Historisches Archiv der Stadt Köln
3 Nachlässe und Sammlungen
3.2 Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive
3.2.18 Buchstabe R
Raitz von Frentz (Familie)
Best. 1037 Raitz von Frentz (Familie)

Gesamtanzahl der Verzeichnungseinheiten:  997

Verzeichnungseinheiten:  1-100 101-200 201-300 301-400 401-500 501-600 601-700 


1603 April 11



Beschreibung : Im Rathaus zu LüdenscheidFriedrich v. Karthausen, ehelicher Sohn der verstorbenen Eheleute Friedrich v. Karthausen zu Badinghagen und Bösinghausen und Anna v. Fürstenberg, bekundet, sein Vater habe am 29. Juni 1600 im Beisein adeliger Verwandter und Freunde eine Erbdisposition unter Bestätigung früherer Verträge errichtet, die von den Verwandten, von Vater, Brüdern und Schwestern wie von ihm selbst unterschrieben wurde. Da er Bargeld benötigte, verkaufte er für eine bereits in Empfang genommene ungenannte Summe an seinen Bruder Jakob v. Karthausen zu Badinghagen und dessen Ehefrau Katharina v. Schorlemer erblich sein gesamtes Kindteil und Erbrecht ohne jede Ausnahme, leistet Verzicht und gelobt Währschaft.Der Aussteller unterschreibt; da er kein eigenes Siegel hat, bittet er seinen Vetter Stephan v. Neuhof zum Neuenhof, Drosten zu Neustadt, für ihn zu siegeln und zu unterschreiben, desgleichen auch den Johann Wissinck, Gografen zu Lüdenscheid; ferner sollen unterschreiben als Zeugen Heinrich Hase, Schultheiß, und die Landschöffen Dietrich zu Brensche und Hermann Smoll. Letztlich unterschreibt der Notar Johann Oestrich, auch namens des schreibunkundigen Dietrich zu Brensche.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 18



1606 Dezember 4



Beschreibung : HöchstAbt, Prior und Konvent des Gotteshauses Eberbach im Rheingau und im Erzstift Mainz bekunden, daß die Freiin v. Dehrn ihnen vom Hof zu Mensfelden jährlich sechs Malter Korn nach Limburg in die Erbach abzuliefern hatte. Die Abgabepflicht war an den verstorbenen Johann Dietrich v. Metternich, kurtrierischen Rat und Amtmann zu Mayen und Monreal, dann an dessen Witwe Anna geborene v. Dehrn und deren Kinder übergegangen. Lothar, Erzbischof zu Trier und Kurfürst, Administrator zu Prüm, hatte nun als Vormund der besagten noch unmündigen Kinder darum gebeten, die Ablöse gegen Zahlung einer Geldsumme zu gestatten. Diesem Wunsche entsprechend, hatten sie sich in einem am 30. Mai d. J.s zu Koblenz geschlossenen Vertrag mit einer Zahlung von 45 Gulden je Malter, also mit insgesamt 270 Gulden zu je 24 Albus einverstanden erklärt. Sie bezeugen, genannten Betrag heute von der Witwe v. Metternich in bar erhalten zu haben und damit künftig keine Abgaben vom Hof zu Mensfelden mehr beanspruchen zu können. Sie bitten den Erzbischof zu Mainz Kurfürsten Johann Schweikhard um Genehmigung. Dieser stimmt zu und läßt das Sekretsiegel seiner Kanzlei anhängen. Sodann hängen die Aussteller ihr gewöhnliches Siegel an.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 24



1614 November



Beschreibung : LüdenscheidWilhelm v. Hillesheim zur Weipe bezeugt für sich und seine Schwester Gertrud, Stiftsjungfrau zu Schacken, die zu seinen Gunsten auf den väterlichen wie mütterlichen Nachlaß wie überhaupt auf alles Erbrecht verzichtet hat, daß wegen der elterlichen Güter seiner verstorbenen Mutter Elisabeth, Tochter der verstorbenen Eheleute Friedrich v. Karthausen und Anna v. Wildberg, zwischen seinem verstorbenen Vater Martin v. Hillesheim und Jakob v. Karthausen zu Badinghausen ein Vertrag vereinbart worden war, indem Letzgenannter für einen gänzlichen Erbverzicht eine Geldsumme zu zahlen versprochen hatte. Nachdem der vereinbarte Betrag gezahlt ist, bestätigt der Aussteller genanntem Jakob v. Karthausen und dessen Ehefrau Katharina v. Schorlemer, daß er und die seinen keinerlei Ansprüche mehr wegen der Erbrechte ihrer Mutter geltend machen können. Er leistet für sich und seine Schwester in aller Form Verzicht und gelobt Währschaft, und zwar vor dem ehrenfesten Dr. Paulus Bitter [Name ist nachträglich für den gestrichenen des Gografen Johann Wißingk eingetragen], Gografen zu Lüdenscheid.Aussteller und Gograf unterschreiben und hängen ihre Siegel an.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 53



1620 Januar



Beschreibung : Winand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, sodann Petronella v. Baren zu Schönau, Witwe des kurkölnischen Rates und Marschalls Arnold Raitz v. Frentz zu Martfeld (Martenfeldt), und Rudolf v. Frentz zu Schönau, jeweils für sich und ihre beiden abwesenden Söhne bzw. Brüder, ferner Johann Wilhelm Spies v. Büllesheim zu Frechen und Kaspar v. Elverfeldt bekunden, ihren freien adeligen Hof namens Rader bzw. jetzt Stommeler Hof nebst dem später hinzugekauften sogenannten Mohn Ahelen Haus zu Esch im Amt Hülchrath an den ehrenfesten Lizentiaten der Rechte Bernhard zum Pütz und dessen Ehefrau Katharina Bruelman durch unterschriebene und besiegelte Urkunde verkauft zu haben. Zwecks zusätzlicher Sicherstellung der Käufer beauftragen sie den ehrenfesten Lizentiaten der Rechte Gottfried Godenau, in ihrem Namen vor Schultheiß und Schöffen des Gerichts zu Esch, erforderlichenfalls auch vor dem Abt von St. Martin in Köln oder dessen Schultheiß, Schöffen und Lehnsmannen auf die verkauften Güter Verzicht zu leisten. Die Aussteller unterschreiben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 77



1620 Juni 6



Beschreibung : DüsseldorfEberhard Ketzgen zu Geretzhoven, kurbrandenburgischer wie pfalzneuburgischer jülich- und bergischer Rat, verkauft als Berechtigter aufgrund einer zwischen ihm und seiner verstorbenen Ehefrau Anna v. Holthausen vereinbarten Disposition mit Zustimmung seines ältesten Sohnes Wilhelm Ketzgen, der sich auch für seine anderen Brüder verbürgt, und mit Genehmigung seines Herrn Wolfgang Wilhelm, Pfalzgrafen bei Rhein, Herzogs in Jülich, Kleve und Berg usw., den Eheleuten Arnold Raitz v. Frentz zu Schlenderhan und Kleinenbroich und Elisabeth v. Wambach ( Ham-) sein freiadeliges Rittergut zu Kleinebroich, das Hauserhof genannt wird und von genanntem Herrn lehnrührig ist, wie er es von seinen verstorbenen Eltern ererbt hat. Für die Kaufsumme sollen die Käufer innerhalb eines Jahres das Kapital von 3000 Goldgld. zurückzahlen, das die Gebrüder Hermann und Wilhelm v. Stommel Herrn Johann v. Mörs, Bürgermeister der Stadt Köln, und Herrn Dr. jur. Jodokus Gerhnick von Lemgo ( Lingaw), Sekretär des Kölner Domstiftes, auf ihre Güter zu Anstel für jährlich 60 Malter Roggen und 60 Goldgld. verschrieben hatten und des Ausstellers verstorbener Schwiegervater Dietrich v. Holthausen übernommen hatte, und zwar zwecks Schadlosstellung der Brüder v. Stommel unter Verpfändung seiner Güter, die nun Güter des Ausstellers und seiner Kinder sind. Außerdem haben die Käufer weitere 1200 Reichstl., in denen der Verzichtspfennig enthalten ist, bereits bar an den Verkäufer ausgezahlt.Es siegeln der Aussteller, sein ältester Sohn - dieser auch für seine Brüder und seine Schwester - sowie der genannte Lehnsherr.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 79



1621 März 17



Beschreibung : QuadrathAdolf Sigismund v. Frentz zu Frenz, Herr zu Kendenich, kurkölnischer Kämmerer und Rittmeister, verkauft auf Wiederlöse dem Kölner Bürger und Kaufmann Franz Franzen für 3000 bereits bar ausgezahlte Goldgld. eine Jahrrente von 150 rheinischen Goldgld., die jeweils auf Ostern in Köln zu zahlen ist entweder von ihm selbst, durch seinen Rentmeister in Köln oder durch den Bewohner des Frentzschen Hauses in der Glockengasse ( Klöcker-) daselbst. Zu Unterpfand stellt der Verkäufer seinen freiadeligen und allodialen Hof zu Quadrath im Amt Brühl des Erzstifts Köln, nämlich das im Dorf gelegene Haus mit Hof, Scheune, Stall und Hofplatz, sowie einen Acker von 110 Morgen zwischen Dorf und Bach, weitere ca. 50 Morgen Ackerland, die ans Dorf, die Kentener Gewässer und die Kölner Landstraße angrenzen, und noch 8 Morgen Wiesen neben dem erstgenannten Acker. Nach Kündigung ein Vierteljahr zuvor ist eine völlige Ablöse jederzeit möglich, ebenso auch eine teilweise Ablöse mit je 1000 Goldgld., wobei das Unterpfand allerdings bis zur restlosen Rückzahlung versetzt bleibt.Der Aussteller unterschreibt und hängt sein Siegel an; auf seine Bitte hin hängen ferner Statthalter und Schöffen des Gerichts Quadrath ihr Siegel an.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 82
Bemerkung : Als Transfix dazu eine Urkunde vom 21. Juli 1628 - s. da



1624 April 20



Beschreibung : DüsseldorfWolfgang Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, Graf zu Veldenz, Sponheim, der Mark, Ravensberg und Moers, Herr zu Ravenstein, ernennt den Winand Raitz v. Frentz zum Rat seiner Fürstentümer Jülich und Berg mit einem Jahresgehalt von 50 Tl. zu je 52 Albus und gibt dem jülichschen Landrentmeister Kaspar Kaspars Anweisung, genanntes Gehalt jedes Jahr gegen Quittung auszuzahlen, erstmals im folgenden Jahr zum Datum des Ausstellungstages.Er unterschreibt und läßt sein Sekretsiegel aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 90



1624 Dezember 24



Beschreibung : DüsseldorfWolfgang Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, Graf usw., gibt Mitteilung an alle seine Vögte, Kellner, Zöllner und Gerichtsschreiber, ferner alle Schöffen, Gerichtspersonen, Boten, Bürger und Untertanen seiner Stadt und seines Amtes Bergheim: nachdem sein Kämmerer und jülischer Erbhofmeister Wilhelm v. Harff zu Alsdorf freiwillig als Amtmann zu Bergheim zurückgetreten ist, hat er zum Nachfolger seinen Haushofmeister Arnold Raitz v. Frentz ernannt. Da dieser aber anderer ihm anvertrauter Funktionen wegen an einer persönlichen Wahrnehmung zur Zeit verhindert ist und darum gebeten hat, das Amt seinem Vater Winand Raitz v. Frentz anzuvertrauen, ist Letzgenanntem die Verwaltung besagten Amtes übertragen worden.Aufgedrückt wird des Ausstellers Sekretsiegel, und es unterschreibt in seinem Auftrag: Johann B[arthold] v. Wonsheim.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 93



1625 Mai 15



Beschreibung : KölnJohann Raitz v. Frentz, pfalzneuburgisch jülich- und bergischer Kanzler, wird angeschreint an ein Haus namens zum Büchel und an die rheinwärts gelegenen drei von sechs Wohnungen unter einem Dach in der Schluchgassensowie an eine Hofstatt, wie dieser Besitz ihm von seiner Schwester Johanna Raitz v. Frentz anerstorben war und wie er am 28. Februar 1600 eingeschrieben steht.Johann Raitz v. Frentz hatte um die Anschreinung ersucht, niemand hatte widersprochen, so daß ein Schöffenurteil erging, wonach ihm die genannte Erbschaft zu Recht zustehe und die Eintragung erfolgen solle.Herr Gottfried Dodenau, Lizentiat der Rechte, als Bevollmächtigter des Herrn Winand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan (Schlenderen), des Arnold Raitz v. Frentz, der Maria Raitz v. Frentz, des Deutschordens-Ritters Johann Raitz v. Frentz, des Rudolf Raitz v. Frentz und des Adolf Raitz v. Frentz sowie der beiden Vormünder über die unmündigen Kinder v. Spies zu Frechen nämlich des genannten Deutschordens-Ritters und des genannten Arnold Raitz v. Frentz, hat eine besiegelte Zustimmung im Schrein hinterlegt.Der Kanzler hat sich entsprechend dem nachfolgend aufgeführten Rezeß dem Rat gegenüber verpflichtet, alle bürgerlichen Lasten zu tragen. Der Rat hatte am 14. März 1622 durch besagten Rezeß den Junker Heinrich Hardenradt und Dr. Cruidener beauftragt, dem Schreinsschreiber bekannt zu machen, Kanzler Frentz sei so an das Haus zum Stommeler Hof anzuschreinen, daß es nach seinem Tod wieder in eine weltliche Hand komme.Der Schreinsschreiber Bernhard Pütz beglaubigt durch Unterschrift den vorstehenden Auszug aus dem Buch Löhrgasse ( Loergaß) des Petri-Schreins.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 96/1
Bemerkung : weitere Abschrift: (17. Jh.), Pap., mit u.a. dem Rückvermerk: Huius originale ist bey mein brieff und siegeln, Kasten 11, U 96/2



1625 Mai 15



Beschreibung : KölnJohann Raitz v. Frentz, pfalzneuburgisch jülich- und bergischer Kanzler, wird angeschreint an ein Haus namens zum Büchel und an die rheinwärts gelegenen drei von sechs Wohnungen unter einem Dach in der Schluchgassensowie an eine Hofstatt, wie dieser Besitz ihm von seiner Schwester Johanna Raitz v. Frentz anerstorben war und wie er am 28. Februar 1600 eingeschrieben steht.Johann Raitz v. Frentz hatte um die Anschreinung ersucht, niemand hatte widersprochen, so daß ein Schöffenurteil erging, wonach ihm die genannte Erbschaft zu Recht zustehe und die Eintragung erfolgen solle.Herr Gottfried Dodenau, Lizentiat der Rechte, als Bevollmächtigter des Herrn Winand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan (Schlenderen), des Arnold Raitz v. Frentz, der Maria Raitz v. Frentz, des Deutschordens-Ritters Johann Raitz v. Frentz, des Rudolf Raitz v. Frentz und des Adolf Raitz v. Frentz sowie der beiden Vormünder über die unmündigen Kinder v. Spies zu Frechen nämlich des genannten Deutschordens-Ritters und des genannten Arnold Raitz v. Frentz, hat eine besiegelte Zustimmung im Schrein hinterlegt.Der Kanzler hat sich entsprechend dem nachfolgend aufgeführten Rezeß dem Rat gegenüber verpflichtet, alle bürgerlichen Lasten zu tragen. Der Rat hatte am 14. März 1622 durch besagten Rezeß den Junker Heinrich Hardenradt und Dr. Cruidener beauftragt, dem Schreinsschreiber bekannt zu machen, Kanzler Frentz sei so an das Haus zum Stommeler Hof anzuschreinen, daß es nach seinem Tod wieder in eine weltliche Hand komme.Der Schreinsschreiber Bernhard Pütz beglaubigt durch Unterschrift den vorstehenden Auszug aus dem Buch Löhrgasse ( Loergaß) des Petri-Schreins.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 96/2
Bemerkung : Ausf., Pap., mit u.a. den Rückvermerken: a) Empf(angen), Schlenderhain 4. May 1631, recepi in literis, Schnellyb) praes. den 20. Decembris 1697 pro resolutione, Kasten 11, U 96/2



1626 November 28



Beschreibung : Bertram v. Ilem vergibt unwiderruflich und ohne Wiedererstattung oder Entgelt zum Erhalt des v. Ilemschen Stammes und Namens als Schenkung unter Lebenden seinem Vetter Johann Adolf v. Ilem zu Medinghoven (Mettenkoven) und dessen Leibeserben seinen Anteil am Neukircher Zehnt zu Jüchen ( Juggen) im Amt Kaster, seinen Hof zu Ingendorf im Amt Bergheim mit allem Zubehör, seinen adeligen Sitz zu Dersdorf mit Haus, Hof, Wingertsgut, Acker, Garten, Wiesen, Brüchen, Einkünften und dem halben Anteil an der sogenannten Königsweyer Mühle, seine Länderei zu Königshoven im Amt Grevenbroich und seinen Anteil am Zehnt zu Euskirchen. Der Aussteller gelobt, auf Ersuchen des Beschenkten vor allen Obrigkeiten und Gerichten selbst zu erscheinen oder einen Bevollmächtigten zu beauftragen, um Johann Adolf in den wirklichen Besitz einsetzen zu lassen. Da seiner verstorbenen Schwester Maria v. Ilem in deren Heiratsvertrag 2000 Tl. kölnisch zugesagt wurden, übernimmt es Johann Adolf, den Kindern bzw. Erben der Maria die 2000 Tl. auszuzahlen; dies verspricht er durch Handschlag und Ehrenwort.Mit dem Aussteller unterschreiben und hängen ihre Siegel an seine Vettern Johann Heinrich von und zu Elmpt und Werner Ketzgen zu Alten Krickenbeck.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 2) Kasten 11
U 111
Bemerkung : weitere Abschr. (2. Hälfte d. 17. Jh.), Pap. (stark verblaßt), Kasten 36, Akte 5



1626 Dezember 17



Beschreibung : Johann Adolf v. Ilem Medekoven ( Mettenkboven) bekundet, daß ihm sein Oheim Bertram v. Ilem verschiedene Erbgüter geschenkt habe, u. a. den adeligen Sitz zu Dersdorf mit Haus, Hof, Wingertsgut, der halben Mühle auf dem Königsweiher und den zugehörigen Ländereien und Rechten. Diese Schenkung erfolgte unter der Bedingung, daß sein Vetter Arnold Raitz v. Frentz zum Leinenbroich, pfalzneuburgischer Hofmeister und Amtmann zu Bergheim, erblich in den Besitz des besagten Gutes kommen solle, sofern er, der Aussteller, nach seinem Oheim ohne Hinterlassung ehelicher Leibeserben sterben würde. Hiemit gelobt er, genannten Sitz und dessen Zubehör nicht zu verpfänden, zu belasten noch in fremde Hände kommen zu lassen, so daß sich für seinen Vetter gegebenenfalls keine Nachteile und Einbußen ergeben.Er unterschreibt und drückt sein Siegel auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 116



1627 November 13



Beschreibung : DüsseldorfZwischen Winand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Amtsverwalter zu Bergheim, einerseits und Rogier v. Kewerberg ( Kiever-) genannt Mewen, pfalzneuburgischem Obristwachtmeister und Hauptmann, dessen Ehefrau Ida v. Hoen zu Lövenich und deren Schwester Maria v. Hoen, Witwe v. Wrede zu Melschede, andererseits waren wegen der zwischen dem Erstgenannten und der verstorbenen Gertrud v. Hoen am 2. Juni 1598 vereinbarten Heiratsverschreibung und der darin genannten einzubringenden Güter Streitigkeiten entstanden, die bis zur pfalzneuburgischen Kanzlei gelangten. Andererseits forderte genannter Raitz v. Frentz Anteile an der Hinterlassenschaft des Johann v. Hoen, Bruders seiner Ehefrau, was kostspielige Weiterungen befürchten ließ, so daß sich die am Ende benannten Herren um Vermittlung bemühten, Bericht und Gegenbericht entgegennahmen und sich dann auf folgenden Vergleich einigten: Der Obristwachtmeister, seine Frau und deren Schwester lassen ihre Ansprüche wegen der Heiratsverschreibung und der in dieser benannten Güter fallen; dafür übergibt Herr Raitz v. Frentz dem Obristwachtmeister im folgenden Mai die Urkunde über 1200 Tl., die auf Quad zu Büllesheim und dessen Hof zu Jülich ausgestellt ist. Außerdem soll er im Mai zu Köln 3300 Tl. kölnischer Währung auszahlen, keine von seiner verstorbenen Frau Gertrud v. Hoen herrührende Erbpacht mehr einziehen oder annehmen, alle betreffenden Urkunden den v. Hoen herausgeben, den genannten Schwestern v. Hoen zum Zeugnis beständiger Freunschaft je ein Paar Armbänder (braseletten) geben und endlich auf alle Forderungen wegen des v. Hoenschen Sterbefalls verzichten. Beide Parteien haben diesem Vergleich zugestimmt, und für Winand Raitz v. Frentz hat ihn auch sein Sohn Arnold Raitz v. Frentz zu Kleinebroich, pfalzneuburgischer Hofmeister und Amtmann zu Bergheim, gebilligt und für den Fall der Mißzahlung persönliche Haftung angelobt.Es unterschreiben und drücken ihre Petschaft auf Winand und Arnold Raitz v. Frentz, Johann Heinrich Schall v. Bell und Johann v. Megen einerseits, Rogier v. Kewerberg genannt Mewen, Maria v. Hoen, Witwe v. Wrede [von ihr nur die Unterschrift], Wilhelm von der Horst und Georg Romswinkel andererseits.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 121
Bemerkung : Es folgt unmittelbar Urk. von 1628 Juni 30 - s.d.



