Historisches Archiv der Stadt Köln
3 Nachlässe und Sammlungen
3.2 Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive
3.2.12 Buchstabe L
Leibl, Wilhelm
Best. 1176 Leibl, Wilhelm

(23. August 1877)
Baur, Therese ("Wirtsresl"), Unterschondorf


Enthält : [Unterschondorf] Sie berichtet über die Belegung der Fremdenpensionen und über die Todeskrankheit des Barons v. Perfall. Leibl soll Wild schicken oder selbst kommen. Unterschrift angeblich nicht eigenhändig. 2 Seiten, handschriftlich, aber angeblich nicht eigenhändig. In der Anlage ein kleines Blatt mit Gedicht und Bildchen.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 187
Altsignatur : 187



27. März 1887
Becker, Hermann Josef (1852 - 1920), Bildhauer und Kunstschriftsteller in Köln:


Enthält : Köln: Er nimmt die Rückkehr des Freundes Wingen zum Anlaß, seine Anteilnahme an Leibls "glücklichen Fortschritten" zu bekunden. Das Porträt von Leibls Vater hat in Köln "die gebührende Anerkennung gefunden". Becker hat allenthalben kunstliebende Leute darauf aufmerksam gemacht. Für einen Erwerb des Bildes durch das Museum waren seine Bemühungen bei ihm "bekannteren Machthabern" bisher ohne Erfolg, sie sind jedoch noch nicht aussichtslos. Leibl möge das letzthin vollendete Porträt ebenfalls schicken, um "die Aufmerksamkeit lebendig zu erhalten". Die von Wingen gezeigte "Photographie nach einer Federzeichnung" ist so gut ausgefallen, daß Leibl "solche Zeichnungen gleich auf die Kupferplatte radiren" sollte, zumal "die Radirung eben im Begriffe ist, wieder modern zu werden"; in Frankreich und England wird darin viel getan, auch in Deutschland wird man damit wieder anfangen. Leibl hätte sich Rembrandt "gut angesehen". "Machen Sie noch ein paar solche Köpfe wie jenen, und Sie werden im Stande sein, alle neuen Radirer zu übertreffen". Unterschrift. 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 188
Altsignatur : 188



09. April 1878
Beenen, Franz


Enthält : Köln: Er berichtet über die athletischen Kraftakte, die er leistet, und über seine Verhandlungen mit den Zirkusdirektoren Franta, Renz und Carré. "Mit dem Bilde lassen wir es, (biß) ich dorthin komme; (es) wird dann, da das Original zur Hand ist, um so besser gehn". 4 Halbseiten, unter Textverlust beschädigt.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 189
Altsignatur : 189



28. Juli 1891
Butler, Victorine


Enthält : Haimhausen: Bei einem Ausflug nach Greifenberg fand sie im Bild den besten Freund ihres Mannes. Nur ein Künstler "von Gottes Gnaden" kann so schaffen. Sie bittet inständig, dem ersten Haus für arme Arbeiterinnen eine Zuwendung zu machen. Unterschrift. 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 190
Altsignatur : 190



17. Februar 18(89)
Egusquiza, Rogelio de (1845 - ?), span. Maler und Radierer.


Enthält : Paris: Er bedauert, daß Leibl kein bedeutendes Gemälde für die Ausstellung im kommenden Mai schicken wird; alle Herren hatten auf ihn gezählt. Vielleicht findet Leibl doch noch ein oder zwei Stücke, wenn auch ohne größere Bedeutung. Das Pariser Publikum wird ihn deswegen nicht mißbilligen, sondern für ein bedeutenderes demnächstiges Werk vorbereitet sein. Das Wesentliche solcher Ausstellungen ist, daß Publikum und Kritiker gedrängt werden, zu der Gewohnheit, denselben Malern zu folgen. Im übrigen braucht diesmal für die Ausstellung nichts bezahlt zu werden. Unterschrift. 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig. Nachschrift von Max Liebermann: Auch er würde sich freuen, wenn Leibl ausstellen würde: "vielleicht die Zeichnung, die Sperl von Ihnen hat, oder das Porträt Perfalls". Gruß an Sperl. Unterschrift. Eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 191
Altsignatur : 191



20. Juli 1895
Grönvold, Bernt (1859 - ?), norwegischer Maler:


Enthält : Sarnthein b. Bozen: Ihm ist alles recht, was mit seinen Zeichnungen geschieht. Er würde sich über eine Federzeichnung 'Kopf eines alten Mannes' von Leibl "unendlich freuen". Er übersendet einige Photographien aus Italien. Grüße auch an Sperl. Unterschrift. 1 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 192
Altsignatur : 192



o.D.
Leibl freut sich, daß die Zeichnung der alten Frau Grönvold gefallen hat. Er ist dankbar, daß dieser die Sachen an die Ausstellung abschickt. Für den Mann mit der Pfeife hat Leibl 300 M angesetzt. Wenn aber Grönvold diese Zeichnung erwerben will, stellt er den Preis anheim.


