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Stadtarchiv Witten: Erinnern für Gegenwart und Zukunft anlässlich der Novemberpogrome 1938

Wittener Synagoge 1911, Foto: Ernst Roepke / Repro: J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten



In diesem Jahr jährt sich zum 81. Mal die Reichspogromnacht. Vom 9. auf den 10. November 1938 drangsalierten Anhänger des nationalsozialistischen Unrechtsregimes jüdische Bürger und Bürgerinnen im damaligen Deutschen Reich. Sie zerstörten ihre Wohnungen, Geschäfte und Friedhöfe und setzten über 1.400 Synagogen und Gebetsräume in Brand. Etwa 30.000 Menschen wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt, Hunderte wurden ermordet, in den Suizid getrieben oder starben infolge der Haftbedingungen.


Dies geschah nicht nur anderswo, sondern auch in Witten

Während Wittener Juden in der Pogromnacht in Haft genommen und meist über das Polizeigefängnis Bochum in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt wurden, zündeten Nationalsozialisten die 1885 von der jüdischen Gemeinde erbaute Wittener Synagoge an. Am Morgen des 10. November 1938 waren die Kuppel und der Innenbereich des jüdischen Gotteshauses ausgebrannt. Anwesende Feuerwehrleute hatten lediglich darauf geachtet, dass die Flammen nicht auf Nachbargebäude oder das Ruhr-Gymnasium übergriffen.
In Erinnerung an die rassistisch motivierten Verbrechen im November 1938, die den Auftakt zur so genannten Endlösung bildeten und zur Auslöschung der jüdischen Gemeinde in Witten führten, ist auch in diesem Jahr am Synagogendenkmal eine Gedenkveranstaltung geplant.


Programm

Grußworte der Bürgermeisterin der Stadt Witten, Sonja Leidemann

Gedenken, Erinnern und Verantwortung in Gegenwart und Zukunft: Es sprechen Schülerinnen und Schüler des Ruhr-Gymnasiums und der Schulleiter Dirk Gellesch.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung stellen sich Schülerinnen und Schüler der Hardenstein- und der Holzkamp-Gesamtschule vor, die die nächste Stolpersteinverlegung in Witten am 12. November 2019 gestalten werden.

Wann: Samstag, 9.11.2019, 11 Uhr

Veranstaltungsort: Breite Straße/Ecke Synagogenstraße, 58452 Witten

Veranstalter: Stadt Witten, Kulturforum Witten, Stadtarchiv, Deutsch-Israelische Gesellschaft Witten, Freundeskreis der Israelfahrer e.V., Ruhr-Gymnasium Witten



Bildnachweis: Die 1885 eingeweihte und am 9. November 1938 zerstörte Wittener Synagoge rechts neben dem Ruhr-Gymnasium im Jahr 1911,
Foto: Ernst Roepke / Repro: J. Fruck, Quelle: Stadtarchiv Witten