Historisches Archiv der Stadt Köln
3 Nachlässe und Sammlungen
3.2 Nachlässe, Partei-, Vereins-, Familienarchive
3.2.18 Buchstabe R
Raitz von Frentz (Familie)
Best. 1037 Raitz von Frentz (Familie)

Gesamtanzahl der Verzeichnungseinheiten:  997

Verzeichnungseinheiten:  101-200 201-300 301-400 401-500 501-600 601-700 701-800 


1629 November 20



Beschreibung : DüsseldorfJohann Raitz v. Frentz übersendet seinem Vetter Arnold Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, pfalzneuburgischem Kämmerer, Haus-hofmeister, Kriegskommissar und Amtmann zu Bergheim (Ber-cheim), die Kopie eines Schreibens vom 29. Okt. d. Js., durch das der Vetter Raitz v. Frentz zu Martfeld u.a. begehrte, er, Vetter Arnold, möge dem Vogt zu Bergheim befehlen, dieser solle den Verkauf des Hofes zu Pulheim (Pol -) nicht bestä-tigen.Da laut Testament seiner, des Schreibers, verstorbenen Schwe-ster [Johanna, Witwe v.] Stommel die Stommeler Erben ein-ander in der Erbfolge sukzedieren, würde in dem Falle, daß der Vetter Spies zu Frechen (V -) samt seiner Schwester oder deren Erben ohne Leibeserben stürben, besagter Hof den ande-ren Stommeler Erben zufallen.Wenn auch Vetter Spies bereits das den Armen zugedachte Legat von 520 Rtl. ausgezahlt hat, so ist er doch [zum Verkauf] nicht befugt, es sei denn, er stelle, bevor die Stommeler Er-ben den Verkauf gutheißen, aus seinen allodialen Gütern eine Kaution für 10.000 Tl. kölnisch und 150 Rtl.Der Schreiber unterzeichnet.Anm.: In einer Fußnote ist angemerkt: Graf Montecuccoli habe auf Ersuchen der Stände und Räte zu Düren (Duiren) bewilligt, daß die kaiserlichen Truppen, wie Graf Johann v. Nassau (- aw) verordnete, lediglich zu verpflegen seien, und er habe zugesagt, dies allen Offizieren schriftlich mitzuteilen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 137



1630 März 15



Beschreibung : Haus Ley (zur Leyen)Nach Tod des edlen Johann v. Neuhof (Neuwenhoff) gen. Ley zur Ley (Leien), bergischen Hauptmanns, hatten dessen Witwe Margarete v. Diepenthal und die gemeinsamen Kinder eine zeit-lang den Haushalt zusammen geführt; dann aber hatte die Mutter sich wegen schwebender Prozesse und etlicher Beschwer-nisse auf ihre Leibzucht zurückziehen wollen, wie diese in ihrem Heiratsvertrag vorgesehen war.Im Juni letzten Jahres hatte sie aus diesem Grund adelige Freunde und Verwandte gebeten, die Güter, Einkünfte, Ausgaben und Belastungen überschläglich zusammenzustellen.Bertram v. Nesselrode (Neßeldraht) zu Ehreshoven (Erißhofen), Amtmann zu Windeck, Wilhelm Quad zu Alsbach (Ailspach), Drost zum Sparrenberg (Sparen -), Leopold v. Neuhof zu Neuenhof (von undt zum Neuenhofe), Amtmann zu Neustadt, und Georg v. Neuhof gen. Ley zu Koverstein als Schiedsfreunde, die Witwe, ihre volljährigen Kinder Hans Melchior und Elisabeth, nämlich Stefan v. Diepenthal zu Overbach und Johann v. Heiden (Heidt) gen. Hungeringhausen (Hungerkausen), haben nun eingehend beraten wegen der mütterlichen Abfindung bzw. Leibzucht und wegen der geschwisterlichen Teilung.Laut Heiratsvertrag der Mutter umfaßt deren Leibzuchtsrecht die ihrerseits eingebrachten Güter, bewertet auf 16100 Tl. und 125 Goldgld., was bei 5% jährlich insgesamt 1150 Tl. ausmacht, dazu die Hälfte der Mobilien und ihre Kleidung wie ihren Schmuck.Da sowohl die volljährigen wie die Vormünder der minder-jährigen Kinder wünschen, die Mutter möge weiterhin den Haushalt führen, haben die Schiedsfreunde und Verwandten sie gebeten, ihren Unwillen gegen die Söhne zu vergessen, die künftig nicht nur bereit seien, ihr stets den schuldigen Respekt zu erweisen, sonder auch willens sich innerhalb von ein bis zwei Monaten in standesgemäße Dienste zu begeben an Herrenhöfen oder beim Militär, um so ihre Mutter zu entlasten und sie in ihrer Haushaltsführung nicht zu beeinträchtigen. Allerdings erwarten sie eine jährliche Zulage zu ihrem Unter-halt.Auf allseitige und inständig Bitten hin hat die Mutter sich bereit gefunden unter den Bedingungen, daß sie sich jederzeit auf ihre oben benannte Leibzucht zurückziehen kann, daß ihr für die Führung der Prozesse einer der Vormünder zugeornet wird und daß die Söhne sich, wie versprochen, in eine ehr-liche Bestallung begeben.Nachdem die Söhne dies nochmals versprochen haben, ist jedem von ihnen auf Vorschlag der Unterhändler und Verwandten eine jährliche Zulage zu ihrem Unterhalt von 60 Tl. zu je 52 Albus zugesagt worden, solange sie die Mutter in ihrer Haus-haltsführung nicht beeinträchtigen.Für den Fall, daß der älteste Sohn heiratet und den Haushalt übernehmen möchte oder aber die Mutter sich auf ihre Leibzucht zurückziehen will, erhält sie außer ihrer Kleidung und ihrem Schmuck die Hälfte aller Mobilien und anstelle der ihr gebührenden Leibzucht, so hat man sich geeinigt, die jen-seits der Agger (Acher) gelegenen sogenannten Lacherter (Lacherder, auch: Lacharder) Güter, den Büchlerhauser (Bocklerhuser) Hof, die Mühle zu Remerscheid (Rheimschet, auch: Rheimerschat) mit der Ölmühle ebenda und beide Hachen-berger Höfe, jeweils mit allem Zubehör an Ländereien, Wiesen, Büschen und Einkünften, wobei die Agger Grenze sein soll. Der jährliche Ertrag ist auf etwa 500 Tl. zu veranschlagen.Sie hat dann den drei geistlichen Schwestern auf deren Le-benszeit ihr jährliches Deputat von je 80 Tl. zu entrichten, solange sie ihre Leibzucht genießt; auf alles, was ihr zu-sätzlich lt. Heiratsverschreibung zustehen möchte, wird sie zugunsten der Kinder verzichten. Sobald sie sich auf ihr Altenteil begiebt, ist es Sache der Kinder, die anhängigen Prozesse zu führen, die Schulden zu tilgen und die gemeinen Lasten zu tragen.Sollte die Mutter an einem anderen Ort Wohnung nehmen, wo sie wegen Kriegsgefahr oder aus anderen Gründen nicht bleiben kann, steht ihr das Recht zu, auf das Haus zurückzukehren und sich hier drei bis vier Monate aufzuhalten, bis sie ein neues Unterkommen gefunden hat.Für den Fall einer zweiten Heirat ist in der mehrerwähnten Eheberedung vorgesehen, daß sie dann außer Kleidung und Schmuck die Hälfte der Mobilien erhalten soll. Diese Bestim-mung wird mit ihrer Zustimmung dahin abgeändert, daß sie außer Vorgenanntem noch erhalten soll, den Hof Büchlerhausen nebst allem Zubehör jenseits der Agger, die Lacherter (Lacharder) Güter, die Mühle zu Remscheid mit der Ölmühle da-selbst, all das veranschlagt auf einen jährlichen Ertrag von 390 Tl. Nicht belastet sein soll sie dann mit den Deputaten der geistlichen Schwestern; vielmehr sollen die Söhne das diesen Gebührende, wie vertraglich vereinbart, entrichten. Außerdem sollen der Mutter aus einem der Hachenberger Höfe von der Ernte oder dem Vieh jährlich 31 Tl. zustehen.Gehen aus einer solchen Ehe Kinder hervor, sollen diese mit den Kindern erster Ehe gleichberechtigt sein; lediglich das adelige Haus Ley mit der anliegenden Ölmühle und den zugehö-rigen Ländereien, Wiesen und Büschen stehen bei einer Teilung den Kindern erster Ehe allein und im voraus zu, und über das bewegliche Gut kann die Mutter frei disponieren.Bleibt eine zweite Ehe kinderlos, fällt das gesamte leib-züchtige Gut an die Kinder erster Ehe, ausgenommen das, was die Mutter während der zweiten Ehe erwirbt; über dies kann sie frei verfügen.Sodann haben sich die drei volljährigen Kinder und die Vor-münder der minderjährigen wegen der geschwisterlichen Teilung geeinigt.Bei Eheschließung, sofern diese mit Rat und Zustimmung der Freunde und Verwandten erfolgt, soll jedes Kind 2500 Tl. als Mitgift erhalten und 500 Tl. für die Aussteuer (vor auß-rüstungh undt geschmuck). Den Töchtern ist dann von ihren Brüdern die Aussteuer innerhalb eines Jahres nach dem Ver-löbnis bar zu erlegen, und ein Jahr nach dem ehelichen Beila-ger sind 1000 TL. der Mitgift zu verzinsen, nämlich 50 Tl. jährlich auszuzahlen, dann nach Ablauf von sechs Jahren die 1000 Tl. bar auszuzahlen. Die übrigen 1500 Tl. sind vom Todestag der Mutter an entsprechend zu verzinsen, und der Be-trag selbst ist nach sechs Jahren auszuzahlen oder rentbar auf ein ausreichendes Unterpfand zu verschreiben.Sollte die Mutter vor der Verehelichung einer oder beider Töchter sterben, sind die 2500 Tl. sogleich rentbar anzu-legen, und ein jährlicher Zins von 5% steht ihnen dann zu ihrem Unterhalt zu bis zur Heirat.Bei Erhalt der Mitgift haben die Töchter auf alle unbeweg-liche wie bewegliche Hinterlassenschaft ihrer Eltern zugun-sten ihrer Brüder zum Erhalt von Stamm und Namen Verzicht zu leisten; künftige Seit - und Beifälle bleiben ihen aber vorbehalten.Sollte der älteste Bruder ohne Leibeserben sterben, geht das adelige Haus bzw. der Vorteil, wie er ihm im voraus zuge-standen wird, an seinen Bruder Adolf; sofern auch dieser kinderlos stirbt, erbt der jügste Bruder. Eine Beteiligung der Schwestern erstreckt sich lediglich auf die übrigen Güter, wobei sie nach Gutachten der Freunde und Verwandten mit Geld abzufinden sind.Bei einer künftigen Teilung soll Wilhelm als ältester Bruder erhalten das Haus Ley (zur Leien) mit den Jagden und Fische-reien, den Hof Ley mit dem zugehörigen Land bis zur Agger samt dem Auel (Auwell) unterhalb des Hofes, auch die Mühle und die Hütte mit dem Wassergang und den aufstehenden Kohle-schuppen, ferner Büsche, aber nur die, die diesseits des Kaltenbachs (Kalden -) auf Ley zu liegen.Adolfs Erbe soll bestehen aus den beiden Höfen auf dem Hachenberg, der Mahl- und der Öhlmühle zu Reimerscheid nebst beiliegenden Erbgütern sowie 25 Malterscheid Busch im Taubensiefen (Daubenseifen).Dem noch minderjährigen Hans Melchior soll erblich zustehen der Hof Büchlerhausen, das Gut zur Lachert, das Höfchen zu Bellingrath (- rath) mit den Wiesen unterhalb des Hauses, die bisher als Zubehör von Haus Ley genutzt wurden, und das Gut zum Busche [= Buschausen?].Die volljährigen Brüder und die Vormünder des unmündigen Bruders stimmen dieser Teilungsregelug zu, die nach Tod der Mutter in Kraft treten soll. Wegen der noch ungeteilten Busch - und Hochwaldparzellen jenseits des Kaltenbachs auf der bergischen Seite wird freigestellt, ob hier eine Teilung er-folgt oder ob der älteste Sohn sie gegen Übernahme entspre-chender Schulden allein behält; im letztgenannten Fall soll ein Malterscheid Busch, ob gut oder schlecht, mit 20 Tl. und ein Malterscheid Hochwald mit 90 Tl. bewertet werden.Jeder soll den anderen sein Erbteil ohne Beeinträchtigung der Wege -, Bau -, Wasser - und sonstigen Rechte nutzen lassen und Gewinn wie Verlust aus den anhängigen Prozessen sollen die Brüder gleichwertig teilen.Letztlich geloben die Kinder Wilhellm, Adolf, Katharina und Elisabeth eidesstattlich, ihrer Mutter allen schuldigen Gehorsam zu erweisen und dabei einverstanden zu sein, daß diese widrigenfalls das ihnen zustehende jährliche Deputat einbehalten kann. Es unterschreiben: die vier genannten Schiedsfreunde, die Witwe, ihr Kinder Wilhelm, Adolf und Katharina v. Neuhof gen. Ley, die beiden genannten Vormünder sowie als hinzugebetene Rechtsgelehrte Gottfried Schnellen (Sn -) und Dr. Paulus Bitter.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 141