Enthält : 1/2 Halbseite, eigenhändiger Entwurf, ohne Beglaubigung.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 193
Altsignatur : 193



20. November 1897
Halvorsen, Olaf


Enthält : Christiania/Norwegen: Als Bewunderer seiner Werke bittet er Leibl um einen Zettel mit seinem Namenszug, vielleicht sogar um eine kleine signierte Skizze. Unterschrift. 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 194
Altsignatur : 194



08. August 1897
Hauck, Viktor (1868 - ?), Landschaftsmaler:


Enthält : Köln: Er bittet um eine kleine Originalskizze oder Radierung, die er - ein Kölner Landsmann - gern als Andenken hätte. Unterschrift. 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 195
Altsignatur : 195



12. November 1898
Karlsruhe: Hauck erinnert Leibl an die zugesagte Schenkung einer Originalradierung, die er Leibl zu signieren bittet. Unterschrift.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 196
Altsignatur : 196



17. Mai 1887
Kayer, S., Architekt


Enthält : Wien: Er wirft Leibl in freundschaftlich-rauhem Ton Schreibfaulheit vor und fragt an, ob er zu Jäger Lerch nach Mittersill gehen wird. Unterschrift mit den Anfangsbuchstaben des Namens. 1 Halbseite auf Kopfbogen, Schloß Ladendorf, 'Niederösterreich', eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 197
Altsignatur : 197



12. September 1895
Krüger, Albert (1858 - ?), Graphiker:


Enthält : Berlin: Er gratuliert zur großen goldenen Medaille: "Es herrscht hier nur eine Stimme, daß dieselbe wohl verdient ist. Man ist allgemein der Ansicht und hat das auch öffentlich ausgesprochen, daß Ihre Arbeiten das Bedeutendste der ganzen Ausstellung sind. Jedenfalls sind Sie den Berlinern jetzt eine bekannte Persönlichkeit geworden, und die Nationalgalerie wird Ihnen kommen müssen". Unterschrift. 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 198
Altsignatur : 198



28. Juli 1899
Leistler, Karl v.


Enthält : Wien: Als Bewunderer seiner Werke bittet er Leibl um einige eigenhändige Zeilen. Unterschrift. 1 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 199
Altsignatur : 199



06. August 1887
Lerch, Anton, Jäger


Enthält : Mittersill: Er zeigt an, daß die Adler seit drei Tagen da sind und bleiben. Auch hat er 5 Gamsböcke ausgemacht. Leibl soll mitteilen, ob er kommt. Unterschrift. 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 200
Altsignatur : 200



20. April 1889
Liebermann, Max (1847 - 1935), Maler und Graphiker.


Enthält : Berlin, Auf Leibls Telegramm hat er Defregger telegrafiert, der sein Bild für Paris herausgeben will, was Schulte mitgeteilt worden ist. Von Pallenberg hat Liebermann noch keine Antwort. Die Federzeichnung von Leibls Tante ist unterwegs nach Paris. Leibl soll noch andere Zeichnungen "2 Hände, Kopf einer älteren Frau", die Liebermann bei Gurlitt gesehen hat, abschicken. Dringend möge er den 'Jäger' senden: "Er ist in Haltung, Zeichnung und Bewegung einer! Ihrer schönsten Arbeiten; und auch 'Die Weide' und 'Die Luft' finde ich superbe". Schoen wollte Leibls Bild nicht herleihen. Schulte kann seine Ausstellung später machen; Paris ist wichtiger. Unterschrift. 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 201
Altsignatur : 201



26. April 1889
Berlin, Der anwesende Trübner will gern Leibls Porträt, das er besitzt, nach Paris schicken. Da Liebermann von Leibl, Menzel und Oberländer möglichst zahlreich ausstellen möchte, bittet er um telegraphische Einwilligung.


Enthält : 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 202
Altsignatur : 202



(1898)
Liebermann, Max


Enthält : Die 'Dorfpolitiker' sind in Berliner Privatbesitz übergegangen; der Besitzer will das Bild für die Ausstellung hergeben; Leibl soll es vorher aber signieren. Dr. Scherrmann aus München wird es bringen und gleich wieder mitnehmen. Kommerzienrat Seeger hat 3 von Leibls "vorzüglichsten Arbeiten" (u.a. die 'Französin'), Trübner ebenfalls 3 und Toelle 2 zur Verfügung gestellt; ebenso hat Liebermann seinen Leibl-Besitz hergeliehen. Seit der Pariser Ausstellung 1889 war wohl nie wieder eine so "reichhaltige Kollektion" zu sehen gewesen. Unterschrift. 2 Halbseiten, eigenhändig auf Kopfbogen 'Berliner Secession'.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 203
Altsignatur : 203



28. Juni 1878
Meyer, F. L.


Enthält : Düsseldorf: Carstanjen hatte ihm zwei Tage zuvor die Rückkehr aus Paris mitgeteilt. Noch am gleichen Tage ist er nach Köln gereist. Es ist so gut wie gewiß, daß Leibl Carstanjer malen wird. Mit dem Preis war dieser einverstanden. Carstanjen bot sogar an, daß Leibl bei ihm in Godesberg wohnen sollte. Meyer rät, auf Carstanjens Vorschläge in jedem Fall einzugehen; denn "Eigenheiten hat am Ende jeder". Obwohl er sehr reich ist, "hat er doch keine Spur von Hochmuth". Eine Schwäche von ihm ist die Hochschätzung seiner alten Bilder; bei anderer Meinung läßt man sich am besten darüber in keine Diskussion mit ihm ein: "Die Bilder, welche er hat, sind ja fast ohne Ausnahme Meisterwerke, und er hat sie auch sehr theuer bezahlt; also ist ihm das schon zu Gute zu halten". Leibl wird gefragt, ob er das große Schützenfest in Düsseldorf mitmachen wird. Meyer selbst hatte großes Pech mit einer Platte für London; da ein Mißverständnis unterlaufen ist, erhält er sie nicht bezahlt; eine Platte für Wien bekommt er erst im Oktober honoriert. Ob Leibl bis dahin mit 300 - 400 Mark aushelfen kann. Im Herbst kommt Meyer wieder nach München, da für ihn in Düsseldorf wenig zu machen ist. Unterschrift. 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 204
Altsignatur : 204



