Historisches Archiv der Stadt Köln
3 Nachlässe und Sammlungen
3.2 Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive
3.2.12 Buchstabe L
Leibl, Wilhelm
Best. 1176 Leibl, Wilhelm

17 Januar
Würzburg: Nettchen teilt Leibl die "freudige Nachricht" mit, daß Karl nach Düren versetzt worden, die Stelle dort "sehr gut und bequem" ist und daß er am 1.2. ein Notariat übernehmen soll. Lulus Gesundheit hat sich gebessert. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : Postkarte, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 114
Altsignatur : 114



08. Juli 1877
Kloster Oberzell b. Würzburg: Ludwig Kirchdorffer schreibt, daß der Hochzeitstag von Line und Fritz Schider auf den 26.7. festgesetzt ist. Leibl wird dringend eingeladen. Die Mutter bittet sehr um sein Kommen. Unterschrift


Enthält : Nachschrift von Nettchen: Schider wird am 16. oder 17.7. Leibl in München aufsuchen, um ihn mitzubringen. Unterschrift mit dem Vornamen. 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 115
Altsignatur : 115



10. September 1877
Oberzell b. Würzburg: L. Kirchdorffer freut sich, von Leibl zu hören, daß es diesem auf Schloß Holzem gut geht und daß das Bild vollendet ist. Kirchdorffer erbittet von der nächsten Jagd eine Sendung Rebhühner. Schiders in Basel haben nach Leibl gefragt; seine Abwesenheit von der Hochzeit wurde bedauert. Jean soll es in Dudweiler ausgezeichnet gehen. Ferdi hat bei einer Durchreise nicht vorgesprochen. Leibl möge seiner Mutter bald den Empfang einer Uhr bestätigen. Unterschrift.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 116
Altsignatur : 116



23. März 1878
Oberzell: Nettchen schreibt, daß die Mutter in ständiger Sorge um Leibl ist, weil sie ihn in "nicht allen guten Verhältnissen" glaubt; sie möchte ihm "in jeder Beziehung Erleichterung verschaffen"; ein Brief von Leibl würde ihren angegriffenen Gesundheitszustand wieder aufrichten. Schider ist mit seiner und seiner Schüler Ausstellung stark beschäftigt. Jean hat eine Stelle als Distriktsarzt in Speicher bei Trier mit Jahreseinnahme von etwa 6000 Mark bekommen. Karl will mit seinem Sohn zu Ostern kommen. Ob Leibl Bilder zur großen Pariser Ausstellung schicken wird? Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 117
Altsignatur : 117



15. Mai 1878
Oberzell: Nettchen dankt für Leibls Wünsche und Geschenk zur silbernen Hochzeit, deren Verlauf geschildert wird. Über das Geschenk eines Selbstporträts würden sich alle "inständig" freuen. Sollte die Reise nach Köln zustandekommen, möge Leibl seine Termine so einrichten, daß er sie, die wegen des zu erwartenden Stammhalters nach Basel reisen will, nicht verpaßt. Sollte Leibl nach Paris reisen, möge er bei Schiders in Basel vorsprechen. Unterschrift mit dem Vornamen. Nachschrift von L. Kirchdorffer.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 118
Altsignatur : 118



14. Oktober 1878
Oberzell: Nettchen berichtet, daß die Mutter, die eine lebensgefährliche Krankheit durchgemacht hat, sich über Leibls langes Schweigen beklagt, sie hofft, daß Leibl vor der Übersiedlung nach München sie besuchen wird. Ferdinand hat vorgesprochen und von dem "vergnüglichen" Besuch bei Leibl erzählt, dem zur Vollendung des neuen Bildes Glück gewünscht wird. Nettchen hat mit der Mutter eine Rundreise zu den Brüdern gemacht und dabei zuletzt Köln besucht. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 119
Altsignatur : 119



18. November 1878
Oberzell: Nettchen hat Leibl in Verdacht, daß ihn die Jagdfreuden eher von seinem versprochenen Besuch abhalten als die Malerei in der Kirche, die doch zu kalt sein dürfte: "Wenn wir was Gutes essen, so heißt es jedesmal; das wäre auch wieder ein Gerichtchen für Wilhelm'". Die Mutter hat sich von ihrer schweren Krankheit erholt. Schider bedauert, daß er wegen Leibls Stillschweigen seine Geschäfte in Paris nicht hat besorgen können. Sein Mädchen gedeiht prächtig: ob es mit Leibls prächtigem Mädchenkopf im zuletzt verkauften Bild gemeint war? Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 120
Altsignatur : 120



26. November 1878
Oberzell: Nettchen bedankt sich bei Leibl für die zum Namenstage übersandte Gans. Das der Vollendung entgegengehende Bild wird Leibl gewiß viel Ehre und Anerkennung einbringen. Lulu geht nach Köln zu Frau Harzem, "um verschiedene, ihr bis jetzt noch fremd gebliebene Unterhaltungen wie Conzerte, Theater etc. und Kölner Carneval an der Spitze, zu genießen". Leibl möge, wenn er kommt, die Pariser Besprechungen seiner Bilder mitbringen. Die "prachtvolle" Zeichnung der betenden Frau wird er gewiß hoch verkaufen. Ob das verkaufte Bild der so schön gemalte Mädchenkopf ist? Leibl wird aus Basel gegrüßt. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 121
Altsignatur : 121



24. Februar 1879
Oberzell: Ludwig Kirchdorffer bestätigt den Empfang von 7000 Mark in Pfandbriefen. Karl will Anfang März kommen. Leibls Papiere will er einstweilen verwahren. Lulu "lebt herrlich und in Freuden" in Köln. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 122
Altsignatur : 122



17. November 1879
Oberzell: Ludwig Kirchdorffer dankt für die "famosen" Schnepfen und fragt, ob das nahezu vollendete Bild Leibl noch lange aufhalten wird und ob sich die Übersendung eines Schinkens noch lohnt. Für einen Besuch zu Weihnachten verpflichten sich mehrere genamte Nachbarn Leibl zu unterhalten; Leckerbissen werden vorbereitet. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 123
Altsignatur : 123



13. Dezember 1879
Oberzell: Nettchen lädt Leibl dringend ein zu Weihnachten. Unterschrift mit dem Vornamen. Nachschrift von Louis Kirchdorffer.


