnummern 78 - 98 und umfassen die Jahre 1638 - 1839.

An den verschiedensten Stellen des Magazins wurden beim Aufräumen unregistrierte Kommunal- und Armenrechnungen, Kassenbücher und –belege, Volkszählungslisten und Steuerrollen (1822 - 1937) gefunden. Sie erhielten nun die Registernummern 99 - 316. Weitere, aber übergroße Kassen- und Steuerbücher aus der Zeit von 1880 - 1958 erhielten die Nummern 316a - 556.
Die Akten des Bestandes IIa wurden -(von Nr. 1 - 316)- in 35 Archivkartons abgepackt. Wegen der Übergröße war es unmöglich, die Bücher der Nr. 316a - 556 ebenfalls in Kartons zu geben. Sie werden künftig im Ausweicharchiv gelagert werden.
Für die Aktenbündel der Bestände I, II und IIa wurden insgesamt 134 Archivkartons benötigt. Sie stehen in der im Findbuch angegebenen Reihenfolge in den Regalen des Magazins. Alle Kartons haben die gleiche Höhe (20 cm) und sind durch farbige Aufkleber nach Beständen gekennzeichnet (Bestand I = gelb; Bestand II = rot; Bestand IIa = rosa). Die ganze Ablage wirkt nun sauber, übersichtlich und einheitlich.

An dieser Stelle habe ich meinem verstorbenen Mitarbeiter Manfred Geuer zu danken, der sich als erster um die Neuordnung bemühte und wesentliche Vorarbeiten leistete. Dem steht die Leistung meines Mitarbeiters Werner Rohm nicht nach, dem ich die endgültige Ordnung der Bestände I und II verdanke. Thomas Brand, der im Januar 1979 im Archiv aushalf, hat den Bestand IIa abschließend verzeichnet. Für 3 maschinenschriftliche Abfassung des vorliegenden Findbuches danke ich meiner Mitarbeiterin, Frau Therese Holtschke.

Da sich an den Beständen nichts mehr ändern wird, werde ich dem Findbuch ein Register anfügen, um damit das Auffinden von Einzelakten in Zukunft zu erleichtern.

Hilden, den 29.01.1979
Dr. Müller
(Stadtarchivar)