27. Dezember 1875
Munkascy, Michael v., eigentl. Lieb (1844-1900), ungar. Maler.


Enthält : Paris: Er freut sich, daß Leibl einige Bilder nach Paris schicken will. Er will versuchen, sie Leuten von Bedeutung zu zeigen und sie zu verkaufen. Es wundert ihn, daß Leibl sie in Deutschland nicht verkaufen kann. Die Veranstaltung einer Ausstellung und ein Besuch in Paris werden angeraten. Er berichtet von seiner Verheiratung und seinem Hausbau. 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 205
Altsignatur : 205



o.D.
Paris, Munkacsy berichtet, daß Leibls Porträt in Paris eingetroffen und jeder, der es gesehen hat, ist entzückt; Nivier wird es gut placieren. Die Franzosen haben nun eine gute Gelegenheit für den Beweis, daß sie in der Kunst keinen nationalen Haß zeigen wollen. Im übrigen war Leibls Rahmen zu breit. Munkascy fragt, warum Leibl das Bild, das er in Arbeit hatte, nicht geschickt hat. Er selbst wird im laufenden Jahr nur eine mittelmäßige Ausstellung veranstalten können. Grüße an die Münchener Freunde, besonders Adam Messocky?. Unterschrift.


Enthält : 4 Halbseiten, beschädigt mit etwas Textverlust eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 206
Altsignatur : 206



20. März 1876
Paris: Munkacsy war sehr überrascht über Leibls übersandte Bilder. Dieser hätte seine Manier ganz geändert und wäre nur an der feinen Charakterisierung der Hände und Köpfe wie auch durch die Feinheit der Stimmung und der Töne zu erkennen gewesen. Die Behandlung der früheren Bilder z.B., Kritiker, war M. sympathischer. Aber Leibls Talent verdient Anerkennung. M. hatte noch keine Gelegenheit, die Bilder viel zu zeigen; Leute, die sie gesehen haben, urteilen "so ausgezeichnet" wie er. Leibl möge für mögliche Verkäufe Preisangaben machen. Zu einer Ausstellung deiner und seiner Frau Bilder lädt Munkascy Leibl ein. Unterschrift.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 207
Altsignatur : 207



28. Juni 1876
Paris: Bisher hat Munkacsy noch kein Bild Leibls verkaufen können; vielleicht sollte man sie bei Goupil aushängen. Er zweifelt durchaus nicht daran, daß Leibl ebenso gesunde und wahre Anschauung von der Materie hat wie früher, hat vielmehr sich gefreut, etwas zu sehen, das in der neuen Art gemacht ist. M. hat zwei Männerporträts in Arbeit, von denen er sich aber nicht den Erfolg verspricht, den Leibl mit seinem hatte. Gespannt ist er auf den Eindruck, den sein Bild über sein Atelier mit ihm selbst und seiner Frau machen wird. Unterschrift


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 208
Altsignatur : 208



(1877)
Munkacsy ist unglücklich, daß Leibl immer noch nicht sein Bild wieder hat, und will den Spediteur um Aufklärung bitten. Glückwunsch zur Verteilung der Medaille. M. hatte in Antwerpen ausgestellt, aber auch in Paris Erfolg gehabt. Eine nicht gut getroffene Photographie wird mitgeschickt. Unterschrift.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 209
Altsignatur : 209



19. Oktober 1877
Paris: Munkacsy ist es unbegreiflich, daß Leibl noch immer nicht das abgesandte Bild erhalten hat; vor 5 - 6 Wochen hat der Spediteur M. mitgeteilt, daß Leibl in München nicht gefunden werden konnte. M. hat Leibls Porträt nach der Ausstellung mehreren gezeigt; immer hat es sehr gefallen. Ein deutscher Herr riet, daß Leibl nach Paris komme; er wolle dann freies Atelier und sichere Bestellungen besorgen. Leibl soll über sein Kommen berichten. Unterschrift.


Enthält : 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 210
Altsignatur : 210



02. Mai 1900
Oberländer, Adolf (1845 - 1923), Maler und Zeichner:


Enthält : München: Eine ihm verwandte Dame sammelt Handschriften berühmter Männer. Leibl wird um Übersendung eines beschriebenen Blättchens Papier gebeten. Unterschrift. 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 211
Altsignatur : 211