1628 Mai 20



Beschreibung : FrenzArnold Raitz v. Frentz zu Schlenderhan und Kleinenbroich bekennt, er habe sich vorgestern mit seinem Vetter Adolf Sigis-mund v. Frentz zu Frenz, Herrn zu Kendenich, wegen der Meinungsverschiedenheiten verglichen, die aufgrund der Vormundschaft seines verstorbenen Vaters Winand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan entstanden waren. Dabei habe er die zu Fliesteden ( Flysten) schuldigen 350 Taler übernommen sowie die Zahlung von 1000 Goldgulden an Dietrich v. Syberg ( Sieg-), Amtmann zu Münstereifel. Er bestätigt seinem Vetter, daß er nicht nur die beiden Summen begleichen, sondern auch die entsprechenden Pfandverschreibungen innerhalb der nächsten zehn Jahre einlösen und damit die Unterpfänder für seinen Vetter befreien werde.Er unterschreibt und drückt sein Petschaft auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 124



1628 Juni 14, 1628 Juni 15



Beschreibung : KölnMaria v. Hoen (Hon), Witwe v. Wrede, bekundet, am 13. Nov. 1627 sei zwischen Winand Raitz v. Frentz und den Geschwistern v. Hoen zu Lövenich ein Vergleich vereinbart worden, durch den ihr und ihrer Schwester Ida v.Hoen, Ehefrau Mewen, von Arnold Raitz v. Frentz, pfalzneuburgischem Hofmeister und Amtmann zu Bergheim, neben einem Rentbrief über 1200 Tl. die Summe von 3300 kölnischen Tl. zugesagt wurde. Sie bestätigt, ihre Hälfte in Höhe von 2250 Tl. durch Arnold Raitz v. Frentz erhalten zu haben, und bittet Johann Simons und Wilhelm Schmitz, als Zeugen mit ihr zu unterschreiben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 125



1628 Juni 30



Beschreibung : DüsseldorfDie Eheleute Rogier v. Kewerberg genannt Mewen und Ida geb. v. Hoen bekennen, von Arnold Raitz v. Frentz, pfalzneuburgischem Hofmeister und Amtmann zu Bergheim, von den im Vergleich [vom 13. Nov. 1627 - s. da] vereinbarten Geldern die ihnen zustehende Hälfte erhalten zu haben, nämlich neben der Urkunde über 1200 kölnische Tl. 700 Reichstl. in bar, ebenso auch ein Paar Armbänder (Braseletten). Die Eheleute bestätigen, damit ihre Quote in voller Höhe erhalten zu haben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 126
Bemerkung : In einer Mappe mit Nr.121



1628 Juli 31



Beschreibung : QuadrathJohann Horn, Statthalter des Amtes Königsdorf, sowie Gotthard Lenßen und Herbert Langen, Schöffen des Gerichts zu Quadrath, bezeugen, daß vor ihnen Christian Althoven als Bevollmächtigter des Franz Franzen, Kaufmanns zu Köln, erklärt und nachgewiesen habe, daß Letztgenannter eine vor ihrem Gericht am 17. März 1621 getätigte Pfandverschreibung über 3000 Goldgld. an den Johann Raitz v. Frentz, Domherrn zu Lüttich und Münster, pfalzneuburgischen Geheimen Rat und Kanzler von Jülich, Kleve und Berg, für die nämliche Summe verkauft und den Betrag am 11. Februar d. J.s bar erhalten habe. Der Bitte des Bevollmächtigten entsprechend, haben sie dies in ihr Gerichtsprotokoll eingetragen, den vorliegenden Qualifikationsbrief als Transfix an die Hauptverschreibung geheftet und ihr Schöffensiegel angehängt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 127
Bemerkung : Zusammen in einer Mappe mit Nr. 82



1631 Dezember 6



Beschreibung : Vor dem ausfertigenden Notar und den nachbenannten Zeugen er-scheint der wohlgelehrte Rudolf Bonn mit einer unterschriebenen und besiegelten Vollmacht, die am 5. d. Mon. zu Düsseldorf durch Herrn Arnold Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, pfalzneuburgischen Rat, Kämmerer, jülichschen Kriegskommissar und Amtmann zu Bergheim ausgestellt wurde, deren Wortlaut nseriert wird, wonach er den adeligen Sitz Dersdorf, der seinem Auftraggeber von dessen vor wenigen Tagen verstorbenem Vetter Johann Adolf v. Ilem zu Medekoven (Metickhoven) nebst anderen Gütern bereits zu Lebzeiten geschenkt wurde, in tatsächlichen Besitz übernehmen und darüber ein notarielles Instrument fer-tigen lassen soll. Die Vollmacht wird den Zeugen und dem Halfen zu Dersdorf namend Leonhard Moll vorgelesen und gezeigt. Der Bevoll-mächtigte begibt sich ins Haus, setzt sich auf einen Stuhl und erklärt, daß er namens des Amtmanns v. Frentz von Haus, Hof und Zubehör Besitz ergreife; dann schürzt er den Hahl, stocht das Feuer, öffnet und schließt die Türe des Hauses, erfaßt die Pforte am Hof, geht in den Baumgarten und bricht dort etliche Zweige von den Bäumen, betritt ein Landstück und nimmt Erde auf, begibt sich in den Wingert, bricht dort Reben ab und nimmt Erde auf, dabei jeweils erklärend, daß er für seinen Auftraggeber Besitz ergreife, auch von allen anderen Wingerten, von aller kleinen wie der Mühlenpacht. Anschließend kehrt er ins Haus zurück und befiehlt dem Halfen, allein den Amtmannn v. Frentz als seinen Herrn anzuerkennen, was dieser und seine Ehefrau dem Bevollmächtigten und dem Notar geloben im Beisein der Zeugen Wilhelm Luhrer und Heinrich Bloem, die beide Einwohner von Dersdorf sind.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 150



1633 April 6



Beschreibung : EmmerichGeorg Wilhelm, Markgraf zu Brandenburg, des Hl. Römischen Reiches Erbkämmerer und Kurfürst, Herzog zu Preußen, Kleve, Jülich, Berg, Stettin, Pommern, der Kassuben und Wenden, auch in Schlesien zu Krossen und Jägerndorf, Burggraf zu Nürnberg, Fürst zu Rügen, Graf zu der Mark und zu Ravensberg, Herr zu Ravenstein, belehnt seinen Rat Friedrich v. Neuhof ( Newen-hoff) genannt Ley, Waldgrafen zu Monreberg, auf dessen Bitte hin mit Haus und Hof Lieberhausen in der Veste von Gummersbach, wie zur dessen Vetter Georg v. Neuhof genannt Ley vom verstorbenen Oheim des Ausstellers, Herrn Johann Wilhelm, Herzog zu Kleve, Jülich und Berg, Grafen zu der Mark, belehnt woden war.Der Aussteller läßt sein Siegel anhängen, und auf seinen Befehl hin unterschreibt [sein Kanzler] Winand v. Heimbach.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 11
U 164/1
Bemerkung : Zwei Abschr. (von 1778), Pap. in Kasten 65, Akte 11



1640 September 4



Beschreibung : DüsseldorfWolfgang Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg usw., bekennt, daß sein Kämmerer Johann Adam v. Siegenhoven genannt Anstel zu Keldenich ihm zu Händen seines Landrentmeisters die Summe von 6000 Reichstl. in bar vorgestreckt habe. Er überläßt ihm und seinen Erben dafür pfandweise das Dorf Niederaussem (- ausheim) und die Gerechtigkeit zu Holtrop (Holtorff) im Amt Bergheim mit der Jurisdiktion, wobei die Dienste zu Niederaussem und die drei Pferdedienste des Klarenhofs zu Holtrop nur mäßig in Anspruch genommen werden sollen und er für sich selbst behält die gesamte Jagd zwischen den Bergheimer, Wiedenfelder (Wei-) und Bohlendorfer Büschen bis an die Bedburgische Grenze. Ferner überläßt er dem v. Anstel erblich den Erbschatz zu Ober- und Niederaussem sowie zu Glessen, der sich auf 100 Radermark im Herbst und auf 80 Radermark im Mai beläuft, sodann die gewöhnlichen Abgaben aus genannten Dörfern und die Nutzung der Bethlehemer und Bergheimer Büsche, die nach Abzug der sechs Morgen, die der Aussteller den Observanten zum Bau von Kirche und Kloster verschrieben hat, noch 382 Morgen umfassen. Hier bleibt dem Kellner zu Bergheim das ihm gewährte Weiderecht für sein Vieh vorbehalten und den Inhabern des adeligen Sitzes zu Holtrop ihr bisheriges Recht. Als Inhaber des Pfandes hat v. Anstel die Rechte, die bei Unterherrschaften im Fürstentum Jülich zugelassen und üblich sind. Die Gerichtsbarkeit, bei der er sich an die gedruckte jülich-bergische Landordnung zu halten hat, steht ihm und seinen Erben für Zivilsachen zu sowie für gewöhnliche Strafsachen wie Diebstahl, Ehebruch, Totschlag und Räuberei, und dabei stehen ihm auch die angemessenen Strafgelder zu, während für Fälle der Hexerei, schwere Verbrechen und Appellationen die landesherrliche Obrigkeit zuständig bleibt. Dieser hat v. Anstel Rechtshilfe zu leisten und Verhaftete binnen drei Tagen den Beamten in Bergheim auszuliefern. Zu Niederaussem und Holtrop steht v. Anstel das Recht zu, Schultheiß, Schöffen und nötige Gerichtsdiener anzustellen. Dem Landesherren bleiben die Steuern, Akzisen und Zölle, das Geleits -, Bergwerks-, Wind- und Wasserrecht und alle anderen landesherrlichen Regalien wie auch die Verfügungsrechte in Religionssachen. Die Kirche ist in der katholischen Konfession unangetastet zu lassen. Der Aussteller verpflichtet sich, die Pfandobjekte nicht mit überhöhten Quoten an Umlagen oder Einquartierungen belasten zu lassen. In den ihm überlassenen Büschen hat v.Anstel das Jagd- und Holzungsrecht, soll die Büsche aber in gutem Stand halten und die Förster, denen die Büsche unterstellt sind, aus eigenen Mitteln besolden. Jagdfrevler hat er zu verfolgen und den Beamten in Bergheim auszuliefern. Die Verpfändung soll während der 20 folgenden Jahre bestehen bleiben; danach ist die jederzeitige Ablöse mit 6000 Reichstl. möglich, sofern ein halbes Jahr vor dem 1. Septem-ber gekündigt wird. Falls dann die Pfandobjekte einem anderen überlassen werden sollen, können v. Anstel oder seine Erben sie behalten, wenn sie die gleiche Summe bieten.Der Aussteller unterschreibt und läßt sein Siegel anhängen
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 209



1640 September 4



Beschreibung : DüsseldorfJohann Adam v. Siegeshoven genannt Anstel, Herr zu Keldenich und pfalzneuburgischer Kämmerer, bekennt, daß ihm Wolfgang Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, usw., das Dorf Niederaußem, die Gerechtigkeit zu Holtrop, den Schatz und die gewöhnlichen Abgaben zu Ober- und Niederaußem sowie zu Glessen, auch die Bethlehemer und Bergheimer Büsche mit dem Jagdrecht für 6000 Reichstl. für 20 Jahre auf Wiedererlöse pfandweise überlassen habe. Er gelobt, allen in der Verschreibung genannten Auflagen zu entsprechen, die Pfandobjekte bei Ablöse abzutreten und die Büsche in gutem Stand zu halten.Der Aussteller unterschreibt und drückt sein Siegel auf.In einer Mappe zusammen mit Nr. 209
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 210



1640 Dezember 13



Beschreibung : SpeyerSenior und Kapitel des Domstifts zu Speyer schreiben ihrem Chorbruder Arnold Raitz v. Frentz, Domkapitular zu Speyer zu Lüttich, z. Zt. in Lüttich: durch sein Schreiben haben sie erfahren, daß sein Oheim, der edle Johann Raitz v. Frentz, Domherr zu Lüttich und Probst zu St. Martin ebenda, am 11. September d.J.s gestorben ist und ihnen als ihr Mitbruder in seinem Testament ein Legat vom 900 Reichstl. vermacht hat. Sie werden des Verstorbenen in den Gottesdiensten gedenken und die Memorien halten. Wegen des betrüblichen Zustandes ihrer Kirche bitten sie ihn und seine Mutter um baldige Auszahlung des Legats.Lt. Rückvermerk ging das Schreiben am 28. Dez. ein und wurde am 6. Jan. 1641 beantwortet.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 213



1641



Beschreibung : 1641 [ohne Tagesangaben]Wolfgang Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, bekundet, er habe an seinen jülich-und bergischen Kanzler Johann Raitz v. Frentz am 13. März 1632 nachgenannte Güter zu Mannlehen vergeben. Da der Kanzler nun verstorben ist, habe ihn die Witwe Elisabeth v. Wambach seines Amtmanns zu Bergheim Arnold Raitz v. Frentz darum ersucht, ihrem Sohn Winand Raitz v. Frentz das Mannlehen zu übertragen. Dieser Bitte entsprechend, werden hiermit die Vormünder des Letzgenannten keine Namen belehnt mit dem etwa 40 Morgen großen Herzogenhaus genannten Busch in der Ville, der an die Schlenderhahner und Frenzer Büsche angrenzt, ferner mit dem Rottzehneten der Äcker, die sich von Schlenderhan aus nach Oberaußem bis an den Weg erstrecken, der aus der Tantelhecke durch das Ziegenbüschchen nach Bergheim führt und der bisher eine Pacht von acht Malter Hafer eintrug, sodann mit dem Zehnt von etlichen Ländereien, die durch den früheren Lehnsbrief schatzfrei gemacht wurden, und mit dem Rottzehnt von etlichen Ländereien, die der genannte Kanzler von der an genannte Äcker angrenzenden Heide, aus dem besagten Ziegenbüschchen wie auch beim die Ville genannten Busch zur Begradigung seines Besitzes hat roden lassen wollen. Sollten der jetzt belehnte Winand Raitz v. Frentz oder seine männlichen Leibeserben kinderlos sterben, geht das Recht auf Belehnung über an die männlichen Leibeserben von dessen Vetter Adolf Raitz v. Frentz zu Martfeld ( Mattenfeld), gewesenen Amtmanns zu Hörde, stirbt dessen männliche Linie aus, an Adolf Sisgismund Raitz v. Frentz zu Frenz und seine ehelichen männlichen Deszendenten und im Falle, daß die Manneslinie auch hier erlischt, an Rudolf Raitz v. Frentz zu Zieverich und dessen männliche Nachkommen. Ein Bevollmächtigter der Vormünder hat für Winand Raitz v. Frentz den Lehnseid zu leisten; sobald Winand volljährig ist, hat er dann das Lehen selbst zu empfangen. Der Aussteller unterschreibt und läßt sein Siegel anhängen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 221/1
Bemerkung : Abschrift (18. Jh.), Pap. In Kasten 11



1641



Beschreibung : 1641 [ohne Tagesangaben]Wolfgang Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, bekundet, er habe an seinen jülich-und bergischen Kanzler Johann Raitz v. Frentz am 13. März 1632 nachgenannte Güter zu Mannlehen vergeben. Da der Kanzler nun verstorben ist, habe ihn die Witwe Elisabeth v. Wambach seines Amtmanns zu Bergheim Arnold Raitz v. Frentz darum ersucht, ihrem Sohn Winand Raitz v. Frentz das Mannlehen zu übertragen. Dieser Bitte entsprechend, werden hiermit die Vormünder des Letzgenannten keine Namen belehnt mit dem etwa 40 Morgen großen Herzogenhaus genannten Busch in der Ville, der an die Schlenderhahner und Frenzer Büsche angrenzt, ferner mit dem Rottzehneten der Äcker, die sich von Schlenderhan aus nach Oberaußem bis an den Weg erstrecken, der aus der Tantelhecke durch das Ziegenbüschchen nach Bergheim führt und der bisher eine Pacht von acht Malter Hafer eintrug, sodann mit dem Zehnt von etlichen Ländereien, die durch den früheren Lehnsbrief schatzfrei gemacht wurden, und mit dem Rottzehnt von etlichen Ländereien, die der genannte Kanzler von der an genannte Äcker angrenzenden Heide, aus dem besagten Ziegenbüschchen wie auch beim die Ville genannten Busch zur Begradigung seines Besitzes hat roden lassen wollen. Sollten der jetzt belehnte Winand Raitz v. Frentz oder seine männlichen Leibeserben kinderlos sterben, geht das Recht auf Belehnung über an die männlichen Leibeserben von dessen Vetter Adolf Raitz v. Frentz zu Martfeld ( Mattenfeld), gewesenen Amtmanns zu Hörde, stirbt dessen männliche Linie aus, an Adolf Sisgismund Raitz v. Frentz zu Frenz und seine ehelichen männlichen Deszendenten und im Falle, daß die Manneslinie auch hier erlischt, an Rudolf Raitz v. Frentz zu Zieverich und dessen männliche Nachkommen. Ein Bevollmächtigter der Vormünder hat für Winand Raitz v. Frentz den Lehnseid zu leisten; sobald Winand volljährig ist, hat er dann das Lehen selbst zu empfangen. Der Aussteller unterschreibt und läßt sein Siegel anhängen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 221/2
Bemerkung : Auf dem gleichen Blatt ein zu Düsseldorf im Mai 1685 präsentiertes Gesuch des Dietrich Adolf Raitz v. Frentz, der Herzog möge ihm gestatten, nach dem Tode seines Vaters Winand Hieronymus als dessen ältester Sohn die vorgenannten Lehen zu empfangen. Abschriften als Anlagen 1 und 2, Pap. in Kasten 11



1642 Februar 8



Beschreibung : KölnMargarete geb. v. Rolshausen, Witwe v. Lützerode (- rath) zu Clarenbeck und Forst, für sich und ihren minderjährigen Sohn Johann Reinhard v. Lützerode, Adolf v. Lützerode, kurfürstlicher Kämmerer und Rat, und seine Brüder Christoph und Johann Franz v. Lützerode, beide Deutschordens-Ritter, verkaufen an Elisabeth geb. v. Wambach, Witwe Raitz v. Frentz, ihre nachfolgend spezifizierten und in ihrer Lage genau beschriebenen Wiesen und Ländereien bei Quadrath, nämlich eine Kamp auf dem Raderfeld, der u.a. begrenzt wird von Land des Junkers Frentz zu Fliesteden und der Erben des Schultheißen zu Kenten und der vom Landmesser Gelissen auf neun Morgen und 28 Ruten gemessen wurde, sodann eine Wiese neben der verfallenen Mühle mir drei kleinen Kämpen, laut genanntem Landmesser sechseinhalb Morgen und 36 Ruten groß, ferner ihre an verschiedenen Stellen gelegenen Zehntwiesen von insgesamt 161 ¿ Morgen, die aus dem adeligen Hause Hall herrühren. Die Verkäufer quittieren den Erhalt der Kaufsumme, für die der Morgen mit 90 kölnischen Talern zu je 52 Albus bewertet wurde, übertragen die Objekte und geloben Währschaft. Verhandelt ... binnen ... Collen, im Stommeler Hof aufm Büchel genantNeben den Ausstellern, von denen Johann Franz v. Lützerode sich durch seinen bevollmächtigten Bruder Adolf vertreten läßt, unterschreiben und siegeln Hermann v. Hanxler ( Hanseler), fürstlich jülichscher Kämmerer und Stallmeister, Herr zu Setterich, Herstal und Reuschenberg, Amtmann zu Bergheim, Adolf Raitz v. Frentz zu Gustorf und Crato Bertrams, Vogt des Amtes Bergheim.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 3) Kasten 11
U 227/3
Bemerkung : Abschrift durch den Notar Matthias Weipeler, Papier in Kasten 8Abschrift durch den Notar Matthias Weipeler, Papier in Kasten 10Ausf. Perg. in Kasten xxx



1643



Beschreibung : 1643 [vor Juli 30]Jakob v. Karthausen zu Badinghagen teilt [dem Abt zu Werden] mit: Da er ein hohes Alter erreicht und keine männlichen Erben im Leben habe, jedoch gerne sähe, daß sein adeliger Sitz Badinghausen, ein Behandigungsgut des Adressaten, nach seinem Ableben weiterhin von rittermäßigen Personen besessen und bewohnt bleibe, bitte er, die Gebrüder Kaspar Christoffel und Engelbert v.Neuhof (Newenhoffe) genannt Ley mit besagtem Sitz nebst Zubehör zu behandigen und ihm Antwort zukommen zu lassen. Er unterschreibt.Darunter der Vermerk des Anton Fabers, von ihm unterschrieben, daß in Abwesenheit des Abtes ihm obiges Schreiben zu Köln am 30. Juli 1643 präsentiert worden sei.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 239



1646 November 27, 1646 November 28



Beschreibung : In der Landschaft DrentheWolter v. Coverden zur Schilfhorst und Hugo Dirk Ripperda zu Eelderwolde attestieren als Ritterbürtige des Adels in der Landschaft Drenthe, daß die Geschlechter Fraylema, Rengers und Uterstewehr von altersher stets als Adelige angesehen wurden und bis heute alle adeligen Würden und Rechte unwidersprochen genießen. Sie sind bereit, dies erforderlichenfalls persönlich allerorten und durch Eid zu bestätigen. Weil es ihnen wegen des Krieges unmöglich ist, persönlich in der Grafschaft Mark zu erscheinen, bitten und bevollmächtigen sie Junker Dietrich Ovelacker, in ihrem Namen, auf der Versammlung der adeligen Herren in der Grafschaft Mark diese Bescheinigung zu bestätigen. Sofern es für nötig erachtet wird, werden sie, sobald Land und Wege wieder sicher sind, persönlich dieses Attest verifizieren; ferner geloben sie, Junker Ovelacker von allen Kosten und Nachteilen zu entlasten.Beide Aussteller unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 266



1647 Juni 28



Beschreibung : DüsseldorfNachdem Arnold Raitz v. Frentz, Domherr zu Lüttich, namens seines Bruders Hieronymus Winand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan nach Tod des Wilhelm Raitz v. Frentz zu Fliesteden um Belehnung mit dem Hause Fliesteden nachgesucht hat, werden dem Antragsteller bzw. seinem Bruder die Auflagen gemacht, binnen Monatsfrist den ersten und letzten Lehnsbrief wegen besagten Hauses vorzulegen und ferner glaubhaft nachzuweisen, wann der genannte Wilhelm Raitz v. Frentz gestorben ist.Das Sekretsiegel der Kanzlei wird aufgedrückt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 270



