Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.4. PREUSSISCHES WESTFALEN
1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt
1.4.1.1. Verwaltungs- und Justizbehörden, Landstände
Grafschaft Mark - Urkunden
D 001u, Grafschaft Mark - Urkunden - Märkische Betreffe in den klevischen Registern

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-121 


1443 Oktober 18
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Dietrich von Köln, an Herzog Adolf von Kleve-Mark: Kündigung der Pfandschaft von Schloss, Stadt und Amt Aspel und Rees, der Hälfte des Gerichts Bochum und der Höfe Schwelm und Hagen; Entsendung von Gesandten zu einer Besprechung an den Versammlungsort zu Dripstein ("zo Drypsteyne op unser beyder Malstat").
"Lynne, up Sent Lucas Dagh des heiligen Ewangelisten" 1443 (Regest)






1444 Januar 24
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf hat den Juden Koepmann, sowie seinen Angehörigen und seinem Gesinde, soweit sie in Werden wohnen, für sechs Jahre seines Schutzes versichert. Koepmann zahlt dafür sieben Oberländische Rheinische Gulden, die der Herzog der Stadt Werden zum Brückenbau überließ ("tot Tymmerungen der Bruggen to Werden, as die mit Laenen to maken ind anders in Gereke to halden"). Der Herzog erneuert nun unter den gleichen Zahlungsbedingungen diesen Schutz für sechs weitere Jahre in der Weise, wie sie ihn seine juden in der Stadt Dortmund und in der Grafschaft Mark genießen.
1444 "op Sent Pauwels Avent conversio" (Regest)






1444 Februar 7
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve, der dem Johann von Altenbockum Geld schuldet, hat ihm deswegen einerseits eine Verschreibung auf den Zoll zu Orsoy ausgestellt und ihn andererseits zum Amtmann zu Werden gemacht. Da Johann nun auf des Herzogs Wunsch auf dieses Amt zugunsten des Robert Stael ("Stail", von Holstein) verzichtet hat, verschreibt ihm der Herzog nun weitere 600 Rheinische Gulden auf den Orsoyer Zoll; desgleichen jene 81 Gulden, die Johann für ihn ausgegeben hat, als sie Broich belagerten ("doe men vuer Broeck lach").
"ut supra [1444] op den Vridach na Sent Agathen Dage" (Regest)






1444 Februar 26
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve ernennt Robert Stael von Holstein zum Amtmann zu Werden. Er setzt dabei u. a. fest, dass dieser auf dem Schloss zu Werden wohnen und zu dessen Besatzung acht Mann (darunter ein Wächter und ein Pförtner) einstellen soll, die im Herzogtum Kleve oder in der Grafschaft Mark geboren oder doch gut klevisch gesinnt sein müssen ("off doch guede Clevessche sijn"). Für deren Besoldung erhält er pro Mann jährlich 12 Rheinische Gulden sowie zur Fütterung der Pferde 50 Malter Hafer vom Rentmeister zu Werden. Die Kündigung des Amtsverhältnisses kann von seiten des Herzogs ein viertel und von seiten des Staels ein halbes Jahr zuvor erfolgen, was auch für die ihm aufgetragene Hälfte des Amtes Bochum gelten soll (sofern nicht dessen Pfandauslösung erfolgt).
1444 "op den eirsten Guedesdach in der Vasten" (Regest)






1444 März 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jungherzog Johann von Kleve will von seinem Vater, Herzog Adolf von Kleve, 500 Oberländische Rheinische Gulden leihen und diese zum Behuf seiner Verhandlungen mit der Stadt Soest verwenden (" um Dedingh will tusschen der Stat van Zoist ind Ons wesende"). Falls diese Verhandlungen und damit auch die Leihe zum Abschluss kommen, wird Johann die Summe bis zum 11. November oder acht Tage danach zurückzahlen.
1444 "op Sent Georgius Dach Martiris" (Regest)