18. September 1887
Pallenberg, Jakob (1831 - 1900), Möbelfabrikant:


Enthält : Köln: Er dankt für die Aufklärung auf verschiedene Anfragen. Die übersandten Musterstücke sollten nicht die Form des Rahmens, sondern nur seine Goldfarbe veranschaulichen. Das von Leibl ausgewählte Muster gefällt ihm weniger, da das Profil des Rahmens allzusehr hervortritt, so daß dieser zu wuchtig wirken dürfte. Er hat das Atelier des Nachbarn ausgemessen. In derselben Größenausdehnung könnte er aber auch im eigenen Hause "etwas prächtiges" herstellen lassen; doch müßte das mit Leibl an Ort und Stelle überlegt werden. Schmidt und Pallenberg freuen sich "königlich" auf Leibls Besuch, dem sie "mit Ungeduld" entgegensehen. Leibl wird die Abwechslung gewiß auch gefallen: "Sie können denken, mit welcher Spannung man das Bild in seiner Vollendung erwartet". Einem Kunstfreund hat Pallenberg am Vortage eine Photographie des Bildes gezeigt; er will alles aufbieten, um die Museumskommission dafür zu interessieren. Dieser Hofjuwelier Kramer erinnert sich "mit wahrer Freude" an Leibls Pariser Ausstellungsbild und tritt "mit wahrer Begeisterung" für den Maler ein. Falls er es erschwingen kann, will er seine Tochter malen lassen. "Sie werden sich hier viele Freunde und Verehrer erwerben und sicher von Aufträgen überhäuft werden". Vor zwei Tagen hat er Leibl alten Holländer Käse geschickt. Er erinnert sich noch gern der zusammen verbrachten Zeit und trinkt abends manch guten Tropfen vergnügt auf Leibls und Sperls Wohl. Sperls kleines Bild wird ihm ebenfalls eine liebe Erinnerung sein. Über das andere Bild will er mit Leibl noch reiflich überlegen: "Meine beiden lieben Freunde möchte ich darauf abconterfeit haben, um dieselben stets in meiner Nähe zu haben". Leibl soll aber sofort eine Photographie von sich und Sperl schicken. Unterschrift. 4 Halbseiten auf persönl. Kopfbogen, eigenhändig. Dazu Rohskizzen vom Querschnitt des Rahmens und der Größenausdehnung des Ateliers.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 212
Altsignatur : 212



17. April 1888
Köln: Pallenberg freut sich, daß Leibl den verstorbenen Bruder Pallenbergs nach einer Photographie in gleicher Größe oder wenig größer als ihn selbst auf einer Holztafel malen will. Er beschreibt die Gesichtsfarbe, die Haare und den Bart. Er möchte es gern auf vorhandene Rahmen, die er beschreibt und roh skizziert, gearbeitet haben; ist jedoch bereit, auch einen neuen eigenen anzuschaffen. Am vergangenen Sonntag hat er Leibls bei Maibowle auf dem Drachenfels gedacht; den Kölner Dom konnte man bei dem klaren Sonnenschein fast im Detail sehen. Schmidt ist aus Wien zurück und Pallenbergs Bruder wiederhergestellt. Daß Sperl wieder wohlauf ist, hat Moslers, Schmidt und Gerhard erfreut, die ihn und Gais grüßen lassen. Er fragt an, ob das Bild der Kogel-Marie fertig ist und ob er das nach München zur Ausstellung geschickt hat. Unterschrift.


Enthält : 3 1/2 Halbseiten auf persönl. Kopfbogen, eigenhändig mit 2 Skizzen von den Rahmen.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 213
Altsignatur : 213



08. Mai 1888
Köln: Pallenberg wird zur Ansicht der versprochenen Köpfe "verschiedene der ersten Kunstliebhaber" einladen. Viele wollen auch noch Pallenbergs Bild sehen. Dafür interessieren sich auch einige Düsseldorfer Maler, die überdies bedauern, Leibls großes Bild nicht gesehen zu haben; Oeder versicherte, daß man es sicherlich für die dortige Sammlung gekauft hätte. Leibl soll Pallenberg sofort den Preis mitteilen. Das Sperl mit der frischen Frühlingslandschaft beschäftigt ist freut ihn; er hofft, daß Leibl eine "recht hübsche Staffage" hineinmalt. Baron v. Oppenheim hat sich von Copey in Öl malen lassen; darüber wird allgemein abfällig geurteilt, auch die Zeitungskritik war deprimierend. Moslers neue Bilder sind beifällig aufgenommen worden. Von Leibl wird häufig gesprochen. Auf der Rückkehr von seiner Pfingstreise hofft Pallenberg Leibl besuchen zu können. In Nachschrift bestätigt Pallenberg den Empfang der Köpfe, die "sehr gut gefallen". "Die künstliche Behandlung des Fleisches und Lebendigkeit ist ganz vortrefflich gelungen. Ich finde nur, daß es schade ist, daß der männliche Kopf so abgeschnitten ist und nicht so behandelt wie der weibliche, welcher recht frei heraustritt". Pallenberg hat verschiedene "Amateurs" darauf aufmerksam gemacht und bittet umgehend um Preisangabe. "Ich bin sicher, daß die Malart Kennern imponieren muß". Pallenbergs Bruder und Schmidt lassen auch Sperl grüßen. Unterschrift.


Enthält : 4 Halbseiten auf persönl. Kopfbogen, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 214
Altsignatur : 214



15. Februar 1879
Perfall, Amalie Freifrau v., geb. Gräfin von Holenstein (1823 - 1897):


Enthält : Schloß Greifenberg: Sie erklärt, daß ihr das Bild Ihres Mannes von Leibl unter der Bedingung übereignet worden ist, daß es nach Ihrem Tode in den Besitz ihres Sohn Anton Frhr. v. Perfall übergehe. Unterschrift. 1/2 Seite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 215
Altsignatur : 215



