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Wir über uns

 

Das A:AI ist als regionale Sammlung für Architekten- und Bauingenieursnachlässe von den damaligen Lehrstühlen für Denkmalpflege und Bauforschung sowie Baugeschichte an der Fakultät Bauwesen gegründet worden. Gründungsimpuls war 1995 die Tatsache, dass die Nachlässe vieler in und aus der Region wirksam gewesener Architekten und Bauingenieure ohne Kenntnisnahme der Öffentlichkeit und der bauhistorischen Forschung verloren gegangen sind oder verloren zu gehen drohten. Der Gedanke, die beiden Felder Architektur und Bauingenieurwesen gemeinsam zu archivieren, erwuchs dabei aus den Grundsätzen und Zielen des integrativen "Dortmunder Modell Bauwesen". Seit Beginn des Archivaufbaus 1995 hat sich immer wieder die Notwendigkeit gezeigt, rasch zu handeln und Nachlässe buchstäblich in letzter Sekunde zu bergen. Bis zum Jahreswechsel 2007/2008 konnte das Archiv 31 Nachlässe übernehmen; dazu kommen 11 zum Teil sehr umfangreiche Nachlassbibliotheken. Die Übernahme weiterer Nachlässe wird kontinuierlich verfolgt und ist zum Teil schon langfristig vereinbart. Es wird dabei angestrebt, den gesamten verfügbaren Bestand des jeweiligen Nachlasses zu sichern. Dies umfasst nicht nur Originalpläne, sondern auch Akten, Modelle, architekturbezogene Bibliotheken und sämtliche das planerische Umfeld beleuchtende Archivalien. Während die Akten der jüngeren Nachlässe nur bei einigen Projekten komplett überliefert werden und ansonsten bei umfangreichen Projekten auf die hauptsächlichen Informationen abgemagert werden, werden die übrigen Unterlagen im ganzen archiviert. Nur ein solch umfassender Ansatz lässt nach unserer Überzeugung Raum für zukünftige Fragestellungen, erhebt aber zugleich die Frage nach den Auswahlkriterien für die einzelnen Nachlässe. Die Recherche hierzu setzt bei den Wettbewerbsergebnissen und Veröffentlichungen der ersten Nachkriegsjahrzehnte an, um aus dem Spiegel der zeitgenössischen Öffentlichkeit historische Kriterien zu gewinnen. Dieser Ansatz wurde in dem Forschungsprojekt "Architektur der 50er, 60er, 70er Jahre in NRW" für dasMinisterium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRWam Lehrstuhl für Denkmalpflege und Bauforschung weiterverfolgt und mündete in einer bibliographischen Datenbank. Gespräche mit den jeweiligen Planern und anderen Zeitzeugen ergänzen die historischen Fakten insbesondere um die Blickwinkel derer, die letztlich durch die Nachlässe zu uns sprechen. Das Bemühen, die Nachlässe möglichst schon Lebzeiten der Architekten und Bauingenieure in das Archiv zu überführen, bietet zudem den Vorteil, die Nachlassgeber sowohl während der Sortierung und Erfassung als auch für die zukünftige wissenschaftliche Bearbeitung befragen zu können. Dabei wollen wir nicht nur die Planer überliefern, die in ihrer Schaffenszeit überregionale Bekanntheit erlangt haben (und um deren Werk, zumindest in Teilen, sich nach dem Tod des Betreffenden bisweilen auch überregionale Institutionen bemühen), sondern auch Planer, die eher regional bedeutsam waren oder deren Nachlässe als komplette Zeitdokumente spannend sind. Hier liegen die besonderen Chancen einer regionalen Sammlung, das "Geflecht" eines Großraumes wie Nordrhein- Westfalen abzubilden. Bei der Struktur der bisher gesammelten Nachlässe stellt der Nachlass der Gutehoffnungshütte (GHH) Abt. Brückenbau in Oberhausen einen Sonderfall dar. Dieser Bestand wurde zusammen mit dem Rheinischen Industriemuseum in Oberhausen übernommen; das Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst verfügt dabei über einen Planbestand von etwa 30.000 Plänen aus der Zeit von 1890 bis 1960, vorrangig außerhalb der Rheinlande bis nach Indien und Südamerika. Es konnte so der umfassende Bestand eines der wichtigsten deutschen Stahlbauunternehmen gemeinschaftlich gesichert werden. Die Archivalien werden nach den allgemeinen Richtlinien des Archivwesens gelagert und mit einer FilemakerPro- Datenbank erfasst, die umfassende Recherchen ermöglicht. Die Erfassung erfolgt dabei nach Provenienzen und verzeichnet Pläne, Modelle und Akten als einzelne Objekte. Zum Jahreswechsel 2007/2008 hat das Archiv neue Räume auf dem Campus der Technischen Universität Dortmund bezogen. Das Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst NRW ist Mitglied der ICAM sowie der Föderation der deutschen Architekturarchive, einer Unterorganisation der ICAM.