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Zur Kölner Stadtgeschichte, Teil 1

An dieser Stelle werden von Benutzern des Archivs und in schriftlichen Anfragen häufiger gestellte Fragen zur Kölner Stadtgeschichte beantwortet. Die gebotenen Informationen entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand und werden ständig ergänzt und erweitert. Für Fehler, die trotz aller Gewissenhaftigkeit nicht ganz auszuschließen sind, kann das Historische Archiv jedoch nicht haften. Hinweise nehmen wir gerne entgegen.

Welche Bedeutung hat das Kölner Stadtwappen und seit wann läßt es sich nachweisen?
Wappen sind im zweiten Viertel des 12. Jhs. in West- und Mitteleuropa entstanden. Sie dienten ursprünglich als Eigentums-, Kenn- und Sichtzeichen des durch die Rüstung unkenntlich gewordenen Ritters und wurden auf den mittelalterlichen Abwehrwaffen, insbesondere dem Schild angebracht. Städte benutzten sie seit dem Spätmittelalter schließlich auch als Hoheits- und Repräsentationssymbole.
Diese Funktion scheint schon die älteste Darstellung des Kölner Stadtwappens auf einem Domfenster (um 1305) zu besitzen. Es zeigte im roten Schildhaupt nebeneinander drei goldene Kronen; das silberne Feld darunter war leer. Die drei Kronen sollten an die heiligen Dreikönige erinnern, deren Gebeine im Jahre 1164 von Mailand nach Köln überführt worden waren. In einer spätmittelalterlichen Chronik, der „Agrippina" des Heinrich van Beek, taucht erstmals eine neue Ausführung des Stadtwappens auf. Der kölnische Schild erscheint dort auf der Brust eines Doppeladlers. Dieses Symbol des Deutschen Reiches erhielt in jener Zeit einen besonderen Sinn, weil Kaiser Friedrich III., der selbst auf der Rückseite seines Majestätssiegels den Doppeladler führte, Köln mit einer am 19. September 1475 ausgestellten Urkunde als freie Reichsstadt anerkannt hatte. Einige Jahrzehnte später hatte man die große weiße Fläche des unteren Schildteiles mit Hermelinschwänzchen ausgefüllt. Hermelin, ein vornehmes weißes Pelzwerk, kommt in der Wappenkunst häufiger vor. Die schwarzen Schwänzchen wurden dabei meist stilisiert dargestellt; ihre Zahl war anfangs noch willkürlich. Erst seit dem berühmten Köln-Buch des Ägidius Gelenius vom Jahre 1645 verengte sich die Zahl der Hermelinschwänzchen auf elf und zwar in der Anordnung 5:4:2. Gedeutet wurden sie als Flammen, Funken oder Blutstropfen. Schon zu dieser Zeit wurden sie mit den 11.000 Jungfrauen, die im Gefolge der in Köln besonders verehrten Heiligen Ursula den Märtyrertod gestorben waren, in Verbindung gebracht.
Nach der Besetzung der Rheinlande durch die französischen Revolutionsheere im Jahre 1794 und der 1797 folgenden Eingliederung in die Französische Republik wurden alle alten Wappen als Relikte der Feudalzeit abgeschafft. Im Jahre 1811 verlieh der Französische Kaiser Napoleon I. der Stadt ein neues Wappen, das im Haupt des roten Wappenschildes drei goldene Bienen über drei gestürzten silbernen Spitzen zeigte.
Als Köln nach dem Abzug der Franzosen preußisch geworden war, genehmigte König Friedrich Wilhelm III. den linksrheinischen Städten durch Kabinettsorder vom 22. Dezember 1817, „ihre alten Stadtwappen wieder anzunehmen"; auch sollten „die vormaligen unmittelbaren Reichsstädte den Reichsadler als ein Andenken an ihre ehemalige Verfassung behalten". Köln machte von dieser Möglichkeit Gebrauch. Die heute gültige Ausführung des Stadtwappens (als Brustschild des Schwert und Zepter führenden Doppeladlers) wurde 1897 zum Hauptwappen erhoben, neben dem der einfache kölnische Schild als Nebenwappen Verwendung finden sollte. Mit der Beibehaltung des Doppeladlers erinnert Köln an seine große reichsstädtische Geschichte.


