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Archivale des Monats Januar 2018

NW 69 Nr. 187, Bl. 172f.:

Adolf Grimme und der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR)

 

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Der Generaldirektor des NWDR, Adolf Grimme, informierte im Herbst 1950 die nordrhein-westfälische Kultusministerin Christine Teusch über den Entwurf eines Bundesrundfunkgesetzes. Grimme bat die Ministerin, ihren Einfluss für die Erhaltung einer großen Rundfunkanstalt geltend zu machen, da nur die finanzielle Kraft solcher großen Anstalten das Niveau des Programms garantieren könne.
Mit diesem Brief versuchte Grimme die Landesregierung von NRW auf seine Seite zu ziehen. Seit Gründung des NWDR 1945 durch die britische Besatzungsmacht gab es Konflikte zwischen den formal gleichberechtigten Sendeanstalten in Hamburg und Köln. Während der erste Generaldirektor Hugh Carleton Greene die Lage noch im Griff hatte, tat sich Adolf Grimme deutlich schwerer.
Grimme war am 8. September 1948 vom Verwaltungsrat des NWDR zum Nachfolger Greenes gewählt worden. Der SPD-Politiker galt als äußerst integre Persönlichkeit, dessen Kulturkonzept als das eines bildungsbürgerlichen Humanisten beschrieben werden kann. Doch Grimme besaß nicht die Führungskraft und –autorität, die nötig gewesen wäre, um den NWDR zusammenzuhalten. Insbesondere der Konflikt mit dem Intendanten des Kölner Funkhauses Hanns Hartmann eskalierte seit 1950 zusehends. Hartmann trieb die Lösung eines eigenen Senders für Nordrhein-Westfalen voran – mit Unterstützung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold. Am 1. Januar 1956 war es schließlich soweit: „Dat N es fott“. Der WDR nahm seinen Sendebetrieb auf.