1631 Februar 19



Beschreibung : LeyWilhelm Bertram v. Neuhof (Neuwen -) gen. Ley verfügt letztwillig: ...Zu Exekutoren der beiden [im fehlenden Teil des Textes ge-nannten] Legate sollen seine Schulden beglichen werden, um Haus und Gut (zur Leyen) für des v. Diepenthals Kinder mög-lichst lastenfrei zu machen (zu redimieren), jedoch so, daß Stamm und Namen von der Ley in ihrem Bestand nicht beein-trächtigt werden.Falls seines Schwagers Kinder und seine eigenen natürlichen Kinder alle ohne Leibeserben sterben, soll alles an seine nächsten Freunde und Verwandten zurückfallen, allerdings erst, wenn tatsächlich von des Schwagers Kindern, die sich gegenseitig beerben, keines mehr im Leben ist und keines Lei-beserben hinterläßt; dies soll auch hinsichtlich der nachehe-lichen Kinder [wessen ?] gelten.Was den Nachlaß seines Bruders, des Hauptmanns Hans Melchior, betrifft, so sollen dessen Verfügungen erfüllt werden; dazu erhalten der Schwager v. Diepenthal und der Vetter Ley die erforderlichen Urkunden. Aus dem Anteil, der ihm, dem Testa-tor, zusteht, sind 500 Tl. für seine Schwester Elisabeth und deren Kinder erster Ehe bestimmt, und zwar leibzüchtiger-weise. Ansonsten soll alles seinem Bruder Adolf zukommen, den Kindern seines Schwagers v. Diepenthal und den Erben seiner Schwester Elisabeth. Stirbt Letztgenannte ohne eheliche Erben oder sollte sie zur Schande der Familie die Eheschließung unterlassen, ist die sie begünstigte Verfügung annulliert.Im Hinblick auf seine Schwester Maria (Mergh) und deren Kinder soll es beim Meinerzhagener Vertrag bleiben, der mit ihrem verstorbenen Mann Reinhard Pensen vereinbart wurde und den sein Bruder Adolf in Händen hat; alle von ihm einseitig getätigten Gunstbezeigungen und Vermächtnisse gelten als kas-siert, annuliert und aufgehoben.Der Testator behält sich Änderungen vor, auch eine völlige Neufassung eines letzten Willens.Im Beisein des Johann Bickenbach, des Kirchmeisters Christi an Bruneck, des Halfen zur Ley Johann und dessen Sohnes Hans, des Kaspar Kremer aus dem Dorf Ründeroth (Runderath) und des Johannes Hartkopf, denen er sein Testament bekannt gemacht hat, unterschreibt der Aussteller und drückt sein Petschaft auf. (Kleiner sechseckiger Abdruck in rotem Lack; im Schild eine dreigliedrige Kette und als Helmzier ein Federbusch).Abschließend bezeugt [auf der Rückseite des letzten Blattes] der approbierte und immatrikulierte Notar Johann Friedrich Halle, daß ihm Wilhelm Bertram v. Neuhof gen. Ley zur Ley sein unterschriebenes und petschiertes drei Blatt umfassendes Testament in der großen Stube des Schlosses [so!] Ley (zur Leien) verschlossen ausgehändigt hat im Beisein der beiden bestellten Exekutoren und sämtlicher vorgenannter Zeugen. der Notar unterschreibt, auch namens der des Schreibens unkun-digen Zeugen, drückt sein Petschaft auf und sein Signet.Der Testator unterschreibt nochmals, ferner unterzeichnen die des Schreibens kundigen Zeugen Johann Bickenbach und Chri-stian Vasbender [!].
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 147



1633 November 23



Beschreibung : EmmerichHeinrich Wilhelm von der Hoven (Hoeve) zu Poelwijk (Pollwich) und Konrad v. Strünckede zu Mehrum (Merumb) bestätigen an Ei-des Statt, daß die - nebenstehend aufgemalten - acht Quar-tiere des Friedrich v. Neuhof gen. Ley durch Erbteilungen, Heiratsverschreibungen und anderen Urkunden als richtig nachgewiesen sind, daß es sich ingesamt um ritterbürtige Familien handelt und keine Bastard - Abstammung vorliegt.Die Auststeller unterschreiben und petschieren.Anm.: Die acht farbigen Vollwappen sind diese [beginnend vom oberen der vier Wappen auf der linken Blattseite]: 1) Neuhof gen. Ley: auf Blau eine dreigliedrige Kette, deren äußere Glieder offen sind; als Helmzier ein Busch von vier silbernen und drei blauen Federn. 2) Müllenbach (Mollenbeck): auf Silber ein schwarzer Wechselzinnbalken, darunter 2, 1 rot - schwarze Blüten; als Helmzier ein Busch von drei schwarzen und zwei silbernen Federn, alle belegt mit je einer der gleichen Blüten. 3) Ense gen. Varnhagen (Vorn -); auf Gold eine schwarze Pferdeprame; als Helmzier die Pferdeprame zwischen zwei goldenen Flügeln. 4) Bicken: auf Rot ein goldener Schrägrechtsbalken, darauf - mit den Spitzen aneinander - drei Rauten mit schwarzen Rahmen und goldener Füllung; als Helmzier die drei schwarz gerahmten goldenen Rauten übereinander zwischen Rot über Gold (vorne) und einem bzw. Gold über Rot geteilten Flügeln. 5) Markelsbach: auf Schwarz eine braune Bärentatze mit einem roten Herz in den Krallen; als Helmzier zwischen einem roten Flügel (vorne) und einem scharzen ein wachsender brauner Bär mit einem roten Herz zwischen den Tatzen. 6) Gratz gen. Mertloch (- lach): auf Gold zwei ins Andreaskreuz gelegte braune Bärentatzen mit rotem Abriß; als Helmzier ein offener brauner Flug, zwischen den Flügeln schwebend ein goldener sechsstrahiger Stern. 7) Diezenkausen (Deze -) gen. Ellingen: auf Silber ein rotes Kreuz, belegt mit 1,1,5,1,1 goldenen Münzen; als Helmzier das Kreuz zwischen silbernen Flügeln. 8) Sötern (Soiteren): auf Gold eine rote Wolfsangel; als Helmzier die rote Wolfsangel zwei von Rot über Gold geteilten Flüge.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 168



1634 Januar 3



Beschreibung : DüsseldorfDer Kanzler und Domprobst Johann Raitz v. Frentz erkärt:Obwohl er in seinem Testament zu der von ihm errichteten Stiftung die von seinen beiden verstorbenen Brüdern Winand und Arnold nachgelassenen männlichen Abkömmlinge dergestalt berufen hat, daß vom Mannesstamm des einzigen Sohnes Arnold Raitz v. Frentz zu Schlenderhan (- hain) seines Bruders Winand zwei Söhne und vom Mannesstamm der beiden in Betracht kommenden Söhnen seines Bruders Arnold auch zwei Söhne, nämlich je eine Sohn des Rudolf Raitz v. Frentz zu Gustorf und des Adolf Raitz v. Frentz zu Martfeld (Mattenfeldt), in den Genuß der Stiftung kommen sollen, sieht er sich durch das despektierliche Verhalten seines Neffen (Vetters) Adolf Raitz v. Frentz zu Martfeld veranlaßt, seine Disposition zu ändern.Hiermit verfügt er, daß die Kinder und Nachkommen des Letzt-genannten von der Teilhabe ausgeschlossen bleiben sollen; was ihnen in seinem Testament zugedacht wurde, wird dem jetzt vorhandenen dritten Sohn seines Neffen (Vetteren) Arnold Raitz v. Frentz zu Schlenderhan erblich zugelegt.Sollte es in der von diesem Arnold ausgehenden Linie einmal keine drei qualifizierte männliche Erben des Namens und Stammes Raitz v. Frentz geben, sind Exekutoren, Inspektoren und Advokat der Fundation berechtigt, einen männlichen Erben des Adolf Raitz v. Frentz zu Martfeld zuzulassen, insbe-sondere wenn ein solcher der Unterstützung bedarf; die Abkömmlinge von Arnold und Rudolf dürfen aber dadurch in ihren Rechten nicht beeinträchtigt werden.Der Aussteller (1) unterschreibt und petschiert; er bittet, mit ihm zu unterschreiben und zu petschieren: den pfalzneu-burgischen Rat Dr. jur. utr. Otto Heinrich Uwens (2), den Küchenschreiber Hermann Haaß (3), den Sekretär der Rechen-kammer Adam Schlösser (Schloßeren) (4), das Mitglied der Rechenkammer Adolf Blaer (5), Johann Krull (6) und den Notar Petrus Ganß (7).Gegeben zu Düsseldorf in der Altstadt im Wohnhaus des Aus-stellers an der Liefergasse (Lewengaßen).
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 170



