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Archivale des Monats Januar 2019

Bundesverdienstkreuz für den „Fußballgott“ Toni Turek

 

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Bild: LAV NRW R RWB 11752 / 1, Foto: Landespresse- und Informationsamt NRW

 

 

Diesen Monat jährt sich der Geburtstag des Duisburger Weltmeister-Torwarts von 1954, Toni Turek, zum 100. Mal.


Turek, am 18. Januar 1919 in Duisburg geboren, spielte vor und während des Krieges mehrere Jahre beim TUS Duisburg 48/99, bevor er nach Zwischenstationen in Frankfurt und Ulm 1950 nach Düsseldorf wechselte. Bis 1956 bestritt er 133 Spiele für die Fortuna und beendete seine Karriere 1957 bei Borussia Mönchengladbach. Von 1950 bis 1954 stand er in 20 Spielen auch für die Nationalmannschaft im Tor. Am 4. Juli 1954 wurde er mit der Mannschaft um Kapitän Fritz Walter und Bundestrainer Sepp Herberger in Bern durch einen 3:2-Sieg gegen die hochfavorisierten Ungarn Fußball-Weltmeister. Unvergessen bleibt der Ausruf des Hörfunkreporters Herbert Zimmermann: „Toni, du bist ein Fußballgott!“ Turek verstarb am 11. Mai 1984 in Neuss. 


Das Foto zeigt, wie NRW Kultusminister Jürgen Girgensohn (1924-2007) Toni Turek in der Halbzeitpause des Schülerländerspiels Deutschland-England am 30. Mai 1978 im Düsseldorfer Rheinstadion die Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD überreicht.
Die Verdienstmedaille bildet die unterste Stufe des Bundesverdienstkreuzes. Wie aus den Akten zur Ordensverleihung hervorgeht, war die Ehrung nicht unumstritten. So wurde, u. a. durch den DFB, hinterfragt, warum nur Turek ausgezeichnet werden sollte; bis dahin hatte nur Fritz Walter als Ehrenspielführer der Nationalmannschaft ein Bundesverdienstkreuz erhalten. Das Kultusministerium, das zusammen mit der Staatskanzlei NRW eigentlich eine höhere Stufe des Ordens befürwortete, regte deshalb an, Tureks Zeit als Nationaltorwart nicht in den Mittelpunkt der Begründung zur Ordensverleihung zu stellen. So hob man vor allem auf Tureks Vorträge und Schulungen nach 1954 ab, mit denen er „dem Breitensport wertvolle Anstöße gegeben und sich unermüdlich für dessen Förderung eingesetzt“ habe. Damit habe Turek, so der Stadionsprecher bei der Verleihung, „in selbstloser Weise dem Wohl der Allgemeinheit gedient.“