21. August 1877 - 23. August 1877
Perfall, Anton Frhr. v. (1853 - 1912), Schriftsteller:


Enthält : Schloß Greifenberg: Der Vater liegt an einer Lungenentzündung unter entsetzlichen Leiden im Sterben. Gestorben am 23.8.1877. Maximilian Frhr. v. Perfall (geb. 16.3.1814) war Landrat und bayer. Kammerherr. Er wird wohl Leibls Bild, "das ihn so freut", nicht mehr sehen; seiner Mutter jedoch wird es nunmehr doppelt wert sein: "im Theil seiner Seele wobst (!) Du ja in dieses Stück Leinwand für ewige Zeiten. Ich könnte es anbeten, dieses Bild. Sehe ich es wieder, mich wird es tief ergreiffen (!); wenn Du es meiner Mutter gibst, so bestimme gleich, daß ich es einst bekomme. Niemand kann es so schätzen wie ich, so verstehen; es sei mein theuerstes Eigenthum". Im Augenblick geht er nicht auf die Jagd. Er denkt mit Wehmut an Leibls Aufenthalt zurück. Im Laufe des Winters wird er heiraten; im September geht er nach Freiberg auf die Bergakademie. Unterschrift. 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 216
Altsignatur : 216



23. September 1877
o.O. Perfall hat Leibl vergebens am Ammersee erwartet: "gerade heuer wärest Du mir so nothwendig gewesen". Er geht jetzt nach Freiberg und wird vielleicht für immer von seiner lieben Heimat scheiden. Seine Mutter bittet bald um das Bild des Vaters; Leibl soll es ihr mit der Bedingung überlassen, daß es einst ihm zufalle, "der es mit Gold aufwiegen möchte". Da er im Winter heiratet und sich in Freiberg einrichten wird, möchte er ein Stück von Leibls "einzigem Genie". Er fragt an, was Leibl für ein großes Bild von ihm veranschlagen müßte. Unterschrift.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 217
Altsignatur : 217



Dezember 1897
Schliersee: Nachdem Perfalls Mutter am 15.11. gestorben ist, befindet sich das "herrliche Bild" seines Vaters in seinem Besitz. "Daß niemand den außerordentlich Kunstwerth dieses Werkes besser zu schätzen weiß, kannst Du mir sicher glauben. Das Bild wird bei uns als das Kleinod unseres Hauses betrachtet". Seine Frau Helene, "eine talentvolle Schülerin Heiders, betet das Bild förmlich an". Da Leibl es nicht signiert hat, wird er zu Besuch gebeten, um das nachzuholen. Unterschrift.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 218
Altsignatur : 218



12. März 1878
Perfall, Erhard Frhr. v. (1844-1909), Fideikommißherr:


Enthält : Greifenberg: Sein verstorbener Vater hat sich vor 2 Jahren "in der Voraussetzung, mit der Zeit Eigenthümer des Bildes zu werden", "abconterfeien lassen". Das "künstlerisch so eminent schöne Bild" konnte er aber vor seinem Tod nicht mehr erwerben; er hat aber Rahmen dafür für 190 Mark gekauft. "Ich sehe nun recht wohl ein, daß Sie sich eines Bildes, welches so großen Kunstwerth besitzt, ohne Gegenleistung seitens der Erben nicht entäußern können und wollen, wenngleich die Bereitwilligkeit meines Vaters im Modellsitzen und der Vortheil, den Sie durch die Ausstellung inzwischen für Ihnen Namen genommen haben, auch Berücksichtigung verdiente". Mit 400 Mark "glaube ich allerdings durchaus nicht, den künstlerischen Werth bezahlt zu haben, sondern (eher) einen wesentlichen Theil Ihrer Gefälligkeit und der freundschaftlichen Beziehungen zu unserer Familie danken zu müssen". Sollte er sich zum Verkauf, den die Familie niemals beanspruchen kann, entschließen, wird um baldige Übersendung gebeten. Falls Leibls es als sein Eigentum ansieht, bittet er um Erstattung der 190 Mark. Unterschrift. 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 219
Altsignatur : 219



05. Juli 1900
Rossner, H. Zeitz, Privat-Depeschen


Enthält : Zeitz: Er freut sich, daß Leibls Befinden sich - auch nach Feststellungen des Arztes Dr. Kubs - gebessert hat. Er wird nach München und dann nach Aibling kommen. Prof. Hauses ist in Berlin erst Ende August dienstbereit. Lob für Leibls Malerei in überschwenglichen Worten. Unterschrift. 2 Halbseiten, auf persönl. Kopfbogen, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 220
Altsignatur : 220



14. Juli 1900
Rossner, H


Enthält : München: Er kündigt seine Ankunft für den kommenden Montag an und bittet Leibl, ihn nicht an der Bahn abzuholen. Unterschrift. 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 221
Altsignatur : 221



19. Juli 1900
Rossner


Enthält : Zeitz: Den von Leibl gewünschten grünen Ofen soll der Maler Roßmann energisch suchen. Seine Frau hat ihr Atelier bezogen. Leibl berichtet wieder von Wohlbefinden. Roßner kann wahrscheinlich im November gemalt werden. In der Dresdener Galerie hat er noch einmal Leibls Bild von seiner Frau bewundert: "Ihre Meisterschaft ist nicht zu erfassen. Man steht wie vor einem Räthsel". Von Seeger möchte er noch einige Bleizeichnungen und die Waben von Leibl erstehen. Grüße an Sperl. Unterschrift. 3 Halbseiten auf persönl. Kopfbogen, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 222
Altsignatur : 222



o.D.
Schlittgen, Hermann (1859 - 1930), Maler, Radierer, Karikaturist:


Enthält : München, Der Kunsthändler Morawe in der Firma Lichtenbergs Nachfolger, Dresden, läßt Leibl bitten, die Berliner Ausstellung nach ihrem dortigen Ende nach Dresden zu schicken. "M. steht im allerbesten Rufe, ist ein sehr anständiger Mann, sein Lokal ist das beste in Dresden". Da er mit v. Seydlitz, Direktor d. Sächs. Kunstsammlungen, befreundet ist, und die Dresdener Galerie noch nichts von Leibl hat, wären Käufe nicht ausgeschlossen. 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 223
Altsignatur : 223



25. Juli 1899
Schmidt, Peter Paul:


Enthält : Berlin: Als Bewunderer seiner Werke bittet er Leibl eine beigefügte Karte zu unterschreiben und vielleicht mit einigen Zeilen zu versehen. Unterschrift. 1 Halbseite, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 224
Altsignatur : 224



09. Januar 1900
Thoma, Ludwig (1867 - 1921), Schriftsteller:


Enthält : München: "Die jungen Künstler des 'Simplicissimus' Paul Thony, Wilke, Slevogt etc. kamen überein, den Burenkrieg, welcher uns wie alle Welt mit Bewunderung erfüllt, mit Stift und Feder zu verherrlichen. Aller Meinung ist jedoch, daß uns die bewährten Führer vorangehen müssen". Leibl wird um eine Skizze für das in 3 Wochen druckfertige Heft gebeten. "Der Inhalt wird meist satirisch sein; wir glauben aber, daß möglichste Mannigfaltigkeit herrschen soll und daß auch ein ernstes Wort nicht fehlen darf über die selbstlose Hingebung des tapferen Bauernvolkes. Halten Sie mich nicht für einen Banditen, weil ich als Unbekannter mit dieser Bitte komme. Ich handle im Auftrage der jungen Künstler, welche den Gedanken, auch Sie in unseren Reihen zu sehen, mit wirklicher Begeisterung aufgriffen". Unterschrift. 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 225
Altsignatur : 225



01. Januar 1892
Traut, J. Regierungsrat a.D.


Enthält : München: Er sendet Glückwünsche zur Ernennung zum Professor und fügt den Text eines entsprechenden Schnaderhüpferls bei. Unterschrift. Auf Besuchskarte, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 226
Altsignatur : 226



26. Februar 1895
Trübner, Wilhelm (1851 - 1917), Maler:


Enthält : München: Er wird Leibl am 4.3. in Aibling aufsuchen und sich "der Sache mit ganz besonderer Begeisterung annehmen". Die Ausstellung ist bei Gurlitt ganz gut während der Winterzeit; doch kommen verhältnismäßig wenig Leute - etwa in der Zahl wie zu Littauer - München - hin. Der Kaiser geht nur in die große Sommerausstellung, "und so eben auch ganz Berlin bis auf den letzten Mann". Wenn Leibl Gurlitt abschreibt, soll er jedoch nicht die Schuld auf Trübner wälzen. 3 Halbseiten, eigenhändig, die Unterschrift ist herausgeschnitten. vgl. 5024 S. 16 f. ("Der Wächter", Würzburg u. Graz 1939 Heft 1
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 227
Altsignatur : 227



12. März 1895
München; Trübner ist mit Leibls Vorschlag wegen Sattler einverstanden, falls Leibl am Schuchporträt, wo am Hintergrund des Rocks die Leinwand hervortritt, noch mit Farbe bedeckt sowie das Bild signiert. Bei seinem demnächstigen Stadtaufenthalt soll Leibl ebenfalls sein Porträt von Trübner mit seinem Namen bezeichnen: "Die beiden Köpfe sind so gut, daß es schade wäre, wenn Ihr Name nicht draufsteht". Von Halm hat Trübner bisher keine Antwort. Er glaubt "entschieden", daß die Berliner Ausstellung in diesem Jahr wichtiger ist als die Münchener. "Im Besitz Ihrer Bilder werde ich mich ganz glücklich fühlen".


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig. Unterschrift
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 228
Altsignatur : 228



19. März 1895
Trübner


Enthält : München: Trübner hat Leibl am Vortage vergeblich erwartet; für den anderen Tag steht ihm Trübners Atelier offen. Bis Donnerstag sind die Rahmen fertig für die 3 Bilder 'Schuch', 'Hände' und 'Mann mit Pfeife'. Defregger will sein Bild nicht leihen. Reber von der Pinakothek antwortete, daß er nur auf Weisung des Kultusministeriums - Referent Oberregierungsrat Wehner - ausleihen dürfe; Leibl soll diesem schreiben. Ebenso möge er Trübners Bitten Frau Tina Schön in Worms und bei Munkascy in Paris unterstützen. Wegen der Zeichnungen geht Trübner zu Littauer. In Berlin ist bereits ein ganzer Raum für Leibl reserviert; es soll dort "große Freude" darüber sein, daß Leibl ausstellt. Das restaurierte Bild hat er Leibl mit der Post geschickt. Gruß an Sperl. 3 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 229
Altsignatur : 229



(März 1895)
Trübner hat sich "beim Velozipedfahren" den Fuß ausgerenkt, in das Krankenhaus Haidhausen gebracht worden und wahrscheinlich in 8 Tagen wiederhergestellt. Er hat seiner Hausmeisterin Auftrag gegeben, Leibl für seine Arbeit das Atelier zur Verfügung zu stellen. "Alles Übrige ist in vollem Gang". Das Geld für Leibls Bild kann er im Krankenhaus bezahlen oder durch die bayer. Vereinsbank überweisen lassen. Die Absendung der Bilder besorgt Maler Horadam. Leibl möge Schuchs Porträt firnissen. Unterschrift.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 230
Altsignatur : 230