1642 Januar 31



Beschreibung : KölnIm Stommeler Hof auf dem Krummen Büchel zu Köln bekennt Matthias Noltgens von Nettesheim im Beisein des Arnold Faubis und des Heinrich Mohren, daß er der verwitweten Amtsfrau Elisabeth Raitz v. Frentz zu Schlenderhan (Schlenderen) zwei Morgen Land für 120 Rtl. verkauft hat, die zuvor genannter Heinrich Mohren zum gleichen Preis der Witwe angekauft hatte.Von besagten 120 Rtl. sind ihm jetzt 104 Rtl. ausgezahlt worden und dem Heinrich Mohren acht Rtl. Der Rest soll gegen die Steuerabgaben (Simpelen) verrechnet werden, die Heinrich Mohren schuldig blieb. Den Kaufpreis hat Letztgenannter der Amtsfrau auszuhändigen.Der Aussteller unterschreibt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 224



1642 September 7



Beschreibung : KölnDer Schultheiß zu Brauweiler Theodor Redeh ... [Ende des Namens weggeschnitten] gibt Mitteilung an Arnold Raitz v. Frentz (- ß) zu Schlenderhan (- haen), Domkanonikus und Kapitular zu Speyer und Lüttich, derzeit in Speyer:Bürgermeister und Rat der Stadt Düren haben die Rente für [16] 40 und [16] 41, die sie wegen des verstorbenen Dompropstes [Johann Raitz v. Frentz] schuldeten, mit 500 Rtl. gezahlt.Davon sind 52 Rtl. an Herrn Kolb als Salär für [16] 41 gezahlt worden, und der etlichen Klöstern testamentarisch zugedachte jährliche Reichstl. ist für beide genannten Jahre entrichtet worden.Hinsichtlich des Jahrgedächtnisses zu Quadrath (Quaidradt) wird Bescheid erbeten. Der Dienst kann wegen der Kriegsgefahr jetzt nicht gehalten werden; es traut sich niemand in die Dörfer; der Pastor und die Kirchspielsleute halten sich auf Haus Frenz auf, und es sind so viele krank, daß schon 150 gestorben sein sollen.Unter diesen Umständen sollte das Jahrgedächnis in Köln gehalten werden, worüber der Quadrather Pastor, dem das jährliche Legat zusteht, disponieren mag; mit dem Pastor von St. Peter ließe sich dieserhalb wohl ver-handeln. Ob das Anniversar im Vorjahr gehalten wurde, ist nicht bekannt; falls nicht, müßte der Dienst nun für zwei Jahre geschehen und das gestiftete Almosen an die Armen aus-geteilt werden.Von den übrigen Einkünften ist noch nichts eingegangen. Was beim jetzigen Vogt zu Bergheim Crato Krafft aussteht, ist nicht bekannt. Bei der Freifrau zu Gürzenich wird auf gütliche Anmahnung hin nichts zu erhalten sein; sie verweist wegen der Bezahlung an das Haus Palant. Was der Landhofmeister erklärt hat, wurde bereits mitgeteilt; doch wird jetzt bei ihm erneut nachgefragt, ob ein anderer Entscheid zu erhalten ist, zumal seine Einbußen nicht so groß sein dürf-ten. vom Landesherrn ist keine Zahlung zu erhoffen bei diesen Landtzverderben.Der Mutter des Adressaten sind, dessen schriftlicher Anwei-sung entsprechend, und mit Zustimmung des Herrn [v.] Anstel am 1. Sept. 500 Rtl. ausgezahlt worden, und das Stift Münstereifel hat 1000 Rtl. bekommen und dafür eine Hypothek im Stift Köln bestellt.Die beiden Armeen sind immer noch im Lande. Es heißt aller-dings, die vereinigte französische und hessische Armee leide an Fourage großen Mangel, und es seien schon so viele Pferde eingegangen, daß man sich wohl nicht mehr lange werde halten können.Die in Grevenbroich liegenden Sparrischen haben in der letzten Woche einen vom Obristleutnant Latomus befehligten hessischen Truppenteil mit 400 Pferden bei Erkelenz größten-teils niedergemacht oder gefangen und dabei an die 1000 Stück Vieh, Kühe, Rinder wie Schafe erbeutet, die von den Hessen geraubt worden waren. Obristleutnant Latomus ist gefallen, und etliche Rittmeister und Offiziere sind gefangen genommen worden.Der Schreiber unterzeichnet.Anm.: Lt. Rückvermerk am 11. [Sept.] in Speyer eingeliefert und am folgenden Tag beantwortet.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 233



1651 Mai 8



Beschreibung : Vor Johann Adam v. Siegeshoven (Siegen) gen. Anstel, Herrn zu Keldenich, und Johann Georg Fabritius, Kanonikus der Stiftskirche St. Casius und Florentius in Bonn, einigen sich Anna Klara v. Tomberg gen. Worms (Wormbs), Witwe [des Daniel] v. Hersel und Frau zu Bodenheim, einerseits und die Töchter des Adolf v. Zweifel und der Maria Anna v. Tomberg gen. Worms, nämlich Maria Helena v. Hillen geb. v. Zweifel und Anna Klara v. Cortenbach geb. v. Zweifel, andererseits, alle als Erben ihres Vaters bzw. Großvaters Georg v. Tomberg gen. Worms, über die von diesen nachgelassenen Erbgüter zu Boden-heim, Lommersum (Lummertzheim), Marmagen und Roisdorf (Roestorff). Miterschienen und mitbeteiligt sind die Ehemänner der Schwestern v. Zweifel: Reinhard v. Hillen zu Helden (Hillen) und Sülz (Sultz) bzw. Johann Gerhard v. Cortenbach zu Schönebeck (Schoneck) und Wissem (Wißen).Haus Weiher, Damm und Garten zu Bodenheim waren durch besiegelte Donation vom 30. Aug. 1618 der Frau zu Bodenheim als ältester Tochter übertragen worden, und sie soll diesen Besitz behalten. Die zugehörigen Ländereien umfassen 251 Morgen. Unter Hinzurechnung der 73 Morgen und zwei Viertel, die zu Lommersum gehören, ergeben sich bei hälftiger Teilung für jede Partei 162 Morgen und ein Viertel. Weil die beiden Schwestern lediglich die zu Lommersum gehörigen Morgen übernehmen, hat die Frau zu Bodenheim ihnen einen Ausgleich zu zahlen, nämlich je Morgen 24 Rtl., insgesamt also 2130 Rtl.Die für 1782 Rtl. angekauften Angelsteiner und Dürfenthaler Zehnten behält die Frau zu Bodenheim; sie hat deshalb den Schwestern wegen deren Anspruch auf die Hälfte 891 Rtl. gutzumachen.An Wiesen fanden sich 35 Morgen und zwei Viertel. Der Frau zu Bodenheim wird davon zugeeignet die Hälfte und was zu Lommersum gehört. Damit hat sie neun Morgen mehr als die Hälfte und deshalb gutzumachen je Morgen 50 Rtl., insgesamt mithin 4540 Rtl.Das Wingertsgut zu Roisdorf ist einvernehmlich auf 350 Tl. kölnisch taxiert worden. Da die Frau zu Bodenheim auch diesen Besitz behält, sind von ihr als Ausgleich zu entrichten 116 Rtl. und 52 Albus.An Busch wurden nur 15 Morgen und drei Viertel ermittelt; da die Frau zu Bodenheim alles behält, der Busch aber von geringem Wert und auf lediglich 17 Tl. köln. je Morgen zu ta-xieren ist, beträgt hier die Ausgleichssumme 90 Tl. und 52 Albus.Nach Abzug der dem Haus Bodenheim zustehenden Kapaune und Hühner verbleiben 13 Kapaune, bewertet mit je vier Rtl., und 15 Hühner, bewertet mit je zwei Rtl. als Ausgleich für die Hälfte davon gehen 77 Rtl. zu Lasten der Frau zu Bodenheim.Außer den Grundpachteinnahmen, die dem Hof Lommersum zugelegt wurden, verbleiben dem Haus Bodenheim als Alleinbesitz elf Sester Korn; den Schwestern steht dieserhalb ein Gutmachung von 55 Rtl. zu.Den Benpütz genannten Baumgarten hat die Frau zu Bodenheim zwar allein behalten, doch dafür die Hälfte von Haus und Hof Lommersum abgetreten.Als Ausgleichssumme zugunsten der Schwester v. Zweifel errechnet sich mithin: 3810 Rtl. und 26 Albus.Von diesem Betrag kommen zum Abzug 1000 Rtl. als die der Frau zu Bodenheim zustehende Hälfte vom Verkaufserlös des Gutes zu Marmagen, 750 Rtl. als Rückstand des ihr zustehenden Heirats-geldes.Wegen der Grundpacht, die Haus Bodenheim jährlich zu entrichten hat, sollen die Schwestern der Witwe 11 1/2 Mlt. Korn gutmachen, bewertet mit 575 Rtl., und wegen der von Haus Bodenheim auszurichtenden Messen sollen sie die Hälfte der Belastungen übernehmen, nämlich 250 Rtl.Die Grundpacht, die dem Hof Lommersum zugelegt ist, beträgt sieben Mlt. und drei Sester Korn sowie zwei Mlt. und sechs Sester Hafer, was - 50 Rtl. je Mlt. Korn gerechnet und die zwei Mlt. Hafer auch mit 50 Rtl. bewertet - 242 Rtl. und 39 Albus ausmacht.Wegen der 40 Rtl. Kapital, die auf das Wingertsgut zu Rois-dorf verschrieben sind, und der davon aufgelaufenen Zinsen übernimt jede Partei die Hälfte, d.h. je 33 Rtl. und zehn Albus.Nach Abzug dieser insgesamt 2850 Rtl. und 49 Albus von den genannten 3810 Rtl. und 26 Albus verbleiben 959 Rtl. und 55 Albus, welche die Witwe den Schwestern schuldig bleibt. Zu Unterpfand dafür dienen der Angelsteiner und der Dürfenthaler Zehnt; da besagtes Kapital den Eheleuten v. Cortenbach nun allein zustehen soll, ist diesen wegen der gut 959 Rtl. jähr-lich eine Rente von 48 Rtl. zu liefern bis zur Ablöse.Sodann wird vereinbart, daß die Witwe und beide Schwestern die Hälfte der dem [des Andreas] von der Hoven, die Leibzucht von jährlich 100 Königstl., sechs Mlt. Korn und sechs Mlt. Gerste zu entrichten, die dieser wegen ihres ersten Ehemannes Konrad v. Tomberg gen. Worms zusteht.Sollte der Prozeß mit dem Abt zu Kosterrath wieder aufleben, ist dies Angelegenheit sämtlicher Erben.Zwei gleichlautende Ausfertigungen sollen von den Parteien unterschrieben und petschiert werden.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 296



