Historisches Archiv der Stadt Köln
3 Nachlässe und Sammlungen
3.2 Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive
3.2.12 Buchstabe L
Leibl, Wilhelm
Best. 1176 Leibl, Wilhelm

14. Juni 1874
München: Jean Leibl bestätigt seiner Mutter einen Brief und eine Postanweisung. Die Rechnungsbelege kann er nicht alle schicken, "da sonst wegen des Volumens derselben ein Extrabrief abgehen müßte; also bitte ich mit dem guten Glauben vorliebzunehmen". Er rechnet die Kosten Schuhmacher- und Schneiderreparaturen auf sowie die Kollegiengelder. Mit den Studien ist er "von morgens früh bis abends spät daran". Er spricht über sein Zimmer und seine Wirtin. Eine Kiste hat er auf Wilhelms Atelier abgestellt: "Laß den nur am Ammersee und mache Dir keine Sorgen über ihn, da es ihm gut geht und er dorten bessere, werthvollere Sachen macht als die ganze Bande in der Stadt zusammen". Schider und sein Vater, "ein ganz vortrefflicher Mann", waren anwesend. Zu Besuch kamen Karl und Paulinchen. Ob Karl noch immer gute Geschäfte macht? Erkundigungen nach den übrigen Verwandten. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 274
Altsignatur : 274



28. Dezember 1875
Oberzell: Lina Kirchdorffer, Nichte von Leibl, wünscht Fritz Schider zum neuen Jahr alles Gute, berichtet über ihre Sehnsucht nach ihm an den Weihnachtstagen und hofft auf baldige Vereinigung. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 275
Altsignatur : 275



04. Dezember 1900
Entwurf der Danksagung für die Teilnahmebezeugungen nach Leibls Tod.


Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 276
Altsignatur : 276



3. Januar 1901
(im Text irrtümlich "1900") - Köln: Wingen, Anton, Baurat in Köln stellt sich Katharina Kirchdorffer Leibls Schwester, als Freund von Leibl vor. "Nun ist der liebe Wilhelm auch todt, und mit Ihrer Familie trauert die ganze kunstverständige Welt um diesen bedeutenden Künstler. Was müssen Sie ausgestanden haben, da Sie den theuren Bruder leiden und sterben sahen!?" Er spricht sein Beileid aus und führt die "gewaltige Teilnahme aller Orten" als Trost an. "Es wird Ihnen gewiß schon bekannt sein, daß der Maler Hirth du Fresnes in Verbindung mit anderen Künstlern sich dafür interessiert, daß Wilhelm in Cöln ein Denkmal bekomme. Hirth schrieb mir, ich solle mich in Köln selbst bei Kunstfreunden für diese Angelegenheit, mit der die Familie des Verstorbenen sich einverstanden erklärt habe, interessieren. Ich bin diesem Wunsche freudigst nachgekommen und habe mich mit einer Reihe von Personen in Verbindung gesetzt, in erster Reihe mit dem hiesigen Museumsdirektor Hofrath Aldenhoven, der ein begeisterter Verehrer der Kunst des Verstorbenen ist. Aldenhoven teilte mir mit, daß er alsbald nach Wilhelms Tode den Vorsatz gefaßt habe, hier im Cölner Museum eine Ausstellung von Originalwerken und, wo diese nicht zu beschaffen seien, von Photographien der Bilder Wilhelms zu veranstalten. Er hielt diese Ausstellung deshalb besonders für sehr wichtig, weil die Vaterstadt des Künstlers nur wenige Bilder desselben gesehen und ihr der große Sohn in seiner hohen Bedeutung für die Kunst vor die Augen geführt werden müsse. Ich schlug Herrn Hofrath vor, mit der Ausstellung zu irgendeiner Zeit eine Gedächtnisfeier für den Verstorbenen zu verbinden, was er sich noch überlegen wollte. Hatte ich mich nun persönlich gefreut, daß eine großartige Ehrung Wilhelms in seiner Vaterstadt in Aussicht stehe, der eine große Begeisterung für die Denkmal-Idee folgen müsse, so wurde ich verstimmt, als mir der Herr Hofrath in diesen Tagen wörtlich folgendes schrieb: "Eben schreibt mir Seeger in Berlin, daß er mir keine Bilder von Leibl schicken wolle, 'da er dadurch den Intentionen seines verstorbenen Freundes vollständig zuwider handeln würde'". Der Commerzienrath Seeger soll nämlich, wie mir Hirth mittheilte, an die 80 Gemälde von Wilhelm besitzen. Lehnt der die Beschickung der Ausstellung ab, so wird die letztere bedeutend kleiner, und das wäre meiner Ansicht nach schade. Ich meine, die Bilder Wilhelms müssen jetzt nach dessen Tode einmal den Salon verlassen und der Welt voll und ganz gezeigt werden. Seine Vaterstadt Cöln hat ein Recht darauf, die Bilder ihres großen Sohnes der Kunstwelt zu zeigen. Sie hat sogar die Pflicht dazu". Er bittet daher, um die Fürsprache bei Seeger, daß dieser dem Kölner Museum mit seiner Sammlung die Ausstellung ermöglicht. Frau v. König wird aus Glogau seinerzeit Grüße sicherlich übermittelt haben. Unterschrift.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 277
Altsignatur : 277



