Historisches Archiv der Stadt Köln
3 Nachlässe und Sammlungen
3.2 Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive
3.2.12 Buchstabe L
Leibl, Wilhelm
Best. 1176 Leibl, Wilhelm

13. April 1870
Paris: Leibl kann auf die gebotene Gelegenheit am 16. nicht eingehen, da er sein Modell nur noch kurze Zeit zur Verfügung hat. Um das Bild fertigzustellen, darf er keine Zeit versäumen. Das Porträt von Frau de Laux ist "ausgezeichnet gelungen". Ob seine Sachen im Salon Suisse Erfolg haben werden, kann man erst nach der Eröffnung am 1.5. wissen. Bei dem schönen Wetter ist Leibl "jetzt zum erstenmale klar geworden, warum Paris eigentlich wegen seiner Schönheit so berühmt ist. "Von der Pracht dahier kannst Du Dir kaum einen Begriff machen. Wenn es nur nicht so schändlich theuer hier wäre". Er hat alles Mögliche in seiner Militärangelegenheit getan: "Es wäre scheußlich, wenn ich noch einmal Soldat spielen müßte". Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 1 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 181
Altsignatur : 181



13. Mai 1895
St. Johann/Saar: Ferdinand hat für Leibl 100 Flaschen Piesporter des berühmten Jahrgangs 1892 bestellt. Er fragt an, ob Leibl dem Wunsch entsprechen kann, den er im Brief vom 21.4. geäußert hat. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 182
Altsignatur : 182



20. September 1895
St. Johann/Saar: Mathilde Leibl gratuliert zu der Verleihung der großen goldenen Medaille durch den Kaiser. Ferdinands Beschreibung von Leibls "Stilleben" in Kutterling hat sie lebhaft interessiert, besonders das Rühmen von Leibls Kochkunst. Sie will gern mit Kochrezepten aus einem über 100 Jahre alten geschriebenen Kochbuch aus der Familie ihrer Urgroßeltern dienen; Leibl benutzt sonst das Lindauer-Kochbuch. Sie würde gern eingemachte Gurken schicken. Zur silbernen Hochzeit im kommenden Jahr erwartet sie ihn dringend. Leibl soll dann das Porträt ihres Vaters signieren. Ihr Sohn Richard bereitet sich auf das Examen in Halle vor; im kommenden Semester muß er nach Bonn. Der Anschluß an ein Corps hatte guten Einfluß auf den Charakter. Wilhelm studiert in Heidelberg, wo ein guter Ton herrscht. Sie hofft, daß Leibls reiche Verwandte in München sie wegen der großen Ausgaben nicht in Stich lassen. Durch die Freizügigkeit der Advokatur und Ferdinand Ischiasleiden hatten sie große Verluste hinnehmen müssen. Carl aus Düren hat trotz seiner 28 Jahre wieder umgesattelt, und zwar auf Philologie und Kunstgeschichte. Herr v. Vogt, der ihr 1870 Leibls Grüße aus Paris überbrachte, ist Generalmajor und Kommandeur einer Kavallerie-Brigade in Trier. Der Artikel im Staatsanzeiger über Leibl dürfte diesem bekannt geworden sein. Unterschrift mit dem Vornamen.


Enthält : 10 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 183
Altsignatur : 183


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