Historisches Archiv der Stadt Köln
3 Nachlässe und Sammlungen
3.2 Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive
3.2.22 Buchstabe T
Teuwen, Wilhelm
Best. 1426 Teuwen, Wilhelm


Signatur : Best. 1426

Name : Teuwen, Wilhelm

Beschreibung :
Teuwen, Wilhelm, 1908-1967, Glasmaler, Leiter der Klasse für Kirchen- und Glasmalerei an den Kölner Werkschulen; Enthält u.a.: Unterlagen zum beruflichen Werdegang (1945-1966); Schriftwechsel mit den Kölner Werkschulen (1955-1966); Schriftwechsel mit meist kirchlichen Auftraggebern (1962-1967); Kataloge zu Ausstellungen (1945-1961), Studienfahrten nach Rom und Vinci (1960-1966); Artikel über Teuwen in Zeitschriften (1946-1947); Fotografien von Schülerarbeiten; Zeichnungen, Entwürfe für Glasfenster in Kirchen, Profanbauten und Privathäusern, u.a. in Anrath, Bürvenich, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Köln (Dom, Franziskanerkirche St. Marien, St. Gereon, Gürzenich, St. Paul), Krefeld, Leverkusen, Lübeck, Mönchengladbach, Uedem; Entwürfe von figürlichen Motiven und OrnamentenÜbernahme, Verzeichnung, BenutzungDie vorliegenden Unterlagen des Glasmalers Wilhelm Teuwen (1908-1967) wurden am 18.10.1990 von Frau Elisabeth Teuwen übernommen und unter Nr. 192 8/90accessioniert.Der Nachlaß erhielt die Bestandsnummer 1426.Die Entwürfe und Kartonzeichnungen, die teils in Rollen, teils in Mappen mit Übernahmelisten, das heißt Fachverzeichnissen, ins Archiv kamen, wurden von Herrn Dr. Kleinertz anhand der von Frau Teuwen erstellten Listen durch Titelverzeichnung erschlossen.Damit die Entwürfe und Kartons möglichst wenig im Original benutzt werden, erstellten Herr Dawidjan(kleinformatige Zeichnungen) und Herr Schwüle (den größten Teil der Zeichnungen) Negative (6x6 cm) und Abzüge (18x24 cm). Von den Abzügen wurden Kopien angefertigt und dem Findbuch beigeheftet.Herr Schwüle stellte auch die genaue Abmessung der einzelnen Pläne fest, während Frau Andrea Rickers im Rahmen eines Praktikums die Pläne und die Negative/Abzüge kollationierte.Im November 1994 übernahm die Unterzeichnete die Verzeichnung des Schriftgutes, die Signierung der inMappen liegenden Zeichnungen sowie die Beschreibung des Lebenslaufes von Teuwen und die abschließende Gliederung des Bestandes.Für die Benutzung des Nachlasses durch Dritte für Arbeiten im Historischen Archiv ist in jedem Einzelfall die Genehmigung der Leihgeberin einzuholen.Ebenso bedürfen fotografische Aufnahmen durch Dritteder Genehmigung durch:Frau Elisabeth TeuwenJakob-Krebs-Str. 12747877 WillichKöln, im Dezember 1994II. Lebenslauf Wilhelm TeuwensWilhelm Teuwen wurde am 16.8.1908 als zweites Kind der Eheleute Peter Teuwen und Rosalie Teuwen geb. Janssen in Anrath geboren.Nach dem Besuch der dortigen katholischen Volksschulebesuchte er ein Jahr lang die gewerbliche Berufsschulein Krefeld und trat dann als Lehrling in das väterlicheMaler- und Anstreichergeschäft ein. Er arbeitete6 Jahre während der Sommermonate als Handwerker, inden Wintermonaten absolvierte er die Handwerker-,Kunst- und Gewerbeschule Krefeld.192 9 begann er sein Studium an der staatlichenKunstakademie in Düsseldorf und wurde Meisterschülervon Prof. Heinrich Campendonk. In seiner Klasseversuchte er sich in allen Techniken der Malerei, mitbesonderer Hinneigung zum Holzschnitt und zur Glasmalerei.Ein erstes größeres Fenster entstand undwurde ausgeführt infolge eines für ihn erfolgreichverlaufenen Wettbewerbs für die Kriegerehrung inJedem. Nach dem Ausscheiden Campendonks aus demLehrkörper der Akademie 1933 studierte er noch einekurze Zeit bei Prof. Nauen und verließ 1934 dieAkademie als Meisterschüler von Prof. Campendonk undProf. Nauen.In den Jahren bis zum 2. Weltkrieg lebte er in freierkünstlerischer Tätigkeit und beschäftigte sich mitÖl-, Hinterglasmalerei und Holzschnitt.Für private und kirchliche Auftraggeber entstandenWand- und Glasmalereien, Steinmosaiken, Text11entwürfefür Möbelstoff und Paramente, die in der KrefeiderTextilindustrie ausgeführt wurden. Die Erneuerungkirchlicher Innenräume wurde mehrfach von ihmkünstlerisch geleitet.Am 2.6.1936 heiratete er Else Röttges aus Krefeld undsiedelte nach dort über. Aus der Ehe gingen 4 Kinderhervor.Am 17.6.1940 wurde Teuwen als Soldat zur Wehrmachteingezogen. Als solcher war er in derTschechoslowakei, in Frankreich, Rußland und Italien.Nach der Kapitulation der Italienarmee geriet er inamerikanische Gefangenschaft, aus der er am 2 9.7.1945entlassen wurde.Am 1.10.1946 folgte er einer Berufung an die KölnerWerkschulen. Dort übernahm er die Leitung der Klassefür Glasmalerei, der bis zu seinem Tod Johann Thorn-Prikker vorgestanden hatte. Von 1947 bis 1960 nahm eran nationalen und internationalen Ausstellungenkirchlicher Kunst teil.1957 vertraute er dem Clemens-Sels-Museum in Neuss dieDurchführung der einzigen, zusammenfassendenAusstellung seines Werkes nach dem Kriege an.Am 18.5.1961 wurde er für seine künstlerischen undpädagogischen Verdienste vom Kultusminister des LandesNordrhein-Westfalen durch die Verleihung desProfessorentitels ausgezeichnet.Wilhelm Teuwen starb am 21. August 1967 in Anrath.
Sperrvermerk : 2050

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