21. März 1895
München: Trübner berichtet, daß Frau Schön in Worms Leibls Bild 'In der Kirche' nach Berlin schicken wird; Sekretär Preckle wird die Versicherung veranlassen. "Damit ist die Hauptsache erreicht, und es macht jetzt nicht so viel, wenn auch der eine oder andere Besitzer Ihrer Bilder nicht so entgegenkommend ist". Leibl soll seine Bilder in Trübners Atelier noch herrichten; Horadam "das ist mein Sperl" - wird dabei helfen. Auch nach dem 5.4. werden noch Bilder von Leibl angenommen, aber an diesem Termin wird über die Raumfrage beschlossen. Trübner schildert den für Leibl reservierten Saal. Wegen der Zeichnungen konnte er wegen seines Unfalls nicht zu Littauer gehen, ebenfalls nicht zum Bankdirektor Stein. Leibl möge an Munkascy schreiben. Ob das Bild bei Gurlitt ebenfalls in die Ausstellung hineingenommen werden soll? Dem Bildhauer Magnusson in Berlin, der den 'Haider' hat, will Trübner noch angehen. Unterschrift.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 231
Altsignatur : 231



30. März 1895
München: Trübner dankt, daß Leibl in seinem Atelier noch die Arbeit an den Bildern zu Ende geführt hat. In Berlin scheint alles nach Wunsch zu gehen. Herlitz hat die beiden Bilder von Sperl mit denen Trübners zusammengepackt; Leibl aber soll sie mit den seinigen anmelden. Von Preckle aus Berlin hat er keine Nachricht. Frau Schön schreibt, daß der Vormund ihrer Kinder mit der Entleihung des Bildes nach Berlin einverstanden ist. Unterschrift.


Enthält : 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 232
Altsignatur : 232



08. April 1895
München: Trübner schreibt über die Aufstellung der Bilder in der Berliner Ausstellung und bittet für Preckle um Nachricht, welche Bilder noch ankommen werden. Leibl und Sperl mögen sich Teilnahme an der Eröffnung der Ausstellung überlegen. Unterschrift.


Enthält : Postkarte, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 233
Altsignatur : 233



23. April 1895
München: Trübner teilt mit, daß er am Nachmittag nach Berlin reisen will, um die Bilder aufzuhängen. Da Leibl auf seine letzte Karte nicht geantwortet hat, schließt Trübner, daß er wohl nicht dorthin fährt. Adresse: Kunstausstellung im Lehrter Bahnhof, Berlin. Paraphe.


Enthält : Postkarte, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 234
Altsignatur : 234



04. November 1900
Berlin: Trübner hat sich mit seiner Schülerin Alice Auerbach verheiratet. Wenn er nach München kommt, wird er seine Frau Leibl vorstellen. Diese hat bei Kommerzienrat Seeger, der verreist war, Leibls Bilder nicht sehen können. Immerhin hätte sie die vorige Secession in Berlin gesehen. Von Cassirer hat er von Sperls 60. Geburtstag gehört; diesem und für Leibls Wohlbefinden beste Wünsche. Unterschrift.


Enthält : 3 Halbseiten, eigenhändig auf Kopfbogen des Hotel Bristol, Berlin.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 235
Altsignatur : 235



10. Mai 1868
Weinkauff, Franz (1824 - 1892), Gymnasialoberlehrer


Enthält : Köln: Er hat sich gefreut aus Leibls Briefen, die bei seinen Eltern vorgelesen wurden, "einen selbständigen Mann und festen Character sprechen und urtheilen zu hören". Rat will er nicht erteilen: "Du kennst die Forderungen der Kunst und versuchst durch thatsächliche Leistungen die Größe Deiner Kraft. Du hast Recht, Dir andere Stoffe und Richtungen fern zu halten, bis Deine Kraft in Deinem Gebiete zu sicherer Meisterschaft erstarkt ist". Da er selbst früher seine Studien zum Teil aus Geldmangel hat aufgeben müssen und er deswegen jedem strebsamen Menschen, der sich durch äußeren Mangel gehindert sieht, Hindernisse beseitigen möchte, "werde ich allem, was mir im Leben nahe kam und lieb ist, helfen nicht blos mit Redensarten, sondern auch, soweit ich kann, mit dem Geldbeutel und, wo ich kann und es gewünscht wird, auch mit meinem Einfluß auf reiche Leute. Von mir kannst Du das ruhig annehmen, denn ich gebe es Dir in der Weise, wie freidenkende Menschenfreunde pflegen, unter der stillschweigenden Bedingung, daß, wenn Du selbst einmal zu Geldmitteln gelangt bist und einen strebsamen, talentvollen Mann sähest, dem Du helfen könntest, Du Dich ebenso verpflichtet fühlst und denselben weiter in meiner freien Weise verpflichtest und unterstützest. So kann eine Summe fortdauernd Gutes stiften". Er steht sicher auf Leibls Seite und wird allen Einfluß aufbieten. Wenn Leibl im Herbst nach Köln kommt, soll er Weinkauff den Reiseplan und das nötige Budget vorlegen. Unterschrift 3 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 236
Altsignatur : 236