Enthält : 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 124
Altsignatur : 124



18. April 1882
Oberzell: Nettchen fordert Leibl auf, daß er sein langes Schweigen brechen und aus seinem "gewiß sehr bewegten Leben" erzählen soll. Wahrscheinlich wird ihn der vorliegende Brief in Wien nicht mehr erreichen. Von Leibls dortigen Erfolgen weiß sie durch die Zeitungen nur wenig; ihre Gothaer Freundin, die sich für Leibls Köpfchen in der Dresdener Galerie begeistert hat, schickte ein Berliner Blatt, das von dem Aufsehen von Leibls Bild in der Wiener Ausstellung berichtete. Von Jean und den Aschaffenburger Verwandten ist ihr von der Vorstellung beim Kaiser berichtet worden und auch, daß Leibl sich bei einem Festbankett als Grobschmied kostümiert hatte. Jean, den das Ausbleiben aller Nachrichten betrübt, will noch ein Examen machen, damit er eine Bezirksarztstelle erhalten kann. Ein Prof. Pixis an der Würzburger Realschule stellte sich als alter Bekannter von Leibl und seinen Brüdern Karl und Ferdinand vor, mit denen er vergnügte Tage am Ammersee verlebt haben will. Im Auftrage des Komitees für das Würzburger Universitätsjubiläum bat er, Leibl möchte die Festschrift mit einigen Zeichnungen u.a. einen grüßenden Bauern "verherrlichen". Um baldige Äußerung wird gebeten. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 125
Altsignatur : 125



03. Mai 1882
Oberzell: Nettchen dankt für die Übersendung der Photographie des Bildes mit den 3 Frauen und bewundert aufs höchste Leibls "einzig dastehende Kunst". Louis pries die unübertreffliche Ausführung der Einzelheiten und kann die dabei aufgewendete Geduld und Ausdauer nicht begreifen. Er wird dafür sicher 60 000 Mark bekommen. Nun weiß die Welt, was Leibl zu schaffen imstande ist: "unser Name wird durch Dich der Nachwelt überliefert". Sie wünscht, daß die Mutter das noch erlebt hätte. Sie erinnert noch einmal an die Wünsche von Prof. Pixis wegen der Festschrift zum Würzburger Universitätsjubiläum. Sehr gespannt ist sie auf die Konzeption des neuen Bildes, erinnert aber an das Besuchsversprechen. Kinzinger hat viel Unglück in der Familie, bewundert aber ebenso wie andere Herren Leibls Kunst; sie rechnen es sich zu höchster Ehre an, mit einem solchen Meister bekannt zu sein. Immer wieder kommen Leute, um die Photographie zu sehen. Sie würde sie in der Nehalschen Kunsthandlung ausstellen lassen, wenn sie wüßte, ob dies Leibl recht wäre. Louis ist kränker geworden. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 6 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 126
Altsignatur : 126



16. Juni 1882
Oberzell: Nettchen teilt mit, daß auch sie vor einigen Tagen von Ferdinand die schriftliche Auseinandersetzung der Erbschaftsteilung bekommen habe. Sie versteht davon wie Leibl nichts. Ihr Mann hat jedoch nach gründlicher Prüfung sie im großen und ganzen für richtig befunden, und zwar besonders die Leibl angehenden Dinge. Leibl könne "ohne Anstand" unterschreiben. Ein ihr angerechneter Vorempfang von 500 Mark sollte ursprünglich als Abgeltung der kostenlosen Unterkunft und Verpfelgung der Mutter in ihrem Haushalt gelten. Sie hätte dieses Geld gern für die Ausbildung des "seltenen Talents" ihrer Tochter Felice in der Musik. Diese ist fleißig und strebsam und hätte am Vorabend erstmalig vor beschränktem Publikum gespielt. Leibl möge einiges über sein neues Bild mitteilen. Von dem vorigen bittet sie für Auguste Knörper um eine Photographie; diese konnte das Bild wegen des großen Menschenandrangs nicht besichtigen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 127
Altsignatur : 127



25. Juli 1882
Oberzell: Nettchen hat sich über die Krankheit von Jean, der im Trierer Simeonsstift liegt, sehr aufgeregt; der behandelnde Arzt soll der tüchtigste von Trier sein. Sie teilt Leibl dessen Auskunft mit. Ebenso liegt Ferdinand an seiner alten Krankheit danieder. Karls Ansinnen sollte man ablehnen. Die Leipziger illustrierte Zeitung hat über Leibls Bild berichtet und eine Persönlichkeitsschilderung gegeben. Ein ganzer "Pack" Kritiken ist mittlerweile gesammelt. Fritz Schider, der von seiner Schulkommission nach Nürnberg zur Ausstellung geschickt worden war, erschien zu Besuch, wollte noch weiter nach München und Salzburg und von dort nach Basel zurück; alsdann hat er mit Lina und seinem Vater eine Schweizer Tour vor. Auguste war 14 Tage zu Besuch. Diese hat über Lulus Heiratsaussichten räsonniert. Leibls Bild von der Mutter soll demnächst im Würzburger Kunstverein anläßlich der Jubiläumsfeiern ausgestellt werden: mit Dankbarkeit anerkennt sie Leibls Güte, durch die sie "in den Besitz dieses lebensvollen Bildes" gekommen sind. Wenn Leibl sein neues Bild empfangen hat, soll er darüber näheres mitteilen.


Enthält : 6 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 128
Altsignatur : 128



10. August 1882
Oberzell: Nettchen kann Leibls Mißstimmung nicht ganz gelten lassen: die "elende" Jury in Wien hat sich selbst gerichtet, indem sie Leibl die Medaille vorenthielt. Grupils Angebot ist nicht maßgeblich, da der Kunsthändler ans Geschäft denken muß. Leibl soll sich keine Sorgen um den Verkauf des Kunstwerks machen. Seine Federzeichnungen waren in Würzburg während der Jubiläumszeit ausgestellt und haben bei Sachverständigen große Bewunderung erregt. Jean geht es wieder besser; er wird sie demnächst besuchen. Ferdinand ist leidlich wiederhergestellt. Schider hat sie eine Photographie von Leibls Bild geschickt. Leibl möge sein Bild mit "frischem Mut" beginnen und sich durch kleinlichen Neid und Bosheit nicht beirren lassen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 129
Altsignatur : 129



24. August 1882
Oberzell: Nettchen teilt Leibl mit, daß Kinzinger aus Karlsbad, nachdem er vorher in Wien war, hauptsächlich um Leibls Bild zu sehen, eine Beurteilung im Vergleich zu dem fast unmittelbar daneben hängenden, "weniger kunstvollen" Bild von Defregger schrieb. Leibl soll berichten, ob er sich über den Gegenstand seines neuen Bildes im klaren ist. Ferdinand ist so weit hergestellt, daß er nach Paris reisen wird. Die Zeichnung der Mutter hat sie schon längst an den Kunstverein zurückgeschickt. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 130
Altsignatur : 130