Wann wurde Köln mit K und wann mit C geschrieben?
Die Rechtschreibung war vor 1900 im allgemeinen nicht geregelt. Vor 1800 schrieb man in Köln C und K, vor 1500 eher K, nach 1500 meist C, und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Köln meist K. Auf Anregung von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wurde durch ein Reskript des Staatsministers von Manteuffel vom 8. September 1857 ein Erlaß des Innenministers herbeigeführt, der für alle Staatsbehörden die Schreibweise „Cöln“ vorschrieb.[ 1 ] Die Stadtverwaltung blieb bei „Köln“. Versuche das K durchzusetzen[ 2 ] , scheiterten aber am ablehnenden Bescheid des Regierungspräsidenten vom 30. Oktober 1900.[ 3 ] Die darauf folgende Klage der Stadt Köln wurde am 29. November 1901 abgewiesen und die C-Schreibweise wurde nun auch für die Stadtverwaltung verbindlich. Am 30. Januar 1919 führte die Stadtverwaltung die K-Schreibweise ein, die dann durch Erlaß der preußischen Staatsregierung vom 10. April 1919 für allgemein verbindlich erklärt wurde.[ 4 ]


Wer waren die Oberbürgermeister und Bürgermeister der Stadt Köln nach dem Ende der reichsstädtischen Ratsverfassung?

Zeit der französischen Herrschaft

von bis Inhaber (Amt)
28. 5. 1796 21. 3. 1797 Johann Jakob von Wittgenstein (Präsident der Munizipalverwaltung)
21. 3. 1797 23. 6. 1797 Johann Jakob von Wittgenstein, Heinrich Josef von Groote (Bürgermeister)
24. 6. 1797 7. 9. 1797 Franz Jakob von Hilgers, Johann Arnold Theodor von Stadtlohn ( + 23. 7. 1797), Goswin von Heinsberg (Bürgermeister)
7. 9. 1797 16. 9. 1797 Max von Kempis (Präsident des Magistrats)
16. 9. 1797 8. 4. 1798 Peter Josef Zurhoven (Präsident des Magistrats)
9. 4. 1798 18. 12. 1798 Peter Josef Fuchs (Präsident der Munizipalität)
18. 12. 1798 25. 12. 1800 Dr. Gerhard Engelbert Simons (Präsident der Munizipalität)
25. 12. 1800 29. 4. 1801 Heinrich Herstatt (provisorischer Maire)
30.4. 1801 3.4. 1803 Josef Peter Kramer (Maire)
4.4. 1803 18.8. 1803 1.) Friedrich Heinrich Herstatt, 2.) Johann Bernhard Boissereée (Geschäftsführende Beigeordnete)
18.8. 1803 15.1. 1814 Johann Jakob von Wittgenstein (Maire)


Preußische Zeit bis 1933

von bis Inhaber (Amt)
15. 1. 1814 11. 5. 1815 Johann Jakob von Wittgenstein (Bürgermeister)
11. 5. 1815 31. 8. 1819 Karl Josef von Mylius (Kommissarischer Oberbürgermeister)
1. 9.
1819
8. 11.
1823
Franz Rudolf von Monschaw, Hermann Kaspar Langen (Geschäftsführende Beigeordnete)
8. 11. 1823 8. 11. 1848 Adolf Steinberger (Oberbürgermeister)
18. 11. 1848 28. 2. 1851 Friedrich Wilhelm Graeff (Kommissarischer Oberbürgermeister)
27. 5. 1851 27. 5. 1863 Hermann Josef Stupp (Oberbürgermeister)
29. 5. 1863 29. 5. 1875 Alexander Friedrich Wilhelm Bachem
5. 6.
1875
9. 12.
1885
Dr. Hermann Becker
1. 6.
1886
14. 9. 1907 Friedrich Wilhelm (von) Becker
1. 10. 1907 8. 8. 1917 Max Wallraf
18. 10. 1917 13. 3. 1933 Konrad Adenauer


Zeit des Nationalsozialismus

von bis Inhaber (Amt)
13. 3. 1933 9. 11. 1933 Günter Riesen (Kommissarischer Oberbürgermeister)
9. 11. 1933 8. 12. 1936 Günter Riesen (Oberbürgermeister)
20. 1. 1937 26. 11. 1940 Karl Georg Schmidt
3. 1.
1941
20. 6. 1944 Dr. Peter Winkelnkemper
20. 6. 1944 6. 3.
1945
Robert Brandes (Kommissarischer Oberbürgermeister, rechtsrheinisch bis April 1945)


Nachkriegszeit und Bundesrepublik Deutschland

von bis Inhaber (Amt)
16. 3.
1945
4. 5.
1945
Willi Suth (Leiter der Stadtverwaltung)
4. 5.
1945
6. 10.
1945
Konrad Adenauer (Oberbürgermeister)
6. 10.
1945
20. 11.
1945
Willi Suth (Kommissarischer Oberbürgermeister)
20. 11.
1945
31. 5.
1948
Dr. Hermann Pünder (Oberbürgermeister)
1. 6.
1948
15. 11.
1948
Dr. Ernst Schwering (Oberbürgermeister)
15. 11.
1948
9. 12.
1949
Robert Görlinger
9. 12.
1949
23. 11.
1950
Dr. Ernst Schwering
23. 11.
1950
8. 11.
1951
Robert Görlinger
8. 11.
1951
9. 11.
1956
Dr. Ernst Schwering
9. 11.
1956
17. 12.
1973
Theo Burauen
20. 12.
1973
28. 10.
1980
John van Nes Ziegler
28. 10.
1980
30. 9.
1999
Norbert Burger
1. 10.
1999
17. 3.
2000
Harry Johannes Jacob Blum
20. 9.
2000
20.10.
2009
Fritz Schramma
21. 10.
2009
  Jürgen Roters

 

 
Wer sind die Ehrenbürger der Stadt?