26. Juni 1898
Wilke, Friedrich


Enthält : Guben: Er bedankt sich bei Leibl und Sperl für die Gastfreundschaft. Das Bild von Vernda fällt gegen das von Leibl so sehr ab, daß man beide nicht nebeneinander lassen kann. Dadurch hat sich bei seinem jüngsten Sohn die Absicht befestigt, sich von Leibl malen zu lassen, und zwar in der Art des Bildes mit dem alten Herrn am Fenster in der Pinakothek. Er fragt nach dem Preis in der gleichen Größe und Ausführung und nach der Zeit, die dazu in Aibling oder Kutterling zugebracht werden muß. Wie denkt Kommerzienrat Seeger über eine Überlassung von Leibls Selbstporträt an ihn? Wann liefert Sperl das Leiblhaus? Unterschrift. 3 Halbseiten auf persönl. Kopfbogen
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 237
Altsignatur : 237



20. Mai 1888
Wingen, Anton


Enthält : Glogau: Er hat sich Leibls erinnert, nachdem er eine Erzählung 'Madelon' von Anton Frhrn. v. Perfall gelesen hat, die in 'Land und Meer' erschienen ist: der Hauptheld hat eine solche Ähnlichkeit mit Leibl, daß der Verf. zweifellos ihn im Auge gehabt hat. Es stimmt bis in derartige Einzelheiten, daß der Vater Domkapellmeister war und der Held zunächst Schmied und dann Maler wurde. Dieser wäre nur eine "unglückliche Ehe" mit einer Französin eingegangen; zweifellos hätte das, wäre das wirklich passiert, bei dem "biederen und treuen" Charakter Leibls zur Scheidung geführt. Immerhin erlaubt sich "ein alter Freund, der ein Herz für Dich hat", Leibl zu fragen, ob er ein solches Schicksal erlebt hat. Sollte die Geschichte aus der Luft gegriffen sein, würde sich Wingen "aus innerstem Herzen" freuen. Ihm selbst geht es "besser und besser" mit gutem Einkommen, für das er allerdings wie ein Pferd arbeiten: Kirchturm, Schule Wasserleitung, Brücke, Kanalisation. Er hat ferner die Güter der königl. Familie um Glogau bautechnisch zu beaufsichtigen. Von seinen 15 Kindern leben noch 9. "Ich fühle mich nicht glücklicher, als wenn ich so recht gehörig zu arbeiten habe". "Du thust recht daran, Dich aus dem Geräusch der großen Stadt zurückzuziehen dorthin, wo die Menschen noch wahr und treu und die vielen Leidenschaften noch unbekannt sind, die die Städter verfolgen und quälen". Er hat sich über Leibls Pariser Erfolge mit den 'Politisierenden Bauern' und später mit den 'Drei betenden Frauen' sehr gefreut: "und als gar das letztere Bild einmal in der illustrierten Zeitung gebracht wurde und Dein Contrefei darüber stand, da hat mir das Herz im Leibe gelacht. Da stand der alte Prachtkerl vor mir! Aber bist Du dick geworden! Du saufst doch nicht etwa? Bei einer Reise nach Berlin möge Leibl über Breslau fahren und bei Wingen einkehren. Er bittet um eine kleine Skizze am liebsten mit einem Kinderkopf, "damit ich einmal wieder sehe, wie Du malst". Appolt ist blind und im Elend gestorben, Alt ist im Delirium. Ob Leibl von Sperl nichts gehört hat? Hirth hat sich einen großen Namen gemacht; er hat sich nämlich Hirth du Frêsnes genannt". Unterschrift. 4 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 238
Altsignatur : 238



14. September 1895
Wingen, Anton


Enthält : Glogau: Er gratuliert zu der in Berlin empfangenen großen goldenen Medaille: 'Der Leibl, ein Kerl wie der Deibel'. Mit Hirth zusammen schlägt er für den kommenden Sommer ein Treffen in München vor, an dem auch Sperl teilnehmen soll. Er wundert sich, daß Leibl so wenig Hirth sieht; dieser hat ein Bild von Wingens ältester Tochter begonnen. Er fragt nach schönen Altertümern: Schränken, Waffen, alte Kupferstiche. Am 10.11. wird er silberne Hochzeit feiern. Unterschrift. 2 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 239
Altsignatur : 239



o.D.
Wohlmuth, A.


Enthält : Er dankt Leibl für die "geniale Skizze"; durch die Schenkung ist ein Lieblingswunsch erfüllt worden; sie ist ein werthvolles Andenken von einem der größten Künstler, der zugleich ein gütiger Mensch ist!" Grüße an Sperl. Unterschrift. 1 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 240
Altsignatur : 240



17. November 1898
Wollerer, C., Pfarrer


Enthält : Litzldorf: Er dankt Leibl für ein in Rahmen übersandtes Bild, dessen Entstehen er verfolgt hat und das "unter das Vollendetste zählt, was Ihre Kunst geschaffen, nein, was überhaupt seit langen Jahrzehnten die Kunst hervorgebracht". Unterschrift. 1 1/2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 241
Altsignatur : 241



16. Dezember 1877
Zimmermann, Joseph, Schneidermeister in Unterschondorf.


Enthält : Unterschondorf: Therese Baur hat von einer Joppe erzählt, die Leibl nicht mehr anzieht. Er bittet, ihm diese zu schenken, da er sich "im schlechten Stande" befindet. Martin bittet um Übersendung der Haube. Therese ist gut wieder angekommen. Unterschrift. 2 Halbseiten, eigenhändig.
Bestellsignatur : Best. 1176 (Leibl, Wilhelm), A 242
Altsignatur : 242


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