16. September 1882
Oberzell: Nettchen findet es natürlich, daß Leibl sich nach so großer Anstrengung ausruht. Dr. Adelmann würde ihn schon zur Jagd gern einladen. Karl jr. wird sie bald verlassen. Jean hat wieder seinen Dienst aufgenommen und 25 Flaschen Moselwein gewonnen. Ferdinand streift in der Welt herum; hoffentlich bringt er nach seiner Rückkehr die Erbschaftsangelegenheiten zu Ende. Karl geht es mit der Podagra wieder besser. In seinem Geschäft hält er zwei Schreiber. Schider schrieb über die Wiener Jury, daß Professoren und Akademiker ein einfaches und ehrliches Streben nicht anerkennen und prämieren dürfen: "Was hätten sonst die Herren Professoren zu thun, wenn jeder Künstler ohne sie die Geheimnisse der Natur erlauschte, denk an die Meistersinger und Walther von der Vogelweide". Die Wiener Jury soll von einem Frankfurter Blatt "förmlich zur Rede gestellt worden" sein. Felice hat einen Erfolg im Klavierspiel gehabt. Louis bittet um einige Feldhühner. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 131
Altsignatur : 131



20. September 1882
Oberzell: Nettchen schickt die Anschrift von Schider. Eine Besuchseinladung wagt sie nicht mehr nach so vielen abschlägigen Antworten. Über das neue Bild wünscht sie Nachrichten. Schider und sein Vater haben eine herrliche Reise in die Schweiz gemacht; Lina hat die Erlebnisse interessant geschildert. Leibl würde sich freuen, wenn er Felice, "die kleine Hexe, so fest und sicher am Klavier sitzen" sähe. Kinzinger hat nach Rückkehr von der Reise den "mächtigen Eindruck" von Leibls Bild geschildert. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 132
Altsignatur : 132



25. September 1882
Oberzell: Ludwig Kirchdorffer bedankt sich für die übersandten Feldhühner und wiederholt eine Besuchseinladung. Mit Schider war er auf der Nürnberger Ausstellung. Ferdinand hat die Erbschaftsangelegenheit noch nicht ins Reine gebracht.


Enthält : Nachschrift von Nettchen: Sie dankt ebenfalls für die Hühner und berichtet von einem genußreichen musikalischen Abend von Felice. Unterschriften mit dem Vornamen. 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 133
Altsignatur : 133



25. Oktober 1882
Oberzell: Der Nettchen besuchende Schwager Otto, der noch immer wegen des Todes seiner Frau niedergedrückt ist, konnte Ferdinands Gastfreundschaft und Mathildes Liebenswürdigkeit nicht genug rühmen; deren Söhne haben ihn wegen ihrer schlechten Erziehung jedoch entsetzt. Von Jean hat sie lange nichts gehört. Schider dürfte sich über Leibls Brief gefreut haben. Zum Beginn des Bildes wünscht sie viel Glück und möchte gern über den Namen und die Zusammenstellung einiges wissen. Sie hofft, daß Ferdinand die Erbschaft endlich teilt. Von ihren Töchtern begeistert Felice ihre Lehrer durch ihr seltenes Talent und Gusti erfreut durch ihre Gelegenheitsgedichte. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 134
Altsignatur : 134



28. November 1882
Aibling: Leibl dankt der kleinen Felice für ihren Brief und freut sich über ihr Talent und ihren Fleiß. Sein Bild hat er aus Wien wohlbehalten zurück; er freut sich, wenn es nach Paris kommt. "Allerdings möchte man sich halb tod! ärgern, wenn man ein Künstler in Deutschland zu sein das Unglück hat. Dies hindert aber nicht, daß man sein Ziel im Auge behält, wie ich das thue. Es ist meine Art in der Malerei wie auf der Jagd. Ich gehe hier mit alten Jägern, die aber noch nie gesehen haben, daß Einer so verfährt wie ich. Wenn ich nämlich einen Spielhahn sehe und haben will, so bekomme ich ihn, und wenn ich eine Stunde lang auf allen Vieren durch Dreck, Wasser, Dornen, Schnee und Eis kriechen muß. Nicht leicht verfehlt meine Kugel ihr Ziel. So gedenke ich mit meinem neuen Werk fertig zu werden. Diesmal male ich etwas, wo ich mit Leib und Seele dabei bin. Es sind wirkliche Wildschützen, wie sie nur hier zu finden sind. Das Bild wird doppelt so groß wie das vorige und soll auch doppelt so gut werden. Das Ganze habe ich in der Untermalung schon fertig. Wenn mir nichts Unerwartetes dazwischen kommt, so gedenke ich diesmal meine Gegner mit ruhigem Griff zu Boden zu legen. Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben". Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 135
Altsignatur : 135



19. Dezember 1882
Oberzell: Nettchen konnte wegen der Krankheit Lulus auf Leibls ausführlichen Brief nicht eher schreiben. Dem neuen Werk wünscht sie die Meisterschaft der früheren. Lina schickte neulich eine Kritik einer Frankfurter Zeitung über das in Stuttgart ausgestellte Porträt: es hätte "einen rasenden Sturm von widersprechenden Urtheilen" über Leibls Kunst hervorgerufen; der König und die Prinzessin hätten das Bild ebenfalls gesehen. Sie möchte wissen, was Leibl dort ausgestellt hätte. Jeans Vorschlag, daß Leibl und sie mit ihm zu Ferdinand wegen der Erbschaft ziehen, findet sie komisch; sie beginnt wegen der Angelegenheit mißtrauisch zu werden. Besonders Kinzinger läßt grüßen. Felice freut sich, daß ihr Brief Leibl Freude gemacht hat. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 136
Altsignatur : 136