1444 März 22
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jungherzog Johann von Kleve reversiert seinem Vater, Herzog Adolf von Kleve, über die Übertragung eines Teils der Landeshoheit der Grafschaft Mark.
In der vom Herzog Adolf dazu ausgestellten [und hier inserierten] Urkunde erhält Johann auf Lebenszeit und unter bestimmten Rechtsvorbehalten im einzelnen: Schloss und Herrlichkeit Bilstein und Fredeburg, mit Städten und Freiheiten; Schloss und Freiheit Wetter, Schloss Volmarstein; Schloss und Freiheit Blankenstein; Freiheit Hattingen; Schloss, Stadt und Vogtei Werden; die Hälfte von Stadt und Amt Bochum (deren andere Hälfte Adolfs Bruder Gerhard von Kleve-Mark besitzt); und die Vogtei Essen. Dabei wird u. a. festgesetzt, dass Johann den weiteren Bau der Kammer zu Wetter ("die Camer te Wetter"), des Zwingers am Schloss zu Fredeburg ("den Dwenger an den Slait ter Vredeborgh") und der Mauer an der Burg zu Werden ("die Muyr van der Borgh te Werden") besorgen soll. Weiterhin darf er nicht die auf den Ämtern ruhenden Pfandsummen erhöhen bzw. diese zu höheren Summen neu verpfänden. Diese Summen betragen für: Bilstein 300 Gulden; Schloss und Amt Fredeburg 500 Gulden; Schlösser und Ämter Wetter, Volmarstein, Blankenstein 2.000 Gulden; Schloss und Amt Werden 1.000 Gulden (wie es zur Zeit dem Amtmann Robert Stael [von Holstein] verschrieben ist).
1444 "op den Sonnendach Letare Jherusalem" (Regest)






1444 Juli 6
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jungherzog Johann von Kleve, der von seinem Vater, Herzog Adolf von Kleve, 300 Oberländische Rheinische Gulden geliehen bekam, verspricht diesem, da er nun zu seinem Oheim, dem Herzog von Burgund, reisen will, innerhalb von fünf Wochen wieder in Blankenstein und Wetter zu sein. Nach seiner Rückkehr wird Johann nicht eher auf die linke Rheinseite (" an die Sijde des Rijns, dair Buederick gelegen is"), noch auf die linke Seite der Ijssel ("an die Sijde der Yssel, dair die Velouwe anleegt en die vur Deventer geet") kommen, bevor er die Schuldsumme zurückgezahlt hat.
Mitsgl.: Elbert von Alpem; Goswin Stecke
1444 "op den Manendach post visitacionis Marie" (Regest)






1444 September 13
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve gewährt den Bürgern der Stadt Hamm ("Stat van dem Hamme") bis auf Widerruf, ihre Lebensmittel ("Provande") an seinen Zollstellen zu Wasser und zu Lande zollfrei passieren zu lassen; so, wie er auch die Bürger der Stadt Wesel dazu berechtigt hat.
1444 "op den Sonnendach profesto exaltacionis sancte crucis" (Regest)






1444 September 16
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jungherzog Johann von Kleve hat von seinem Vater, Herzog Adolf von Kleve, 1.090 Oberländische Rheinische Gulden geliehen. Davon hat er 1.000 Gulden an Cracht Stecke für seine Verpflegungskosten zu Soest und an Goswin Stecke für dessen Ausgaben zu Bilstein bezahlt. Johann wird die Summe binnen eines Jahres an seinen Vater zurückzahlen oder diesem sonst seinen Anteil am Zoll zu Orsoy bis zur Rückzahlung übertragen. Falls er bei einer allfälligen Streitbeilegung seiner jetzigen Fehde mit dem Erzbischof von Köln über diesen Zoll verfügen müsse, werden Adolfs Ansprüche anderweitig befriedigt.
1444 "op den Guesdach na des heiligen Cruys Daige" (Regest)






1444 September 25
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve überträgt Hermann Scholle ("Scholl"), seinem Diener zu Essen, ein Haus im Hagen an der Limbecker Straße ("in den Hagen by Lindebeker Strate") [...]
1444 "op den Vridach na Sunte Matthei Dach" (Regest)






1445
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve, der seinem Amtmann zu Isselburg, Dietrich von der Mark Bastard, 1.000 Oberländische Rheinische Gulden aus kurfürstlicher Münze schuldet, verschreibt ihm dafür Einkünfte aus den Renten in der Hetter.
1445 "op" [Rest fehlt] (Regest)