1650 Juli 15



Beschreibung : WienKaiser Ferdinand III., König usw., erhebt Winand Hieronymus Raitz v. Frentz und seinen Bruder Arnold, der Stifte Lüttich und Speyer Kanonikus und Kapitular, die einem uralten adeligen Geschlecht entstammen, in den erblichen Reichsfrei-herrenstand angesichts der Dienste, die ihm Winand Hieronymus 1648 bei der Belagerung der Alt- und Neustadt von Prag erwiesen hat, indem er von Anfang bis Ende unter Gestellung von acht Pferden mitgewirkt und sich beim Generalsturm und anderen Angriffen, durch die der Feind aus den Schanzen geworfen wurde, besonders tapfer erwiesen hat. Ferner gestattet er den Brüdern und den ehelichen Erben des Winand Hieronymus ihr bisheriges uraltes Wappen und Kleinod mit Kreuz, Krone, Helm und schwarzem Ochsenkopf mit dem Wappen der ausgestorbenen v. Frentz [so!] zu Schlenderhan, die in einem schwarzen Balken (Straße) drei Goldamseln führten und oberhalb der Krone ein gegen einen dürren Eichenstamm (- stock) gekehrtes Wildschwein, zu vereinigen und das Wappen noch zu vermehren durch einen Rot über Blau geteilten Herzschild mit einem steigenden weißen Löwen darin und mit einem dritten Turnierhelm. Das vermehrte Wappen ist wie folgt zu führen: vom quadrieten Schild ist der hintere Unter- und der vordere Oberteil schwarz mit einem gelben oder goldenen Kreuz, das vordere Unter- und das hintere Oberfeld weiß oder silbern mit einem breiten schwarzen Balken in der Mitte, auf dem drei Goldamseln nebeneinander erschienen. Der in der Mitte des ganzen Schildes stehende Herzschild ist quergeteilt, oben blau oder lasur, unten rot oder rubinfarben, und zeigt einen steigenden goldgekrönten weißen oder silbernen Löwen mit roter Zunge, vorwärts geworfenen Pranken und doppeltem Schweif. Von den drei offenen Turnierhelmen über dem Schild sind die äußeren dem mittleren zugekehrt, und die Helmdecken sind vorn schwarz und weiß, in der Mitte weiß und rot und hinten gelb und schwarz. Jeder Helm trägt über sich eine goldene Königskrone, und auf dieser steht als Helmzier vorne ein schwarzer dem mittleren Helm zugewandter Ochsenkopf mit goldenen Hörnern, hinten ein nach innen gekehrtes schwarzes Wildschwein, das mit den Hinterläufen auf der Krone steht und vor einem dürren Eichstamm in Richtung des mittleren Helmes springt, und in der Mitte ein aufgerichteter goldgekrönter weißer oder silberner Greif mit aufgeschlagenen Flügeln, offenem Schnabel und roter Zunge, der in seiner rechten Vor-derpranke ( - waffe) ein mit der Spitze über sich zum Streich geführtes flammendes Schwert mit goldenem Kreuz und Knopf hält. Das so zusammengesetzte, vermehrte, gezierte und verbesserte freiherrliche Wappen ist in diesen kaiserlichen Brief farbig eingezeichnet. Es soll von genannten Brüdern und allen ehelichen Deszendenten des Winand Hieronymus Raitz v. Frentz allezeit geführt werden. Diese haben zudem das Recht , sich Frei- oder Bannerherren bzw. Fräulein von Frentz von und zu Schlenderhan oder von und zu Kleinenbroich zu nennen oder auch den Namen einer anderen Herrschaft oder eines anderen Schlosses ihres Besitzes in ihren Titel aufzunehmen. Standeserhebung, Wappenbesserung und Namensvermehrung werden hiermit bekannt gemacht allen Kurfürsten, Fürsten, geistlichen und weltlichen Prälaten, Grafen, Freien Herren, Rittern, Knechten, Landmarschällen, Landeshauptleuten, Landvögten, Hauptleuten, Vögten, Pflegern, Verwesern, Amtleuten, Landrichtern, Schultheißen, Bürgermeistern, Richtern, Räten, Herolden, Bewahrern, Bürgern, Gemeinden und überhaupt allen Untertanen des Reiches. Jede Mißachtung wird mit einer Strafe von 100 Mark lötigen Goldes bedroht.Der Aussteller unterschreibt und läßt seine goldene Bulle anhängen; ferner unterschreiben: Ferdinand Graf Khurtz, Wilhelm Schröder und F. [?] Reterlein.Wie folgt beglaubigt: 1672 Juni 4 - Dr. Johann Gabriel Fabri, kurkölnischer Hofrat und Syndikus der rheinischen Ritterschaft des Erzstiftes, beglaubigt die wortgetreue Abschrift nach dem Originaldiplom, das auf Pergament geschrieben ist und ihm in einem mit großen Lettern beschrifteten und in Rot und Gold eingefaßten Band vorgelgt wurde, durch dessen Mitte eine Goldschnur gezogen ist, an der die goldene Bulle des Kaisers hängt. Dr. Fabri unterschreibt und drückt sein Petschaft auf. Ebenso beglaubigt die Richtigkeit durch Unterschrift, Petschaft und Signet der kaiserlich autorisierte und am Reichskammergericht zu Speyer immatrikulierte Notar Heinrich Nothoven von Viersen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 284



1653 Januar 6



Beschreibung : ListringhausenKaspar Christoph und Engelbert v. Neuhof ( Newenhofe) gen. Ley, Gebrüder zu Listringhausen und Badinghagen, vergleichen sich aufgrund der Disposition und Erbteilung ihrer verstorbenen Eltern. Kaspar Christoph erhält erblich den adeligen Sitz Listringhausen, dazu Neuenhaus, Harkenstiel, Deert ( Derhardt), Ober- und Niedergenkel, den freiadeligen Hof Selbach samt allen Büschen, Wiesen und Ländereien in den Kirchspielen Meinerzhagen, Ründeroth und Müllenbach ( Mollenbeck) und ,mit dem Helberg ( Helt-), dem Unnenberg und dem Dannenberg. Engelbert soll zu seinem Kindteil erblich haben den adeligen Sitz Badinghagen mit dem Hof Hesmicke und allen Zubehör und Recht im Kirchspiel Meinerzhagen, das adelige kurbrandenburgische Lehen zu Lieberhausen, die angekauften und angetauschten Erbgüter, Büsche, Wiesen und Ländereien in den Kirchspielen Lieberhausen und Wiedennest bis hin zur Agger (Aker) und die Ansprüche auf den adeligen Sitz Listerhof mit der zugehörigen Jagd und den Fischereien. Außerdem werden ihm zugeteilt das Gut in Dahl zu Müllenbach mit aller Pfandschaft auf Obernhagen ( Uber-) und Kaukenberg (Kuckkukes-), die Hecken und Wiesen in der Dahlbeck auf den Kuckucksberg zu, auch das Gütchen zu Karbecke. Was an Büschen bei Genkel und zu Unnenberg, bei Düstersiepen, Vorder- und Hinter-Wülbeck (Wollenbeck) sowie Dannemicke liegt, soll Kaspar Christoph, der elterlichen Disposition entsprechend, bei Listringhausen halten. Den Eheleuten Engelbert v. Neuhof gen. Ley und Margarete v. [Scheid gen.] Weschpfennig war beim Heiratsvertrag ein Zimmer auf dem Sitz Listerhof eingeräumt worden, das sie aber nicht zu nutzen vermögen; ferner hat Engelbert das Gut Frömmerbach, das ihm laut elterlicher Disposition zugestanden hätte, aufgeben müssen; weiterhin hatten besagte Eheleute von seiner Schwester Elisabeth geb. Schell ( Scheele) 199 Rtl. entliehen, die diese testamentarisch dem Engelbert zediert hat. - Diese drei Positionen haben die Gebrüder bei folgender Aufteilung berücksichtigt, so daß Engelbert vorab erhält die beim Rentmeister zu Hörde Wilhelm Mascherel ausstehenden 100 Rtl., eine Obligation des Engelbert Stuppert über 180 Rtl., einen Schuldschein des Hermann oben dem Wege über 52 Rtl. und 39 Albus, eine Obligation des Nikolaus Hackenbrg über 25 Rtl., die Forderungen an Adolf auf dem Unnenberg über 13 Rtl., an Peter zur Krummike über 25 Rtl., herrührend aus einem durch Johann Kluten zedierten Schuldschein, und an Rötger zu Badinghagen über 15 Rtl., dazu noch die Wiese zum Kotten für 25 Rtl. Andererseits hat Kaspar Christoph zum Besten auch seines Bruders 123 Rtl. zu Kleve vorgeschossen, und er ist mitberechtigt an den bereits 64 Rtl. betragenden Zinsen aus den beagten 200 [!] Rtl., die Jungfrau Schell dem Engelbert vermachte. Dieserhalb erfolgt nun ein Ausgleich, und Kaspar Christoph erhält außerdem zwei Obligationen, durch die Jakob auf der Taschen insgesamt 50 Rtl. Kapital schuldet. Die Brüder werden die ihre nunmehrigen Güter betreffenden Briefe und Siegel austauschen und einander Währschaft leisten. Da Harkenstiel und Deert als Lehen der Herrn v. Hatzfeldt zu Wildenburg neu zu empfangen sind, soll und darf Kaspar Christoph die Lehngebühren aus den noch ungteilten Rentverschreibungen entrichten. Da das Gut zum Obernhagen aus gemeinschaftlichen Mitteln erworben wurde, erhält Kaspar Christoph zum Ausgleich eine Obligation des Peter Schmitt zu Niedegenkel über 25 Rtl. und verzichtet auf die ihm zustehende Quote auch hinsichtlich der Baukosten des Donnershammers. Die Behandigungsbriefe wegen Badinghagen sind auf Kaspar Christoph mitausgestellt; um künftigen Mißverständnisssen vorzubeugen, verzichtet er erblich darauf, ausgenommen für den Fall, daß sein Bruder Engelbert oder dessen Erben kinderlos, aber noch im Besitz v. Badinghagen sterben sollten. Die bewegliche Habe wie Leinen und Wollzeug, Betten, Silber, Kleidung, Schmuck, Zinn, Kupfer, Eisenzeug, kurzum alle häuslichen Mobilien, sind bereits aufgeteilt, und jeder der beiden Brüder hat eine entsprechende Aufstellung erhalten. Was an ausstehenden Geldern und Obligationen noch ungeteilt ist, soll eingetrieben und nach beiderseitigen Dafürhalten verwandt werden. Das Vieh ist, der elterlichen Disposotion entsprechend, aufgeteilt worden, wobei das, was auf den Sitzen Listringhausen und Badinghagen aufstand, dort belassen wurde. Engelbert hat zwei Kühe von Badinghagen nach Listringhausen gebracht und drei Kälber sowie zwei Säugkälber mitgenommen, so daß dem Engelbert noch fünf Kühe zustehen. Diese soll und will ihm sein Bruder innerhalb von zwei Jahren zukommen lassen. Obwohl die elterliche Disposition eine Instandsetzung des Donnershammers vorsah und bestimmte, daß er dann Badinghagen zukommen solle, wenn zu Listrinhausen ein anderer Hammer erbaut sein würde, einigen sich die Brüder darauf, daß Engelbert bereits jetzt auf den Donnershammer verzichtet; er behält aber das Vorkaufsrecht, falls sein Bruder veräußern will. Die elterlichen Schulden, insbesondere die restliche Brautschatzforderung ihrer Schwester [Elisabeth Margarete], Frau zu Eibach, und das den Armen zu Meinerzhagen zustehende Vermächtnis, bleiben Sache beider Brüder. Stirbt einer ohne Leibeserben, erbt der überlebende Bruder; doch steht beiden jederzeit freie, auch testamentarische Disposition zu. Die Klosterhöfe bleiben gemeinschaftlicher Besitz und sollen zur Tilgung der im Lande von Kleve noch offenstehenden Schulden dienen; sind die Schulden abgetragen, wird mit den Höfen verfahren, wie es die elterliche Disposition vorsieht. Hinsichtliche der Lehen Harkenstiel und Deert behalten Engelbert und seine Erben das Näherrecht für den Fall, daß Kapar Christoph oder dessen Erben kinderlos sterben. Die bei Teilung des Hausrates vergessenen Objekte werden so geteilt, daß Kapar Christoph die Seiden- und Wollvorhänge sowie den Holzwagen übernimmt und Engelbert die Kutsche mit dem zugehörigen Geschirr erhält. Wegen der Verpflichtung, dem Arnold aus der Genkel und seiner Frau den Lebensunterhalt auf Lebenszeit zu gewähren, weil diese gegen solche Zusage den verstorbenen Eltern v. Neuhof gen. Ley ihr Gut zu Genkel aufgetragen hatten, hat Engelbert seinem Bruder jährlich auf Martini drei Mlt. Hafer beizusteuern, solange beide Eheleute leben; stirbt Arnold oder seine Frau, ist nur noch die Hälfte davon zu entrichten, und bei Tod beider Eheleute entfällt die Abgabe.Es werden zwei gleichlautende Ausfertigungen geschrieben und beide unterschrieben durch die Gebrüder v. Neuhof gen. Ley, durch Christoph Friedrich [v. Vittinghoff gen.] Schell und durch Johannes Lemmer, Pastor zu Meinerzhagen, von denen die drei Erstgenannten auch petschieren.Nachtrag: Der bei der Teilung vergessene Sundhof wird erblich dem Kaspar Christoph als ältester Sohn überlassen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 3) Kasten 29
U 299/3
Bemerkung : Beglaubigte Abschr. (18 Jh.), Pap. in Kasten 67, Akte 20Ausf., Pap. in Kasten 29



1653 Juni 9



Beschreibung : DüsseldorfPhilipp Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, Graf usw., gibt Mitteilung an seine adeligen Landsassen, seine Schultheißen, Kellner, Gerichtsschreiber, Bürgermeister, Schöffen und Geschworenen sowie an alle Untertanen zu Porz, Bensberg und Mülheim: Nachdem durch Tod seines Vaters, des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm, Herzogs usw., alle Beamten und Diener entpflichtet und damit bei seinem Regierungsantritt alle Ämter wieder zu besetzen waren, wird hiermit Adolf v. Katterbach aufs neue zum Amtmann zu Porz, Bensberg und Mülheim bestellt unter Bestätigung seines bisherigen Jahresgehalts.Aussteller unterschreibt und läßt das Sekretsiegel aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 312



1654 Januar 3



Beschreibung : Haus DroveGerhardine v. Frankeshoven, Witwe des Arnold Heinrich v. Wevorden, Herrn zu Drove, und jetzige Ehefrau des Heinrich v. Haeften, einigt sich mit ihrem Sohn Johann Werner v. Wevorden, Herrn zu Drove, und dessen nachbenannten Vormündern. Sie überläßt ihm alle seine väterlichen Güter unter dem Vorbehalt ihrer Leibzucht auf Lebenszeit; sie behält den Hof zu Meckenheim mit seinem Zubehör, wobei sie auch die Jahrrente übernimmt, die von den 1000 auf den Hof verschreibenen Tl. zu zahlen ist. Da die Mutter zur Tilgung der auf den Droveschen Gütern vor ihrer Heirat lastenden Schulden 4000 Tl. aufgewandt hat, soll der Sohn ihr unter Verpfändung seiner Güter jedes Jahr in ein von ihr zu nenendes Haus zu Düren 200 Tl. zahlen. Wenn beim Hause Drove vier Fuder Wein eingebracht werden, soll die Mutter auf Lebenszeit ein Fuder erhalten; gibt es nur zwei Fuder, dann erhält der Sohn vorab zwölf Milchkühe und 16 Schafe; alles übrige wird hälftig geteilt, ausgenommen das, was von Seiten des Herrn v. Haeften stammt. Bis zum Juni wollen Mutter und Sohn noch beieinander wohnen. Wenn die Mutter dann auszieht, soll sie ihrem Sohn zurücklassen Speck, Schinken und Hauptstücke von drei geschlachteten Schweinen, zwölf Malter Roggen, einen Malter Erbsen, einen halben Malter Weizen und fünf Malter Gerste, ferner alle Karren und Wagen, alles, was zum Ackerbau benötigt wird, und das Zaumzeug bis auf das für zwei Pferde. Die von der Mutter während ihres Witwenstandes und bis heute erworbenen Wiesen und Ländereien sollen beim Hause Drove und also dem Sohn verbleiben; dafür behält die Mutter die in der Herrschaft noch ausstehenden Guthaben und alles Rindvieh. Die aufstehende Saat gehört dem Sohn, der seinerseits auch die fälligen Abgaben zu zahlen hat. Ferner hat er an rückständigen Renten zu zahlen bei den Armbergster Erben 150 Reichstl., bei Krulsten 200 gemeine Tl. und beim Burggrafen zu Heimbach 100 Reichstl.; was darüber hinaus ausstehen sollte, zahlt die Mutter, ebenso alle Schulden, die sie als Witwe und in späteren Ehen gemacht hat. Was an Zinsen von den 1000 Tl. aufgelaufen ist, die auf dem Meckenheimer Hof stehen, hat der Sohn zu übernehmen von der Zeit an, da er den Hof in Nutzung nahm, bis heute. Nach Tod der Mutter, jedoch auch erst dann, wenn er den Meckenheimer Hof wieder übernimmt, hat er das abzustatten, was ihren Kindern aus der zweiten Ehe mit Anton de Asseliers entsprechend ihrer Heiratsverschreibung mit ihrem ersten Ehemann Arnold Heinrich v. Wevorden zusteht. Sollte der Sohn unverheiratet und ohne Hinterlassung ehelicher Erben vor seine Mutter sterben, kann sie wieder die Droveschen Güter zur Leibzucht übernehmen. Die von ihr vorgeschossenen 4000 Tl. und alle während ihres Witwenstandes und danch erworbenen Güter und abgelösten Obligationen, die nachfolgend spezifiziert werden, stehen dann ihren Erben zu, die auf den Drovschen Gütern bleiben sollen, bis alle aufgebrachten Gelder erstattet sind. Wer den Vertrag bricht, hat 1000 Goldgl. zu zahlen, davon je ein Drittel an den Fiskus, an die Armen und an die adeligen Vermittler dieses Vertrages. Es folgt die angekündigte Zusammenstellung der durch die Mutter angekauften Ländereien und abgelösten Schulden. Danach hat sie gekauft: Von Schultheiß, Schöffen und Geschworenen des Kirchspiels Kreuzau etwa vier Morgen und drei Viertel Wiese zu Voilstein, von Christian Jan etwa drei Morgen Wiese ebenda, von Philip Schelle etwa fünf Viertel Ackerland oberhalb Dirkes Wiese neben Jakob Kallert, von Kniprhat einen halben Morgen und von Degen Macherey ein Viertel ebenda, von Philipp Scharle sieben Viertel Ackerland am Weingartenweg neben Jakob Kallert, drei Viertel Ackerland an der Gasse und ein Viertel Garten neben St. Annen-Garten, von Christian Jan ein Viertel Baumgarten im Dorf neben Jakob Kallert und der Gasse, die zur Cumm führt, sowie von Gielen Hecker einen halben Morgen Ackerland im Langerodt. Eingelöst hat sie zwei Morgen Wiese zu Rath neben Junker Binsfeld, die durch ihren verstorbenen Ehemann Arnold Heinrich v. Wevorden, Herrn zu Drove, für 200 Tl. an Christian von Üdingen ( Uding) versetzt worden waren, sodann den Nidegger Zehnt durch Zahlung von 935 Gld. und 1 ¿ Albus kölnisch an Heinrich Klein zu Nideggen. Ferner hat sie bezahlt an den Lizentiaten Gipenbusch wegen einer Schuld aus dem zwischen dem verstorbenen Hans Degenhard und Arnold Heinrich, Herren zu Drove, vereinbarten Abstandsvertrag. Letztlich hat sie bei Wilhelm Lorbach zu Düren mit 424 gemeinen Tl. den Drover Zehnt ausgelöst.Neben Mutter und Sohn unterschreiben und siegeln Heinrich v. Haeften und Philipp v. Brachel.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 11
U 322
Bemerkung : Abschr. (von 1725), Pap. in Kasten 9, Akte 22



1654 November 4



Beschreibung : Schloß GimbornNachdem Johann Adolf, Graf zu Schwarzenberg, Herr zu Hohenlandsberg, Gimborn und Murau, Ritter vom Goldenen Vließ, vor kurzem das adelige Gut Ley (zur Leyen) mit dessen Zubehör durch einen Erbwechselvertrag mit den Erben zur Ley an sich gebracht und es dabei übernommen hat, die auf den Gütern stehende Schuld von 350 Reichstalern an die Brüder von der Ley zu Listringhausen anzuführen, wird jetzt zwischen den gräflichen Beamten und den Gebrüdern folgende Vereinbarung getroffen: Der Graf wird den Gläubigern am 1. Mai 1655 eine Summe von 600 Reichstl. und weitere 400 Reichstl. entweder zur gleichen Zeit oder doch innerhalb des folgenden Vierteljahres ohne Zinsen zahlen. Für die übrigen 2500 Reichstl. wird den Gläubigern zu Unterpfand gesetzt und wirklich eingeräumt das zur Ley gehörige freiadelige Gut Büchlerhausen ( Bocklerß-), wobei Jagd, Fischerei und Holz, das nötige Brenn- und Zaunholz ausgenommen, dem Grafen vorbehalten bleiben. Die Pacht, die der jetzige Halfe oder ein anderer entrichtet, steht den Gläubigern allein und ohne Abrechnung zu, doch kann das Gut, sofern ein Vierteljahr zuvor gekündigt wird, jederzeit mit 1900 Reichstl. eingelöst werden. Zu gleichen Bedingungen wird den Gläubigern weiterhin der freie Hof Dannenberg eingeräumt, der entsprechend mit 600 Reichstl. eingelöst werden kann. Beide Güter sollen bei der jetzigen Übertragung durch Unparteiische besichtigt und bei der Einlöse dann in gleichem Zustand zurückgegeben werden. Nach Zahlung der 3500 Reichstl. haben die Gläubiger keinerlei Ansprüche mehr an die Güter und müssen alle betreffenden Urkunden herausgeben. Von vorstehender Vereinbarung werden zwei Ausfertigungen geschrieben, von Seiten des Grafen, der sich die Ratifizierung ausdrücklich vorbehalten hat, und seinen Beamten und andererseits von den Gläubigern unterschrieben und allerseits durch Aufdrücken der Petschaften bekräftigt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 324



1654 November 13



Beschreibung : SchwarzenbergJohann Adolf, Graf zu Schwarzenberg, Herr zu Hohenlandsberg, Gimborn und Murau, Ritter vom Goldenen Vließ, bezeugt, daß sein Rat und Amtmann zu Gimborn Adam Wiedenfeld mit den Gebrüdern Kaspar Christoph und Engelbert v. Neuhof (Newenhoff) genannt Ley wegen einer Schuldforderung von 3500 Reichstalern, die diesen aus dem adeligen Gut Ley (zur Leyen) im Amt Neustadt zusteht, einen nachfolgend eingerückten Vergleich geschlossen hat. Es folgt die Urkunde vom 4. Nov. 1654 - s. daDa ihm dieser Vergleich in allen Punkten und Klauseln genehm ist, approbiert und ratifiziert er ihn hiermit durch Unterschrift und Aufdrücken seines gräflichen Siegels.Rv.: Contract per 3500 Reichstahler, welche tit. her graf, hernachmaliger fürst zu Schwarzenbergh, dennen gebrüderen Caspar Christoph und Engelbert vam Neuhof genant Ley zu abtrettungh ihrer forderungh auf ihr uhraltes stambhauß zur Leyen ahn der aacher hergebenn.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 326/1
Bemerkung : Auszugsweise Abschrift, Papier



1654 November 13



Beschreibung : SchwarzenbergJohann Adolf, Graf zu Schwarzenberg, Herr zu Hohenlandsberg, Gimborn und Murau, Ritter vom Goldenen Vließ, bezeugt, daß sein Rat und Amtmann zu Gimborn Adam Wiedenfeld mit den Gebrüdern Kaspar Christoph und Engelbert v. Neuhof (Newenhoff) genannt Ley wegen einer Schuldforderung von 3500 Reichstalern, die diesen aus dem adeligen Gut Ley (zur Leyen) im Amt Neustadt zusteht, einen nachfolgend eingerückten Vergleich geschlossen hat. Es folgt die Urkunde vom 4. Nov. 1654 - s. daDa ihm dieser Vergleich in allen Punkten und Klauseln genehm ist, approbiert und ratifiziert er ihn hiermit durch Unterschrift und Aufdrücken seines gräflichen Siegels.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 326/2
Bemerkung : Ausf., Papier in Kasten 11