03. Januar 1883
Oberzell: Nettchen dankt für die Neujahrs- und für die Genesungswünsche für Lulu. Kinzinger versorgt sie reichlich mit Büchern. Leibls Pessimismus für das neue Jahr ist ihr unerklärlich: er möge auf seine Kraft vertrauen: "sie wird Dich sicher zum Ziele führen, wenn Du auch gleich andern großen Meistern momentan mit Unverstand und Gemeinheit zu kämpfen hast. Haben wir doch erst zu wiederholten Malen gehört, daß in Stuttgart die höchste Begeisterung für Dein dort ausgestelltes Porträt schließlich den Sieg über nichtswürdige Intriguen und ordinäre Manipulationen davongetragen hatte. Dein letztes Meisterwerk kann in seinem künstlerischen Werthe nicht sinken, es bleibt für ewige Zeiten ein Meisterwerk ersten Ranges, und gewiß, vertraue auf die Zukunft, der materielle Erfolg Deiner Kunst wird auch nicht mehr lange ausbleiben". Ob er das Bild nach Paris geschickt hätte? Ferdinand hat sie Leibls Verstimmung über die Verschleppung der Erbschaftsregelung mitgeteilt; er schiebt die Schuld auf Karl, der bis jetzt von der Liquidation keine Notiz genommen hat. Jean ist ebenso mißtrauisch geworden wie sie. Sie will sich um eine Verständigung zwischen Karl und Ferdinand bemühen; man wäre gegenüber den älteren Brüdern zu langmütig gewesen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 137
Altsignatur : 137



15. Januar 1883
Oberzell: Nettchen hat Briefe von Ferdinand und Karl. Letzterer hatte bisher wegen überhäufter Geschäfte und Krankheit nicht die Teilung durchsehen können. Nun habe er 2 Fehler zu seinem Nachteil entdeckt. Darüber sollen beide sich verständigen. Karl hat sich über Leibls Vorschlag, mit fremder Hilfe die Teilung durchzuführen, geärgert. Auch Ferdinand sah darin Mißtrauen. Sie will alles aufbieten, nun einen Familienzwist zu verhindern. Jean schickte selbstverfaßte Darlegungen medizinischer Fälle. Lulus Befinden hat sich nicht gebessert. Auguste berichtete, daß Leibl "vortrefflich" aussähe. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 138
Altsignatur : 138



12. Februar 1883
Oberzell: Nettchen berichtet, daß Lulus Befinden unverändert ist. "Ich habe eine Ahnung, daß Dein Bild nicht wieder aus Paris zurückkehren wird". Der Gedanke, daß es in fremden Besitz übergeht ist ihr schmerzlich; wenn sie Geld hätte, käme sie unbedingt, um sich durch den Anblick von Leibls Meisterschaft zu überzeugen. Wenn Leibl es selbst nach Paris bringt, soll er den Weg über Zell nehmen. Daß er in München nicht ausstellt, wäre kaum zu verdenken. August Busch hat es freilich weit gebracht, "aber wahrlich nicht so weit wie Du; denn ich bin fest überzeugt, daß, während man längst den August vergessen hat, Dein Name in der Kunstgeschichte ewig fortleben wird". Da man weiß, was Leibl kann, wollen die Kunsthändler verhindern, daß die Bilder nach ihrem Wert bezahlt werden. Leibl ist zu ehrlich und zu unpraktisch in Geschäftsangelegenheiten, um dieses Gebahren zu durchschauen. Er hätte Goupil zur Zahlung der Summe anhalten müssen, die der Kunstliebhaber dafür geben wollte. Von Karl hofft sie, daß er seine nicht unbedeutenden Verluste decken kann. Ferdinand hat nicht einmal eine Empfangsbestätigung der von Louis übersandten Hypothekenbriefe für nötig befunden. Jean, der öfter schreibt, ist ebenfalls wütend über Ferdinand. Jeder der Bekannten, vor allem Kinzinger fragen, ob Leibls Besuch in Aussicht steht. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 139
Altsignatur : 139



16. März 1883
Oberzell: Nettchen teilt mit, daß Lulu ihr Leiden wohl, bis wärmeres Wetter kommt, behalten wird. Jean will zu Ostern kommen; sie hat "die unverschämte Bitte geäußert", sie anschließend zu Leibl mitzunehmen. Das kann jedoch alles erst ausgeführt werden, wenn Jean die neue Stelle hat, die Ferdinand ihm verschaffen will. Sie wünscht bei dieser Gelegenheit Leibls Bild sehen zu können, das hoffentlich noch nicht nach Paris abgeschickt ist. Von August Busch erhielt sie auf ihre Teilnahmebekundung zum Tode seiner Mutter eine liebenswürdige und außergewöhnlich lange Antwort; er sei bei seinen Reisen durch Köln jedesmal traurig an ihrem Hause vorübergegangen; Leibl habe er in München vergeblich aufzusuchen versucht. Karl hat wahrscheinlich durch ihn die Stelle in Düren erhalten. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 140
Altsignatur : 140



31. März 1883
Oberzell: Nettchens Wiedersehenswunsch ging nicht in Erfüllung, weil Jean, der da gewesen war, die begehrenswerte Stelle nicht erhalten hat. Es war dies die letzte Hoffnung wohl, das Bild Leibls noch sehen zu können; es wird aus Paris wohl nicht zurückkehren. Der örtliche Arzt hat eine hohe Meinung von Jeans Kenntnissen und will sich um eine gute Stelle bemühen. Im Aussehen ist Jean noch "martialischer oder herkulischer" geworden; seine Stimmungen "wie immer einmal fast melancholisch und das anderemal voller Lustigkeit". Er hatte große Freude am Klavierspiel von Felice; am besten wäre es, wenn er heiratete. Augustes Einladung hat sie schweren Herzens ausschlagen müssen. Leibls Mißgeschick mit der Hauptfigur des Bildes beklagt sie; doch wird die Person sicherlich bald vom Militär freikommen. Über die Erbschaft soll er nicht so pessimistisch denken; wenn Ferdinand "mit gewohnter Langweiligkeit" die "kleine Differenz mit Karl geordnet hat, wird doch wohl jeder sein rechtliches Teil bekommen". Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 141
Altsignatur : 141



16. April 1883
Oberzell: Nettchen teilt Leibl mit, daß Louis auf Leibls Wunsch die Federzeichnungen nach Paris über den Spediteur ihrer Fabrik geschickt hat. Sie wünscht Leibl mehr Glück als auf der Berlinder Ausstellung, die ihm jedoch Anerkennung und Ehren reichlich eingetragen hat. Vielleicht wird das angefangene Bildchen auf Holz noch bis zur Ausstellung fertig; in Paris wird es vielleicht eher gekauft als in dem armseligen Deutschland. Felice und Gusti hatten in Aschaffenburg größten Erfolg; von diesen werden Photographien übersandt und Charakteristiken gegeben. Karl jr. wird Leibl gewiß manchmal fehlen. Sie fragt, was Leibl von Köln hört. Jean ist mit seiner Praxis wieder zufrieden. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 142
Altsignatur : 142