18. März 1901
Görz/Österreich: Otto v. Leitgeb übersendet Katharina Kirchdorffer Erinnerungen an den Umgang mit Leibl, die er soeben in der Bruckmannschen 'Kunst für Alle' veröffentlicht hat: "Ich selbst wollte damit den letzten Tribut der hohen Verehrung und der treuesten Gesinnung zum Ausdruck bringen, die ich für Ihren Bruder hegte, und zugleich, ohne wissentlich irgendwo an der Wahrheit zu ändern, womöglich dazu beitragen, die Erinnerung an ihn zu erweitern und zu befestigen". Er denkt "häufig an jene trübselige, aber bedeutungsvolle Herbstzeit in Aibling zurück". Unterschrift gez.


Enthält : 1 Seite, masch.-schriftl. Abschrift.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 278
Altsignatur : 278



20. März 1901
Berlin-Charlottenburg: Liebermann dankt Katharina Kirchdorffer für die Bereitwilligkeit, Zeichnungen Wilh. Leibls der geplanten Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Eigenhändige Unterschrift.


Enthält : 1 1/2 Seite, von Schreiberhand auf Kopfbogen 'Berliner Secession".
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 279
Altsignatur : 279



05. April 1901
Köln: Wingen teilt Katharina Kirchdorffer mit, daß am anderen Tag ein Museum die Ausstellung mit Leibls Werken eröffnen wird, sie wird 3 Wochen dauern. Trotz Seegers Absage sind 53 Stücke zusammengekommen, "darunter vorzügliche Bilder ersten Ranges". Um den 14. des Monats werden auch noch 'Die drei betenden Frauen' eintreffen; die Besitzerin ist nach Italien verreist. Alsdann wird auch ein Festakt zum Gedächtnis des Verstorbenen stattfinden. Die Pläne über eine Marmor- oder Bronzebüste für Leibl lassen sich noch nicht übersehen: "Jedenfalls werden die jetzigen Leiter des Museums, die für Wilhelm und seine Werke in jeder Weise eingenommen sind, es an den weiteren Anregungen nicht fehlen lassen". Kommerzienrat Seeger hatte das Bild 'Die drei Frauen in der Kirche' als seit 1895 verkäuflich bezeichnet; die Kölner Museumsverwaltung hat jedoch von der Familie v. Schön in Worms eine abschlägige Antwort erhalten. Leibl hatte einmal beanstandet, daß das Porträt seines Vaters unvorteilhaft aufgehängt wäre. Dazu wird erklärt: "Das Portrait Ihres Herrn Vaters hängt - abgesehen von der jetzigen Ausstellung in dem großen Saale, in welchem die Bilder des Kaisers, Bismarks (!) und anderer berühmter Persönlichkeiten hängen, darunter insbesondere auch berühmter Kölner. Nun hat man das Bild Ihres Herrn Vaters an die den Fenstern gegenüberliegende Wand des Saales neben die Bilder des Dombaumeisters Zwirner, des Herrn von Wittgenstein des Architekten Hittorf und anderer berühmter Kölner gehängt. Der ganze Saal hat gedämpftes ungünstiges Licht. Man wollte dem Vater eine besondere Ehre erweisen, daß man sein Portrait hier aufhing, am allerwenigsten aber dachte man daran, dem Sohne zu nahe zu treten". Wingen würde sie gern beim Festakt begrüßen. Ferdinands Sohn war am Vortage im Museum und berichtete, daß Ferdinand zur Gedenkfeier von Saarbrücken kommen wird. Unterschrift.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 280
Altsignatur : 280



28. April 1906
Erlangen: Prof. Öller teilt Karl Leibl jun. mit, daß Leibl an Netzhautblutungen des rechten Auges litt, "die zweifellos durch seine Herzaffektion bedingt waren". Das linke Auge war vollständig gesund. Unterschrift.


Enthält : 1/2 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 281
Altsignatur : 281


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