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Archivale des Monats Juni 2017

 

Entlassung Beuys als Professor der Kunstakademie Düsseldorf


NW 1160 Nr. 161, Bl. 2
Schreiben des Bundeskanzlers Willy Brandt an den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Heinz Kühn vom 20.06.1973

 

 

Beuys AdM Juni


 


Etwa acht Monate nach der Entlassung von Joseph Beuys aus dem Dienst der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf kam die Landesregierung Nordrhein-Westfalens immer noch nicht zur Ruhe. Die Kündigung erregte sowohl in Deutschland als auch international großes Aufsehen und bewog den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt dazu einen Brief an den Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens Heinz Kühn zu schreiben und ihn darin über seine Besorgnis und ein kommendes Gespräch mit Professor Meistermann zu informieren.


In der besagten Zeit war das arbeitsgerichtliche Verfahren Joseph Beuys gegen das Land Nordrhein-Westfalen noch anhängig und besonders die juristische Vertretung von Beuys machte sich in der gesamten Landesverwaltung durch diverse weitere Klageverfahren mehr als unbeliebt.

 
Nichtsdestotrotz war die Landesregierung und vor allem Wissenschaftsminister Johannes Rau wegen des erhöhten öffentlichen Interesses an der Auseinandersetzung um Schadensbegrenzung bemüht. Es ging in dem von Brandt erwähnten Schreiben von Georg Meistermann um die Errichtung einer Freien (Hoch-) Schule für Kreativität, deren Gründungsrektor Beuys werden und die ihm sozusagen ein neues Betätigungsfeld im Lehrbereich bieten sollte. Meistermann erhoffte sich vom Land NRW und der Stadt Düsseldorf Unterstützung für dieses Vorhaben. Sein Anliegen sollte im weiteren Verlauf zu einigen Verwicklungen, Missverständnissen und Widerständen auf öffentlicher Seite führen, wobei auch die staatliche Anerkennung von privaten Hochschulen, die bis dahin noch nie erfolgt war, eine Rolle spielte.