01. Mai 1883
Oberzell: Nettchen ist durch Leibls ausbleibende Post sehr erregt. Für Jean hat sie eine Frau ausgesucht, die beim örtlichen Arzt bekannt und Tochter eines Posthalters in Limburg / Lahn ist. Die Brüder Ferdinand und Karl dürfen davon noch nichts erfahren. Sie fragt, ob das Bild in Paris gut angekommen ist und der Bursche, der auf dem entstehenden Bild gemalt werden soll, wieder militärfrei ist. Daß das Wiedersehen nicht zustande gekommen ist, kann sie noch immer nicht verschmerzen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 143
Altsignatur : 143



14. Mai 1883
Oberzell: Nettchen an Leibl: "Wenn auch der Preis, den Du für Dein Werk bekommen hast, bei den jetzigen miserablen Kunstverhältnissen durchaus kein geringer zu nennen ist, und man Dir dazu gratulieren darf, so würde ich doch an Deiner Stelle wenigstens noch einige Wochen mit dem Verkauf desselben gewartet haben, da Du vielleicht doch in Paris, wo jetzt Dein Bild so großes Aufsehen macht, einen höheren Preis dafür bekommen hättest". Indessen sind dies nur Vermutungen. Das neue Bild wird Leibl hoffentlich "volles Glück bringen". Sie wartet auch mit Sehnsucht auf das Erbschaftsgeld, kann jedoch nicht begreifen, daß Leibl mit den vorweg gezahlten "10 000 Mark schon auf die Neige sein kann". An der allerletzten Verzögerung ist sie vielleicht schuld. Am 17.5. wird sie sich mit Jean und der ihm zugedachten Braut in Koblenz treffen. Sie freut sich, daß Leibls Modell vom Militär bald entlassen wird. Außerdem bittet sie um Verhaltensmaßregeln gegenüber Fragen nach dem Verkauf des Bildes, von dem die Allgemeine Zeitung schon berichtet hat. Felice macht die schönsten Fortschritte im Klavierspiel und hält den Verkaufserlös von 40 000 Mark für ein Vermögen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 144
Altsignatur : 144



11. Juni 1883
Oberzell: Nettchen ist über Jeans Schilderung der Familienverhältnisse seiner Braut aus Limburg erbost und hat ihn deswegen zur Rede gestellt. Dieser hat sich alsdann verbeten, ihn "feiger Lausbubenstreiche" für fähig zu halten. Sie charakterisiert die "körperlichen und gemütlichen Vorzüge", aber auch seine "mitunter schroffen Manieren". Wegen der leidigen Erbschaftsangelegenheit möge Leibl unmittelbar mit Ferdinand Verbindung aufnehmen, da sie sich nicht noch einmal eine mißtrauische Antwort holen will. Das beste wäre, wenn sie alle drei zu ihm reisten und ihn zur Erledigung der Sache zwängen. Im übrigen hat Ferdinand sich seine Bemühungen ziemlich hoch bezahlen lassen. Sie wünscht Leibl zu seinem Bauunternehmen Glück und hofft, daß die Bauernstube bis zur Rückkehr seines Soldaten fertig ist. Schiders können mit ihren Kindern wegen des Keuchhustens in Oberzell nicht kommen. Ihre Töchter machen weiterhin gute Fortschritte. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 6 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 145
Altsignatur : 145



22. Juni 1883
Aibling: Leibl will den Brief nur für sie und Louis bestimmt wissen. Schön schreibt, daß er an mehreren Stellen seines Bildes Sprünge in der Farbe entdeckt hat, "obgleich es die solideste Malerei ist, die man sich überhaupt denken kann". Das Brett hatte Leibl etwa 13 Jahre im Atelier gehabt und "für etwas ganz Besonderes aufbewahrt", nun hat es sich als untauglich erwiesen. Dieses Pech verdunkelt seine Pariser Erfolge; vielleicht muß der Kauf des Bildes rückgängig gemacht werden. "Meine Erfolge in Paris werden in Deutschland ganz todt geschwiegen. Ich bin nämlich jetzt von dem Comité, welches die Eliteausstellung veranstaltete und welches aus den ersten Künstlern in Paris besteht zum Ehrenmitglied ernannt worden, und haben diese Künstler mir ein Gratulationsschreiben zu dem großen Erfolg, den ich beim französichen Publikum gefunden habe, geschickt". Wenn aber von dem Defekt des Bildes etwas laut würde, würden es die deutschen Zeitungen sicherlich begierig drucken. Wegen dieses Unglückes drängt Leibl auf sein Erbanteil. Wenn er seine Bauernstube fertig hat, will er mit Eifer an sein Bild gehen: "Es wird hoffentlich bei Weitem meine beste Arbeit, soviel man an der Anlage sehen kann". Er malt es auf englische Leinwand: "Vor der deutschen Handwerkslumperei habe ich ein für allemal Respekt". Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 146
Altsignatur : 146



10. Oktober 1883
Oberzell: Nettchen bittet um Entschuldigung wegen ihrer letzthin an Leibl etwas unverschämt ausgesprochenen Besuchsbitte. Sie erklärt, daß aus ihrer Erbschaft von 18.000 M noch die Tante Merlchen zu unterhalten war. Leibl hat noch wenigstens 7 000 M zu erwarten und nicht, wie Ferdinand sagt, 4 - 5 000 M. An der Verzögerung hat Karl schuld, der Ferdinands Teilung nicht anerkennt. Die Mutter selbst hat bei ihren Lebzeiten bereut, Karl mehr als sein Erbteil in die Hände gegeben zu haben. Dieser war auf Jeans Hochzeit und entsetzlich aufgeregt und zerfahren"; Jean und ihr wäre es "wahrscheinlich lieber gewesen, wenn er nicht gekommen wäre"; beide glauben, daß es "in seinem Kopfe nicht ganz klar ist". Von dem jungen Ehepaar hört sie nur das Erfreulichste. Mathilde soll August geschrieben haben, daß Jean das Mädchen wegen Vermögenslosigkeit nicht heiraten wollte. Immerhin hat diese mehr Vermögen als Mathilde. Ferdinand erliegt ihren Einflüsterungen und hat nicht einmal zur Hochzeit gratuliert. In einer Zeitung wurde Leibl mit einem Eber verglichen, Jean hat sich dementsprechend als Stier bezeichnet. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 5 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 147
Altsignatur : 147