1653 Januar 6



Beschreibung : ListringhausenKaspar Christoph und Engelbert v. Neuhof ( Newenhofe) gen. Ley, Gebrüder zu Listringhausen und Badinghagen, vergleichen sich aufgrund der Disposition und Erbteilung ihrer verstorbenen Eltern. Kaspar Christoph erhält erblich den adeligen Sitz Listringhausen, dazu Neuenhaus, Harkenstiel, Deert ( Derhardt), Ober- und Niedergenkel, den freiadeligen Hof Selbach samt allen Büschen, Wiesen und Ländereien in den Kirchspielen Meinerzhagen, Ründeroth und Müllenbach ( Mollenbeck) und ,mit dem Helberg ( Helt-), dem Unnenberg und dem Dannenberg. Engelbert soll zu seinem Kindteil erblich haben den adeligen Sitz Badinghagen mit dem Hof Hesmicke und allen Zubehör und Recht im Kirchspiel Meinerzhagen, das adelige kurbrandenburgische Lehen zu Lieberhausen, die angekauften und angetauschten Erbgüter, Büsche, Wiesen und Ländereien in den Kirchspielen Lieberhausen und Wiedennest bis hin zur Agger (Aker) und die Ansprüche auf den adeligen Sitz Listerhof mit der zugehörigen Jagd und den Fischereien. Außerdem werden ihm zugeteilt das Gut in Dahl zu Müllenbach mit aller Pfandschaft auf Obernhagen ( Uber-) und Kaukenberg (Kuckkukes-), die Hecken und Wiesen in der Dahlbeck auf den Kuckucksberg zu, auch das Gütchen zu Karbecke. Was an Büschen bei Genkel und zu Unnenberg, bei Düstersiepen, Vorder- und Hinter-Wülbeck (Wollenbeck) sowie Dannemicke liegt, soll Kaspar Christoph, der elterlichen Disposition entsprechend, bei Listringhausen halten. Den Eheleuten Engelbert v. Neuhof gen. Ley und Margarete v. [Scheid gen.] Weschpfennig war beim Heiratsvertrag ein Zimmer auf dem Sitz Listerhof eingeräumt worden, das sie aber nicht zu nutzen vermögen; ferner hat Engelbert das Gut Frömmerbach, das ihm laut elterlicher Disposition zugestanden hätte, aufgeben müssen; weiterhin hatten besagte Eheleute von seiner Schwester Elisabeth geb. Schell ( Scheele) 199 Rtl. entliehen, die diese testamentarisch dem Engelbert zediert hat. - Diese drei Positionen haben die Gebrüder bei folgender Aufteilung berücksichtigt, so daß Engelbert vorab erhält die beim Rentmeister zu Hörde Wilhelm Mascherel ausstehenden 100 Rtl., eine Obligation des Engelbert Stuppert über 180 Rtl., einen Schuldschein des Hermann oben dem Wege über 52 Rtl. und 39 Albus, eine Obligation des Nikolaus Hackenbrg über 25 Rtl., die Forderungen an Adolf auf dem Unnenberg über 13 Rtl., an Peter zur Krummike über 25 Rtl., herrührend aus einem durch Johann Kluten zedierten Schuldschein, und an Rötger zu Badinghagen über 15 Rtl., dazu noch die Wiese zum Kotten für 25 Rtl. Andererseits hat Kaspar Christoph zum Besten auch seines Bruders 123 Rtl. zu Kleve vorgeschossen, und er ist mitberechtigt an den bereits 64 Rtl. betragenden Zinsen aus den beagten 200 [!] Rtl., die Jungfrau Schell dem Engelbert vermachte. Dieserhalb erfolgt nun ein Ausgleich, und Kaspar Christoph erhält außerdem zwei Obligationen, durch die Jakob auf der Taschen insgesamt 50 Rtl. Kapital schuldet. Die Brüder werden die ihre nunmehrigen Güter betreffenden Briefe und Siegel austauschen und einander Währschaft leisten. Da Harkenstiel und Deert als Lehen der Herrn v. Hatzfeldt zu Wildenburg neu zu empfangen sind, soll und darf Kaspar Christoph die Lehngebühren aus den noch ungteilten Rentverschreibungen entrichten. Da das Gut zum Obernhagen aus gemeinschaftlichen Mitteln erworben wurde, erhält Kaspar Christoph zum Ausgleich eine Obligation des Peter Schmitt zu Niedegenkel über 25 Rtl. und verzichtet auf die ihm zustehende Quote auch hinsichtlich der Baukosten des Donnershammers. Die Behandigungsbriefe wegen Badinghagen sind auf Kaspar Christoph mitausgestellt; um künftigen Mißverständnisssen vorzubeugen, verzichtet er erblich darauf, ausgenommen für den Fall, daß sein Bruder Engelbert oder dessen Erben kinderlos, aber noch im Besitz v. Badinghagen sterben sollten. Die bewegliche Habe wie Leinen und Wollzeug, Betten, Silber, Kleidung, Schmuck, Zinn, Kupfer, Eisenzeug, kurzum alle häuslichen Mobilien, sind bereits aufgeteilt, und jeder der beiden Brüder hat eine entsprechende Aufstellung erhalten. Was an ausstehenden Geldern und Obligationen noch ungeteilt ist, soll eingetrieben und nach beiderseitigen Dafürhalten verwandt werden. Das Vieh ist, der elterlichen Disposotion entsprechend, aufgeteilt worden, wobei das, was auf den Sitzen Listringhausen und Badinghagen aufstand, dort belassen wurde. Engelbert hat zwei Kühe von Badinghagen nach Listringhausen gebracht und drei Kälber sowie zwei Säugkälber mitgenommen, so daß dem Engelbert noch fünf Kühe zustehen. Diese soll und will ihm sein Bruder innerhalb von zwei Jahren zukommen lassen. Obwohl die elterliche Disposition eine Instandsetzung des Donnershammers vorsah und bestimmte, daß er dann Badinghagen zukommen solle, wenn zu Listrinhausen ein anderer Hammer erbaut sein würde, einigen sich die Brüder darauf, daß Engelbert bereits jetzt auf den Donnershammer verzichtet; er behält aber das Vorkaufsrecht, falls sein Bruder veräußern will. Die elterlichen Schulden, insbesondere die restliche Brautschatzforderung ihrer Schwester [Elisabeth Margarete], Frau zu Eibach, und das den Armen zu Meinerzhagen zustehende Vermächtnis, bleiben Sache beider Brüder. Stirbt einer ohne Leibeserben, erbt der überlebende Bruder; doch steht beiden jederzeit freie, auch testamentarische Disposition zu. Die Klosterhöfe bleiben gemeinschaftlicher Besitz und sollen zur Tilgung der im Lande von Kleve noch offenstehenden Schulden dienen; sind die Schulden abgetragen, wird mit den Höfen verfahren, wie es die elterliche Disposition vorsieht. Hinsichtliche der Lehen Harkenstiel und Deert behalten Engelbert und seine Erben das Näherrecht für den Fall, daß Kapar Christoph oder dessen Erben kinderlos sterben. Die bei Teilung des Hausrates vergessenen Objekte werden so geteilt, daß Kapar Christoph die Seiden- und Wollvorhänge sowie den Holzwagen übernimmt und Engelbert die Kutsche mit dem zugehörigen Geschirr erhält. Wegen der Verpflichtung, dem Arnold aus der Genkel und seiner Frau den Lebensunterhalt auf Lebenszeit zu gewähren, weil diese gegen solche Zusage den verstorbenen Eltern v. Neuhof gen. Ley ihr Gut zu Genkel aufgetragen hatten, hat Engelbert seinem Bruder jährlich auf Martini drei Mlt. Hafer beizusteuern, solange beide Eheleute leben; stirbt Arnold oder seine Frau, ist nur noch die Hälfte davon zu entrichten, und bei Tod beider Eheleute entfällt die Abgabe.Es werden zwei gleichlautende Ausfertigungen geschrieben und beide unterschrieben durch die Gebrüder v. Neuhof gen. Ley, durch Christoph Friedrich [v. Vittinghoff gen.] Schell und durch Johannes Lemmer, Pastor zu Meinerzhagen, von denen die drei Erstgenannten auch petschieren.Nachtrag: Der bei der Teilung vergessene Sundhof wird erblich dem Kaspar Christoph als ältester Sohn überlassen.Anm.: Es liegt bei eine Urk. vom 4. Jan. 1652 über die oben erwähnte Teilung des Hausrates und der Guthaben. Aufgeführt sind zahlreiche Positionen von Leinen- und Bettzeug, Vorhängen, Silber, Zinn, Kupfer- und Eisenzeug, Goldschmuck, Porzellan, hölzernem Hausrat u.a.m. sowie 42 Obligationen. Die zwölfseitige Aufstellung ist unterschrieben und petschiert wie obiger Teilungsvertrag.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 29
U 299/1
Bemerkung : Beglaubigte Abschr. (18 Jh.), Pap. in Kasten 67, Akte 20Ausf. Papier, ohne Anlage in Kasten 11



1655 Oktober 9



Beschreibung : NürnbergSusanne Maria verwitwete Freifrau v. Werth geb. Gräfin v. Kuefstein (Khuefstein) als durch Statthaltrei und Landtafel zu Prag bestätigte Vormünderin ihres posthum geborenen Sohnes Franz Ferdinand Frh. v. Werth vergleicht sich mit Winand Hieronymus Frh. Raitz v. Frentz zu Schlenderhan in seiner Eigenschaft als Ehevogt seiner Gemahlin Lambertine Irmgard v. Werth wegen des bislang strittigen Lehens Odenkirchen.Da sich ergeben hat, daß auf Odenkirchen ansehnliche Guthaben stehen, an denen die Freifrau Raitz v. Frentz berechtigt ist, weil der Erwerb statthatte zu Lebzeiten ihrer Mutter Christina [v.] Gent (Benth- so!), der ersten Ehefrau des Generals v. Werth, verzichtet genannte Witwe v. Werth zugunsten des Freiherrn Raitz v. Frentz auf alles bisher beanspruchte anteilige Recht an der Herrlichkeit Odenkirchen, zumal der Kölner Erzbischof, Herzog Maximilian Heinrich, am 13. Okt. 1654 persölich zugesagt hat, er werde für den Fall, daß Freiherr Raitz v. Frentz sich mit der Witwe v. Werth dahin einigen, daß diese für ihren Sohn auf Odenkirchen verzichten, die Belehnung des Raitz v. Frentz vorsehen.Gegen diesen Erbverzicht begibt sich Freiherr Raitz v. Frentz aller Ansprüche gegen genannten Franz Ferdinand Frh. v. Werth und überträgt ihm seine bisherigen Erbforderungen, wie diese noch zu präzisieren sind.Die beiden Vertragschließenden unterschreiben und petschieren vor nachbenanntem Notar und anwesenden Zeugen.- Der Abdruck (ø 30 mm) von Seiten der Witwe zeigt in schwarzem Lack zwei ovale Schilde unter einer Krone; der vordere ist geviertet und hat in den Feldern 1 u. 4 drei (2:1) Mühleisen, in deren Mitte einen Ring, in den Feldern 2 u. 3 einen Adler mit gespreitzten Flügeln, dazu einen Herzschild mit einem stehenden Löwen darin; der hintere gleichfalls quadrierte Schild zeigt im 1. u. 4. Feld eine gefüllte Rose und im 2. u. 3. Feld ein gestürztes Dreieck mit einer Kugel an jeder Spitze, dazu in einem Herzschild eine stehende Person mit erhobenem Schwert [?] in der Rechten.Sodann bezeugt der kaiserlich autorisierte und beim Rat der freien Reichsstadt Nürnberg approbierte öffentliche Notar Johann Heinrich Pfeiffer, daß die Witwe sich als Vörmünderin ihres Sohnes und Freiherr v. Frentz sich als Bevollmächtigter seiner Ehefrau ausgewiesen haben und daß der obenstehende Vergleich im Beisein des Prokurators Wolfgang Casei und des Studenten der Rechte Johann Schnorrenberg vereinbart und von ihm ausgefertigt wurde.Er unterschreibt, petschiert und bringt sein Signet auf. - Das Rundsiegel unter Papierdecke zeigt im Schild und als Helmzier einen stehenden Mann, der beide Arme in die Seite stützt; von der Umschrift sind nur einzelne Buschstaben lesbar. - Das Signet zeigt auf einem Sockel, auf dem der Name des Notars steht, einen stehenden Mann mit einem Hut in seiner erhobenen Rechten, darüber ein Schriftband mit dem Motto: In silentio et spe.Darunter:1655 Oktober 1 - NürnbergBürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg bezeugen, daß ihr Mitbürger Johann Heinrich Pfeiffer öfffentlicher Notar ist und die von ihm ausgestellten Notariatsinstrumente innerhalb und außerhalb von Gerichten als glaubwürdig zu gelten haben. Die [unbenannten] Aussteller lassen das städtische Sekret-siegel aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 332