1657 April 30



Beschreibung : Wienand Hieronymus Frh. [Raitz] v. Frentz, Herr zu Schlenderhall [!], Kleinenbroich, Kellenberg, Erbach und Grombach, Erbburggraf des Erzstifts Köln, Herr zu Odenkirchen und pfalzneuburgischer Amtmann zu Bergheim, und seine Ehefrau Lambertina Freifrau v. Werth verkaufen für hiermit quittierte 1.600 Rtl. in specie an Dr. jur. Gerwin Horn gen. Goldschmidt und dessen Ehefrau Maria Magdalena Schlaun eine Jahrrente von 80 Rtl., die diese jeweils am 1. Mai, erstmals im folgenden Jahr, in Köln auszuzahlen ist. Zur Sicherstellung sollen der derzeitige Rentmeister zu Kellenberg Johann Virschen bei Ausfertigung dieses Vertrages und künftige Rentmeister bei Antritt ihrer Verwaltung geloben nichts abzuführen, bevor die Jahrrente entrichtet ist. Zu Unterpfand stellen die Rentverkäufer ihr freiadeliges Haus Kellenberg mit allem Zubehör. Die Rente kann, sofern ein halbes Jahr zuvor gekündigt wird, jederzeit mit 1.600 Rtl. eingelöst werden.Die ausstellenden Eheleute unterschreiben und hängen ihre Siegel an; ferner unterschreiben auf Bitten der Aussteller und zum Zeugnis dafür, daß Haus Kellenberg weder belastet noch lehnrührig noch kurmutpflichtig ist, der Schultheiß Johann Goswin v. Nickel zu Koslar ( Gosseler) sowie die Schöffen des Gerichts zu Barmen Matthias Durbaum, Mewes Creutz und Lenart Platzdecker; diese hängen ihr Amtssiegel an. Johann von [!] Viersen, der Verwalter des Hauses Kellenberg, setzt seinen Stempel unter den Vertrag, weil er des Lesens und Schreibens unkundig ist.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 2) Kasten 11
U 342
Bemerkung : Ausf., Perg. in Kasten 39



1685 August 22



Beschreibung : Reinoldus, Abt von St. Pantaleon in Köln, bekundet durch Transfix, daß heute der wohlgelehrte Herr Wilhelm Schefer vor ihm erschienen sei, eine durch Georg Adolf v. Nagel, Herrn zu Gaul, Herl und Leuscherath (Lutzenrodt), unterschriebene und mit Petschaft versehene Vollmacht übergeben und für diesen um Belehnung mit dem durch Tod seines Vorgängers, des Abtes Ägidius Romanus, heimgefallenen Lehen im Königsforst, die Flebach genannt, gebeten habe. Nachdem der Bevollmächtigte den ihm vorgelesenen Lehnseid geleistet hat, wird ihm die Neubelehnung erteilt.Der Aussteller hängt sein gewöhnliches Abtssiegel an im Beisein seiner Lehnsmannen, des Wilhelm Sax, Rektors zur Weidenbach, und des Johann Engelskirchen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 354



1660 Februar 10



Beschreibung : SchlenderhanWinand Hieronymus Freiherr v. Frentz zu Schlenderhan, Herr zu Odenkirchen und Grombach, und seine Ehefrau Lambertina geborene Freiin v. Werth verpachten an Johann Cappeln von Meer und dessen Ehefrau Anna Gielen ihren freiadeligen Hof zu Huppelrath im Kirchspiel Mündt bei Jackerath (Gacharath), beginnend auf Cathedra Petri des lfd. J.s. Die jeweils auf Martini, und zwar erstmals 1661 fällige Jahrespacht beträgt 38 Malter und sechs Faß Roggen, zwei Malter Weizen, 12 Malter Gerste, sechs Malter Hafer, ein Malter Erbsen, zwei Schweine und 100 Pfund Butter; alle Abgaben sind nach Köln zu liefern. Außerdem haben die Pächter ein Rind den Winter über zu versorgen oder für den Fall, daß ihnen keines geschickt wird, einen Dukaten zu zahlen. An die Kirche zu Mündt müssen sie zudem jedes Jahr zehn Viertel Roggen entrichten, und die Steuern auf Gewinn und Gewerb haben sie allein zu tragen. Der Pachtzettel soll von beiden Parteien unterschrieben und durch Aufdrücken der Petschaften beglaubigt werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 363/1
Bemerkung : Abschrift der vom Verpächter unterzeichneten Gegenurkunde, vermutlich von der Hand des Pächters, Papier in Kasten 11



1660 Februar 10



Beschreibung : SchlenderhanWinand Hieronymus Freiherr v. Frentz zu Schlenderhan, Herr zu Odenkirchen und Grombach, und seine Ehefrau Lambertina geborene Freiin v. Werth verpachten an Johann Cappeln von Meer und dessen Ehefrau Anna Gielen ihren freiadeligen Hof zu Huppelrath im Kirchspiel Mündt bei Jackerath (Gacharath), beginnend auf Cathedra Petri des lfd. J.s. Die jeweils auf Martini, und zwar erstmals 1661 fällige Jahrespacht beträgt 38 Malter und sechs Faß Roggen, zwei Malter Weizen, 12 Malter Gerste, sechs Malter Hafer, ein Malter Erbsen, zwei Schweine und 100 Pfund Butter; alle Abgaben sind nach Köln zu liefern. Außerdem haben die Pächter ein Rind den Winter über zu versorgen oder für den Fall, daß ihnen keines geschickt wird, einen Dukaten zu zahlen. An die Kirche zu Mündt müssen sie zudem jedes Jahr zehn Viertel Roggen entrichten, und die Steuern auf Gewinn und Gewerb haben sie allein zu tragen. Der Pachtzettel soll von beiden Parteien unterschrieben und durch Aufdrücken der Petschaften beglaubigt werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 363/2
Bemerkung : Ausf., Papier, mit den Unterschriften der Pächter, unbesiegelt in Kasten 11



1661 Mai 2



Beschreibung : KölnWinand Hieronymus Freiherr v. Frentz und seine Ehefrau Lambertina Freiin v. Werth, Herr und Frau zu Odenkirchen, vermieten ihren Stommeler Hof auf dem Büchel zu Köln auf zwölf Jahre an den Kaufhändler Jakob Becks und dessen Ehefrau Maria Levering. Die Vermieter haben, ihrer Zusage entsprechend, das Haus, insbesondere Türen und Fenster, instandsetzen zu lassen und werden das Tagwerk des Hauses jedes Jahr, üblichem Brauch entsprechend, durch einen Leiendecker in Ordnung bringen lassen. Die Mieter haben jeweils am 1. Mai 80 Reichstaler zu zahlen, das Haus in gutem Zustand zu halten und es nach Ablauf der zwölf Jahre ohne Schäden und ausgeräumt zu verlassen. Der Vertrag soll beiderseits unterschrieben und durch Aufdrücken der Petschaften bekräftigt werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 376



1661



Beschreibung : SchlenderhanWinand Hieronymus Freiherr v. Frentz zu Schlenderhan, Herr zu Odenkirchen und Grombach, Erbburggraf des Erzstifts Köln, pfalzneuburgischer Kämmerer und Amtmann zu Bergheim, und seine Ehefrau Lambertina geborene Freiin v. Werth verpachten erblich an die Gebrüder Johann und Heinrich Schauff den am großen Baumgarten und untersten Weiher zu Quadrath gelegenen Kamp von drei Morgen, auf dem die Pächter ein Gebäude zu errichten gelobt haben. Als Erbpacht sind von 1662 an jeweils auf Martini zwei Malter Roggen an das Haus Schlenderhan zu liefern, außerdem ist 1 kölnischer Gulden zu 24 Albus an die Kirche in Quadrath zu zahlen. Es werden zwei gleichlautende Ausfertigungen geschrieben und von den Verpächtern mit ihren Petschaften beglaubigt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 385



1662 Dezember 30



Beschreibung : DüsseldorfPhilipp Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, Graf usw., erklärt, sein verstorbener Vater habe dem Johann Adam v. Siegenhoven genannt Anstel das Dorf Niederaußem im Amt Bergheim mit der Jurisdiktion und mit Schatz und Diensten, ferner den Schatz der Dörfer Oberaußem und Glessen samt dem Dienst des Klarenhofes zu Holtrop und die Erbbüsche an der Bethlehemer Heide für ein Darlehen von 6.000 Reichstl. eingeräumt. Da er, der Aussteller, eine Ablöse für nützlich erachtet, habe er Johann Wilhelm v. Goltstein, seinen Geheimen Rat, Generalfeldzeugmeister, Gouverneur zu Düsseldorf und Amtmann zu Wilhelmstein, um leihweise Überlassung von 4.000 Reichstl. ersucht, und dieser habe der Bitte entsprochen. Dafür werden ihm hiermit die Bethlehemer und Bergheimer Büsche pfandweise überlassen, die v. Anstel für 2.340 Reichstl. hatte und die ohne die den Observanten zum Bau von Kirche und Kloster zugestandenen 6 Morgen noch 382 Morgen umfassen. Die Büsche sind in gutem Zustand zu halten; dem Kellner zu Bergheim und dem adeligen Haus Holtrop bleibt der Weidegang für das Vieh vorbehalten. Eine Ablöse soll während der folgenden zwölf Jahre nicht erfolgen, ist dann aber nach Kündigung ein halbes Jahr vor dem 1. September jederzeit durch Rückzahlung der 4.000 Reichstl. möglich. Weil v. Goltstein bereits früher die Jagd und der Krammetsvogelfang am Orte zugestanden wurde, wird ihm jetzt gestattet, im besagtem Busch, nämlich nahe dem Franziskanerkloster Bethlehem, etwa 2i Morgen zu roden und dort ein Jägerhäuschen zu bauen. Bei der Ablöse soll ihm Platz und Häuschen erblich verbleiben.Der Aussteller unterschreibt und läßt sein Siegel aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 396



1665 November 6



Beschreibung : SchlenderhanDie Eheleute Winand Hieronymus Freiherr v. Frentz ( Frens) und Lambertina geborene Freiin v. Werth errichten ihr Testament. Beide möchten nach katholischem und adeligem Brauch beigesetzt werden; der überlebende Ehepartner soll alsbald für den Erstverstorbenen 300 Seelenmessen lesen lassen und sieben Malter Roggen für die Armen geben. Stirbt der Letzlebende von ihnen, hat der Inhaber des Hauses Schlenderhan gleichfalls 300 Messen lesen zu lassen und sieben Malter Roggen zu geben. Ferner soll der überlebende Ehepartner bzw. nach dessen Tod der Inhaber von Schlenderhan eine wöchentliche Freitagsmesse zu Quadrath halten lassen, wofür dem Priester dort jährlich 25 Reichstl. aus Schlenderhan zu entrichten sind. Alle bisherigen Dispositionen, auch die der Ehepakten, werden aufgehoben, soweit sie diesem Testament widersprechen. Der Erzbischof erhält zum Bau der Kölner Domkirche eine Turnose. Zu ihren Erben bestimmen die Asussteller ihre jetzigen und künftigen Kinder, wobei dem ältesten Sohn das Erstgeburtsrecht zusteht und die von ihren Kindern, die sich nicht mit Ritterbürtigen verheiraten oder in den geistlichen Stand eintreten, mit dem zufrieden sein müssen, was ihnen laut kölnischer Ordnung durch besondere Disposition zugestanden wird. Die Kinder sollen sich wie liebende Geschwister verhalten und Bürg- wie Vormundschaften nicht ohne obrigkeitliche Anordnung übernehmen. Dem überlebenden Eheparner verbleibt das Recht, über alle Güter zum Nutzen der gemeinsamen Kinder zu disponieren, und auch dieses Testament kann von den Eltern jederzeit teilweise oder insgesamt widerrufen werden. Die Erbquote von Söhnen, die kinderlos sterben, fällt anteilig den anderen Söhnen zu. Die beiden Aussteller unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf. Weiterhin unterschreiben und siegeln der Notar Wilhelm ... [Schrift erloschen] und zwei Zeugen [Namen erloschen bzw. durch Abriß des Seitenendes fehlend].
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 418



1668 Februar 25



Beschreibung : SchlenderhanWinand Hieronymus Freiherr v. Frentz zu Schlenderhan, Herr zu Odenkirchen, Kellenberg und Kleinenbroich, Erbburggraf des Erzstifts Köln, pfalzneuburgischer Kämmerer und Amtmann zu Bergheim, und seine Ehefrau Lambertina Irmgard geborene Freiin v. Werth verpachten erblich an die Eheleute Constantin Weidenfeld und Maria Henrichs ein Landstück von 3 Morgen mit dem Busch im Eichendorfer Feld, der Hasenwinkel heißt. Es handelt sich um freiadeliges Land, dem Frentzer Busch von 100 Morgen und Land des Martin Colsch und das keine Abgaben zu leisten hat außer der dreißigsten Garbe als Zehnt. Die von 1669 an jeweils auf Remigius fällige und an das Haus Schlenderhan zu entrichtende Pacht beträgt 3 kölnische Taler zu je 52 Albus. Die beiden gleichlautenden Ausfertigungen sollen von beiden Seiten unterschrieben und von den Verpächtern mit ihren Petschaften bekräftigt werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 510



1669 März 28



Beschreibung : Ägidius, Abt von St. Pantaleon in Köln und Lehnsherr der Mannkammer daselbst, bekundet, Matthias Freiherr v. Nagel zur Gaul, zu Herl und Leuscherath (Lutzenraid), Obristwachtmeister, sei persönlich vor der Mannkammer erschienen und habe erklärt, ihm sei von den Eheleuten Wolfgang Günter Frh. v. Norprath und Anna Elisabeth v. Bawir zu Frankenberg das von besagter Mannkammer lehnrührige Gut Flebach (die Vliebach) übertragen worden. Er habe gebeten, das von Johann Peter Nepes, dem Gerichtschreiber zu Porz (Pfortz), mitunterschriebene Transaktionsdokument zu ratifizieren und dann seinen Sohn Georg Adolf v. Nagel für sich und dessen Brüder zu belehnen. Obwohl das Lehnsrecht eine vorhergehende Zustimmung zur Übertragung erfordert hätte, entspricht der Aussteller dem Ersuchen unter der Bedingung, daß dem Vater die Leibzucht vorbehalten bleibt, das Lehen ohne vorherige Zustimmung weder geteilt, belastet noch veräußert und alles Recht wegen des Gutes ausschließlich vor der Mannkammer gesucht wird, unbeschadet auch der Rechte, die dem Tempelgericht zu Deutz wegen zweier Hofstätten zu Rath zustehen. Der Aussteller hängt sein Siegel an, und mit ihm siegeln Jakob v. Wolfskehl, der freien Reichsstadt Köln Rentmeister, als Lehn- und Mannrichter sowie die Lehnsmannen Johann Flaßhoven, Rektor zur Weidenbach, und Johann Junkersdorf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 521



1671 April 17



Beschreibung : Haus SchlenderhanWinand Hieronymus Freiherr v. Frentz zu Schlenderhan, Odenkirchen, Grombach und Kellenberg, pfalzneuburgischer Kämmerer und Amtmann zu Bergheim, und seine Ehefrau Lambertina geborene Freiin v. Werth (Wirth) bekunden, am 1. August 1670 dem Gerichtsschreiber der Stadt, des Hauptgerichts wie des Amtes Jülich, Herrn Dr. jur. Ignatius Cloet und dessen Ehefrau Anna Maria Mack eine Jahrrente von 50 Reichstl. für 1000 Reichstl. verkauft zu haben, und zwar laut der Pfandverschreibung, die am 5. gleichen Monats durch Schultheiß und Schöffen zu Barmen im Amt Jülich gerichtlich bestätigt wurde. Nunmehr haben sie besagten Eheleuten gegen hiermit quittierte 600 Reichstl. eine weitere Jahrrente von 30 Reichstl. verkauft, die von St. Anna des folgenden Jahres an zusammen mit der erst-genannten Jahrrente von der Rentmeisterin und Pächterin ihres Hauses Kellenberg Johanna Katharina Graften, Witwe des Engelbert von Viersen (Virschen), nach Jülich oder Köln gezahlt werden soll. Die genannte Rentmeisterin hat sich zur Zahlung vor Gericht zu verpflichten, und eventuelle Nachfolger haben dies gleichfalls zu tun. Zur Sicherung der Zahlungen verpfänden die Aussteller die von Haus und Gütern zu Kellenberg einkommende Pacht von jährlich 500 Reichstl., und zur Sicherung des Kapitals stellen sie neben den bereits verschriebenen 24 und acht Morgen jetzt zu Unterpfand zwei Äcker von zwölf und sieben Morgen im Barmer Feld, die beide weder lehnrührig noch kurmutpflichtig und unbelastet sind. Schultheiß und Schöffen zu Barmen sollen auch die jetzige Verschreibung gerichtlich bestätigen.Die Aussteller unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 537



1672 Februar 8



Beschreibung : BergheimDr. jur. Wilhelm Heinrich Bertrams, pfalzneuburgischer Vogt der Stadt und des Amtes Bergheim, Matthias Bürvenich ( Burverich), Peter Klew, Konrad Hochhausen, Heinrich Frincken und die übrigen Schöffen des Gerichts in der Lohe bezeugen, daß vor ihnen der wohlgeborene Herr Jakob v. Schiederich ( Schlei-), sein Sohn Dietrich Michael und seine Tochter Katharina Anna Walburgis, einem Anerbieten vom 13. Januar d. J.s entsprechend, dem Johann Meul, Bürger und Handelsmann zu Köln, und dessen Ehefrau Maria Hormann acht Morgen freiadeligen Landes am Berrendorfer (Her-) Weg, begrenzt vom Weybach und von Wamsbachs elf Morgen, zur völligen Eigennutzung übertragen haben, bis das bar und zinslos ausgeliehene Kapital von 210 Reichstl. gänzlich erstattet ist. Der Vogt bekräftigt mit seinem eigenen und die Schöffen bekräftigen mit ihrem Amtssiegel.Anm.: Unter der Abschrift ist angegeben, daß die Ausfertigung vier Siegel hatte.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 543



1674 Mai 23



Beschreibung : KölnMaximilian Heinrich, Erzbischof zu Köln, des Hl. Römischen Reiches durch Italien Erzkanzler und Kurfürst, Bischof zu Hildesheim und Lüttich usw., bewilligt der Lambertina Irmgard Freiin v. Frentz geb. Freiin v. Werth, die ihn in Abwesenheit ihres Ehemanns, seines Burggrafen zu Odenkirchen Winand Hieronymus Freiherrn v. Frentz zu Schlenderhan, jedoch mit dessen Zustimmung darum gebeten hat, auf das von seinem Erzstift lehnrührige Burghaus und die Herrlichkeit Odenkirchen 3000 Tl. auf-zunehmen. Er stellt zur Bedingung, daß derjenige, der die Gelder vorschießen wird, seiner Hofkanzlei in Bonn namhaft gemacht, dieser eine Kopie der Verschreibung übersandt und die Belastung binnen der folgenden zwölf Jahre abgelöst wird; anderenfalls sollen Burghaus und Herrlichkeit als Lehen eingezogen werden.Der Aussteller unterschreibt und läßt sein Sekretsiegel aufdrücken; mitunterschrieben: Schönheim.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 553



1676 März 12



Beschreibung : DüsseldorfPhilipp Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg Graf usw., gibt Mitteilung an seine jülich- und bergischen Kanzler, Geheimen Hof- und Kammerräte, ferner den Schultheißen, Richtern, Rentmeistern, Gerichtsschreibern, Schöffen, Vorstehern, Boten und überhaupt allen Untertanen seiner beiden Ämter Hückeswagen und Bornefeld, daß er nach Tod seines Geheimen und Regierungsrates, bergischen Marschalls ud Amtmanns zu Hückeswagen und Bornefeld Ludger Frh. v. Winkelhausen zu Kalkum seinem Obristen zu Pferd Matthias v. Nagel zum Amtmann beider genannter Ämter eingesetzt hat.Der Aussteller unterschreibt und läßt das Sekretsiegel seiner Geheimen Kanzlei aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 570



1676 Mai 30



Beschreibung : Abtei BurtscheidArnold Freiherr v. Frentz, Domküster zu Speyer und Kanonikus des Ritterstifts Bruchsal (Praussal), der zwar bettlägerig krank, doch gesunden Verstandes ist, errichtet sein Testament. Der Kirche St. Lambertus zu Lüttich vermacht er zum Bau einen Goldgulden und stiftet ferner dort mit 100 Reichstl. für sich ein Jahrgedächtnis mit einer Sing- und zwei Lesemessen. Seiner Schwester, der Äbtissin zu Burtscheid, vererbt er seine Kutsche und sein Pferd, seinen drei geistlichen Nichten v. Frentz und den beiden Nichten Schellart je 20 Reichstl. Von seinen Dienern soll Nikolaus Arnoldi 80 Reichstl. und Jürgen Cordon 50 Reichstl. erhalten. Zu seinem Erben setzt er ein seinen Bruder Winand Hieronymus Freiherrn v. Frentz, Herrn zu Odenkirchen und Schlenderhan, und zu Testamentsvollstreckern Arnold Freiherrn v. Leerodt und Gottfried Udalrivus Baron de Lammargelle, Domherrn zu Lüttich. In Anwesenheit des Letztgenannten, des Maximilian Ferdinand Hanxhinck, Pastors zu Burtscheid, des Beichvaters Pater Peter von Opladen und des Lizentiaten beider Rechte Heinrich von Odenthal unterschreibt der ausfertigende, durch Papst und Kaiser autorisierte Notar Quirin Baur und drückt sein Signet auf. Runder Stempel, darin zwei gekreuzte Äste, von zwei Blüten begleitet; die Umschrift lautet: IN HOC SIGNO VINCES AO 1663.Darunter: 1676 Juni 16 - AachenBürgermeister, Schöffen und Rat des Königlichen Stuhles und der freien Reichstadt Aachen bezeugen, daß Herr Quirin Baur, der das vorstehende Testament eigenhändig aufgesetzt, unterschrieben und mit seinem Notariatszeichen versehen hat, Bürger ihrer Stadt und durch päpstliche, kaiserliche wie königliche Autorisation offenbarer Notar ist. Aufgedrückt wird das Sekretsiegel der Stadt; es unterschreibt der Sekrtär Matthias Peill.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 573



[1679]



Beschreibung : Lambertina Freifrau v. Frentz ( Frens) geborene Freiin v. Werth, Frau zu Schlenderhall, Odenkirchen, Kellenberg und Kleinenbroich, Amtsfrau zu Bergheim. verpachtet an Gottfried Hamacher und dessen Ehefrau Anna Unverdorben fünf Morgen ihres freiadeligen Landes, nämlich 2 ¿ Morgen im Quadrather Feld neben Gisbert Gartemers Land und 2 ¿ Morgen im Ichendorfer Feld neben dem Land der Witwe des Adolf Pleißmüller und neben Ländereien der Kirche. Die Pacht soll im Quadrather Feld je Morgen 7 Faß und im Ichendorfer Feld je Morgen 6 Faß, insgesamt 4 ¿ Malter Roggen betragen und jeweils auf Martini, erstmals 1680, auf dem Rittersitz Schlenderhall entrichtet werden. Da der Pächter der Freifrau 200 Reichstl. bar geliehen hat und der erste Zins dafür gleichfalls 1680 fällig ist, wird vereinbart, daß die Roggenlieferung so lange unterbleiben und mit der Zinszahlung als gleichwertig verrechnet sein soll, bis das Kapital zurückgezahlt wird. Die beiden gleichlautenden Ausfertigungen sollen von beiden Seiten unterschrieben werden.Unterschriften der Freifrau, ihres Sohnes Dietrich Adolf Raitz v. Frentz und des Pächters.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 596