19. Oktober 1883
Oberzell: Nettchen teilt Leibl mit, daß er seiner Zusage zu einer Patenstelle enthoben ist, weil Schider ein Töchterchen bekommen hat. Sie beklagt Leibls langes Schweigen und berichtet über Krankheiten von Felice und Gusti; erstere wird demnächst in einer Matinée Schumannsche Kompositionen spielen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 148
Altsignatur : 148



08. November 1883
Oberzell: Nettchen vermutet, daß der pessimistische Brief Leibls wohl mit dem Unwohlsein zusammenhing. Über manches mußte sie "fast lachen, besonders über Deinen naiven Wunsch, etwas mehr Talent besitzen zu wollen, und (über) Dein verächtliches Urtheil über Dein Bild, wodurch Du mich wahrscheinlich trösten willst, weil ich's nicht zu Gesicht bekam. Denn mich bringst Du nicht zur Überzeugung, daß 'an dem Bilde nicht viel dran war'. Sind denn all' die Menschen, welche wirklich aus Überzeugung von Deinem Werke begeistert waren, insgesamt Narren? Ich habe ganz einfache, aber empfindungsfähige Menschen gesprochen, welche Dein Bild gesehen haben und wahrhaft entzückt davon sind und sich jetzt schon freuen, ein neues Bild von Dir sehen zu können. Woraus schließt Du denn, daß man sich nicht mehr um Deine Bilder bewirbt? Erst kürzlich haben wir in der 'Allgemeinen Zeitung' gelesen von Frankreich aus, daß Deine Bilder ausgezeichnet wären, und solche Feinheit der Ausführung Schärfe und Korrektheit der Linien sowie genaue Farbenmischung der französiche Kleinmeister Maissenier nicht in dem Maße in seiner Gewalt hätte, und leider im Nationalsalon nichts von Dir ausgestellt wäre. Du zeigtest, daß man (!) auch im beschränkten Rahmen die feinsten Details treffend darzustellen verständest. Daraus kann man doch nicht entnehmen, daß die Franzosen weniger gut von Deinen Bildern denken. Wenn Du, wie gesagt, Dich nicht abhalten läßt, Dein neues Bild ganz nach Deiner Weise zu malen, 'so gut Du's kannst', so wollen wir uns nach der Vollendung desselben weiter darüber sprechen. Mache nur, daß Du recht bald Deinen Gegnern damit entgegentreten kannst". Aus Basel erhalten sie von Schiders gute Nachrichten. Jean hat einen zufriedenen Brief geschrieben; seine Frau Gretchen gefällt dort überall. Ferdinand hatte Jean wegen einer guten Stelle nach Saarbrücken gerufen, dort wäre er übel empfangen worden. Messen vom Vater Carl Leibl sind vorhanden; sie weiß nicht, ob solche mit Orchester oder nur mit Orgel; sie fragt, "ob denn dort die Kirchenmusik so gut bestellt ist, daß man solche Sachen aufführen kann". Leibl soll über die gewünschten Messen schreiben, dann will sie sie schicken. "vorausgesetzt daß sie dort gut in acht genommen werden". Daß sie alle "etwas überspannt" wären, kann sie für ihre Person nicht finden; Lulu hat sich entsprechend geäußert; "ebensowenig bist Du mir jemals überspannt vorgekommen"; Jean ist dagegen sanguinisch im höchsten Grade: "Also wollen wir uns über diesen Punkt keine Sorgen machen und Gott danken, daß wir mit nichts Schlimmerem zu kämpfen haben". Karl ist durch seine nervösen Krankheiten in den ersten Kinderjahren so aufgeregt geworden. Über die Fortschritte von Felice sind sie alle glücklich. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 6 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 149
Altsignatur : 149



11. Dezember 1883
Oberzell: Nettchen beschwert sich über Leibls Stillschweigen und berichtet über die Krankheit von Felice. Das jüngste Töchterchen von Schider soll sehr hübsch sein; die Fabrik seines Bruders in Salzburg soll total abgebrannt sein. Vor 3 Wochen hat sie wegen der Erbschaft an Karl geschrieben, eine Antwort ist freilich noch nicht eingetroffen. Sie müssen deswegen wohl fremde Hilfe in Anspruch nehmen.


Enthält : 2 1/4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 150
Altsignatur : 150



27. Dezember 1883
Oberzell: Nettchen wünscht zum Jahreswechsel alles Gute. Sie ist neugierig, ob Kinzinger seinen geplanten Besuch bei Leibl ausführt. Felice hat sich wieder erholt. Jean hat viele Unannehmlichkeiten mit dem dortigen Apotheker. Leibl soll nicht auf seine Erbschaftsrechte verzichten; Ferdinand sollte Karl energischer zu Leibe rücken. Leibl schrieb nichts mehr über die Messen seines Vaters. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 151
Altsignatur : 151



02. Mai 1887
Aibling: Leibl schickt Nettchen 2 Photographien von seinem Bild: eine größere mit einem Bildausschnitt und eine kleinere mit dem Bild in seiner Ganze. "Trotz der Schnäblereien" hat er es nach Paris geschickt. Dorthin wurde er und Uhde "von einigen der besten Maler der Jetztzeit aufs freundlichste und ehrenvollste eingeladen". Wegen des Verkaufs hat Leibl "trübe Ahnungen" .... die kleine Separatausstellung beginnt in Paris am 7. Mai: "Hoffentlich zerzausen's mich nicht zu stark". Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 1 1/2 Halbseiten am unteren Rande unter Textverlust beschädigt, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 152
Altsignatur : 152



19. September 1887
Aibling: Leibl gratuliert Louis nachträglich zum Geburtstag. Im Sommer war Pallenberg da; zur Fertigstellung des Bildes muß Leibl nach Köln. Zwar bekommt er dafür wenig. Insofern aber Pallenberg "mit den reichsten Leuten in Verbindung steht, kann er vielleicht für den Verkauf seiner Bilder werben. Pallenberg riet, in Köln einige Porträts "zu namhaften Preisen" zu malen; er würde Wohnung und ein prachtvolles Atelier bieten. Leibl freut sich über die Fortschritte von Felice: "Heutzutage ist es schwer, obenan zu sein und zu bleiben besonders in der Kunst". Er bedauert die Kopfverletzung der Tochter von Jean. Mit Ferdinand hat er sich in München nicht treffen können, "weil ich gerade im eifrigsten Malen war, wo eine Störung mir die Arbeit von mehreren Wochen hätte verderben können". Eine baldige Einnahme wäre ihm lieb, da er seit seinen Kirchenbildern nichts mehr verkauft "und manche Schwarte an der Wand hängen" hat. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 1 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 153
Altsignatur : 153