1655 Oktober 9



Beschreibung : NürnbergNachdem der kaiserliche Kriegsrat, General der Kavallerie und Obrist zu Fuß wie zu Pferd Johann Frh. v. Werth ( Wehrt) am 12. Sept. 1652 gestorben war, ist es wegen seines Testaments zu schweren Mißverständnisssen gekommen zwischen seiner Witwe Susanne Maria geb. Gräfin v. Kufstein, der durch die königliche Statthalterei und die Landtafel zu Prag bestätig-ten Vormünderein ihres posthum geborenen Sohnes Franz Ferdinand Frh. v. Werth, einerseits, und Winand Hieronymus Frh. [Raitz] v. Frentz ( - s) zu Schlenderhan (- hamb), pfalzneuburgischem Kämmerer und Amtmann zu Bergheim ( Berchaimb), als bevollmächtigtem Ehevogt seiner Gemahlin Lambertine Irmgard geb. Freiin v. Werth, andererseits.Letztgenannter hat vor genannter Statthalterei wie auch wegen des Lehens Odenkirchen vor der Kurkölnischen Kanzlei zu Bonn unter Berufung auf das Testament des Generals die Werthschen Mobilien und das Eigentumsrecht an den Erbgütern für seinen älteren Sohn Johann Wilhelm [Raitz] v. Fentz beansprucht.Dagegen wird das besagte Testament von der Frau Gräfin als der Böhmischen Landesordnung ungemäß und mit verschiedenen offensichtlichen Mängeln ( vitiis visibilibus) behaftet für null und nichtig erachtet.Da die kurkölnischen Räte gütliche Vereinbarungen zwischen so nahen Verwandten für dienlich und ratsam erachtet und empfohlen hatten, ist von den streitenden Parteien die Zusammenkunft in Nürnberg für den 30. Sept. lfd. Js. vereinbart worden. hier hat man sich des gegenseitigen Wohlwollens versichert und des Willens, alle bisherigen Meinungsverscheidenheiten auszuräumen, sodann in der Haupt-sache aus vielerlei Gründen das Testament des Generals kas-siert, ausgenommen die darin aufgeführten from-men Stiftungen und die nachfolgend benannten Zuwendungen an Werthsche Freunde.Freiherr v. Frentz hat aufgrund seiner vom verstorbenen Gene-ral unterschriebenen Ehepakten und aus weiteren Gründen die Hälfte der Erbschaft beansprucht, dazu die von seiner verstorbenen Schwiegermutter Christine v. Gent ( Benth) her-kommenden Rechte und den Sterbefall zweier Brüder seiner Ehefrau wie überhaupt einen Vorzug vermöge Brief und Siegel, entsprechend den allgemeinen Rechten und dem Landesgebrauch sowie aufgrund der ihn im Besitz bestätigenden Urteile. Die Witwe dagegen hat die Herrschaft Beatek (Benadeckh) für ihren unmündigen Sohn als einzigem männlichen Erben gefordert aufgrund der böhmischen Landesordnung und dieserhalb das Prärogativ.Nach Prüfung der schriftlichen Berichte und Gegendarstel-lungen und nach reiflicher Überlegung ist folgender Vergleich vereinbart worden:Der mehrgenannte Franz Ferdinand Frh. v. Werth erhält die Herrschaft Benatek in Böhmen mit dem in der kaiserlichen Schenkung aufgeführten Zubehör für die Summe von 126.601 oberl. Gld., in der die vom verstorbenen General veranlaßten Besserungen einbegriffen sind.Dagegen erben Freiherr v. Frentz und dessen Ehefrau die rhei-nischen und anderen Güter, wie die Herrschaft Grombach (Grum-) im Kraichgau, Erbach, Winkel (Winkheln) und Hattenheim im Rheingau, Kellenberg und den Hof Huppelrath im Fürstentum Jülich, das Haus in der Stadt Köln und die lehnbare Herrschaft Odenkirchen im Erzstift Köln, nach den im Original vorgelegten Kauf - und Anerbungsbriefen auf 87.816 Rtl bewertet:Die Vertragschließenden verzichten viceversa auf die ent-sprechenden Güter und Ansprüche und geben einander Vollmacht, sich zuständigen Ortes anerben zu lassen. Weil der unmündige v. Werth bereits mit der Herrschaft Odenkirchen belehnt ist, der Kölner Erzbischof Maximilian Heinrich aber inzwischen am 13. Okt. letzten Jahres schriftlich erklärt hat, er werde Freiherrn v. Frentz belehnen, sofern die Witwe für ihren Sohn auf Odenkirchen verzichte, wird sie den Kölner Kurfürsten nun bitten, den Freiherrn v. Frentz zu belehnen.Bei Durchsicht der vom Freiherrn vorgelegten Inventare der rheinischen Güter und Mobilien haben sich u.a. gefunden ein Lehnbrief und Registerauszüge wegen des Dorfes Möckenlohe ( Mukhenlohe), womit Seine Fürstliche Gnaden zu Würzburg den verstorbenen General belehnt hatte, und der Original - Lehnbrief der Helmstadtschen? (helmbstettischen) Lehngüter, die von Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Bayern herrühren. Freiherr v. Frentz wird diese Urkunden der Witwe übergeben und über besagte Güter hinaus auch seinen Rechts-anteil am Lehen Eichstätt ( Aichstett) samt dem Amt, wovon die Witwe lediglich eine Abschrift des Lehnbriefes besitzt, jedoch nicht das Original.Wegen der beim Übergang des Generals aus Bayern zum Kaiser durch die Bayerischen Kürfürsten konfiszierten Güter und der betreffenden urkundlichen Nachrichten wie auch wegen der schriftlichen Zusage durch die der Bayerische Kürfürst am 29. Nov. 1633 dem General 24.000 oberl. Gld. aus den eingezogenen Gütern des Landmarschalls Fuchs versprochen hatte, wird Freiherr v. Frentz der Witwe die Originale gleichfalls heraus-geben, doch behält er sich hier seinen gebührlichen Anteil vor, falls künftig von solchen Gütern wieder etwas zu erhof-fen sein oder eingehen sollte.Auf der Herrschaft Benatek ruhen einige Belastungen, so aus dem Vertrag, durch den der Kaiser dem General Gelder verehr-te, sodann von Juden, vom Grafen v. Altheim und von der Lilienfelder Sache her wie auch aus dem Umstand, daß die kaiserliche Verpfändung noch nicht ganz abgestellt ist.Andererseits ist wegen der Herrlichkeit Odenkirchen noch ein Prozeß wegen des Nachfolgerechts anhängig von Seiten der Kagnaten des Florenz Hartard v.d. Boetzelaer ( Bordler) als letzten Lehnsträgers, und auch auf anderen rheinischen Gütern haften einige Forderungen. Zudem wird Hans Ludwig Reichsgraf v. Kuefstein, kaiserlicher Geheimer Rat, Kämmerer und Landeshauptmann des Erzherzogstums Österreich ob der Enns ( Ens), von der Stadt Regensburg wegen 22.000 Gld. angegangen, wofür der General sich verbürgt, so daß im Falle, Seine Kaiserliche Majestät würde den Betrag nicht, seiner Zusage entsprechend, übernehmen, die v. Wertschen Erben eintreten müßten.Für den Fall ungünstiger Ausgänge sollen beide Parteien gegenseitig zu Währschaft und Schadenersatz verpflichtet sein.Wegen der Regensburgischen Forderung soll Landeshauptmann v. Kuefstein den auf die Landschaft Salzburg verschriebenen Obligationsbrief über 20.000 Rtl als Sicherheit stehen lassen.Von den Gütern, die dem Freiherrn v. Frentz zum Wert von 87.816 Rtl. zugeteilt sind, kann er zu seiner freien Disposi-tion aus der Währschaft herausnehmen, was das Heiratsgeld seiner Ehefrau ausmacht, nämlich 40.000 Rtl. Die übrigen seiner zugeteilten Güter dienen der Sicherung für den Fall ungünstiger Ausgänge.Die beiden Kinder des Johann Viersen und der Anna v. Werth erhalten je 950 Rtl. und die beiden