1680 Juli 3



Beschreibung : BonnMeisterin und Koventualinnen des Gotteshauses Eppinghoven hatten sich des öfteren beim Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich beklagt, daß sie von den Einnehmern und der Gemeinde des Kirchspiels Neukirchen wegen dort gelegener Wiesen von angeblich neun Morgen, die in Wirklichkeit teils von der Gemeinde selbst genutzt, teils unerfindlich sind, ungeachtet des dem Kloster am 26. April 1676 vom Generaleinnehmer Streversdorff erteilten Scheins, wonach wegen besagter Wiesen in den Büchern die Abschreibung erfolgt sei, mit vier Albus und zwei Hellern zur Steuer veranschlagt wurden und daß ihnen sogar von den adeligen Gütern, die sie von den v. Blittersdorf aus dem adeligen Sitz Rüblinghoven (Rö-) an sich gebracht hatten, außerordentliche Umlagen, Amtsgelder und Personallasten abverlangt und letztlich durch Pfändung abgepreßt wurden, als handle es sich um Bauerngut. Nach mehrfachen kurfürstlichen Befehlen hatte die Gemeinde aus den Protokollen des Einnehmers einen Auszug aus dem Jahre 1679 vorgelegt, mit dem bewiesen werden sollte, daß eine Abschreibung der Wiesen nicht erfolgt sei, und wegen der außerordentlichen Umlagen hatte sie geltend gemacht, die Liste dieser Umlagen sei in den damaligen Kriegszeiten durch die Deputierten gefertigt und ihnen dann der Auftrag erteilt worden, alle Gelder beizubringen. Um die Streitigkeiten zwischen Kloster und Gemeinde gütlich beizulegen, ist durch den Kurfürsten ein Einigungstermin angesetzt worden, wobei von Seiten des Klosters dessen Bevollmächtigter, der Prior Bernhard Bruel, und namens der Gemeinde der Gerichtsschreiber Karst erschienen. Nachdem beide Seiten ihren Standpunkt weitläufig dargelegt hatten, sind sie durch Vermittlung der bestellten kurfürstlichen Hofräte endlich folgendermaßen verglichen worden: Da der Gerichtsschreiber selbst aufgrund der Kommisionsprotokolle einräumen mußte, daß seitens des Klosters nicht mehr als zwei Morgen Wiesen im Kirchspiel an andere verpachtet sind und alles übrige jederzeit selbst genutzt wurde, soll dieser beiden Morgen wegen in den Deskriptionsbüchern genauestens nachgesehen werden, ob eine Abschreibung gehörigen Orts zu beantragen und auf die bisher über Gebühr erfolgten Zahlungen zu verzichten. Ist eine Abschreibung jedoch tatsächlich erfolgt, hat die Gemeinde zu verzichten. Zu außerordentlichen Umlagen und persönlichen Angaben ist das Gotteshaus, den kurfürstlichen Verordnungen entsprechend, nicht heranzuziehen. Die Gemeinde hat zu veranlassen, daß von den 26 Reichstl. die dem Vogt Konrad Engels gezahlt wurden, zehn Reichstl. binnen 14 Tagen an die Meisterin herausgegeben werden. Die Rüblinghover Ländereien sollen hinsichtlich der Amtsgelder und Personallasten so behandelt werden wie die anderen adeligen Güter im Erzstift, auch für den Fall, daß die adelige Qualität nicht nachgewiesen werden könnte. Die beiden Ausfertigungen des Vergleichs werden unterschreiben durch v. Quentel und Caspar Buck.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 602



1681 Juni 26



Beschreibung : KleinenbroichJohann Binnefeldt und Thomas Schnocks, Schöffen zu Kleinenbroich im Amt Liedberg, bestätigen, daß ihr verstorbener Amtmann, Freiherr v. Hoebelich (Hovelig), zur Zeit der lüneburgischen und französischen Kriegshandlungen befohlen hatte, die Höfe, die bei einfachem Steuersatz den vierten Morgen frei hatten, ausnahmsweise wie Hausmannsländereien Morgen für Morgen zu veranschlagen, und daß dementsprechend der Kayershof, der Lengershof, das Rodenhaus und andere Güter mehr ihr Kontributionskontingent Morgen für Morgen zahlen mußten.Die Aussteller unterschreiben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 607



1682 Juni 20



Beschreibung : KleinenbroichFranz Winand Raitz v. Frentz bekundet, ihm sei bekannt geworden, daß der Pastor zu Wevelinghoven Johannes Lepper am 17. Juni des Vorjahres ein Schriftstück ausgestellt habe, wonach der Vater des Ausstellers, Winand v. Frentz, Herr zu Schlenderhan und Odenkirchen, vor seiner Abreise nach Böhmen persönlich erklärt habe, daß er, der Vater, zwar die Hälfte der Vikarie zu Odenkirchen genieße, wie das schon durch dessen Schwiegervater, des Ausstellers Großvater General Johann v. Werth geschehen sei, daß er aber seine Hälfte des Vikarienlandes gerne dem Prediger zu Wevelinghoven abtreten wolle. Der Aussteller versichert, daß sein Vater weder ihm noch seinen Brüdern und weder mündlich noch in seinen Briefen davon etwas mitgeteilt habe. Auch habe der Vater die besagte Äußerung vernünftigerweise gar nicht tun können, da er das gleiche besitze wie sein Schwiegervater, der General Johann v. Werth, der seinerseits nichts anderes besessen habe als der Kurfürst. Niemals aber, insbesondere nicht bei der Einziehung des Lehnhauses und der zu Haus und Herrlichkeit gehörigen Güter seien entsprechnede Ländereien der St. Peters-Vikarie erwähnt worden. Daher könne er, der Aussteller, in Abwesenheit seines Vaters und seiner Brüder, die einseitige Inanspruchnahme eines angeblichen Rechtes nicht anerkennen noch dulden, müsse viel-mehr, um jede Präjudizierung zu verhindern, protestieren und die Angelegenheit dem Kurfürsten unterbreiten.Der Aussteller unterschreibt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 614



1683



Beschreibung : 1683 März 24 - Am Gericht in der LoheDr. jur. Wilhelm Heinrich Bertrams, pfalzneuburgischer Vogt der Stadt und des Amtes Bergheim, sowie Matthias Bürvenich, Peter Klew, Heinrich Frincken, Heinrich Schurbell, Heinrich Cremer und Tilmann Flucks, Schöffen des Gerichts in der Lohe, bezeugen, daß vor ihrem Gericht Herr Engelbert Emmerich, früherer Pastor zu Heppendorf und jetziger Pastor zu Morken (Moercken), eine am 17. Dezember 1680 durch die beiden volljährigen Geschwister Gerhard und Anna Maria Meul, Kinder der verstorbenen Eheleute Johann Meul und Maria Hermann, eigenhändig vor dem Notar Johann Hilger Stummen unterschriebene Urkunde vorgewiesen hat, durch den die genannten Geschwister ihm den angehefteten Hauptbrief vom 8. Febr. 1672 übertragen hatten, der 210 Reichstl. bzw. acht Morgen freiadeligen und vom Hause Stammeln herrührenden Landes am Berrendorfer Weg und am Wybach betrifft. Die Ausfertigung hatte vier Siegel.Auf Bitten des Pastors beglaubigt am 15. Januar 1739 durch den kaiserlich autorisierten und zu Düren residieren-den Notar Johann Ries. - In einer Mappe zusammen mit Nr. 543
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 618



1683 Mai 10



Beschreibung : Im kaiserlichen Feldlager bei Kitser in UngarnJohann Sebastian Freindt, des gräflich Caprarischen Kürassierregiments bestellter Auditor, bekundet, daß vor seinem Auditoriatsgericht erschienen sind Friedrich Kaspar Freiherr v. Neuhof genannt Ley zu Badinghagen, kaiserlicher Hauptmann im gräflich Serenischen Regiment zu Fuß und dessen leiblicher Bruder Bartholdt Stephan Freiherr v. Neuhof genannt Ley zu Badinghagen, kaiserlicher Rittmeister im gräflich Caprarischen Regiment. Diese haben sich wegen der Gefahr ihrer Expeditionen gegen die Türken letzwillig gegenseitig zu Universalerben eingesetzt. Sollte einer von ihnen ausbleiben und man ihn weder unter den Toten noch unter den Lebenden finden können, so soll der andere Bruder die Güter des Vermißten vier Jahre lang treu verwalten. Wenn dann noch kein Lebenszeichen vorliegt, kann der Besitz des Veschollenen als Eigentum betrachtet und genutzt werden. kehrt de Vermißte später doch noch zurück, steht ihm das Seinige wieder zu nebst der Hälfte der erfolgten Nutzung. Vorstehende Disposition soll lediglich als ein testamentum militare reciprocum in expeditione militandi confectumverstanden und angenommen werden. Es werden drei gleichlautende Ausfertigungen geschrieben, von denen jeder Bruder eine erhält und die dritte ihrem Landsmann, dem edlen und gelehrten Herrn Johannes Leyemann, Sekretär des Markgrafen Hermann zu Baden, in Verwahr gegeben wird.Es unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf: Johann Sebastian Freundt von Paderborn, Auditor, Ferdinand Franz van Aftligomb, Rittmeister Johann Thiell von Bernkastel, Sekretär des Generals Caprari, Johann Leyemann von Hundem bei Attendorn, letzlich die beiden testierenden Brüder v. Neuhof genannt Ley.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 14
U 619



1685 April 29



Beschreibung : SchlenderhanWinand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, der von den Staten von Holland und Westfriesland das Gut Kleinenbroich im Amt Liedberg und Erzstift Köln zum Erblehen hat, bekundet, dieses Lehen seinem ältesten Sohn Dietrich Adolf, der ohnedies sein Lehnsnachfolger sein wird, bereits jetzt durch Disposition unter Lebenden übertragen zu haben. Da er krankheitshalber die Zustimmung und Ratifikation des Lehnsherrn persönlich nicht einholen kann und auch sein Sohn verhindert ist, die Belehnung persönlich zu erbitten und zu empfangen, erteilen beide dem Johann Jakob Heister Vollmacht, für sie die besagte Zustimmung einzuholen, da Lehen zu empfangen und überhaupt alles in der Sache Erforderliche zu tun.Vater und Sohn unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 636



1685 August 2



Beschreibung : KellenbergDietrich Adolf Raitz v. Frentz verpachtet auch namens seiner Geschwister die zum Rittersitz Kellenberg gehörigen Ölmühle mit einer jenseits des dortigen Teiches liegenden Wiese auf zwölf Jahre an die Eheleute Wilhelm Contzen und Katharina Deckers. Die jedes Jahr um Johannes Baptist fällige Pacht beträgt 52 Reichstl., allerdings im lfd. Jahr wegen der geringen Rübsamenernte nur 30 Reichstl., und außerdem sind dem Rentmeister zu Kellenberg 500 Rübkuchen zu liefern, und es ist ihm so viel Öl kostenlos zu schlagen, wie sein Haushalt benötigt. Von den 5 ¿ Morgen Ackerland, die den Pächtern ebenfalls überlasssen werden, haben sie je Morgen vier Sumber Roggen zu entrichten. Die Mühle und das zugehörige Gebäude sind in gutem Zustand zu erhalten; jedes Jahr sind 500 Schaub ordnungsgemäß auf die Dächer zu bringen. Bei größeren Reparaturen erhalten die Päch-ter das nötige Bauholz von der Herrschaft; wenn Handwerker tätig werden, sind diese zu beköstigen; kleinere Reparaturen haben die Pächter auf eigene Kosten auszuführen oder ausführen zu lassen. Für Brandschäden, die durch die Pächter, deren Kinder oder Dienstboten verursacht werden, haften die Pächter mit allem Gut, das auch für den Fall der Mißzahlung zu Unterpfand steht. Die beiden Ausfertigungen sollen von beiden Parteien unterschrieben und mit dem Petschaft des Ausstellers bekräftigt werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 638/1
Bemerkung : Entwurf, Papier, mit der Unterschrift des Dietrich Adolf Raitz v. Frentz sowie der Zeugen S. Bernwer und Johann Friedrich Dhamen in Kasten 11



1685 August 2



Beschreibung : KellenbergDietrich Adolf Raitz v. Frentz verpachtet auch namens seiner Geschwister die zum Rittersitz Kellenberg gehörigen Ölmühle mit einer jenseits des dortigen Teiches liegenden Wiese auf zwölf Jahre an die Eheleute Wilhelm Contzen und Katharina Deckers. Die jedes Jahr um Johannes Baptist fällige Pacht beträgt 52 Reichstl., allerdings im lfd. Jahr wegen der geringen Rübsamenernte nur 30 Reichstl., und außerdem sind dem Rentmeister zu Kellenberg 500 Rübkuchen zu liefern, und es ist ihm so viel Öl kostenlos zu schlagen, wie sein Haushalt benötigt. Von den 5 ¿ Morgen Ackerland, die den Pächtern ebenfalls überlasssen werden, haben sie je Morgen vier Sumber Roggen zu entrichten. Die Mühle und das zugehörige Gebäude sind in gutem Zustand zu erhalten; jedes Jahr sind 500 Schaub ordnungsgemäß auf die Dächer zu bringen. Bei größeren Reparaturen erhalten die Päch-ter das nötige Bauholz von der Herrschaft; wenn Handwerker tätig werden, sind diese zu beköstigen; kleinere Reparaturen haben die Pächter auf eigene Kosten auszuführen oder ausführen zu lassen. Für Brandschäden, die durch die Pächter, deren Kinder oder Dienstboten verursacht werden, haften die Pächter mit allem Gut, das auch für den Fall der Mißzahlung zu Unterpfand steht. Die beiden Ausfertigungen sollen von beiden Parteien unterschrieben und mit dem Petschaft des Ausstellers bekräftigt werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 638/2
Bemerkung : Entwurf, Papier; mit der Unterschrift des Pächters Contzen (Conßen) in Kasten 11



1689 Mai 25



Beschreibung : DüsseldorfJohann Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, Graf usw., gibt Mitteilung an seine jülich- und bergischen Kanzler, Präsidenten, Geheimen Hof- und Kammerräte, ferner den Schultheißen, dem Vogt, den Schöffen, Vorstehern und Boten sowie allen Untertanen seines Amts Porz, daß er seinen bergischen adeligen Landsassen Konrad v. Nagel zum Amtmann zu Porz eingesetzt hat.Der Aussteller unterschreibt und läßt das Kanzlei-Sekret-Siegel seiner geheimen Kammer aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 664



1692 Februar 7



Beschreibung : KölnDietrich Adolf und Franz Winand Freiherren Raitz v. Frentz sowie Maria Lambertina v. Frentz als Erben des Freiherrn v. Frentz zu Schlenderhan und Odenkirchen verpachten den Eheleuten Martin Wickrath und Christine Borweschers ihre zum Hause Kellenberg gehörige Mahlmühle zu Barmen nebst 16 Morgen Ackerland und dem Wiesenland wie Busch, wie solches der bisherige Müller in Nutzung hatte, alles auf 12 Jahre. Die jeweils auf Cathedra Petri, erstmals im folgenden Jahr, an das Haus Kellenberg zu entrichtende Pacht beträgt 55 Reichstl. und 12 Malter Roggen. Anstelle der Abgabe von 25 Reichstl. für den trockenen Weinkauf sollen die Pächter die jetzt notwendigen Reparaturen übernehmen und während der Pachzeit auf eigene Kosten instandsetzen, was an Holz - und kleinen Eisenarbeiten anfällt. Das erforderliche Holz wird ihnen von der Herrschaft oder vom Rentmeister zu Kellenberg angewiesen und angeliefert; größere Reparaturen am Eisenwerk sollen die Pächter ausführen lassen und der Herrschaft in Rechnung stellen. Was der Rentmeister auf Haus Kellenberg zu mahlen hat, sollen die Pächter dort abholen und anschließend kostenfrei zurück-bringen. Erforderliche Mahlsteine hat der Rentmeister zu beschaffen und zur Mühle zu liefern. Der Platz, den die Pächter zum Aufschütten von Korn benötigen, soll ihnen über der obersten Pforte eingeräumt werden. Die Herrschaft wird ihnen neben dem bereits errichteten Stall zum Ausdreschen eine Tenne bauen lassen; während der Bauzeit haben die Pächter dem Zimmermann zu helfen und ihn zu beköstigen. Das anfallende Stroh, soweit es von Äckern der Herrschaft stammt, hat bei der Mühle zu verbleiben. Bei Mißwuchs, Hagel, Sturm und Kriegsschäden wird den Pächtern der gleiche Nachlaß gewährt wie benachbarten Pächtern. Für den Fall der Mißzahlung oder für Schäden, die durch eigenes Verschulden entstehen, dienen alle Güter der Pächter als Unterpfand. Die beiden gleichlautenden Ausfertigungen des Vertrages sollen unterschrieben und ausgetauscht werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 677/1
Bemerkung : Ausf., Papier, mit der Unterschrift des Martin Wickrath in Kasten 11Abschrift (gleichzeitig), Papier in Kasten 11



1692 Februar 7



Beschreibung : KölnDietrich Adolf und Franz Winand Freiherren Raitz v. Frentz sowie Maria Lambertina v. Frentz als Erben des Freiherrn v. Frentz zu Schlenderhan und Odenkirchen verpachten den Eheleuten Martin Wickrath und Christine Borweschers ihre zum Hause Kellenberg gehörige Mahlmühle zu Barmen nebst 16 Morgen Ackerland und dem Wiesenland wie Busch, wie solches der bisherige Müller in Nutzung hatte, alles auf 12 Jahre. Die jeweils auf Cathedra Petri, erstmals im folgenden Jahr, an das Haus Kellenberg zu entrichtende Pacht beträgt 55 Reichstl. und 12 Malter Roggen. Anstelle der Abgabe von 25 Reichstl. für den trockenen Weinkauf sollen die Pächter die jetzt notwendigen Reparaturen übernehmen und während der Pachzeit auf eigene Kosten instandsetzen, was an Holz - und kleinen Eisenarbeiten anfällt. Das erforderliche Holz wird ihnen von der Herrschaft oder vom Rentmeister zu Kellenberg angewiesen und angeliefert; größere Reparaturen am Eisenwerk sollen die Pächter ausführen lassen und der Herrschaft in Rechnung stellen. Was der Rentmeister auf Haus Kellenberg zu mahlen hat, sollen die Pächter dort abholen und anschließend kostenfrei zurück-bringen. Erforderliche Mahlsteine hat der Rentmeister zu beschaffen und zur Mühle zu liefern. Der Platz, den die Pächter zum Aufschütten von Korn benötigen, soll ihnen über der obersten Pforte eingeräumt werden. Die Herrschaft wird ihnen neben dem bereits errichteten Stall zum Ausdreschen eine Tenne bauen lassen; während der Bauzeit haben die Pächter dem Zimmermann zu helfen und ihn zu beköstigen. Das anfallende Stroh, soweit es von Äckern der Herrschaft stammt, hat bei der Mühle zu verbleiben. Bei Mißwuchs, Hagel, Sturm und Kriegsschäden wird den Pächtern der gleiche Nachlaß gewährt wie benachbarten Pächtern. Für den Fall der Mißzahlung oder für Schäden, die durch eigenes Verschulden entstehen, dienen alle Güter der Pächter als Unterpfand. Die beiden gleichlautenden Ausfertigungen des Vertrages sollen unterschrieben und ausgetauscht werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 677/2
Bemerkung : Ausf., Papier, mit den Unterschriften der drei Verpächter und einem Petschaftsabdruck in rotem Lack in Kasten 11Abschrift (gleichzeitig), Papier in Kasten 11



1692 Februar 7



Beschreibung : KölnDietrich Adolf und Franz Winand Freiherren Raitz v. Frentz sowie Maria Lambertina v. Frentz als Erben des Freiherrn v. Frentz zu Schlenderhan und Odenkirchen verpachten den Eheleuten Martin Wickrath und Christine Borweschers ihre zum Hause Kellenberg gehörige Mahlmühle zu Barmen nebst 16 Morgen Ackerland und dem Wiesenland wie Busch, wie solches der bisherige Müller in Nutzung hatte, alles auf 12 Jahre. Die jeweils auf Cathedra Petri, erstmals im folgenden Jahr, an das Haus Kellenberg zu entrichtende Pacht beträgt 55 Reichstl. und 12 Malter Roggen. Anstelle der Abgabe von 25 Reichstl. für den trockenen Weinkauf sollen die Pächter die jetzt notwendigen Reparaturen übernehmen und während der Pachzeit auf eigene Kosten instandsetzen, was an Holz - und kleinen Eisenarbeiten anfällt. Das erforderliche Holz wird ihnen von der Herrschaft oder vom Rentmeister zu Kellenberg angewiesen und angeliefert; größere Reparaturen am Eisenwerk sollen die Pächter ausführen lassen und der Herrschaft in Rechnung stellen. Was der Rentmeister auf Haus Kellenberg zu mahlen hat, sollen die Pächter dort abholen und anschließend kostenfrei zurück-bringen. Erforderliche Mahlsteine hat der Rentmeister zu beschaffen und zur Mühle zu liefern. Der Platz, den die Pächter zum Aufschütten von Korn benötigen, soll ihnen über der obersten Pforte eingeräumt werden. Die Herrschaft wird ihnen neben dem bereits errichteten Stall zum Ausdreschen eine Tenne bauen lassen; während der Bauzeit haben die Pächter dem Zimmermann zu helfen und ihn zu beköstigen. Das anfallende Stroh, soweit es von Äckern der Herrschaft stammt, hat bei der Mühle zu verbleiben. Bei Mißwuchs, Hagel, Sturm und Kriegsschäden wird den Pächtern der gleiche Nachlaß gewährt wie benachbarten Pächtern. Für den Fall der Mißzahlung oder für Schäden, die durch eigenes Verschulden entstehen, dienen alle Güter der Pächter als Unterpfand. Die beiden gleichlautenden Ausfertigungen des Vertrages sollen unterschrieben und ausgetauscht werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 677/3
Bemerkung : Ausf., Papier, mit den Unterschriften der drei Verpächter und einem Petschaftsabdruck in rotem Lack in Kasten 11Ausf., Papier, mit der Unterschrift des Martin Wickrath in Kasten 11



1692 November 2



Beschreibung : SchlenderhanDie Geschwister Dietrich Adolf, Maria Lambertina, Franz Winand und Johann Arnold Raitz v. Frentz bekennen, daß der derzeitige Rentmeister ihres Hauses und Rittersitzes Kellenberg Johann Friedrich Dahmen ihnen zur Abtragung der alten Binsfeldschen Kapitalforderung von 600 Reichstl. heute 800 Reichstl. in brabantischen Münzen gegen einen jährlichen Zins von 40 Reichstl. vorgestreckt hat. Sie geloben, mit diesem Geld alsbald die Originalobligation vom Gläubiger Bindfeld einzulösen und ihrem Rentmeister gerichtlich ihr freiadeliges Haus Kellenberg zu Unterpfand zu stellen.Die Aussteller unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 681