31. Dezember 1887
Köln: Leibl freut sich über die künstlerischen Erfolge von Felice außerordentlich. Er hat Schritte getan, daß die Kritik in die 'Kölnische Zeitung' kommt. Ein prachtvoller Flügel ist als Weihnachtsgeschenk nicht zu verachten. Seit einiger Zeit führt Leibl in Pallenbergs Haus "ein behäbiges Leben". Pallenberg ist ein begeisterter Anhänger seiner Malerei. Sein Wunsch, daß das Kölner Museum sein letztes Bild kaufte, wurde, obgleich genügend Geld vorhanden war und Leibl es sehr billig angeboten hatte, nicht erfüllt, weil der Gegenstand nicht gefiel. "Für ganz werthlose stümperhafte Sachen haben die Kölner Herren mehr wie das doppelte bezahlt. Der verfluchte Jude Oppenheim war gegen mich, und einem reichen Judenburschen trauen sich die Kölner nicht zu widersprechen".


Enthält : Das Portrait des H[err]n Pallenberg wird hoffentlich ein Meisterwerk, und werde ich diese und noch ein Bild, welches ich in Aibling in der Arbeit habe, zugleich mit den 'Wildschützen' in München ausstellen, und wollen wir dann sehen, wer Herr wird". Um rechtzeitig fertig zu werden, darf er keine Stunde versäumen. "Auf dem Bilde des H[err]n P[allenberg] habe ich gerade heute eine Hand fertig gemalt, wie mir noch keine gelungen ist, in einer kühnen und schwierigen Stellung, die andere vermeiden". Bis zum nächsten Winter will Pallenberg in seinem Hause Leibl ein Atelier einrichten; er kann die reichsten Leute "hier herum" malen. Karlchen gefiel ihm bei einem Besuch sehr. Unterschrift mit dem Vornamen. 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig auf Kopfbogen. 'H. Pallenberg. Königl. Preuss. Hoflieferant, Cöln'
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 154
Altsignatur : 154



02. Januar 1889
Aibling: Leibl erwidert Nettchen die Neujahrswünsche und wünscht, daß sich die "hohen Hoffnungen" wegen Felice und Gusti erfüllen. Sein langes Schweigen erklärt er: "wenn ich nichts Günstiges und Besonderes zu berichten weiß, so schreibe ich lieber gar nicht". "Die Ausstellung in Paris war für mich nicht gut. Nicht etwa weil dort Franzosen sind, sondern weil das Bild nicht auf der Höhe meiner sonstigen Bilder war mit Ausnahme einer Figur. Jetzt habe ich meine Bilder auf Veranlassung des Berliner Kunsthändlers Gurlitt dort ausgestellt. Ich für meinen Theil setze keine besonderen Hoffnungen darauf. Ist das Resultat aber ein Günstiges, dann um so besser". Der zu Besuch weilende Neffe Carl bringt die Zeit herum, so gut er kann. Abends werden Karten gespielt, ein Krug getrunken und "mit Gemüthsruhe" Pfeife geraucht. Leibl übersendet zwei Photographien, die ihn im Atelier darstellen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 155
Altsignatur : 155



01. März 1889
Oberzell: Nettchen gratuliert zu dem großen Erfolg seiner Ausstellung in Berlin und hofft, daß der materielle Erfolg nicht ausbleiben wird. Karl wird München nun bald verlassen. Knörper hatte vor seinem Tode viel zu leiden. Sein und Augustes Versprechen, daß sie das Leibls Bild von Tante Helene bekommen werde, hat Alois energisch abgewiesen: "er wäre außerdem auch froh, ein Bild von meinem berühmten Bruder zu besitzen"; sie ärgert sich darüber sehr "und wäre glücklich gewesen, endlich ein Bild von Dir zu besitzen". Schiders freuen sich ebenfalls über den Erfolg und bitten gleichfalls um eine Photographie. Den schwer erkrankten Ortsarzt vertritt Jean. In der eigenen Praxis hat er viel Ärger, weil sich ein 3. Arzt in Zellingen niedergelassen hat; dieser hat die Preise für seine Besuche ausschellen lassen. Felice hatte in Frankfurt auf einem öffentlichen Übungsabend großen Erfolg. Gustis entwickelt sich ebenfalls gut. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 156
Altsignatur : 156



30. Dezember 1889
Aibling: Leibl wünscht zum neuen Jahr, für die Gesundheit von Felice und für deren und Gustis künstlerische Erfolge alles Gute. Die Zeitschrift, 'Kunst für Alle' bereitet ein Heft vor, daß Leibls Werken allein gewidmet ist. Da Pallenberg sich nach dem Tode seines Bruders einsam fühlt, will er für Leibl ein Atelier in Köln einrichten. Die Leibls in München hatten mit ihrem Prozeß Glück gehabt: "doch hatten dieselben insofern leichtes Spiel, als es einem Irrenarzt nicht schwer werden dürfte, die Keime und Spuren des Wahnsinns in unserer Familie nachzuweisen". Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 1 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 157
Altsignatur : 157



31. Dezember 1890
Aibling: Leibl wünscht, daß Nettchens Hoffnungen über Felices und Gustis Zukunft sich verwirklichen. Leibl stärkt seine eigene Gesundheit in der freien Zeit durch die Jagd. Nach der Münchener Ausstellung hat er ein kleineres Bild zu mäßigem Preis verkauft und ist "nur froh, daß nach so langer Zeit nun einmal etwas ins Geschäft gegangen ist". Im Augenblick malt er an einem kleineren Bild mit 3 Figuren. Auf Karls Schreiben hat er etliche Bilder nach Düren geschickt, damit "sich die Dürener Millionäre dafür interessiren". Der junge Karl will sie in gehörigem Licht aufstellen. Vielleicht gelingt der eine oder andere Verkauf, da Leibl bescheidene Preise gestellt hat. Mit Sperl wird fleißig gearbeitet. Sein Velociped hat er Jean geschickt, weil er bei seinem Alter lieber zu Fuß geht Von einem Besuch verspricht sich Leibl "fidele Stunden". Im letzten Sommer hatte er sich bei Schider und Linchen in Salzburg "köstlich amüsiert". Rudolf sprach aus Italien kommend, bei ihm vor. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 158
Altsignatur : 158