Eheleute selbst 100 Rtl., die beiden Kinder des Anton Kaiser (Kaysers) und der Sophie v. Werth sowie beide Eltern gleichfalls insgesamt 2.000 Rtl., Rittmeister Gerhard v. Werth 100 Rtl., dessen Tochter Esther 950 Rtl. und dessen Sohn Johann v. Werth 1.250 Rtl.Der diesen Vertrag mitunterzeichnende Bevollmächtigte der v. Werthschen Feunde hat zwar lange und eindringlich dargelegt, besagte Zuwendung seien in Anbetracht der testamentarischen Zuwendungen des verstorbenen Generals zu gering, sich dann aber doch aufgrund seiner Instruktionen und seiner Vollmacht zur Annahme bereit gefunden in der Erwartung, daß die Auszahlungen innerhalb Jahr und Tag erfolgen und daß anstatt der auf Hans Jakob Sickenstein angewiesenen Obligation bares Geld gegeben werde, zumal Sickenstein seinen einfältigen Mandanten unbekannt sei.Beide Teilenden haben dazu erklärt, daß sei den besagten Letzten Willen für kein gültiges Testament erachten und er schon zu Anfang der Vergleichsverhandlungen für nichtig erklärt wurde, so daß man sich nun nicht mehr darauf berufen könne. Als nochmaliges Entgegenkommen seine sie aber bereit, anstatt der Sickensteinschen Obligation, sofern diese trotz aller Bemühungen nicht innerhalb eines Jahres einzutreiben sein sollte, 575 Rtl. an barem Geld zu geben.Was ansonsten noch in den Inventaren ausgewiesen wurde, ist für die Exequien des Generals und andere notwendige Ausgaben lt. besonderer Abrechnung verauslagt worden, so daß es nichts mehr aufzuteilen gibt.Hinsichtlich der Schulden wird vereinbart, daß die Forderungen, die von den Erben der verstorbenen Gräfin v.Spauer, früheren Ehefrau des Generals, geltend gemacht werden, aus den von vier Jahren rückständigen Salzburger Zinsen, die sich auf 6.000 Gld. belaufen, befriedigt werden sollen, wobei das im Besitz der Witwe befindliche Schreiben des Ferdinand Ludwig Grafen v. Spauer wegen des Kapitals von 364 Rtl. zu berücksichtigen ist.Die Witwe übernimmt zur Begleichung die Obligation des Herrn Tamstett über 2.000 Rtl. und Freiherr v. Frentz Herrn Kessels Forderung von 1.500 Rtl. samt den rückständigen Zinsen vieler Jahre, wiewohl letztgenannte Forderung zur Zeit der dritten Ehe [des Generals] erwuchs. Die Abtragung der 500 Gld. an Pater Gerhard Vienhoven übernehmen beide Parteien je zur Hälfte.Mit dem Erbteil des Freiherrn v. Frentz sind noch weitere Belastungen verbunden; so sind Schulden zu bezahlen an den Rat der Stadt Köln und an einen Tuchhändler daselbst, dann sind da die Forderungen des früheren Schiffers Fischbach und dergleichen mehr, ferner das vom General dem Kölner Dom-kapitel schuldig gebliebene Laudemium und die zum Erwerb des Lehens Idenkirchen aufgenommene Kapitalsumme. aber auch auf Seiten der Witwe gibt es verschiedene Belastungen. Da es an Mitteln zur Entlastung fehlt, hat notgedrungen jede Partei die jeweiligen Schulden zu übernehmen und aus dem zugeteilten Erbe allein zu bestreiten. Der Witwe soll dabei gestattet sein, aus der Herrschaft Benatek nach und nach 17.000 Gld. Kapital mit den darauf entfallenden Zinsen zu entnehmen wegen der Gelder, die u.a. zum Nutzen ihres unmündigen Sohnes und der notwendigen Vormundschaftsausgaben aufgenommen wurden.Sollte Freiherr v. Frentz oder Franz Ferdinand Frh. v. Werth, der Halbbruder seiner Frau, ohne Leibeserben und ohne gültiges Testament sterben, so ist einer Erbe des anderen noch des jeweiligen Landes Recht und Brauch.Beide Parteien erklären an Eides Statt, auf alle Einsprüche gegen vorstehenden Vergleich und auf alle Rechtsmittel allzeit zu verzichten.Susanne Maria Gräfin v. Kuefstein, Witwe v. Werth, vertritt dabei ihren minderjährigen Sohn Franz Ferdinand Frh. v. Werth aufgrund der im Original vorgelegten Vollmacht, die von der könglichen Statthalterei und Landtafel zu Prag bestätigt wurde, und handelt mit Rat und Zustimmung ihrer Beistände, nämlich des Freiherrn Jörger und des kaiserlichen Sekretärs für Religionsangelegenheiten im Lande ob der Enns Peter Pielmair von Adelsberg (- perg) auf Pielhofen, denen der durch sie bevollmächtigte Johann Augustin Berschmidt assistiert.Winand Hieronymus Frh. v. Frentz zu Schlenderhan (- heimb) handelt für sich und seine Ehefrau Lambertine Irmgard geb. Freiin v.Werth, deren Vollmacht er im Original vorgelegt aht.Es unterschreiben und siegeln: Susanne Maria Gräfin v. Kuefstein, Witwe v. Werth, Johann Septimius Frh. Jörger und Peter Pielmair von Adelsberg als Beistände der Witwe, Johann Augustin Berschmidt als Bevollmächtigter vorgenannter Bei-stände, Winand Hieronymus Frh. v. Frentz für sich, seine Ehefrau und seine Erben sowie Dr. Johann Michael Hermantz als Bevollmächtigter der v. Wertschen Feunde.Sodann erklärt der kaiserlich autorisierte und beim Rat der Freien Reichsstadt Nürnberg approbierte öffentliche Notar Johann Heinrich Pfeiffer, im Beisein des Prokurators Wolfgang Casei und des Studenten der Rechte Johann Schnorrenberg als Zeugen beide sich vergleichenden Parteien in rechtlicher Hin-sicht eingehend unterwiesen zu haben. Die Generalin hat zuge-sagt, den Vergleich durch die königliche Landtafel zu Prag autorisieren und Freiherr v. Frentz entsrechend Mitteilung zukommen zu lassen, der seinerseits bei seinem pfalzneubur-gischen Landesherrn um Autorisierung nachsuchen und dann Mitteilung geben will. Alle vorgebrachten Bevollmächtigungen sind geprüft und für einwandfrei befunden worden.Der Notar unterschreibt das von ihm ausgefertigte Instrument und bringt sein Signet auf.Darunter:1655 Oktober 1 [alten Stils] - NürnbergBürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg bezeugen, daß ihr Mitbürger Johann Heinrich Pfeiffer öffentlicher Notar ist und die von ihm ausgestellten Notariatsinstrumente innerhalb und außerhalb von Gerichten als glaubwürdig zu gelten haben.Die [unbenannten] Aussteller lassen das städtische Sekretsiegel aufdrücken.Darunter:[1657 Januar 11 - das Datum steht am Anfang der Abschrift.] Dieser Vergleich ist wörtlich in den anderen grüngoldenen Relation Quatern eingetragen worden.Darunter:1657 April 30Alles Vorstehende ist kopiert worden bei der königlichen Landtafel mit Bewilligung des Königlichen Statthalters und obersten Landschreibers im Königreich Böhmen Ritter Nikolaus Gersdorf (Gerstorff) von Gersdorf und Malschwitz auf Groß-wossow (- wosow), Skrzipel und Neuenhof und wird beglaubigt unter den Petschaften des königlichen Rates und Vize-landrichters Albrecht Christoph Hloscheck von Schambach und des königlichen Rates und Vizelandschreibers Wentzel Gezberowsky von Olivenberg, der auch unterschreibt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 333/2
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 29weitere Abschrift beglaubigt am 20. Sept. 1910 durch Unterschrift und Siegel (Stempel) in Kasten 29



