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Archivgeschichte

 

Die Abteilung Rheinland des Landesarchivs wurde 1832 als Zentralarchiv für den Nordteil der damaligen preußischen Rheinprovinz gegründet. Seine Aufgabe bestand zum einen darin, die versprengten Urkunden und Akten der alten Territorialverwaltungen und der aufgehobenen Klöster und Stifte an einer Stelle zusammenzuführen und auf Dauer zu sichern. Zum anderen sollte es zukünftig auch die Unterlagen der seit 1815 neu entstandenen preußischen Behörden in den Regierungsbezirken Köln, Düsseldorf und Aachen übernehmen. Während bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Ordnen und Erschließen der alten Bestände aus der Zeit vor 1815 im Vordergrund stand, nahmen seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Aufgaben des Verwaltungsarchivs stark zu.

 

Durch den Zuwachs an Akten aus den preußischen Behörden waren die räumlichen Kapazitäten des 1902 errichteten Archivbaus an der Prinz-Georg-Straße bereits in den 1930er Jahren weitgehend erschöpft. Ein Neubau wurde zwar geplant, konnte allerdings infolge des Krieges zunächst nicht realisiert werden. Nach dem Krieg, der im Staatsarchiv Düsseldorf dank frühzeitiger Auslagerung der Bestände nur zu geringen Verlusten geführt hatte, wurde zur Behebung des Raumproblems eine Zweigstelle des Archivs mit einer Lagerkapazität von rund 25 Regalkilometern im Schloss Kalkum bei Düsseldorf eingerichtet. Dort wurden vorübergehend Akten der preußischen bzw. nordrhein-westfälischen Mittel- und Unterbehörden und die Überlieferung der Gerichte eingelagert.

 

Mit der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 1946 und der damit verbundenen Neuordnung der Verwaltung kamen zusätzliche Aufgaben auf das ehemalige Provinzialarchiv zu. Ab 1952 war das Archiv auch für die Überlieferung der Ministerien und der Oberbehörden des Landes zuständig. Diese neue Aufgabe fand ihren Niederschlag in der Bezeichnung des Archivs, das sich fortan Landeshauptarchiv bzw. seit 1961 Hauptstaatsarchiv nannte. Im Jahr 1970 wurde im Hauptstaatsarchiv eine eigene Abteilung für das Schriftgut von Parteien und Verbänden, für Nachlässe bedeutender Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft sowie für Bild-, Film- und Tondokumente eingerichtet.

 

Die umfangreiche Übernahme von archivwürdigem Verwaltungsschriftgut erforderte einen Neubau für das Hauptstaatsarchiv in räumlicher Nähe zum alten Haupthaus und somit zum Großteil der zu betreuenden Behörden und Dienststellen in Düsseldorf. Der nach modernen archivfachlichen Gesichtspunkten errichtete Neubau in der Mauerstraße wurde 1974/75 bezogen.

 

 

 

Die Archivierung personenstandsbezogener Unterlagen an einem Standort reicht bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück. Seit etwa 1942 wurden vom damaligen Landessippenamt der Rheinprovinz auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz die Kirchenbücher und die aus der Zeit vor 1900 stammenden Personenstandszweitbücher (mit Beiakten) zusammengefasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die neue Archivverwaltung der Rheinprovinz bzw. ihre Nachfolgerin, die Landesarchivverwaltung Nordrhein-Westfalen, das Schriftgut als so genanntes Personenstandsarchiv. Dieses stellte die personenstandsrelevanten Unterlagen der Verwaltung, Recht suchenden Bürgern und nicht zuletzt auch der familiengeschichtlichen Forschung zur Verfügung.

 

Bald nach Kriegsende gelangten die Kirchenbücher nach Schloss Gracht (Erftstadt-Liblar), während die Personenstandsregister auf dem Ehrenbreitstein verblieben. Entsprechend den neu gezogenen politischen Grenzen waren die in das Land Rheinland-Pfalz gehörenden Bestände 1953 abzugeben. Auch wurden die Kirchenbücher, die sich bei Kriegsbeginn in kirchlichem Besitz befunden hatten, an die jeweiligen Kirchengemeinden zurückgegeben. Dagegen konnten die nordrhein-westfälischen Registerbände ergänzt werden; seit 1953 ist das Personenstandsarchiv mit der Verwahrung der bis 1938 angelegten Personenstandsregister beauftragt. Ebenfalls 1953 erhielten die Kirchenbuchbestände Zuwachs durch einschlägiges Schriftgut des 19. Jahrhunderts aus dem Gebiet des Landgerichts Essen. 1954/55 vereinigte man die beiden Archivteile, Kirchenbücher und Personenstandsregister, in Brühl. Infolge der jüngsten, in wesentlichen Teilen zum 1. Januar 2009 wirksam gewordenen Reform des Personenstandsrechts mit ihrer Einführung gleitender Fortführungsfristen werden die Bestände der Personenstandsregister seitdem laufend durch Abgaben der Unteren Standesamtsaufsichten ergänzt, beginnend mit den Sterberegistern der Jahre 1938 – 1980.

 

Seit der 1954/1955 erfolgten Überführung der Kirchenbücher von Schloss Gracht und der übrigen Bestände vom Ehrenbreitstein in den Nordflügel des Schlosses Augustusburg in Brühl bzw. in dessen Nebengebäude hat die Unterbringung des Personenstandsarchivs Rheinland im Laufe der Zeit eine Reihe von Veränderungen erfahren. Im Jahr 2008 wurde das Personenstandsarchiv in Brühl mit dem Hauptstaatsarchiv Düsseldorf zur Abteilung Rheinland vereinigt; das ehemals eigenständige Personenstandsarchiv Brühl bildet seitdem das Dezernat R4 der Abteilung Rheinland.

 

 

Im Neubau des Landesarchivs im Duisburger Innenhafen werden sämtliche Standorte der Abteilung Rheinland des Landesarchivs im Jahr 2014 räumlich vereinigt.