23. Dezember 1891
Aibling: Leibl freut sich über die fortwährenden Erfolge von Felice. Ihm hatte Köln ebenfalls nicht mehr so gefallen wie vordem: "Schade ist es nur, daß unsereiner auf solche Geldprotzen angewiesen ist". Für 'Feierabend' ist auf der Ausstellung 5 000 Mark bezahlt worden. Auch ihn würde der Erlös des Kunsthändlers interessieren. Bei der nächstjährigen Ausstellung möchte er mit einigen Sachen vertreten sein, er muß dafür angestrengt arbeiten. Sonst hätte er gern die beiden Porträts in Salzburg gemalt. "Eine Zeitlang habe ich wieder Pech gehabt und umsonst gearbeitet. Das geht nun leider hie und da so bei mir und meistens gerade, wenn's pressirt". Er freut sich, daß Karl ruhiger geworden ist, und wünscht Jean, daß er durch sein Benehmen die Leute nicht abschreckt. "Ich muß mir jetzt auch bedeutend mehr gefallen lassen wie früher und wollte, daß ich das schon früher gethan hätte". Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 159
Altsignatur : 159



23. Januar 1892
Aibling: Leibl hat in seinem letzten Brief, der in der ersten Aufregung geschrieben worden war, vielleicht zu schwarz gesehen. An Nettchens bestem Willen hat er nicht gezweifelt: "Es ist aber die Geschichte mit den Bilderpreisen immer eine heikle Geschichte"; hätte Leibl gewußt, daß sie den Mund nicht hielte, hätte er ihr nichts geschrieben. Wahrscheinlich ist dem Besitzer die Freude an dem Bild wesentlich getrübt, vielleicht macht dieser den Kauf gar rückgängig. Sie sollen nie über die Preise für seine Bilder reden; auch sollen sie auf ungünstige Kritiken in den Zeitungen nicht antworten, wie das in Würzburg nach Angaben Wenigers geschehen ist. Leibl ist fleißig an der Arbeit und wünscht sich bald ein tüchtiges Bild fertig. Ob sie bei Karl die Rede auf die Erbschaft gebracht hatte. Herr v. Massenbach aus Rosenheim, den er von der Jagd kennt, erzählte, daß kürzlich beim Prinzregenten längere Zeit über Leibl und die Möglichkeiten seiner Übersiedlung nach München die Rede war. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 160
Altsignatur : 160



30. Januar 1893
Aibling: Wegen eifriger Arbeit u.a. an einem größeren Bild hat Leibl immer wieder das Neujahrsschreiben an Nettchen verschoben. Von Lulu hörte er über Jeans Befinden nichts Gutes: "Jeder Gedanke an den armen Kerl und die traurige Lage seiner Familie versetzt einen in die traurigste Stimmung, um so mehr als man da absolut nicht helfen kann". Leibl kann aber auch z.Z. nicht mit 60 Mark helfen, da er für seine Verhältnisse, über die man sich gerne falsche Vorstellungen macht, letzthin große Opfer gebracht hat. Doch hat es den Anschein, daß seine neueren Sachen gesucht werden. "Um den Standpunkt zu erreichen, auf welchem meine jetzige Malerei steht, habe ich für längere Zeit die pekuniären Vortheile aus dem Auge lassen müssen. Erst in allerletzter Zeit haben Sperl und ich eine Erfindung gemacht, wodurch es mir ermöglicht ist, in 3fach kürzerer Zeit und viel besser Bilder malen zu können". In "gedrückte Stimmung" versetzt ihn auch das "unqualifizirbare Benehmen" Karls wegen der Erbschaft, auch schiebt Ferdinand alles Schreiben hinaus. Er hofft, in aller Ruhe sein Bild aufs beste vollenden zu können: "dann wird es etwas Ausgezeichnetes und kommt wahrscheinlich in eine öffentliche Gallerie!, was noch keinem meiner größeren Bilder passiert ist, obgleich man allen möglichen Schund ankauft". Daß sein Bild in Basel Lulu so gut gefallen hat, freut ihn ungemein: "Das jetzige wird aber bedeutend besser".


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 161
Altsignatur : 161



06. Januar 1897
Kutterling: Leibl wünscht Nettchen für Gusti die Wiederherstellung ihrer Gesundheit. Abgesehen von dem Augenleiden kann Leibl über nichts klagen. Mit Sperl führt er in der "köstlichen Bergluft" ein "patriarchalisches Leben". Wegen der Streitigkeiten in der Münchener Künstlerschaft wird er wahrscheinlich dort nicht ausstellen. Der Ehrendoktor für Fritz freut ihn sehr. Von Gretchen und ihren Kindern Wilhelm und Joseph hat er Briefe bekommen; er hofft der schwer geprüften Mutter bei der nächsten Einnahme etwas die Sorgen erleichtern zu können. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 162
Altsignatur : 162



Leibl bedankt sich bei Nettchen für die Anlernung der Köchinnen; seitdem ist es bei ihm und Sperl mit dem Essen besser geworden bis auf Hasen- und Rehbraten. Auch für die Anweisung für die Behandlung des Ofens dankt er. Sperls Zimmer ist zu einem ganz netten Atelier eingerichtet. Von Seeger erfuhr Leibl, daß Felice einer Prinzessin mit großem Erfolg vorgespielt hat. Sperl kann die Platten von den Photographien der Burschen und Dirnen des Ortes nicht finden. Karl, der Sohn von Karl, ist Doktor geworden. Leibl weiß nicht, was er eigentlich studiert hat. Grüße an die Verwandtschaft. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 163
Altsignatur : 163



29. Dezember 1899
Kutterling: Leibl hat von seinen Weihnachtsgeschenken einen Korb mit Eßwaren an Nettchen geschickt. Sperl erzählte von den Erfolgen Felices in München und Berlin; diesem hat es bei Felice und Lulu in Berlin ausgezeichnet gefallen. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 164
Altsignatur : 164



03. Februar 1900
o.O.: Nettchen hat aus Berlin über Leibls Krankheit erfahren; dergleichen war man von ihm gar nicht gewohnt. Leibl soll sich gut schonen: "Die robustesten Naturen brauchen lange, bis sie sich erholt und gekräftigt haben". Seeger hat eine schwere Lungenentzündung durchgemacht; dieser hat sie durch die Übersendung sämtlicher Kutterlinger Photographien erfreut. Eine Überraschung erlebten sie durch die Ausstellung des Porträts von Perfall im Kunstverein; es wurde mit anderen für die Münchener Pinakothek angekauften Bildern gezeigt. Die Bewunderung war allgemein. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 165
Altsignatur : 165


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