1696 August 13



Beschreibung : Wien Kaiser Leopold, König usw., bekundet: da er allezeit geneigt sei, den Nutzen seiner Untertanen zu mehren, insbesondere die in Ehre und Würde zu setzen, die altem Adel entstammen und sich adeliger Tugenden befleißigen, habe er die getreuen und ersprießlichen Dienste in Erwägung gezogen, die ihm und dem Reich durch die Gebrüder Friedrich Kaspar und Johann Christian Hermann v. Neuhof genant Ley erwiesen wurden. Jener hat nach standesgemäßen Studien und dem Erlernen nützlicher Sprachen sich zu ihm in Kriegsdienste begeben und leistet solche nun ohne Unterbrechung bereits im 24. Jahr; er hat im Kampf gegen den Erbfeind wie gegen andere Feinde des Reiches bei Feldschlachten, Belagerungen und anderen Unternehmungen besondere Tapferkeit bewiesen, sich bei ihm aufgetragenen Staatsgeschäften rühmlich hervorgetan und macht sich jetzt als Oberst und Kommandant der kaiserlichen Salveguarde in Ostfriesland und im Lande Hadeln einen Namen. Dieser ist nach Studien, Spracherwerb und Reisen gleichfalls in seinen Dienst getreten und leistet diesen nun im neunten Jahr bei den Fußtruppen; unter anderem nahm er bei den damals verbündeten Savoyischen Truppen an der letzten Belagerung der Stadt Embrun im Dauphiné (Delphinat ) teil und dient jetzt als Hauptmann und Kommandant zu Otterndorf im sequestrierten Lande Sachsen-Lauenburg. Ein dritter Bruder namens Stephan Bartholomäus hatte im Kürassierregiment des Generals Caprari gedient und es dort bis um Obristwachtmeister gebracht. Während der letzten Belagerung der ungarischen Hauptstadt und Festung Ofen hat er an der Spitze des genannten Rgiments bei der Abwehr türkischer Entsatztruppen, nachdem er acht Feinde getötet hatte, sein Leben lassen müssen. Auch Neffen der vorgenannten Brüder, nämlich die vier Söhne Konrad Friedrich, Arnold Johann, Matthias Leopold und Friedrich Johann des verstorbenen Kaspar Christoph v. Neuhof genannt Ley, der selbst in den schwedischen, polnischen und pommerschen Kriegen als Rittmeister bei den kurbrandenburgischen Truppen gedient hatte, sind bemüht gewesen, den rühmlichen Vorbildern nachzufolgen. Der zweite hat als Fähnerich im damaligen Straßerischen Infanterieregiment beim Verlust der Festung Belgrad sein Leben gelassen, der dritte als Voluntär im damaligen Magnischen Dragonerregiment und der vierte, ebenfalls als Voluntär, im schon genannten Caprarischen Kürassierregiment. Der erstgenannte dieser Brüder, Konrad Friedrich, hat vor fünf Jahren als Hauptmann am Feldzug in Ungarn teilgenommen, und zwar bei den Münsterschen Hilftruppen, und steht noch jetzt dort als Hauptmann im Dienst. Ein anderer naher Anverwandter, nämlich Friedrich Franz v. Neuhof genannt Ley, ist vor kurzem als Assessor des Reichskammer-gerichts gestorben. Des Obristen wie Hauptmanns Großvater Friedrich von der Ley war unter dem damaligen Kurfürsten zu Brandenburg Geheimer Regierungsrat und Kammerpräsident zu Kleve, auch Drost zu Neustadt, Waldgraf zu Monreberg und Direktor der märkischen Ritterschaft, und dessen Bruder Engelbert wiederum hat es in den damaligen türkischen und Bethlen-Gaborschen Krieges bis zum Oberstleutnant und Kommandanten eines Regiments deutscher Soldaten gebracht, dabei ausweislich mehrerer glaubwürdiger Nachrichten ansehliche Summen aus persönlichen Mitteln verausgabt. Auch dessen Großvater, also des Obristen wie Hauptmanns Altgroßvater (Über -), Kaspar von der Ley hatte drei Brüder, die dem Vaterland und der Christenheit löbliche Dienste erwiesen, nämlich Melchior, Balthasar und Heinrich von der Ley, die als Angehörige des Deutschen Ritterordens in Livland oder Kurland starben. Weiterhin hat einer der Urahnen namens Johann Wilhelm v. Neuhof genannt Ley unter Kaiser Ferdinand I. als Hofmeister und Abgesandter des Herzogs Johann Wilhelm v. Jülich, dann als Landmarschall des Herzogtums Berg, den Passauer Vertrag zuwege zubrin-gen geholfen, und bereits unter Kaiser Maximilian I. ist einem Hermann v. Neuhof genannt Ley das vorelterliche Wappen bestätigt und die Ritterwürde verliehen worden. Um seiner Familie den stifts- und turnierfähigen Adel zu erhalten, hat der Vater der mehrgenannten Brüder, der verstorbene Engelbert v. Neuhof genannt Ley, sich mit Anna Margarete aus dem altadeligen und teils freiherrlichen Geschlecht der im Herzogtum Berg anssäsigen v. Scheid genannt Weschpfennig verehelicht, wodurch seine Nachkommen mehrere reichsgräfliche Vorfahren unter ihren Ahnen haben. Der ofterwähnte Oberst und Kommandant in Ostfriesland hat sich mit Anna Margarete aus der alten reichsfreiherrlichen, teils gräflichen Familie v. Knyphausen vermählt, und ihm selbst ist seit längerer Zeit von kaiserlichen Kanzleien Titel und Prädikat eines Freiherrn beigelegt worden. In Erwägung aller vorerwähnten Tatsachen wird hiermit den Gebrüdern Friedrich Kaspar und Johann Christian Herman v. Neuhof genannt Ley das Freiherren-Prädikat bestätigt, und alle ihre ehelichen männlichen wie weiblichen Erben gelten künftig als in den Freiherrnstand aufgenommen. Die Brüder wie ihre Nachkommen haben ferner künftig das Recht auf das Prädikat Wohlgeboren. Die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln, alle Kanzeleien und Sekretariate, wie überhaupt alle Kurfürsten, Fürsten, geistlichen wie weltlichen Prälaten, Grafen, Herren, Ritter, Knechte, Landmarschälle usw. haben sich an Vorstehendes zu halten. Bei jeder Zuwiderhandlung wird eine Strafe von 100 Goldmark fällig, die zur Hälfte an die Reichskammer und zur anderen Hälfte an die Gebrüder bzw. deren Erben zu zahlen wäre. Der Kaiser unterschreibt und läßt sein Siegel anhängen; ferner unterschreiben der Erbtrucheß Sebastian Wunibald Graf zu Zeyl und Kapar Florenz Consbruch.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 706/1
Bemerkung : Abschrift, Papier, beglaubigt in Kasten 11



1696 August 13



Beschreibung : Wien Kaiser Leopold, König usw., bekundet: da er allezeit geneigt sei, den Nutzen seiner Untertanen zu mehren, insbesondere die in Ehre und Würde zu setzen, die altem Adel entstammen und sich adeliger Tugenden befleißigen, habe er die getreuen und ersprießlichen Dienste in Erwägung gezogen, die ihm und dem Reich durch die Gebrüder Friedrich Kaspar und Johann Christian Hermann v. Neuhof genant Ley erwiesen wurden. Jener hat nach standesgemäßen Studien und dem Erlernen nützlicher Sprachen sich zu ihm in Kriegsdienste begeben und leistet solche nun ohne Unterbrechung bereits im 24. Jahr; er hat im Kampf gegen den Erbfeind wie gegen andere Feinde des Reiches bei Feldschlachten, Belagerungen und anderen Unternehmungen besondere Tapferkeit bewiesen, sich bei ihm aufgetragenen Staatsgeschäften rühmlich hervorgetan und macht sich jetzt als Oberst und Kommandant der kaiserlichen Salveguarde in Ostfriesland und im Lande Hadeln einen Namen. Dieser ist nach Studien, Spracherwerb und Reisen gleichfalls in seinen Dienst getreten und leistet diesen nun im neunten Jahr bei den Fußtruppen; unter anderem nahm er bei den damals verbündeten Savoyischen Truppen an der letzten Belagerung der Stadt Embrun im Dauphiné (Delphinat ) teil und dient jetzt als Hauptmann und Kommandant zu Otterndorf im sequestrierten Lande Sachsen-Lauenburg. Ein dritter Bruder namens Stephan Bartholomäus hatte im Kürassierregiment des Generals Caprari gedient und es dort bis um Obristwachtmeister gebracht. Während der letzten Belagerung der ungarischen Hauptstadt und Festung Ofen hat er an der Spitze des genannten Rgiments bei der Abwehr türkischer Entsatztruppen, nachdem er acht Feinde getötet hatte, sein Leben lassen müssen. Auch Neffen der vorgenannten Brüder, nämlich die vier Söhne Konrad Friedrich, Arnold Johann, Matthias Leopold und Friedrich Johann des verstorbenen Kaspar Christoph v. Neuhof genannt Ley, der selbst in den schwedischen, polnischen und pommerschen Kriegen als Rittmeister bei den kurbrandenburgischen Truppen gedient hatte, sind bemüht gewesen, den rühmlichen Vorbildern nachzufolgen. Der zweite hat als Fähnerich im damaligen Straßerischen Infanterieregiment beim Verlust der Festung Belgrad sein Leben gelassen, der dritte als Voluntär im damaligen Magnischen Dragonerregiment und der vierte, ebenfalls als Voluntär, im schon genannten Caprarischen Kürassierregiment. Der erstgenannte dieser Brüder, Konrad Friedrich, hat vor fünf Jahren als Hauptmann am Feldzug in Ungarn teilgenommen, und zwar bei den Münsterschen Hilftruppen, und steht noch jetzt dort als Hauptmann im Dienst. Ein anderer naher Anverwandter, nämlich Friedrich Franz v. Neuhof genannt Ley, ist vor kurzem als Assessor des Reichskammer-gerichts gestorben. Des Obristen wie Hauptmanns Großvater Friedrich von der Ley war unter dem damaligen Kurfürsten zu Brandenburg Geheimer Regierungsrat und Kammerpräsident zu Kleve, auch Drost zu Neustadt, Waldgraf zu Monreberg und Direktor der märkischen Ritterschaft, und dessen Bruder Engelbert wiederum hat es in den damaligen türkischen und Bethlen-Gaborschen Krieges bis zum Oberstleutnant und Kommandanten eines Regiments deutscher Soldaten gebracht, dabei ausweislich mehrerer glaubwürdiger Nachrichten ansehliche Summen aus persönlichen Mitteln verausgabt. Auch dessen Großvater, also des Obristen wie Hauptmanns Altgroßvater (Über -), Kaspar von der Ley hatte drei Brüder, die dem Vaterland und der Christenheit löbliche Dienste erwiesen, nämlich Melchior, Balthasar und Heinrich von der Ley, die als Angehörige des Deutschen Ritterordens in Livland oder Kurland starben. Weiterhin hat einer der Urahnen namens Johann Wilhelm v. Neuhof genannt Ley unter Kaiser Ferdinand I. als Hofmeister und Abgesandter des Herzogs Johann Wilhelm v. Jülich, dann als Landmarschall des Herzogtums Berg, den Passauer Vertrag zuwege zubrin-gen geholfen, und bereits unter Kaiser Maximilian I. ist einem Hermann v. Neuhof genannt Ley das vorelterliche Wappen bestätigt und die Ritterwürde verliehen worden. Um seiner Familie den stifts- und turnierfähigen Adel zu erhalten, hat der Vater der mehrgenannten Brüder, der verstorbene Engelbert v. Neuhof genannt Ley, sich mit Anna Margarete aus dem altadeligen und teils freiherrlichen Geschlecht der im Herzogtum Berg anssäsigen v. Scheid genannt Weschpfennig verehelicht, wodurch seine Nachkommen mehrere reichsgräfliche Vorfahren unter ihren Ahnen haben. Der ofterwähnte Oberst und Kommandant in Ostfriesland hat sich mit Anna Margarete aus der alten reichsfreiherrlichen, teils gräflichen Familie v. Knyphausen vermählt, und ihm selbst ist seit längerer Zeit von kaiserlichen Kanzleien Titel und Prädikat eines Freiherrn beigelegt worden. In Erwägung aller vorerwähnten Tatsachen wird hiermit den Gebrüdern Friedrich Kaspar und Johann Christian Herman v. Neuhof genannt Ley das Freiherren-Prädikat bestätigt, und alle ihre ehelichen männlichen wie weiblichen Erben gelten künftig als in den Freiherrnstand aufgenommen. Die Brüder wie ihre Nachkommen haben ferner künftig das Recht auf das Prädikat Wohlgeboren. Die Erzbischöfe von Mainz, Trier und Köln, alle Kanzeleien und Sekretariate, wie überhaupt alle Kurfürsten, Fürsten, geistlichen wie weltlichen Prälaten, Grafen, Herren, Ritter, Knechte, Landmarschälle usw. haben sich an Vorstehendes zu halten. Bei jeder Zuwiderhandlung wird eine Strafe von 100 Goldmark fällig, die zur Hälfte an die Reichskammer und zur anderen Hälfte an die Gebrüder bzw. deren Erben zu zahlen wäre. Der Kaiser unterschreibt und läßt sein Siegel anhängen; ferner unterschreiben der Erbtrucheß Sebastian Wunibald Graf zu Zeyl und Kapar Florenz Consbruch.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 706/2
Bemerkung : Abschrift, Papier, beglaubigt Wien, 19. Nov. 1697 durch Aufdrücken des geheimen kaiserlichen Siegels und Unterschrift des Kanzleisekretärs Raban Hermann Edlen Herrn v. Bertram in Kasten 11



1697 Januar 20



Beschreibung : Emden Anna Margarete geborene Freiin v. Knyphausen trifft letztwillige Verfügungen, um Streitigkeiten zwischen ihren Kindern aus erster Ehe und ihrem jetzigen Ehemann Friedrich Kaspar v. Neuhof genannt Ley sowie dem Kind aus der Ehe mit ihm zu verhüten. Zu ihren Erben bestimmt sie ihre noch lebenden drei Kinder, nämlich Jobst Moritz v. Hane und Anna Margarete v. Hane aus erster und Maria Anna v. Ley aus der jetzigen Ehe. Obwohl der Brautschatz, den sie ihrem ersten Ehemann Dietrich Arnold v. Hane zubrachte, sich laut dessen wie ihres Bruders Dodo v. Knyphausen Handschrift auf 28180 Gulden belief, ist davon etliches zur Bezahlung von Schulden ihrer verstorbenen Mutter Otta Johanna v. Ripperda in die Groninger Güter gezahlt worden, und da bei genannter Summe das von ihr eingebrachte Silber und Mobiliar mit angerechnet wurde, ist der Barbetrag nicht höher als 8000 Reichstl. oder 21.600 Gulden zu veranschlagen. Jede der genannten Töchter soll davon 2000 Reichstl. erhalten und ihr Sohn Jobst Moritz v. Hane als künftiger Besitzer des väterlichen Hauses zu Leer die übrigen 4000 Reichstl., jedoch unter der Bedingung, daß er ihrem jetzigen Ehemann, solange dieser lebt, jährlich von 2000 Reichstl. Zinsen zahlen soll. Ihr genannter Sohn erhält ferner das in der Stadt Emden der fürstlichen Burg gegenüber liegende Haus, die Pforte genannt, das sie mit eigenem Geld von ihrem Schwager Diepenbrock kaufte, außerdem das Haus an der sogenannten Burggraffe, das sie von Frau Pott kaufte und das neben dem Haus liegt, das ihr Sohn von seinem verstorbenen Oheim erbte, dazu alles Mobiliar in genannten Häusern wie in dem ihres Sohnes. Die beiden Töchter sollen zu gleichen Teilen von ihrem Grundbesitz den zu Detern erhalten, sodann die Klunderburg zu Emden mit den dahinter liegenden Behausungen, wobei die beiden Kapitalien von 1000 Reichstl. und 1000 Gld., die durch die Ausstellerin von der Landschaft aufgenommen wurden, von den Töchtern je zur Hälfte zu übernehmen sind. Von der mütterlichen Erbschaft, die ihr während der zweiten Ehe zufiel, hat ihr Anteil 3200 Reichstl. betragen. Davon hat ihr Ehemann 1688 durch den Jennelter Amtmann Wehling 500 Reichstl. erhalten und 1690 bei ihrer Rückkehr aus Berlin weitere 1000 Reichstl., beide Male zur Versorgung der ihm unterstellten kaiserlichen Soldaten. Rund 1000 Reichstl. sind für die Aussteuer ihrer verstorbenen Tochter Adda Sophia bei deren Heirat mit Herrn v. Blaspiel von der Ehefrau ihres verstorbenen Bruders ausgezahlt worden. Die restlichen Gelder aus ihrer mütterlichen Erbschaft hat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann empfangen und angelegt. Da ihr Ehemann also 1500 Reichstl. aus ihrem Erbe für seine Kompanie ausgegeben hat, bestimmt sie, daß nach ihrem Tode jedes Kind von ihm 300 Reichstl. erhalten soll; das übrige gilt als Geschenk an ihn. Von ihren Mobilien sollen auf dem Haus zu Leer alle Bilder und Möbel verbleiben und erblich ihrem Sohn zufallen. Über das weitere Inventar, so über Silber, Leinen, Zinn, Kupfer, Betten usw. wird sie in einer besonderen Disposition verfügen. Die vorstehenden Festlegungen sollen Vorrang haben vor anders-lautenden Bestimmungen ihres Ehevertrages, den sie vor ihrer Unterschrift nie gelesen hatte und der ohne den Beistand auch nur eines einzigen ihrer Verwandten zustandekam. Mit der Ausstellerin unterschreiben und siegeln als Zeugen Rudolf Frydag, Dr. Johan Frydag, Stephan Rudolf Frydag, Georg Wilhelm Stirn, Georg Curas, Johann Christoph Hein und Rudolf Jhering. Die Richtigkeit bezeugt ferner der Notar Martin Friedrich aus Minden. Auf den versiegelten Umschlag schreibt die Ausstellerin, der Rat Frydag möge das Testament nach ihrem Tode alsbald ihren Kindern aushändigen und beim Vollzug behilflich sein.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 710



1698 April 30



Beschreibung : Frenz Nikolaus Beuren [auch: Breueren ], Rentmeister des Hauses Frenz, kauft für 100 Reichstl. zu je 80 Albus kölnisch erblich von den Eheleuten Adolf Panzer und Anna Maria Schützer deren Haus, Hof und Garten zu Quadrath, angrenzend an Land des Heinrich Koch, des Bernhard Zehnpfennig und des Reinhard Paulus sowie an die Straße. Das Haus hat an das Haus Schlendehan jährlich drei Faß Hafer und einen Kapaun und vom untersten Teil am Garten den Feldzehnt sowie ans Fürstentum Jülich Steuern zu entrichten, ist aber sonst frei. Vom Kaufpreis sind dem Herrn zu Frenz die rückständigen Abgaben, dem Vogt zu Bergheim die ausstehenden Steuern und anderen Gäubigern deren Forderungen zu entrichten. Die Verkäufer unterschreiben, und Adolf Panzer quittiert am gleichen Tage durch Unterschrift, vom Sekretär Beuren auf den Kaufpreis 37 Reichstl. und 13 Albus erhalten zu haben. Laut Rückvermerk wurde der Verkauf am gleichen Tag am Gericht zu Quadrath bestätigt; einen Auszug aus dem entsprechenden Protokoll unterschreiben Konstantin Schoeller, Richard Steinheuwer, Gottfreid Hamacher und Christian Lentzen. Auf den gleichen Bogen folgt die Abschrift aus einem Protokoll, das zu Ichendorf durch Schultheiß und Schöffen, nämlich Adolf Zehnpfennig und Richard Steinheuwer, am 4. April 1699 aufgenommen wurde. Danach übertrug der Rentmeister des Hauses Frenz Johann Nikolaus Beuren obengenanntes Haus mit Zubehör an die Eheleute Wilhelm Gyr und Dorothea Fahrenholt für einen Preis, von dem am gleichen Tage 50 Reichstl. ausgezahlt wurden. Ein weiterer Auszug vom 25. Febr. 1701 vermerkt, an diesem Tage sei am Gericht zu Quadrath durch die Konthrahenten die restliche Kaufsumme auf 26 Reichstl. berechnet worden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 726



1700 Juni 2



Beschreibung : Schlenderhan Dietrich Freiherr v. Frentz zu Schlenderhan, Kleinenbroich, Grombach und Kellenberg, bekundet, genötigt worden zu sein, den zu Quadrath der Kirche gegenüber liegenden Kamp, den Heinrich Schauff in Erbpacht hatte, samt der darauf errichteten Behausung, wegen zahlreicher unentrichteter Pachtzahlungen einzuziehen, und daß der Heimfall am 27. April 1700 durch Urteil des Gerichts zu Quadrath für rechtens erkannt wurde. Entgegenkommenderweise überläßt er die auf dem Kamp stehende Behausung käuflich an Winand Schauff, den Sohn des genannten Heinrich Schauff, und dessen Ehefrau Agnes Müllers für 150 Reichstl. zu je 80 kölnischen Albus und einen Reichstl. Ver-zichtgeld, und den Eheleuten verpachtet er erneut besagten Kamp in Größe von drei Morgen gegen jährlich zwei Malter Roggen, die vom lfd. Jahre an jeweils auf Martini an das Haus Schlenderhan zu entrichten sind, und gegen eine an die Kirche in Quadrath zu liefernde Abgabe von 1 kölnischen Gulden zu 24 Albus. Sollten die Pächter die Abgaben drei Jahre lang schuldig bleiben, verfällt das Gut mit allen Besserungen und Gebäuden. Die beiden Ausfertigungen des Vertrages sollen vom Aussteller unterschrieben und mit seinem Petschaft bekräftigt werden.Unter dem Text ist vermerkt, wie die Zahlung der 150 Reichstl. erfolgen soll; dabei wird ein Schwiegersohn des Heinrich Schauff namens Peter Breyser genannt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 756



1701 Oktober 14



Beschreibung : Köln Dietrich Adolf Freiherr Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Franz Winand, Johann Arnold, Arnold Wolfgang und Maria Lambertina, allesamt Erben v. Frentz zu Schlenderhan, bekunden, aus den Mitteln der Fundation, die vom verstorbenen Herrn Johann Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Probst des Domstifts Lüttich und jülich-bergischem Kanzler, errrichtet wurde, 2300 Reichstl. zu je 80 Albus kölnisch gegen vierprozentige Verzinsung aufgenommen zu haben, und zwar zu Behuf des kurtrierischen Kanzlers v. Sohlern, mit dem Vertragsverhandlungen in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen werden. Zur Sicherstellung des Kapitals wie der Zinsen verschreiben die Aussteller der Fundation und deren Vorstehern alle ihre Güter, in Sonderheit ihr adeliges freies Gut zu Hattenheim im Rheingau mit allem Zubehör. Sie ersuchen Schultheiß und Schöffen zu Hattenheim vorstehende Obligation in ihr Gerichtsprotokoll ein-zutragen, unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf. Darunter: Die Aussteller quittieren durch Unterschrift am 19. Okt. 1701 zu Köln, daß der Abt Brauweiler ihnen zwei deponierte Säcke mit 750 bzw. 157 Reichstl. ausgehändigt habe.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 764/1
Bemerkung : Ausf., Papier in Kasten 11