1655 Oktober 9



Beschreibung : NürnbergNachdem der kaiserliche Kriegsrat, General der Kavallerie und Obrist zu Fuß wie zu Pferd Johann Frh. v. Werth ( Wehrt) am 12. Sept. 1652 gestorben war, ist es wegen seines Testaments zu schweren Mißverständnisssen gekommen zwischen seiner Witwe Susanne Maria geb. Gräfin v. Kufstein, der durch die königliche Statthalterei und die Landtafel zu Prag bestätig-ten Vormünderein ihres posthum geborenen Sohnes Franz Ferdinand Frh. v. Werth, einerseits, und Winand Hieronymus Frh. [Raitz] v. Frentz ( - s) zu Schlenderhan (- hamb), pfalzneuburgischem Kämmerer und Amtmann zu Bergheim ( Berchaimb), als bevollmächtigtem Ehevogt seiner Gemahlin Lambertine Irmgard geb. Freiin v. Werth, andererseits.Letztgenannter hat vor genannter Statthalterei wie auch wegen des Lehens Odenkirchen vor der Kurkölnischen Kanzlei zu Bonn unter Berufung auf das Testament des Generals die Werthschen Mobilien und das Eigentumsrecht an den Erbgütern für seinen älteren Sohn Johann Wilhelm [Raitz] v. Fentz beansprucht.Dagegen wird das besagte Testament von der Frau Gräfin als der Böhmischen Landesordnung ungemäß und mit verschiedenen offensichtlichen Mängeln ( vitiis visibilibus) behaftet für null und nichtig erachtet.Da die kurkölnischen Räte gütliche Vereinbarungen zwischen so nahen Verwandten für dienlich und ratsam erachtet und empfohlen hatten, ist von den streitenden Parteien die Zusammenkunft in Nürnberg für den 30. Sept. lfd. Js. vereinbart worden. hier hat man sich des gegenseitigen Wohlwollens versichert und des Willens, alle bisherigen Meinungsverscheidenheiten auszuräumen, sodann in der Haupt-sache aus vielerlei Gründen das Testament des Generals kas-siert, ausgenommen die darin aufgeführten from-men Stiftungen und die nachfolgend benannten Zuwendungen an Werthsche Freunde.Freiherr v. Frentz hat aufgrund seiner vom verstorbenen Gene-ral unterschriebenen Ehepakten und aus weiteren Gründen die Hälfte der Erbschaft beansprucht, dazu die von seiner verstorbenen Schwiegermutter Christine v. Gent ( Benth) her-kommenden Rechte und den Sterbefall zweier Brüder seiner Ehefrau wie überhaupt einen Vorzug vermöge Brief und Siegel, entsprechend den allgemeinen Rechten und dem Landesgebrauch sowie aufgrund der ihn im Besitz bestätigenden Urteile. Die Witwe dagegen hat die Herrschaft Beatek (Benadeckh) für ihren unmündigen Sohn als einzigem männlichen Erben gefordert aufgrund der böhmischen Landesordnung und dieserhalb das Prärogativ.Nach Prüfung der schriftlichen Berichte und Gegendarstel-lungen und nach reiflicher Überlegung ist folgender Vergleich vereinbart worden:Der mehrgenannte Franz Ferdinand Frh. v. Werth erhält die Herrschaft Benatek in Böhmen mit dem in der kaiserlichen Schenkung aufgeführten Zubehör für die Summe von 126.601 oberl. Gld., in der die vom verstorbenen General veranlaßten Besserungen einbegriffen sind.Dagegen erben Freiherr v. Frentz und dessen Ehefrau die rhei-nischen und anderen Güter, wie die Herrschaft Grombach (Grum-) im Kraichgau, Erbach, Winkel (Winkheln) und Hattenheim im Rheingau, Kellenberg und den Hof Huppelrath im Fürstentum Jülich, das Haus in der Stadt Köln und die lehnbare Herrschaft Odenkirchen im Erzstift Köln, nach den im Original vorgelegten Kauf - und Anerbungsbriefen auf 87.816 Rtl bewertet:Die Vertragschließenden verzichten viceversa auf die ent-sprechenden Güter und Ansprüche und geben einander Vollmacht, sich zuständigen Ortes anerben zu lassen. Weil der unmündige v. Werth bereits mit der Herrschaft Odenkirchen belehnt ist, der Kölner Erzbischof Maximilian Heinrich aber inzwischen am 13. Okt. letzten Jahres schriftlich erklärt hat, er werde Freiherrn v. Frentz belehnen, sofern die Witwe für ihren Sohn auf Odenkirchen verzichte, wird sie den Kölner Kurfürsten nun bitten, den Freiherrn v. Frentz zu belehnen.Bei Durchsicht der vom Freiherrn vorgelegten Inventare der rheinischen Güter und Mobilien haben sich u.a. gefunden ein Lehnbrief und Registerauszüge wegen des Dorfes Möckenlohe ( Mukhenlohe), womit Seine Fürstliche Gnaden zu Würzburg den verstorbenen General belehnt hatte, und der Original - Lehnbrief der Helmstadtschen? (helmbstettischen) Lehngüter, die von Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Bayern herrühren. Freiherr v. Frentz wird diese Urkunden der Witwe übergeben und über besagte Güter hinaus auch seinen Rechts-anteil am Lehen Eichstätt ( Aichstett) samt dem Amt, wovon die Witwe lediglich eine Abschrift des Lehnbriefes besitzt, jedoch nicht das Original.Wegen der beim Übergang des Generals aus Bayern zum Kaiser durch die Bayerischen Kürfürsten konfiszierten Güter und der betreffenden urkundlichen Nachrichten wie auch wegen der schriftlichen Zusage durch die der Bayerische Kürfürst am 29. Nov. 1633 dem General 24.000 oberl. Gld. aus den eingezogenen Gütern des Landmarschalls Fuchs versprochen hatte, wird Freiherr v. Frentz der Witwe die Originale gleichfalls heraus-geben, doch behält er sich hier seinen gebührlichen Anteil vor, falls künftig von solchen Gütern wieder etwas zu erhof-fen sein oder eingehen sollte.Auf der Herrschaft Benatek ruhen einige Belastungen, so aus dem Vertrag, durch den der Kaiser dem General Gelder verehr-te, sodann von Juden, vom Grafen v. Altheim und von der Lilienfelder Sache her wie auch aus dem Umstand, daß die kaiserliche Verpfändung noch nicht ganz abgestellt ist.Andererseits ist wegen der Herrlichkeit Odenkirchen noch ein Prozeß wegen des Nachfolgerechts anhängig von Seiten der Kagnaten des Florenz Hartard v.d. Boetzelaer ( Bordler) als letzten Lehnsträgers, und auch auf anderen rheinischen Gütern haften einige Forderungen. Zudem wird Hans Ludwig Reichsgraf v. Kuefstein, kaiserlicher Geheimer Rat, Kämmerer und Landeshauptmann des Erzherzogstums Österreich ob der Enns ( Ens), von der Stadt Regensburg wegen 22.000 Gld. angegangen, wofür der General sich verbürgt, so daß im Falle, Seine Kaiserliche Majestät würde den Betrag nicht, seiner Zusage entsprechend, übernehmen, die v. Wertschen Erben eintreten müßten.Für den Fall ungünstiger Ausgänge sollen beide Parteien gegenseitig zu Währschaft und Schadenersatz verpflichtet sein.Wegen der Regensburgischen Forderung soll Landeshauptmann v. Kuefstein den auf die Landschaft Salzburg verschriebenen Obligationsbrief über 20.000 Rtl als Sicherheit stehen lassen.Von den Gütern, die dem Freiherrn v. Frentz zum Wert von 87.816 Rtl. zugeteilt sind, kann er zu seiner freien Disposi-tion aus der Währschaft herausnehmen, was das Heiratsgeld seiner Ehefrau ausmacht, nämlich 40.000 Rtl. Die übrigen seiner zugeteilten Güter dienen der Sicherung für den Fall ungünstiger Ausgänge.Die beiden Kinder des Johann Viersen und der Anna v. Werth erhalten je 950 Rtl. und die beiden Eheleute selbst 100 Rtl., die beiden Kinder des Anton Kaiser (Kaysers) und der Sophie v. Werth sowie beide Eltern gleichfalls insgesamt 2.000 Rtl., Rittmeister Gerhard v. Werth 100 Rtl., dessen Tochter Esther 950 Rtl. und dessen Sohn Johann v. Werth 1.250 Rtl.Der diesen Vertrag mitunterzeichnende Bevollmächtigte der v. Werthschen Feunde hat zwar lange und eindringlich dargelegt, besagte Zuwendung seien in Anbetracht der testamentarischen Zuwendungen des verstorbenen Generals zu gering, sich dann aber doch aufgrund seiner Instruktionen und seiner Vollmacht zur Annahme bereit gefunden in der Erwartung, daß die Auszahlungen innerhalb Jahr und Tag erfolgen und daß anstatt der auf Hans Jakob Sickenstein angewiesenen Obligation bares Geld gegeben werde, zumal Sickenstein seinen einfältigen Mandanten unbekannt sei.Beide Teilenden haben dazu erklärt, daß sei den besagten Letzten Willen für kein gültiges Testament erachten und er schon zu Anfang der Vergleichsverhandlungen für nichtig erklärt wurde, so daß man sich nun nicht mehr darauf berufen könne. Als nochmaliges Entgegenkommen seine sie aber bereit, anstatt der Sickensteinschen Obligation, sofern diese trotz aller Bemühungen nicht innerhalb eines Jahres einzutreiben sein sollte, 575 Rtl. an barem Geld zu geben.Was ansonsten noch in den Inventaren ausgewiesen wurde, ist für die Exequien des Generals und andere notwendige Ausgaben lt. besonderer Abrechnung verauslagt worden, so daß es nichts mehr aufzuteilen gibt.Hinsichtlich der Schulden wird vereinbart, daß die Forderungen, die von den Erben der verstorbenen Gräfin v.Spauer, früheren Ehefrau des Generals, geltend gemacht werden, aus den von vier Jahren rückständigen Salzburger Zinsen, die sich auf 6.000 Gld. belaufen, befriedigt werden sollen, wobei das im Besitz der Witwe befindliche Schreiben des Ferdinand Ludwig Grafen v. Spauer wegen des Kapitals von 364 Rtl. zu berücksichtigen ist.Die Witwe übernimmt zur Begleichung die Obligation des Herrn Tamstett über 2.000 Rtl. und Freiherr v. Frentz Herrn Kessels Forderung von 1.500 Rtl. samt den rückständigen Zinsen vieler Jahre, wiewohl letztgenannte Forderung zur Zeit der dritten Ehe [des Generals] erwuchs. Die Abtragung der 500 Gld. an Pater Gerhard Vienhoven übernehmen beide Parteien je zur Hälfte.Mit dem Erbteil des Freiherrn v. Frentz sind noch weitere Belastungen verbunden; so sind Schulden zu bezahlen an den Rat der Stadt Köln und an einen Tuchhändler daselbst, dann sind da die Forderungen des früheren Schiffers Fischbach und dergleichen mehr, ferner das vom General dem Kölner Dom-kapitel schuldig gebliebene Laudemium und die zum Erwerb des Lehens Idenkirchen aufgenommene Kapitalsumme. aber auch auf Seiten der Witwe gibt es verschiedene Belastungen. Da es an Mitteln zur Entlastung fehlt, hat notgedrungen jede Partei die jeweiligen Schulden zu übernehmen und aus dem zugeteilten Erbe allein zu bestreiten. Der Witwe soll dabei gestattet sein, aus der Herrschaft Benatek nach und nach 17.000 Gld. Kapital mit den darauf entfallenden Zinsen zu entnehmen wegen der Gelder, die u.a. zum Nutzen ihres unmündigen Sohnes und der notwendigen Vormundschaftsausgaben aufgenommen wurden.Sollte Freiherr v. Frentz oder Franz Ferdinand Frh. v. Werth, der Halbbruder seiner Frau, ohne Leibeserben und ohne gültiges Testament sterben, so ist einer Erbe des anderen noch des jeweiligen Landes Recht und Brauch.Beide Parteien erklären an Eides Statt, auf alle Einsprüche gegen vorstehenden Vergleich und auf alle Rechtsmittel allzeit zu verzichten.Susanne Maria Gräfin v. Kuefstein, Witwe v. Werth, vertritt dabei ihren minderjährigen Sohn Franz Ferdinand Frh. v. Werth aufgrund der im Original vorgelegten Vollmacht, die von der könglichen Statthalterei und Landtafel zu Prag bestätigt wurde, und handelt mit Rat und Zustimmung ihrer Beistände, nämlich des Freiherrn Jörger und des kaiserlichen Sekretärs für Religionsangelegenheiten im Lande ob der Enns Peter Pielmair von Adelsberg (- perg) auf Pielhofen, denen der durch sie bevollmächtigte Johann Augustin Berschmidt assistiert.Winand Hieronymus Frh. v. Frentz zu Schlenderhan (- heimb) handelt für sich und seine Ehefrau Lambertine Irmgard geb. Freiin v.Werth, deren Vollmacht er im Original vorgelegt aht.Es unterschreiben und siegeln: Susanne Maria Gräfin v. Kuefstein, Witwe v. Werth, Johann Septimius Frh. Jörger und Peter Pielmair von Adelsberg als Beistände der Witwe, Johann Augustin Berschmidt als Bevollmächtigter vorgenannter Bei-stände, Winand Hieronymus Frh. v. Frentz für sich, seine Ehefrau und seine Erben sowie Dr. Johann Michael Hermantz als Bevollmächtigter der v. Wertschen Feunde.Sodann erklärt der kaiserlich autorisierte und beim Rat der Freien Reichsstadt Nürnberg approbierte öffentliche Notar Johann Heinrich Pfeiffer, im Beisein des Prokurators Wolfgang Casei und des Studenten der Rechte Johann Schnorrenberg als Zeugen beide sich vergleichenden Parteien in rechtlicher Hin-sicht eingehend unterwiesen zu haben. Die Generalin hat zuge-sagt, den Vergleich durch die königliche Landtafel zu Prag autorisieren und Freiherr v. Frentz entsrechend Mitteilung zukommen zu lassen, der seinerseits bei seinem pfalzneubur-gischen Landesherrn um Autorisierung nachsuchen und dann Mitteilung geben will. Alle vorgebrachten Bevollmächtigungen sind geprüft und für einwandfrei befunden worden.Der Notar unterschreibt das von ihm ausgefertigte Instrument und bringt sein Signet auf.Darunter:1655 Oktober 1 [alten Stils] - NürnbergBürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg bezeugen, daß ihr Mitbürger Johann Heinrich Pfeiffer öffentlicher Notar ist und die von ihm ausgestellten Notariatsinstrumente innerhalb und außerhalb von Gerichten als glaubwürdig zu gelten haben.Die [unbenannten] Aussteller lassen das städtische Sekretsiegel aufdrücken.Darunter:[1657 Januar 11 - das Datum steht am Anfang der Abschrift.] Dieser Vergleich ist wörtlich in den anderen grüngoldenen Relation Quatern eingetragen worden.Darunter:1657 April 30Alles Vorstehende ist kopiert worden bei der königlichen Landtafel mit Bewilligung des Königlichen Statthalters und obersten Landschreibers im Königreich Böhmen Ritter Nikolaus Gersdorf (Gerstorff) von Gersdorf und Malschwitz auf Groß-wossow (- wosow), Skrzipel und Neuenhof und wird beglaubigt unter den Petschaften des königlichen Rates und Vize-landrichters Albrecht Christoph Hloscheck von Schambach und des königlichen Rates und Vizelandschreibers Wentzel Gezberowsky von Olivenberg, der auch unterschreibt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 333/3
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 29 [um 1700 gefertigte unbeglaubigte] Kopie einer zweiten Abschrift in Kasten 29