Name Ratsbeschluß Verleihung
Franz Egon Graf Fürstenberg-Stammheim 18. Dezember 1856 -
Ernst Moritz Arndt 9. Dezember 1859 26. Dezember 1859
Otto Fürst Bismarck 1. April 1875 -
Helmuth Graf Moltke 9. Juni 1879 -
Gustav von Mevissen 25. April 1895 20. Mai 1895
Heinrich von Stephan 25. April 1895 -
August Reichensperger 25. April 1895 20. Mai 1895
Wilhelm von Becker 12. Juli 1905 12. Juli 1905
Alexander Schnütgen 26. Oktober 1910 -
Konrad Adenauer 2. Januar 1951 4. Januar 1951
Hans Böckler 2. Januar 1951 4. Januar 1951
Theodor Heuss 25. Juni 1959 26. August 1959
Joseph Kardinal Frings 2. Juni 1967 22. Juni 1967
Theo Burauen 20. Dezember 1973 17. Januar 1974
Peter Ludwig 25. September 1975 14. Oktober 1975
Heinrich Böll 25. November 1982 25. April 1983
Willy Millowitsch 17. November 1988 17. März 1989
John van Nes Ziegler 24. April 1991 21. Mai 1991
Irene Maria Therese Ludwig 13. Dezember 1994 21. Februar 1995
Norbert Burger 21. Oktober 1999 24. November 1999
Hans Imhoff 3. Juli 2001 4. November 2001
Alfred Neven-DuMont 3. Juli 2001 4. November 2001
Prof. Dr. h. c. Gerhard Richter 3. November 2005 16. April 2007


Zu welchen Städten unterhält Köln Städtepartnerschaften?

Stadt Beginn der Partnerschaft
Liverpool/Großbritanien Mai 1952[ 5 ]
Esch-sur Alzette/Luxemburg 3. Juli 1958
Lille/Frankreich 3. Juli 1958
Lüttich/Belgien 3. Juli 1958
Rotterdam/Niederlande 3. Juli 1958
Turin/Italien 3. Juli 1958
Tunis/Tunesien 12. Juni 1964
Kyoto/Japan 21. Januar 1965
Turku/Finnland 17. Juni 1967
Berlin-Neukölln 15. November 1967
Cluj-Napoca/Rumänien 13. November 1976
Tel-Aviv-Yafo
(Tel-Aviv-Jaffa)/Israel
6. August 1979
Barcelona/Spanien 30. März 1984
Peking/China 14. September 1987
Thessaloniki/Griechenland 3. Mai 1988
Cork/Irland 27. Juni 1988
Corinto, El Realejo/Nicaragua 2. November 1988
Indianapolis/USA 28. November 1988
Wolgograd/Rußland 28. November 1988
Berlin-Treptow 3. September 1990
Katowice/Polen 15. März 1991
Bethlehem/palästinensisches Autonomiegebiet 13. März 1996
Istanbul/Türkei 9. Mai 1997
Brasilien/Rio de Janeiro 19. September 2011

zudem unterhält Köln seit 1951 eine Patenschaft mit Breslau

Seit den Eingemeindungen des Jahres 1975 bestehen auf der Ebene der Stadtbezirke weiterhin ältere Partnerschaften:

Partnerstadt Stadtbezirk
Eygelshoven/Niederlande Rodenkirchen
Benfleet/Großbritanien Lindenthal (vorm. Lövenich)
Diepenbeek/Belgien Lindenthal (vorm. Lövenich)
Igny/Frankreich Lindenthal (vorm. Lövenich)
Brive la Gaillarde/Frankreich Porz
Dunstable/Großbritannien Porz
Hazebrouck/Frankreich Porz





[ 1 ] Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung zu Köln vom 23. Dezember 1897.
[ 2 ] Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung zu Köln vom 31. Mai und 8. November 1900.
[ 3 ] Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cöln vom 7. November 1900, S. 426.
[ 4 ] Amtsblatt der Regierung zu Köln vom 1. Mai 1920, S. 153.
[ 5 ] Eine Urkunde wurde erst anläßlich des 50jährigen Bestehens am 26. Mai 2002 ausgestellt.