1445 Januar 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jungherzog Johann von Kleve hat von seinem Vater, Herzog Adolf von Kleve, 200 Rheinische Gulden geliehen und an Goswin Stecke zur Bezahlung der Verpflegungskosten zu Lippstadt gesandt. Er wird diese von den nächst hereinkommenden Zolleinkünften zu Orsoy zurückzahlen.
1445 "op den neisten Manendach na Druttien Dach" (Regest)






1445 April 26
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jungherzog Johann von Kleve hat von seinem Vater, Herzog Adolf von Kleve, 500 Rheinische Gulden geliehen und diese zum Behuf seines Bündnisses mit dem Edelherrn [Bernhard] zur Lippe verwandt ("to vollenst Onse Saiken myt Onsem Neven van der Lyppe voirt mede to eynden"). Johann wird die Summe bis zum nächsten Pfingstfest aus seinen Einkünften im Land Winnenthal ("op Onse Landt Wynendaill") oder sonst aus der Pfandschaft Aspel und Rees und dem Zoll zu Orsoy zurückzahlen.
1445 "des Manendaiges na den Sonnendach Cantate" (Regest)






1446 März 19
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve, der mit Junker Gerhard von Culenborg, Herr zu Werth und Ewijck, vereinbart hat, dass dieser ihm und seinem Sohn mit Schloss, Freiheit, Landen und Leuten zu Werth und Wertherbruch in der Fehde gegen den Erzbischof von Köln Beistand leistet, sagt dem Junker innerhalb der dafür festgesetzten 14 Tage seinerseits seinen Beistand zu, wie das in der über Ihre Vereinbarung ausgestellten Urkunde festgelegt ist.
1446 "op den Satersdach na den Sonnendach Reminiscere" (Regest)






1446 Juni 1
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johann von Kleve und von der Mark, Bastard, genannt Blankenstein, erhält von Johann von Alpen und dessen Frau Jutta von Lembeck ("Leembeke") vom Gut "Huyswerden", das Johann Goddens Sohn bewirtschaftete, eine jährliche Rente von 31 Oberländischen Rheinischen Gulden. Weiterhin hat Johann von Herzog Adolf von Kleve den Hof ingen Elsen erhalten, von welchem dem weiland Stefan Teibert ("Steven Taybert") und seinen Erben eine jährliche Rente von 10 alten Schilden verschrieben war. Auf diese Rente haben dessen Frau Elsken Teibert und ihre zwei Söhne Johann und Sweder zugunsten des Herzogs und des Bastards insofern verzichtet, als ihr die Rente nun von den Alpem'schen 31 Oberländischen Rheinischen Gulden gezahlt werden soll.
Johann von Kleve gen. Blankenstein verschreibt daher der Elsken Teibert, ihren zwei Söhnen und ihren Erben eine jährlich zu Pfingsten fällige Rente von 10 Oberländischen Rheinischen Gulden von jenen 31 Gulden, die er selbst von Johann von Alpen bezieht. Dieser und seine Frau Jutta stimmen dem Tausch auf Blankensteins Bitte zu; desgleichen der Herzog, mit dessen Zustimmung der Tausch erfolgt.
Mitsgl.: Johann von Alpen und seine Ehefrau Jutta von Lembeck; Herzog Adolf von Kleve
1446 "op den Godesdach post dominicam Exaudi" (Regest)






1446 August 26
Permalink der Verzeichnungseinheit

Goswin Ketteler und Lubbert Torck, die dem Jungherzog Johann von Kleve zur Verpflegung der Reiterei zu Lippstadt Geld vorgeschossen haben, vereinbaren mit diesem in Gegenwart des Herzogs Adolf von Kleve, dass sie dafür amtsweise das Schloss Volmarstein und seine Einkünfte in Höhe von etwa 100 Rheinischen Gulden so überlassen bekommen, wie es Hermann von dem Vorste ("van den Vorste") besaß. Weiterhin erhalten sie 200 Rheinische Gulden aus den Renten des Amts Wetter verschrieben. Von diesen [und weiteren] Zahlungsvereinbarungen bleiben die Rechte des Herzogs Adolf am Freistuhl ("Vrijenstoelen") zu Volmarstein unberührt. Über alle Punkte der Vereinbarungen sind die erforderlichen Urkunden auszustellen ("ind op dese Dedinghe van allen Sijden Brieve toe maken in behoirlicker Forme as redelick ind behoirlick wesen sall ind darin to besorgen, as men in Amptbrieven gewoentliken is").
Mitsgl.: Herzog Adolf von Kleve, sowie von seiten des Jungherzog Johann: Erbmarschall Goswin Stecke; Dietrich "Nederhove"
1446 "op den Vrijdach na Sunte Bartholomeus Dach apostoli" (Regest)






