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Archivale des Monats September 2017

 

NW 0845 Nr. 163: Brief eines Schülers an den Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit zur Benotung des Schulsportunterrichts, Mai 1984

 

Im Bestand NW 0845 „Ministerium für Städtebau und  Wohnen, Kultur und Sport - Abt. Sport“ findet sich eine Akte in der es inhaltlich um die Leistungsbeurteilung im Schulsport in den 1970er und 1980er Jahren geht. Viele Sportvereine und Privatpersonen wenden sich an das Ministerium um Verbesserungsvorschläge bei der Leistungsüberprüfung im Sportunterricht einzureichen. So fordern einige sogar, aufgrund der unterschiedlichen „Kondition und Statur“ der Schülerinnen und Schüler, die Benotung komplett abzuschaffen.

 

Beim Blättern in der Akte sticht ein Brief eines Schülers besonders ins Auge. Der junge Mann war so verzweifelt, dass er sein Anliegen direkt an höchster Stelle, nämlich beim Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit, damals noch mit Sitz in Bonn, per Post richtete. Zuständigkeitshalber wurde der Brief dem nordrhein-westfälischen Kultusministerium in Düsseldorf weitergeleitet.

 

Darin beklagt sich der (nach eigenen Angaben) unsportliche Schüler über die Benotung des Schulsportunterrichts. „Das Schulfach welches ich verabscheue ist Sport: Ich kann es nicht und werde es auch nie lernen. Ich kann doch nichts dafür“. Er schließt mit der Bitte ab, die Benotung des Schulunterrichts noch einmal zu untersuchen.

 

 

 

 

Im Antwortschreiben des Kultusministeriums wird auf die Notwendigkeit der Benotung des Sportunterrichts verwiesen. Der zuständige Sachbearbeiter fügt einen in einer Zeitschrift abgedruckten Erfahrungsbericht  einer Sportlehrerein an, die die Problematik der Benotung sehr eindrucksvoll verdeutlicht.

 

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Benotung hin oder her: das Fach Sport gehört immer noch zum Pflichtfach in den Schulen. Welchen pädagogischen Sinn und Zweck der Schulsport auch noch in der heutigen Zeit erfüllt, beschreibt ein Auszug aus einem Artikel der Zeitschrift „Der Turnwart – Beilage zur Turnzeitung“ (Nr. 22, 11/1976), der in der Akte ebenfalls zu finden ist:

„Schulsport soll den Schülern in der Auseinandersetzung mit sich selbst, den Geräten und den Partnern möglichst vielfältige Selbsterfahrung ermöglichen, auftretende Probleme reflektieren und Hilfe zu deren Bewältigung geben“.