1701 Oktober 14



Beschreibung : Köln Dietrich Adolf Freiherr Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Franz Winand, Johann Arnold, Arnold Wolfgang und Maria Lambertina, allesamt Erben v. Frentz zu Schlenderhan, bekunden, aus den Mitteln der Fundation, die vom verstorbenen Herrn Johann Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Probst des Domstifts Lüttich und jülich-bergischem Kanzler, errrichtet wurde, 2300 Reichstl. zu je 80 Albus kölnisch gegen vierprozentige Verzinsung aufgenommen zu haben, und zwar zu Behuf des kurtrierischen Kanzlers v. Sohlern, mit dem Vertragsverhandlungen in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen werden. Zur Sicherstellung des Kapitals wie der Zinsen verschreiben die Aussteller der Fundation und deren Vorstehern alle ihre Güter, in Sonderheit ihr adeliges freies Gut zu Hattenheim im Rheingau mit allem Zubehör. Sie ersuchen Schultheiß und Schöffen zu Hattenheim vorstehende Obligation in ihr Gerichtsprotokoll ein-zutragen, unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf. Darunter: Die Aussteller quittieren durch Unterschrift am 19. Okt. 1701 zu Köln, daß der Abt Brauweiler ihnen zwei deponierte Säcke mit 750 bzw. 157 Reichstl. ausgehändigt habe.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 764/2
Bemerkung : Ausf., Papier in Kasten 11



1704 September 23



Beschreibung : Bergen op Zoom Konrad Friedrich v. Neuhof genannt Ley (von Ley genandt Newhoff ) vom Hause Listringhausen, Hauptmann unter dem Spiegelschen Regiment des Fürstbischofs zu Osnabrück und Olmütz, erklärt seinen letzten Willen. Er möchte nach Brauch des Landes und der katholischen Kirche beigesetzt werden. Zum Erben seiner beweglichen und unbeweglichen Güter, soweit ihm diese als sein Kindteil vom Hause Listringhausen zukamen oder noch zustehen, bestimmt er Johann Friedrich Sigismund v. Ley, Erbherrn zu Listringhausen, den Sohn seines verstorbenen Bruders. Seine Schwester Sophia, Frau v. Kückelsheim, und deren Kinder sollen alles erhalten, was er im Kriege erworben hat, so seine Pferde, Kleidung, Equiupage, alle Barschaft und die ihm noch zustehenden Gelder. Er unterschreibt und drückt sein Petschaft, unter Krone Schild mit dreigliedriger Kette, auf. Die eigenhändige Unterschrift des Testators bestätigen durch Unterschrift und Aufdrücken der Petschaften: Heinrich Philipp von der Wenge (unter Krone Schild mit Turm), Kaspar Otto v. Schleppegrell (unter Krone damaszierter Schild), Ernst Christian v. Schwietering (geteilter Schild, oben Löwe, unten geständert), Benedikt Wolfgang v. Böselager (unter Krone verschlungene Initialen), Bernhard Striffer (unter Krone Hausmarke), Christoph Meyer, Sergeant (verdrückt; als Helmzier ein Mann), Paul Jobst Wendt, Fourier (unter Krone Schild mit 2 zu 1 Eisenhüten). Cornelius v. Dörsten, Auditor beim kurfürstl. Münsterschen Regiment Elverfeldt, beglaubigt das Testament und die Zeugenunterschriften durch Unterschrift und Siegel (Schild mit Staude, oben eine Knospe, beiderseits je eine Blüte daran).
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 11
U 798/1
Bemerkung : Abschr. (18. Jh.), Pap., beglaubigt durch den Notar Johann Peter Weber in Kasten 66, Akte 21 Abschr. (18. Jh.), Pap. in Kasten 67, Akte 20



1709 April 18



Beschreibung : Emden, im Gasthaus "König von England" Vor den ausfertigenden Notaren erscheint der königlich preußische Rat Dr. Frydag und erklärt im Beisein des Obristen Friedrich Kaspar Freiherrn v. Neuhof genannt Ley, des Jobst Moritz v. Hane, Häuptlings zu Leer, Uttum und Loquard, des Oberstleutnants v. Moltek sowie der beiden adeligen Assessoren am fürstlichen Hofgericht v. Diepenbrock und Dr. Kettler, er sei vor Jahren von der verstorbenen Freifrau v. Ley gebeten worden, deren versiegeltes Testament an sich zunehmen und es ihren Kindern nach ihrem Tode auszuhändigen. Nach dem das Testament im Sterbehaus von den Notaren, die den Nachlaß inventarisierten, gefunden und die Aufschrift gelesen wurde, habe Herr Assessor Diepenbrock es ihm übergeben. Da er jüngst in Aurich Gelegenheit hatte, mit den Herren v. Hane und v. Moltek den heutigen Tag zur Testamentseröffnung zu verabreden, und davon auch Herrn Obristen v. Ley in Kenntnis setzen konnte, und da nun alle Genannten erschienen seien, frage er, ob alle mit der Eröffnung und Verlesung des Testaments einverstanden seien. Die Herren v. Hane und v. Moltek bejahen. Obrist v. Ley erklärt: weil seiner in der Aufschrift nicht gedacht werde, wolle er es nur im Hinblick auf seine Tochter zulassen, doch sichergestellt wissen, daß die mit seiner verstorbenen Frau vereinbarte Eheberedung unberührt bleibe. Daraufhin wird das Testament verlesen. [Es folgt der Wortlaut - s. Urk. von 1697 Januar 20] Nach der Verlesung wiederholt Obrist v. Ley seinen Vorbehalt, während die Herren v. Hane und v. Moltek ihre Zustimmung wiederholen. Letzterer erklärt, überzeugt zu sein, daß seine verstorbene Schwiegermutter dies Testament nicht verfaßt habe, wenn sie nicht sicher gewesen sei, es vor weltlichen Gerichten und dem Ewigen Richter verantworten zu können, und er bittet den Rat Frydag, seiner Aufgabe als Testamentsvollstrecker nachzukommen. Obrist v. Ley fordert daraufhin eine Kopie des Protokolls der Testamentseröffnugn und erklärt, seiner Ansicht nach sei die Testamentsvollstreckung mit der heutigen Verlesung bereits abgeschlossen. Dagegen protestiert Oberst v. Moltek und beharrt darauf, sich an das Testament halten zu wollen, dessen Original der Rat Frydag wieder an sich nimmt. Die ausfertigenden, durch kaiserliche Autorisation bestallten Notare Johann Henrichsen und Johann Brunwinkel unterschreiben und drücken ihre Signetstempel auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 831



1711 März 16



Beschreibung : Valenciennes Josef Klemens, Erzbischof von Köln, des Hl. Römischen Reiches durch Italien Erzkanzler und Kurfürst, Legat des Hl. Apostolischen Stuhles, Bischof zu Hilldesheim, Regensburg und Lüttich, Administrator des Stifts Berchtesgaden, Herzog usw., ernennt seinen bisherigen Kammerknaben Adolf Josef Baron v. Cortenbach zum Fähnrich des kurkölnsichen Regiments zu Fuß bei der Kompanie des Obristleutnants Scheffer. Er unterschreibt und läßt seiner Geheimen Kanzlei Kreissiegel aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 853



1713 April 26



Beschreibung : Neuß Maria Elisabeth Lousia v. Velbrück, Äbtissin des freiweltlichen Stifts St. Quirin zu Neuß, Frau zu Üdesheim und Holzbüttgen, belehnt Franz Winand Freiherrn Raitz v. Frentz zu Schlenderhan ( Schlenderen ) mit dem Schenkenamt, wie es zuvor sein verstorbe-ner Vater vom Stift zu Lehen trug. Sie bestätigt, daß Heinrich Baumeister als Bevollmächtigter des Belehnten den Lehnseid geleistet hat im Beisein der Lehnsmannen Jakob Liedtges und Johann Saurlender, und läßt das große Abteisiegel aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 867



1714 April 13



Beschreibung : Düsseldorf Johann Wilhelm, Pfalzgraf bei Rhein, usw., bekundet: nachdem sein Kämmerer und Amtmann zu Hückeswagen und Bornefeld Konrad v. Nagel auf besagte Amtmannsstellen verzichtet hat, sind diese durch Patent vom 17. Oktober 1713 an dessen Vetter, den edlen Matthias Werner v. Nagel, übertragen worden. Die Pflichten und Rechte werden im einzelnen aufgeführt, und zugleich wird die Besoldung für beide Ämter mitgeteilt [wie in der Bestallung des Konrad v. Nagel vom 7. Februar 1693 s.dort]. Der Aussteller läßt das Sekretsiegel seiner Hofkammer aufdrücken, und auf seinen Befehl hin unterschreiben Johann Heinrich Meex und Arnold Krahe.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 877



1715 April 30



Beschreibung : Eslohe Johannes Selman, Pastor der Kirchspielskirche Petri und Pauli zu Eslohe, bezeugt, daß die edle Maria Margarete v. Rump zur Wenne, eheliche Tochter des Hermann v. Rump, Erbherrn zur Wenne und zu Reiste, und der Elisabeth v. Plettenberg in der Pfarrkirche zu Eslohe getauft wurde, worüber das Taufbuch folgende Eintragung von der Hand des damaligen Pastors Theodor Barthold habe: 1628, den 1. November, wurde getauft des edlen Hermann v. Rump zur Wenner und seiner Ehefrau Tochter Maria Margarete im Beisein der Paten Katharina Margarete [v.] Rump zu Fröndenberg und ArnoldTheodor [v.] Rump zur Wenne. Der Aussteller unterschreibt und drückt das Kirchensiegel und sein eigenes auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 883



1732 Januar 31



Beschreibung : Mannheim Karl Philipp, Pfalzgraf bei Rhein, usw., macht Mitteilung an sein jülich- und bergischen Kanzler, Präsidenten, Geheimen Hof- und Kammerräte, sämtliche Hofes- und Landesbedienstete, insbesondere den Beamten, Schöffen, Vorstehern und Eingesessenen seiner bergischen Ämter Hückeswagen und Bornefeld, daß er genannte Ämter nach Tod des bisherigen Amtmanns [Matthias Werner] v. Nagel an dessen Sohn Konrad Kaspar übertragen hat. Der Aussteller unterschreibt und läßt das Siegel seiner Geheimen Kanzlei aufdrücken; ferner unterschreiben: v. Hallberg und Dumhoff. Rv.: Die Kenntnisnahme bestätigen der Geheime Regierungsrat am 11. Febr. (Unterschrift: C.W. v. Francken) und die Hofkammer am 14. Febr. 1732.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 920



1735 Mai 18



Beschreibung : Troisdorf, im Pastorat Franz Egon Gerhard Freiherr v. Cortenbach, Deutschordensritter und Komtur zu Bernsheim, bekundet seinen letzten Willen. Wegen seines im Deutschen Ritterorden geleisteten Gelübtes der Armut kann er zwar über die während seiner Ordenszugehörigkeit erworbenen beweglichen Güter nicht verfügen, hat aber einige Gelder in Kriegsdiensten erworben, ferner sind aus Mitteln der Familie 4000 Tl. zu seiner Aufnahme in den Orden aufgewandt worden, und nach Profeß und Ritterschlag hat er 15 Jahre lang ohne Kommende auskommen und sich auf eigene Kosten unterhalten müssen. Sein Bruder Maximilian Heinrich Frh. v.Cortenbach oder dessen Erben sollen 100 Louisdor erhalten, die gleiche Summe auch die beiden Söhne seines verstorbenen Bruders Melchior v. Cortenbach. Franz Josef v. Dorjo, dem Sohn seiner Schwester, dessen Taufpate er ist, vermacht er 200 Reichstl., und dessen geist-licher Schwester Sibylla v. Dorjo im Kloster Schwarz-Rheindorf soll zeit ihres Lebens von 200 Reichstl. der jährliche Zins als Spielpfennig zukommen. Nach Sybillas Tod fällt das letztgenannte Kapital an Franz Josef v. Dorjo; sollte dieser allerdings vor der Testamentsvollstreckung bzw. vor seiner Schwester ohne Leibeserben gestorben sein, gehen die Zuwendun-gen entsprechend an Adolf, den ältesten Sohn seines Bruders Maximilian Heinrich. Der einzigen Tochter seines verstorbenen Bruders Ferdinand, nämlich Fräulein Adriana Maria Agnes Antonetta v. Cortenbach, werden 200 Reichstl. vermacht. Der in kaiserlichen Diensten stehende Franz Karl Freiherr v. Bromsée (Brum -), Sohn seiner verstorbenen Schwester, dessen Taufpate er ist, erhält eben-falls 200 Reichstl.; sollte er vor Testamentsvollstreckung sterben, gehen die 200 Reichstl. an des Testators Bruder Maximilian Heinrich. Von 100 Reichstl. sollen die Exequien zu Troisdorf gehalten werden, ein Hochamt, sechs Lesemessen, ein Sechswochenamt, ein Jahrgedächtnis und drei Jahre lang ein Sonntagsgebet; die Geistlichen erhalten jeweils eine Mahlzeit und die nachbenannten Testamentsvollstrecker je einen Louisdor; der Rest soll für Ornamente der Troisdorfer Kirche Verwendung finden. Zu Testamentsvollstreckern bestellt werden Edmund Hermes, Pastor zu Troisdorf, und Andreas Frings, Pastor zu Altenrath. Der Aussteller unterschreibt und drückt sein Petschaft auf; mit ihm unterschreiben als Zeugen der genannte Pastor Hermes, Johann Adam Poulheim, Anton Machhauß und Matthias Gyrrath. Letztlich unterschreibt und siegelt der ausfertigende kaiserliche Notar Andreas Frings.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 11
U 946/1
Bemerkung : Abschr. (Mitte d. 17. Jhs.), Pap. in Kasten 63



1742 Dezember 18



Beschreibung : Dietkirchen Der Dekan des Stifts Dietkirchen Johannes Klein teilt [Anselm Franz Ernst Freiherr v. Warsberg] mit: Ein Jahrgedächtnis könne gehalten werden mit einer Vigil am Vortage und am Tage selbst dadurch, daß jeder Priester, deren derzeit zehn seien, je eine Messe lese und der Dekan mit den Ministranten das Hochamt singe und anschließend die Commendatio gebetet werde. Am Hochaltar würden dann sechs und an den beiden Nebenaltären zwei viertelpfündige Kerzen brennen; die Kirche stelle die Paramente, den Meßwein usw., ebenso den Organisten und den Glöckner. Ein solches Anniversar könne wohl unter 200 Reichstl. nicht angenommen werden. Der Dekan unterschreibt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1017



1743 Januar 29



Beschreibung : Wissem A[dolf] J[osef] C[hristoph] v. Cortenbach, Domherr zu Lüttich für sich und die Söhne seiner beiden Brüder, E[va] A[lexandrina] v. Dorjo geb. v. Cortenbach für sich und ihre sämtlichen anwesenden Kinder sowie M[aria] A[driana] v. Nagel geb. v. Cortenbach für sich und ihren abwesenden Ehemann vereinbaren als Erben ihres verstorbenen Bruders bzw. Oheims [Franz Gerhard v. Cortenbach], gewesenen Komturs zu Siersdorf, für den Fall, daß der Deutsche Orden gegen das Haus Wissem oder dessen Besitzer wegen der Hinterlasenschaft des Komturs prozessieren sollte, anteilig zu den Kosten beizutragen und was möglicherweise an Bargeld, Silberzeug, Leinwand oder sonstigen Wertsachen zurück-zugeben wäre, ohne Einwände abzuliefern. Die drei benannten Aussteller unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1018



1743 Oktober 10



Beschreibung : Schwetzingen Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, des Hl. Römischen Reiches Erbschatzmeister und Kurfürst, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, usw., gibt Mitteilung an seine jülich- und bergischen Kanzler, Präsidenten, Vizepräsidenten, Vizekanzler, Direktoren, geheimen Hof- und Kammerräte, überhaupt allen Hofes- und Landesbediensteten, insbesondere aber den Beamten, Schöffen, Vorstehern und Eingesessenen seines Amts Bergheim, daß er nach Tod seines kurfürstlichen Groß-Schwäger-Vaters aufs neue zum Amtmann genannten Amtes Franz Winand Freiherrn Raitz v. Frentz zu Schlenderhan angenommen habe. Der Aussteller unterschreibt und läßt das Sekretsiegel seiner Geheimen Kanzlei aufdrücken; auf seinen Befehl hin unterschrei-ben ferner: v. Hallberg und Dummhoff. Rv.: Präsentiert bei der Hofkammer, den 3. Dez. 1745
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1024



1745 Juni 22



Beschreibung : Düsseldorf Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, usw., gibt Mitteilung an seine Richter, Rentmeister, Schöffen und Vorsteher sowie den sämtlichen Untertanen seiner Ämter Hückeswagen und Bornefeld, daß er Konrad Kaspar v. Nagel aufs neue zum Amtmann beider Ämter angenommen hat. Die Pflichten des Amtmannes werden im einzelnen aufgeführt, insbesondere hinsichtlich der Religionsausübung und Rechtsord-nung. Die jährliche Besoldung, die Richter und Kellner zu Hückeswagen auszuzahlen haben, beträgt für die Amtmannstelle zu Bornefeld 25 Gulden, 50 Malter Hafer und 13 Gulden 3 Albus für Hofkleidung sowie fünf Seil Heu aus der Kellnerei Burg, für die Amtmannsstelle zu Hückeswagen 50 Tl., 50 Malter Hafer und den zehnten Teil aller Brüchten. Der Aussteller läßt das Sekretsiegel seiner Hofkammer aufdrücken; ferner unterschreibt auf Befehl: Douven.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1034



1751 Oktober 14



Beschreibung : Köln Der Kölner Weihbischof und Generalvikar Franz Kaspar v. Francken - Sierstorpff bestätigt, daß Franz Josef v. Nagel aus Herl im Herzogentum Berg und aus der Erzdiözese Köln heute die erste Tonsur erhalten hat. Für den Aussteller unterschreibt der Sekretär Johann Hermann Josef Werren.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1075



1755 September 16



Beschreibung : Düsseldorf Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, des Hl. Römischen Reiches Erbschatzmeister und Kurfürst, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, Fürst zu Moers usw. bekundet gegenüber seinen obersten Kämmerern, Geheimen Regierungs-, Hof- und Kammerräten und sämtlichen Hof- und Landesbediensteten, daß er Franz Arnold Freiherrn v. Frentz als Kämmerer angenommen habe. Der Aussteller unterschreibt und läßt das Sekretsiegel seiner Geheimen Kanzlei aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1105



1757 August 16



Beschreibung : Schlenderhan Franz Winand Hieronymus Freiherr v. Frentz und seine Ehefrau Charlotte geborene v. Bylandt bekennen, von der Meisterin des Klosters St. Maximin in Köln 1000 Reichstl. zu je 80 Albus durch Wechsel entliehen zu haben, die mit vier Prozent bzw. bei Zahlung am Verfallstage oder innerhalb von sechs Wochen danach mit dreieinhalb Prozent verzinst werden sollen. Zu Unterpfand stellen die Eheleute v. Frentz ihre weder kurmutpflichtigen noch lehnsrührigen 52 Morgen im Gericht Wevelinghoven, deren Wert doppelt so hoch anzusetzen ist. Die Aussteller unterschreiben, drücken ihre Petschaften auf und geloben, die gerichtliche Bestätigung einzuholen. Es folgen auf dem gleichen Blatt die gerichtliche Bestätigung vom 18. Aug. 1757 und die Rückzahlungsquittung vom 12. Febr. 1794 - s. da
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1129



1757 August 18



Beschreibung : Wevelinghoven Wilhelm Heinrich Schiller, Vogt, Matthias Freiheit [?], Leonhard Sohns, Anton Glasmacher, Hans Peter Koch, Gottfried Krüppel, Peter Schönen und die übrigen Schöffen der kurkölnischen Herrschaft Wevelinghoven bekunden, daß der Lizentiat Schlebaum als Bevollmächtigter des Franz Winand Hieroymus Freiherrn v. Frentz, Herrn zu Schlenderhan, Kellenberg, Kleinenbroich, Grombach (Krum -) und Stammeln, pfälzischen Amtmanns zu Bergheim, und seiner Ehefrau Anna Charlotte Freiin v. Bylandt ihnen eine zugunsten der Meisterin des Klosters St. Maximin in Köln ausge-stellte Obligation über 1000 Reichstl. Wechselgeld vorgelegt und um gerichtliche Bestätigung gebeten habe. Die Aussteller bestätigen, daß die zu Unterpfand gestellten 52 Morgen weder lehnrührig noch kurmutpflichtig, auch niemandem gerichtlich verschrieben und mehr wert sind als 1000 Reichstl. Der Vogt unterschreibt, mit ihm - für den abwesenden Gerichtsschreiber - der Schöffe Gottfried Krüppel; das Gerichtssiegel wird aufgedrückt. In einer Mappe mit Nr. 1129
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1130



1758 Juni 6



Beschreibung : Dieburg Graf v. Bülow, Oberstleutnant und Kommandant des deutschen Infanterieregiments v. Löwendal, bescheinigt, daß Herr v. Nagel nie eine vertragliche Vereinbarung mit dem Regiment abgeschlossen hat und in ihm nie ein Dienstverhältnis erhielt oder innehatte. Der Aussteller unterschreibt und drückt sein Petschaft auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1139