1446 September 17
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jungherzog Johann von Kleve ("Wij Johan aldste Soen von Cleve ind van der Marke"), der dem Cracht Stecke nach seiner Abrechnung für vorgeschossene Bewirtungskosten zu Wetter, Volmarstein, Blankenstein und Hattingen 7.513 Rheinische Gulden 2 Schillinge 5 Denare schuldet, ernennt diesen mit Zustimmung seines Vaters und auf den Rat seiner Freunde ("bij Raede ind Guetduenken des hogeborn Fursten, Hern Adolphs Hetoughen van Cleve etcetera, Onns lieven Hern ind Vaders Onsselfs, ende Onser Vriende van Rade") zum Amtmann zu Wetter und Blankenstein und über die Vogtei Essen. Dabei wird u. a. vereinbart, dass er die Verbindlichkeiten für Schloss Volmarstein, das einst Hermann von dem Vorste ("van dem Vorest") besaß und nun Godert Ketteler und Lubbert Torck verschrieben ist, aus den Renten des Amtes Wetter lösen soll. Auf Burg Wetter hat er eine Besatzung von 20 und auf Burg Blankenstein von 12 Mann, darunter Pförtner und Wächter, zu halten. Bei alledem bleiben die Rechte des Herzogs Adolf an den Freistühlen in Steckes Amtsbereich unberührt.
1446 "ipso die Lamberti episcopi" (Regest)






1446 November 18
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve, an Engelbert von der Mark Bastard: Übergabe des Hauses zum Spiegel mit dazugehörigem Platz in Köln an Johann von dem Bungert ("Ons Huyss ten Spiegel myt den Pletzken Lands, ar die Steen in steit, as men von dem Huyss to Kleve geit tot den Huyss to Spiegel ter lochterhand aver dat Greffken").
Kleve, "op den Vrijdach octava Martini episcopi" 1446 (Regest)


Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Kleve




1447 März 27
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve, an alle Richter im Herzogtum Kleve und in der Grafschaft Mark: Vorbehalt der herzoglichen Schatz- und Dienstrechte bei Güterübertragungen im Namen des Herzogs; Abgabe entsprechender Urkunden jährlich am 16. August ("des neisten Daigs na onser lieven Vrouwen Daige") in der Kanzlei zu Kleve ("op Onse Schriffcamer an Onse Schijver").
"op den Manenedach na den Sonnendach Judica" (Regest)






1447 Dezember 1
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve, dem wie seinen Vorfahren, den Grafen von Kleve, aufgrund einer Verschreibung des Kölner Erzbischofs 100 Mark Kölner Währung aus der Bonner Vogtei zustehen, quittiert dem Bürgermeister, Rat und Rentmeister zu Bonn über den Erhalt dieser Summe, die dem Altar zu Neuenrade ("ad usum divini cultus pro ministerio altaris in Nyenraide") übertragen ist.
1447 "crastino beati Andree apostoli" (Regest)






1448 März 29
Permalink der Verzeichnungseinheit

Herzog Adolf von Kleve vereinbart mit Dietrich von der Mark Bastard die Anstellung und Verpflegung von acht Gewaffneten zu Pferde und 20 zu Fuß. Dabei wird u. a. festgesetzt, dass der Herzog und Dietrich im Fall von Vereinbarungen, die in Bezug auf das Amt Bredevoort und die darin liegenden Gemenschen Ländereien getroffen werden, Gewinne, die davon kommen, zu Weerth und Isselburg (vorbehaltlich des Culenborgschen Anteils) teilen werden. Zur Verpflegung soll Roggen von der Schlüterei Kalkar bis nach Rees geliefert werden. Falls Dietrich dem Herzog diese Vereinbarung kündigt und nach Abrechnung an den Herzog noch Ansprüche hat, wird er Schuldverschreibungen auf die Zölle zu Büderich und Orsoy erhalten.
"Averdragen ind geslaten op den Vrijdach na den heiligen Paischdach" (Regest)





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