1760 März 8



Beschreibung : Erfurt Anselm Franz Ernst Freiherr v. Warsberg errichtet angesichts seines hohen Alters sein Testament, wie es nach Recht und Gewohnheit geschehen soll und insbesondere den Privilegien der Mainzer Kleriker entspricht. Er möchte in aller Stille bei den Augustinern unter dem Stuhl beigesetzt werden, in dem er die Hl. Messe zu hören pflegte. Für 1200 Messen einschließlich dreimaliger Exequien sollen aus seiner Hinterlassenschaft sogleich und im voraus 400 Gld. entnommen werden. Die Priester erhalten jedesmal ein Kopfstück oder 20 Kreuzer und die Augustiner für ihre Arbeit 25 Gld., für Grab, Begräbniskosten und Exequien 100 Gld. und für ein stets mit drei Messen zu begehenden ewiges Jahrgedächtnis, das jeweils anzukündigen ist, 400 Gld. Dem Domkapitel zu Mainz vermacht er für jährlich zwei Zelebrationen und ein Jahrgedächtnis 2000 Gld., den gleichen Betrag zu gleichen Zweck auch dem Domkapitel zu Trier und dem Domkapitel zu Speyer. Das Stift Dietkirchen, wo er Probst und Archidiakon ist, erhält 350 Gld. für ein dauerndes Jahrgedächtnis, das so einzurichten ist, wie Herr Dekan Klein vor Jahren vorgeschlagen hat und aus der Anlage ersichtlich ist [s. 1742 Dez. 18]. Jede katholische Kirche im erzstiftischen Gebiet, nämlich in der Stadt: BMV, St. Severi, St. Nikolai, Novi Operis, St. Laurentius, Allerheiligen, St Wiperti und St. Martin, ferner auf dem Lande: Witterda, Hocheim, Melchendorf und Töttelstädt (Dittelstatt ) erhält für ein ewiges Jahrgedächtnis 50 Reichstl. oder 75 Gld. Für den katholischen Pfarrer zu Hennweiler im Hunsrück in der Herrschaft Wartenstein sind zu dessen besserem Unterhalt aus des Testators Hinterlassenschaft und aus seinen Kapitalien in besagter Herrschaft 2000 Gld. anzulegen; die Zinsen sollen dann dem Pfarrer zukommen, und er soll davon eine gute Pfarrerwohnung erhalten. Des Testators ist in den Messen zu gedenken, und jedes Jahr sind vier Jahrgedächtnisse für ihn zu halten. Der Ehefrau seines Bruders werden 400 Gld. vermacht, jeder seiner noch lebenden Schwestern 200 Gld. und jeder Tochter seines Bruders ebenfalls 200 Gld. Alle sind damit von der Hinterlassenschaft abgefunden. Der Kammerdiener erhält alle Kleidung und Leibwäsche, den Lohn für ein zusätzliches Jahr sowie 200 Reichstl. oder 300 Gld. Dem Hauskellner Schnabel sind 100 Gld., dem Küchenschreiber Fuchs 50 Gld. und jedem Koch 50 Gld. auszuzahlen. Die Beschließerin Nunnin, die für des Testators Wäsche sorgte, bekommt 50 Gld., und die übrigen livrierten Bediensteten erhalten die volle Besoldung des laufenden Jahres sowie je zwölf Gld., Johann Redelbusch und Christoph Meyer aber je 50 Gld. Für alles Übrige ist Universalerbe der einzige Bruder des Ausstellers, der kurtrierische Geheime Rat und Oberamtmann zu Saarburg Anton v. Warsberg. Er ist verpflichtet, die gesamte Erbschaft ungeteilt dem Mannestamm der Familie zukommen zu lassen, nichts davon zu verpfänden oder zu veräußern und lediglich die Nutzung auf Lebenszeit in Anspruch zu nehmen. Das Erbe ist als ein Fideikommiß zusammenzuhalten, doch sind die jeweiligen Inhaber weder verpflichtet, eine Kaution zu stellen, noch auch zu einer gerichtlichen Inventarisierung. Sollte der Mannestamm der freiherrlichen Familie v. Warsberg aussterben, so fällt das Erbe an die von genanntem Bruder Anton v. Warsberg abstammende recht- und stiftsmäßige Deszendenz weiblicher Linie. Der Testator unterschreibt und drückt sein Siegel auf; mit ihm unterschreiben und siegeln als Zeugen Johann Georg Brückmann und Dr. Andreas Nunn. Anschließend: 1760 März 22 - Erfurt Anselm Franz Ernst Freiherr v. Warsberg bestellt nach Tod sei-nes vor kuzem gestorbenen Bruders dessen einzigen Sohn Anselm Karl zum Erben seiner Fideikommiß-Disposotion vom 8. d. Mon. und bittet den Domdechanten zu Mainz, Freiherren v. Breidbach zu Bürresheim, die Vollstreckung besagter Dispositionen zu überwachen. In Ergänzung seines Testaments verfügt er ferner, daß den Hausarmen zu Erfurt aus seinem Nachlaß insgesamt 1000 Gld. auszuzahlen sind, und zwar an drei von den Exekutoren festzusetzenden Tagen in der Statthalterei. Außerdem soll sein Arzt Dr. Nunn 400 Gld. erhalten. Mit dem Testator unterschreiben und siegeln Johann Georg Brückmann und Dr. Andreas Nunn. Anschließend: 1760 März 31 - Erfurt Der Testator fügt seinen Dispositionen hinzu: Falls der Mannesstamm der v. Warsberg erlöschen sollte, geht sein Erbe an die weibliche Deszendenz, und zwar sowohl an die Nachkommen seines Bruders und seines Neffen Anselm Karl v. Warsberg wie auch an die seiner beiden Schwestern, nämlich der Frau v. Breitbach zu Bürresheim und der Frau v. Wald, und ist dementsprechend in vier gleiche Teile unter Wegfall jeder Fideikommiß-Eigenschaft aufzuteilen. Alle Lebensmittel und der Wein, die Pferde und Sättel, Zaumzeug. Kutschen und Geschirr, die Betten, Zinn-, Kupfer- und Messinggerätschaften, die Bett- und Tischtücher, die Bücher und überhaupt alle Mobilien, über die nicht anderweitig verfügt ist, sollen erblich an Anselm Karl v. Warsberg fallen und nicht unter die Fideikommißgüter gerechnet werden. Aussteller und Zeugen - wie vor - unterschreiben und siegeln. Abschließend: 1760 April 26 - Erfurt Vorstehende testamentarische Verfügungen werden in der Statthalterei eröffnet im Beisein des Geheimrates Frh. v. Lincker, des Stadtschultheißen und Regierungsrats v. Bellmont, der Re-gierungsräte Stercker, Heilandt, v. Gudenus, Brückmann und Spitz sowie der Testamentsvollstrecker Brückmann und Prof. Dr. Nunn. Die Richtigkeit bestätigt durch Unterschrift der Regierungsrat Wolfgang Balthasar Hunoldt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1155



1760 März 12



Beschreibung : Saarburg C[arl] H[einrich] Freiherr v. Warsberg läßt durch seinen Sekretär Franz Adolf Georg Hebel letztwillige Vefügung für seine Kinder niederschreiben. Er möchte nach katholischen Brauch standesgemäß in der Pfarrkirche des Ortes [Saarburg] beigesetzt werden mit Exequienämtern an drei Tagen und zwölf stillen Messen. Außerdem sind für ihn bei den Franziskanern zu Beurig 24 und zu Trier bei den Karmelitern und Augustinern je zwölf stille Messen zu lesen. Nach seinem Tode soll die Hälfte seiner Renten und jährlichen Einkünfte Verwendung finden zur Tilgung seiner Schulden, soweit solche durch Obligations- oder Heiratsbriefe oder sonstwie rechtlich nachgewiesen werden können, insbesondere aber zur Bezahlung bzw. Besoldung der Bediensteten, Tagelöhner und Handwerker. Seine gesamte Hinterlassenschaft soll sein Sohn Anselm verwalten, sobald er großjährig ist, und dies soll er wie ein guter Hausvater tun. Anderenfalls, vor allem auch dann, wenn er keine Erben aus einer standesgemäßen Ehe haben sollte, sind alle anderen Interessenten zu rechtlichem Einschreiten befugt. Anselm hat der Witwe des Testators und ihren Bediensteten kostenlos zu geben, was sich für die Trauer schickt, hat ihr die von ihr beim Prälaten zu St Maximin entliehenen 100 Reichstl. nebst den Zinsen für drei Jahre zu vergüten, ebenso die 400 französischen Silberlivres, die sie als eingesetzte Erbin der als Kanonisse zu St. Pierre verstorbenen Schwester des Ausstellers für deren Schulden bezahlte, außerdem 300 Reichstl. für ein ihr gehöriges goldenes Besteck, das von der Familie über-nommen wurde. Nach seinem Tode soll seine Frau dann erhalten, was ihr laut Ehebrief zusteht. Weil des Ausstellers Tochter Louise als einzige noch unversorgt ist, soll ihr in ihrem Stift zu Epinal bei nächster Gelegenheit ein Wohnhaus angekauft und eingerichtet werden. Bis sich eine Ankaufsmöglichkeit ergibt, ist ihr neben der jährlichen Zuwendung der gewöhnliche Hauszins von 150 Reichstl. zu entrichten, und im einen wie anderen Fall ist ihr die Sicherheit zu geben, daß sie die notwendigen Möbel erhält, Haus- und Küchengerät, das Leinen für Tisch und Bett und ein Tafelgedeck aus einigen silbernen Leuchtern. Sollte Louise sich aber standesgemäß verheiraten, erhält sie die gleiche Aussteuer wie die bereits verheirateten Töchter bzw. Schwestern. Der Testator unterschreibt auf seinem Krankenbett und drückt sein Petschaft auf; mit ihm unterschreiben und siegeln als Zeugen: Johann Philipp Reutter, Pastor zu Saarburg, P. Hansen., Pastor in Littdorf, J.J. Chevalier und der genannte Sekretär. Darunter: 1760 März 22 - Saarburg. Der Sekretär Franz Adolf Georg Hebel bestätigt, das vorstehende Testament im Beisein der darin genannten Zeugen der Witwe und Tochter des Testators bekannt gemacht zu haben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1156



1764 Mai 29



Beschreibung : Schwetzingen Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, des Hl. Römischen Reiches Erbschatzmeister und Kurfürst, Herzog in Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, Fürst usw., gibt Mitteilung an seine jülich- und bergischen Kanzler, Präsidenten, Vizepräsidenten, Vizekanzler, geheimen Hof- und Kammerräte, insbesondere den Beamten, Dienern, Schöffen, Vorstehern und Eingesessenen seiner bergischen Ämter Bornefeld und Hückeswagen, daß der seinem Amtmann genannter Ämter, [Konrad Kaspar] Freiherrn v. Nagel, die Gnade erwiesen hat, seinem ältesten Sohn Adolf Josef Frh. v. Nagel die Adjunktion auf die Amtmannstellen und das Recht auf Nachfolge zu erteilen. Der Aussteller unterschreibt und läßt das Sekretsiegel seiner Geheimen Kanzlei aufdrücken; ferner unterschreiben: v. Wachtendonck und Bäumen. Rv.: Die Kenntnisnahme bestätigen der Hofrat (Unterschrift: W.M. Mülheim) und der Geheime Rat (Unterschrift: v. Reiner), beide am 8. Jan., und die Hofkammer (Unterschrift: Pütz) am 10. Jan. 1765, jeweils in Düsseldorf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1181



1766 Oktober 30



Beschreibung : Schlenderhan Franz Arnold Raitz v. Frentz trifft eine Vereinbarung mit seinem jüngeren Bruder Franz Winand, damit es nach dem Tode ihres Vaters Franz Winand Hieronymus wegen der Güterverteilung nicht zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Der Stammhalter wird seinem jüngeren Bruder, der Kanonikus des Stifts Unserer Lieben Frau zu Aachen und Personatist in Büttgen ist, Haus und Rittersitz Kellenberg samt Zubehör und mit allen Mobilien auf Lebenszeit einräumen, jährlich ein Stückfaß Rheingauer Wein aus dem Hattenheimer Keller liefern lassen und die für das zweijährige Studium in Reims und andere Schulden aufgenommenen 900 Reichstl. übernehmen. Da der Halfe des Vels-Hofes zu Büttgen für die auf den Personatszehnt zu Büttgen angewiesenen 500 Reichstl. die Jahrespacht bereits entrichtet hat, erhält Franz Winand schon bei Ausfertigung dieses Vertrages 150 Reichstl.; die weiteren 350 werden ihm innerhalb eines dreiviertel Jahres nach und nach ausgezahlt. Dafür verzichtet der jüngere Bruder auf alle Erbteile von Seiten seiner Eltern, zumal das elterliche Stammhaus durch Prozesse und darauf verschriebene Heiratsgelder belastet ist und seinem ältesten Bruder für seine schon zahlreichen Kinder große Kosten erwachsen werden. Beide Brüder unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf; ferner unterschreiben und siegeln als Zeugen N. Xaver Kamps, Kapitular der Liebfrauenkirche zu Aachen, Johann Wilhelm Schweren, jülich-bergischer Advokat und Sekretär des Hauses Schlenderhan, und der Gerichtsschreiber Leopold Maaß. Sodann bestätigt der jüngere Bruder durch Unterschrift, am gleichen Tage 90 Kronentl. erhalten zu haben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 11
U 1210/1
Bemerkung : 2) Abschrift von 1770 Feb 12, ohne den Quittungsvermerk, mit Beglaubigung der Unterschriften durch Vogt und Schöffen des Stadtgerichts Bergheim mittels 2 Oblatensiegel und Unterschrift in Kasten 8



1767



Beschreibung : Die drei unbenannten Herrschaften des unter Arsbeck gelegenen freiadeligen ritterlichen Burghofs verpachten diesen mit allem Zubehör an Johann Stefens und dessen Ehefrau Anna Jansen vom Remigiustag 1767 an auf 12 Jahre. Die jeweils um Andreas fällige Pacht beträgt je 21 Malter Roggen und Hafer Wassenberger Maßes sowie insgesamt 12 Stein Flachs, für den die Verpächter wahlweise auch ¿ Reichstl. je Stein fordern können. Die Pacht ist jeder Herrschaft drei Stunden Weges weit zuzuliefern. Die Pächter stellen zu Unterpfand ihr im Rötgen ( Röd -) gelegenes Haus mit Scheune und Stallungen sowie vier Morgen Acker. Da der Burghof seit 1737 von der Gemeinde widerrechtlich zu Gewinn- und Gewerbesteuern und zum Erbschatz herangezogen wird, sollen die Pächter solche Abgaben bis zum Austrag der Sache zwar zahlen, jedoch nur unter ausdrücklichem Protest, der auch in der Quittung zu vermerken ist. Wenn auf dem Burghof ein neuer Bau erstellt wird, hat der Pächter alle Fuhren durchzuführen, wobei ihm nur für die Kalkfuhren eine Hälfte der Kosten ersetzt wird; dafür stehen ihm alle Holzabfälle zu. Die Reparaturen auf dem Hof zahlen die Herrschaften, die Pächter haben den Arbeitern Essen und Trinken zu stellen. Die Instandhaltung der Dächer, Wände, Türen und Fenster allerdings ist alleinige Pflicht der Pächter. Weiterhin geregelt werden die Rechte ud Pflichten bei der Nutzung des um den mitverpachteten Bruch stehenden Holzes. Es sollen vier Ausfertigungen geschrieben und unterschrieben werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1224



1769 Mai 16



Beschreibung : Brauweiler Amand, Abt zu Brauweiler, Herr zu Brauweiler, Klotten und Mesenich, ernennt nach Tod seines bisherigen Holzgrafen Franz Winand Hieronymus Freiherrn v.Frentz zu Schlenderhan zum Nachfolger Franz Arnold Freiherrn v. Frentz zu Schlenderhan. Der Ernannte hat die Waldungen der Abtei und der Beerbten zu schützen und nach Vorschrift der Holzrollen zweimal im Jahr, nämlich auf Johannestag nach Weihnachten und am Dienstag nach Pfingsten das Holzgeding zu halten. Sein Gehalt beträgt, wie gewöhnlich, zehn Malter Hafer jährlich und ist ihm von der Gemeinde Dansweiler zu entrichten. Der Aussteller unterschreibt und läßt das Siegel der Abtei aufdrücken. Der Ernannte nimmt das Ant an, unterschreibt und drückt sein Petschaft auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1236



1771 September 9



Beschreibung : Schwetzingen Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, usw. gibt Mitteilung an seine Großhofmeister, Obristkämmerer, Obristhofmarschälle, Obriststallmeister, Hofkanzler, Statthalter, Präsidenten, geheimen Hof- und Kammerräte sowie an sämtliche Hofes- und Landesbedienstete, daß er seinen Kämmerer und Amtmann seines jülichschen Amtes Bergheim [Franz Arnold] Freiherrn Raitz v. Frentz zum Wirklichen Geheimen Rat seiner Fürstentümer Jülich und Berg angenommen hat. Er unterschreibt und läßt das Sekretsiegel seiner Geheimen Kanzlei aufdrücken. Rückvermerke: Die Düsseldorfer Behörden bestätigen die Kenntnisnahme: der Geheime Rat am 24. Sept., die Hofkammer am 24. Sept., der Hofrat und das Oberappelationsgericht am 26. Sept. 1771.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1259



1772 Mai 14



Beschreibung : Schlenderhan Franz Arnold Frh. Raitz v. Frentz zu Schlenderhan vereinbart mit Wilhelm Bünnagel eine Unterverpachtung des durch die Reichsabtei Kornelimünster an das Haus Schlenderhan für die Jahre 1769 bis 1780 verpachteten Zehnten auf Dauer der verbleibenden Pachtzeit. Dem Pachtbrief entsprechend, soll der Unterpächter jährlich 50 Malter Korn und zwölf Malter Hafer angeben, das Zuchtvieh halten und außerdem auf das Haus Schlenderhan 500 Busch Stroh liefern. Von der Unterverpachtung ausgenommen bleibt, was vom Zehnt als Sackzehnt abzugeben ist und was bisher dem Unterjäger Jakob Götz und dem Wiedenfeldt auf dem Treppchen zu Ichendorf verpachtet war, sowie der Flachszehnt. Über die Zehntgrenzen wird der Förster und Jäger Winand Effertz jedes Jahr Anweisung geben; ein Morgen im Feld des Pastors an der Straße nach Richard Kochs Haus bleibt zehntfrei. Dem Unterpächter werden für ein Jahr zwei Zuchtochsen überlassen, dann soll er das Zuchtvieh selbst anschaffen. Weil es in Quadrath und Ichendorf keine Mutterschweine gibt und das Haus Schlenderhan selbst einen Eber hält, wird dem Unterpächter die Gestellung eines Ebers erlassen. Der Unterpächter unterschreibt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1269



1774 August 31



Beschreibung : Arnsberg Maximilian Friedrich, Erzbischof zu Köln, Kurfürst usw., ernennt Franz Adolf Freiherrn v. Nagel auf dessen Bitten hin zu seinem Kämmerer und macht darüber all seinen Ministern, Geheimen und anderen Räten, Offizianten und Bedienten Mitteilung. Es unterschreibt und läßt das Siegel seiner Geheimen Kanzlei aufdrücken. Mitunterschrieben durch: K[aspar] A[nton] v. Belderbusch.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1290



1781 August 20



Beschreibung : Düren Bereits im voraufgegangenen Jahrhundert kam es zwischen Herrn Reichsgrafen v. Schellard zu Gürzenich einerseits und Freiherrn Raitz v. Frentz zu Schlenderhan andererseits wegen einer im dompröbstlich Raitz v. Frentzschen Testament dem Hause Schellard angeblich zugedachten Zuwendung wie auch wegen eines unausgezahlten Dotalbetrages von 300 Reichstl. zu Rechtsstreitigkeiten. Durch den jülich-bergischen Hofrat zu Düsseldorf wurden dem Reichsgrafen v. Schellard die 3000 Reichstl. nebst Zinsen zuerkannt, und es wurde ihm freigestellt, seine Forderungen auf Anteile aus dem Testament weiter zu verfolgen. Dagegen appellierte Freiherr Raitz v.Frentz an das Reichskammergericht zu Wetzlar, wo die Sache seit vielen Jahren unentschieden schwebt. Die am Ende benannten Bevollmächtigten beider Parteien haben nun zur Vermeidung weiterer verdrießlicher wie kostspieliger Streitigkeiten einen Vergleich vereinbart: Die 3000 Reichstl., die Herr Reichsgraf v. Schellard zu Gürzenich der dompröpstlich Raitz v. Frentzschen Fundation seit langem schuldet und für die der allodiale Gürzenicher Zehnt zu Unterpfand gestellt war, soll Freiherr Raitz v. Frentz als erster Teilhaber und Exekutor der Fundation nebst den Aufgeldern als eigene Schuld übernehmen und den v. Schellard quittieren. Die entsprechende Schuldverschreibung gilt als kassiert und annuliert. Dagegen verzichtet die v. Schellardsche Seite auf die zu Wetzlar geltend gemachten Forderungen, nämlich sowohl auf die Ansprüche wegen des Testaments wie auch auf die noch ausstehenden 3000 Reichstl. an Dotalgeldern. Den rückständigen Zins der verschriebenen 3000 Reichstl. wird der Reichsgraf an die Fundation abführen; andererseits erhält er wegen des Verzichts auf seine Forderungen 500 Reichstl. Die Bevollmächtigten geloben, vorstehenden Vergleich von ihren Auftraggebern alsbald ratifizieren zu lassen und beide Ausfer-tigungen dann auszutauschen. Es unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf an Seiten des Reichsgrafen v. Schellard der Lizentiat J.J. Klein, auf Seiten des Freiherrn Raitz v. Frentz: F.J.J. Schweren. Sodann unterschreibt und siegelt die vorliegende Ausfertigung Theodor Graf v. Schellard zu Obbendorf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1327



1791 Februar 1



Beschreibung : Schlenderhan Franz Arnold Raitz v. Frentz, Herr zu Schlenderhan, Hall, Kel-lenberg, Kleinenbroich, Stammeln und Hattenheim, kurpfälzischer Geheimrat und Oberamtmann von Stadt und Amt Bergheim, und seine Ehefrau Isabella geborene Freiin v. Warsberg verpachten auf zwölf Jahre ab Cathedra Petri des lfd. Js. an Cornelius Rey und dessen Ehefrau Helena Mullers ihren im Kirchspiel Heppendorf gelegenen Rittersitz Stammeln mit Ausnahme des Broichs und des Holzes in der sogenannten Schillingeichen. Die Pacht beträgt jährlich 800 Reichstl. zu je 80 Albus köl-nisch und 100 Pfund Butter, und für den trockenen Weinkauf sind 300 Reichstl. zu zahlen. Da der Pächter den Ausstellern bei der letzten Verpachtung von halb Stammeln 1000 Reichstl. zinslos vorgeschossen haben und noch 900 Reichstl. davon zurückzuzahlen sind, können sie von der Pacht bis zur völligen Tilgung jeweils 100 Reichstl. einbe-halten. Von der Pachtsumme sind 300 Reichstl. an die Karthause zu Vo-gelsang bei Jülich zu entrichten, 150 Reichstl. an die Raitz v. Frentzsche Fundation und 25 Reichstl. an das Leerische Fideikommiß. Ferner haben die Pächter die auf dem gepachteten Gut haftenden Abgaben zu tragen, so die an den Pastor zu Heppendorf. Gebäude und Ländereien sind in gutem Zustand zu erhalten; die Pächter haften für Schäden, die durch ihre oder ihrer Leute Schuld oder Fahrlässigkeit entstehen. Die beiden gleichlautenden Ausfertigungen sollen von beiden Seiten unterschrieben und von den verpachtenden Eheleuten durch Aufdrücken der Petschafteen bestätigt werden.Auf dem gleichen Bogen folgt der Pachtvertrag vom 20. März 1800 - s. da.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1386



1791 September 3



Beschreibung : Schlenderhan Franz Arnold Reichsfreiherr Raitz v. Frentz, Herr zu Schlenderhan, kurpfälzischer Geheimer Rat und Amtmann zu Bergheim, und seine Ehefrau Isabella geborene Reichsfreiin v. Warsberg bekennen, von den Erben des verstorbenen Karl Schmitz durch Johann Walter Schaafhausen in Köln 1200 Reichstl. zu je 80 Albus kölnisch, d.h. nach gängigem Kurs 626 Kronentl. zu je 115 Stüber und 10 Stüber, gegen vierprozentige Verzinsung aufgenommen zu haben. Zu Unterpfand stellen sie folgende in der Herrschaft Quadrath gelegenen Wiesen: 21 Morgen neben den sogenannten Haus-Frenzer Wiesen, fünf Morgen neben den Geretzhovener Wiesen und 6 1/2 Morgen sogenannter Koppelbanden. Das zuständige Gericht zu Quadrath soll die Verschreibung bestätigen und ins gerichtliche Kontraktenbuch eintragen. Die beiden Aussteller unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf. Schultheiß und Schöffen der Herrschaft Quadrath bestätigen am gleichen Tage, daß die zu Unterpfand gestellten Wiesen Eigentum der Schuldner, niemandem verpfändet und von einem Wert sind, der die 1200 Reichstl. zweimal übersteigt, und daß die Verschreibung in ihr Kontraktenbuch eingetragen wird. Es unterschreiben: der Schultheiß Theodor Correns, die Schöffen Constinus Hidefeldt, Christian Konin und Johann Peter Thelen sowie der Gerichtsschreiber Reiner Claeßen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 11
U 1392/1
Bemerkung : Ausf., Papier; gleichlautend, doch fehlen seitens des Gerichts die Unterschriften und das Siegel in Kasten 11


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