1655 Oktober 9



Beschreibung : NürnbergNachdem der kaiserliche Kriegsrat, General der Kavallerie und Obrist zu Fuß wie zu Pferd Johann Frh. v. Werth ( Wehrt) am 12. Sept. 1652 gestorben war, ist es wegen seines Testaments zu schweren Mißverständnisssen gekommen zwischen seiner Witwe Susanne Maria geb. Gräfin v. Kufstein, der durch die königliche Statthalterei und die Landtafel zu Prag bestätig-ten Vormünderein ihres posthum geborenen Sohnes Franz Ferdinand Frh. v. Werth, einerseits, und Winand Hieronymus Frh. [Raitz] v. Frentz ( - s) zu Schlenderhan (- hamb), pfalzneuburgischem Kämmerer und Amtmann zu Bergheim ( Berchaimb), als bevollmächtigtem Ehevogt seiner Gemahlin Lambertine Irmgard geb. Freiin v. Werth, andererseits.Letztgenannter hat vor genannter Statthalterei wie auch wegen des Lehens Odenkirchen vor der Kurkölnischen Kanzlei zu Bonn unter Berufung auf das Testament des Generals die Werthschen Mobilien und das Eigentumsrecht an den Erbgütern für seinen älteren Sohn Johann Wilhelm [Raitz] v. Fentz beansprucht.Dagegen wird das besagte Testament von der Frau Gräfin als der Böhmischen Landesordnung ungemäß und mit verschiedenen offensichtlichen Mängeln ( vitiis visibilibus) behaftet für null und nichtig erachtet.Da die kurkölnischen Räte gütliche Vereinbarungen zwischen so nahen Verwandten für dienlich und ratsam erachtet und empfohlen hatten, ist von den streitenden Parteien die Zusammenkunft in Nürnberg für den 30. Sept. lfd. Js. vereinbart worden. hier hat man sich des gegenseitigen Wohlwollens versichert und des Willens, alle bisherigen Meinungsverscheidenheiten auszuräumen, sodann in der Haupt-sache aus vielerlei Gründen das Testament des Generals kas-siert, ausgenommen die darin aufgeführten from-men Stiftungen und die nachfolgend benannten Zuwendungen an Werthsche Freunde.Freiherr v. Frentz hat aufgrund seiner vom verstorbenen Gene-ral unterschriebenen Ehepakten und aus weiteren Gründen die Hälfte der Erbschaft beansprucht, dazu die von seiner verstorbenen Schwiegermutter Christine v. Gent ( Benth) her-kommenden Rechte und den Sterbefall zweier Brüder seiner Ehefrau wie überhaupt einen Vorzug vermöge Brief und Siegel, entsprechend den allgemeinen Rechten und dem Landesgebrauch sowie aufgrund der ihn im Besitz bestätigenden Urteile. Die Witwe dagegen hat die Herrschaft Beatek (Benadeckh) für ihren unmündigen Sohn als einzigem männlichen Erben gefordert aufgrund der böhmischen Landesordnung und dieserhalb das Prärogativ.Nach Prüfung der schriftlichen Berichte und Gegendarstel-lungen und nach reiflicher Überlegung ist folgender Vergleich vereinbart worden:Der mehrgenannte Franz Ferdinand Frh. v. Werth erhält die Herrschaft Benatek in Böhmen mit dem in der kaiserlichen Schenkung aufgeführten Zubehör für die Summe von 126.601 oberl. Gld., in der die vom verstorbenen General veranlaßten Besserungen einbegriffen sind.Dagegen erben Freiherr v. Frentz und dessen Ehefrau die rhei-nischen und anderen Güter, wie die Herrschaft Grombach (Grum-) im Kraichgau, Erbach, Winkel (Winkheln) und Hattenheim im Rheingau, Kellenberg und den Hof Huppelrath im Fürstentum Jülich, das Haus in der Stadt Köln und die lehnbare Herrschaft Odenkirchen im Erzstift Köln, nach den im Original vorgelegten Kauf - und Anerbungsbriefen auf 87.816 Rtl bewertet:Die Vertragschließenden verzichten viceversa auf die ent-sprechenden Güter und Ansprüche und geben einander Vollmacht, sich zuständigen Ortes anerben zu lassen. Weil der unmündige v. Werth bereits mit der Herrschaft Odenkirchen belehnt ist, der Kölner Erzbischof Maximilian Heinrich aber inzwischen am 13. Okt. letzten Jahres schriftlich erklärt hat, er werde Freiherrn v. Frentz belehnen, sofern die Witwe für ihren Sohn auf Odenkirchen verzichte, wird sie den Kölner Kurfürsten nun bitten, den Freiherrn v. Frentz zu belehnen.Bei Durchsicht der vom Freiherrn vorgelegten Inventare der rheinischen Güter und Mobilien haben sich u.a. gefunden ein Lehnbrief und Registerauszüge wegen des Dorfes Möckenlohe ( Mukhenlohe), womit Seine Fürstliche Gnaden zu Würzburg den verstorbenen General belehnt hatte, und der Original - Lehnbrief der Helmstadtschen? (helmbstettischen) Lehngüter, die von Seiner Kurfürstlichen Durchlaucht zu Bayern herrühren. Freiherr v. Frentz wird diese Urkunden der Witwe übergeben und über besagte Güter hinaus auch seinen Rechts-anteil am Lehen Eichstätt ( Aichstett) samt dem Amt, wovon die Witwe lediglich eine Abschrift des Lehnbriefes besitzt, jedoch nicht das Original.Wegen der beim Übergang des Generals aus Bayern zum Kaiser durch die Bayerischen Kürfürsten konfiszierten Güter und der betreffenden urkundlichen Nachrichten wie auch wegen der schriftlichen Zusage durch die der Bayerische Kürfürst am 29. Nov. 1633 dem General 24.000 oberl. Gld. aus den eingezogenen Gütern des Landmarschalls Fuchs versprochen hatte, wird Freiherr v. Frentz der Witwe die Originale gleichfalls heraus-geben, doch behält er sich hier seinen gebührlichen Anteil vor, falls künftig von solchen Gütern wieder etwas zu erhof-fen sein oder eingehen sollte.Auf der Herrschaft Benatek ruhen einige Belastungen, so aus dem Vertrag, durch den der Kaiser dem General Gelder verehr-te, sodann von Juden, vom Grafen v. Altheim und von der Lilienfelder Sache her wie auch aus dem Umstand, daß die kaiserliche Verpfändung noch nicht ganz abgestellt ist.Andererseits ist wegen der Herrlichkeit Odenkirchen noch ein Prozeß wegen des Nachfolgerechts anhängig von Seiten der Kagnaten des Florenz Hartard v.d. Boetzelaer ( Bordler) als letzten Lehnsträgers, und auch auf anderen rheinischen Gütern haften einige Forderungen. Zudem wird Hans Ludwig Reichsgraf v. Kuefstein, kaiserlicher Geheimer Rat, Kämmerer und Landeshauptmann des Erzherzogstums Österreich ob der Enns ( Ens), von der Stadt Regensburg wegen 22.000 Gld. angegangen, wofür der General sich verbürgt, so daß im Falle, Seine Kaiserliche Majestät würde den Betrag nicht, seiner Zusage entsprechend, übernehmen, die v. Wertschen Erben eintreten müßten.Für den Fall ungünstiger Ausgänge sollen beide Parteien gegenseitig zu Währschaft und Schadenersatz verpflichtet sein.Wegen der Regensburgischen Forderung soll Landeshauptmann v. Kuefstein den auf die Landschaft Salzburg verschriebenen Obligationsbrief über 20.000 Rtl als Sicherheit stehen lassen.Von den Gütern, die dem Freiherrn v. Frentz zum Wert von 87.816 Rtl. zugeteilt sind, kann er zu seiner freien Disposi-tion aus der Währschaft herausnehmen, was das Heiratsgeld seiner Ehefrau ausmacht, nämlich 40.000 Rtl. Die übrigen seiner zugeteilten Güter dienen der Sicherung für den Fall ungünstiger Ausgänge.Die beiden Kinder des Johann Viersen und der Anna v. Werth erhalten je 950 Rtl. und die beiden Eheleute selbst 100 Rtl., die beiden Kinder des Anton Kaiser (Kaysers) und der Sophie v. Werth sowie beide Eltern gleichfalls insgesamt 2.000 Rtl., Rittmeister Gerhard v. Werth 100 Rtl., dessen Tochter Esther 950 Rtl. und dessen Sohn Johann v. Werth 1.250 Rtl.Der diesen Vertrag mitunterzeichnende Bevollmächtigte der v. Werthschen Feunde hat zwar lange und eindringlich dargelegt, besagte Zuwendung seien in Anbetracht der testamentarischen Zuwendungen des verstorbenen Generals zu gering, sich dann aber doch aufgrund seiner Instruktionen und seiner Vollmacht zur Annahme bereit gefunden in der Erwartung, daß die Auszahlungen innerhalb Jahr und Tag erfolgen und daß anstatt der auf Hans Jakob Sickenstein angewiesenen Obligation bares Geld gegeben werde, zumal Sickenstein seinen einfältigen Mandanten unbekannt sei.Beide Teilenden haben dazu erklärt, daß sei den besagten Letzten Willen für kein gültiges Testament erachten und er schon zu Anfang der Vergleichsverhandlungen für nichtig erklärt wurde, so daß man sich nun nicht mehr darauf berufen könne. Als nochmaliges Entgegenkommen seine sie aber bereit, anstatt der Sickensteinschen Obligation, sofern diese trotz aller Bemühungen nicht innerhalb eines Jahres einzutreiben sein sollte, 575 Rtl. an barem Geld zu geben.Was ansonsten noch in den Inventaren ausgewiesen wurde, ist für die Exequien des Generals und andere notwendige Ausgaben lt. besonderer Abrechnung verauslagt worden, so daß es nichts mehr aufzuteilen gibt.Hinsichtlich der Schulden wird vereinbart, daß die Forderungen, die von den Erben der verstorbenen Gräfin v.Spauer, früheren Ehefrau des Generals, geltend gemacht werden, aus den von vier Jahren rückständigen Salzburger Zinsen, die sich auf 6.000 Gld. belaufen, befriedigt werden sollen, wobei das im Besitz der Witwe befindliche Schreiben des Ferdinand Ludwig Grafen v. Spauer wegen des Kapitals von 364 Rtl. zu berücksichtigen ist.Die Witwe übernimmt zur Begleichung die Obligation des Herrn Tamstett über 2.000 Rtl. und Freiherr v. Frentz Herrn Kessels Forderung von 1.500 Rtl. samt den rückständigen Zinsen vieler Jahre, wiewohl letztgenannte Forderung zur Zeit der dritten Ehe [des Generals] erwuchs. Die Abtragung der 500 Gld. an Pater Gerhard Vienhoven übernehmen beide Parteien je zur Hälfte.Mit dem Erbteil des Freiherrn v. Frentz sind noch weitere Belastungen verbunden; so sind Schulden zu bezahlen an den Rat der Stadt Köln und an einen Tuchhändler daselbst, dann sind da die Forderungen des früheren Schiffers Fischbach und dergleichen mehr, ferner das vom General dem Kölner Dom-kapitel schuldig gebliebene Laudemium und die zum Erwerb des Lehens Idenkirchen aufgenommene Kapitalsumme. aber auch auf Seiten der Witwe gibt es verschiedene Belastungen. Da es an Mitteln zur Entlastung fehlt, hat notgedrungen jede Partei die jeweiligen Schulden zu übernehmen und aus dem zugeteilten Erbe allein zu bestreiten. Der Witwe soll dabei gestattet sein, aus der Herrschaft Benatek nach und nach 17.000 Gld. Kapital mit den darauf entfallenden Zinsen zu entnehmen wegen der Gelder, die u.a. zum Nutzen ihres unmündigen Sohnes und der notwendigen Vormundschaftsausgaben aufgenommen wurden.Sollte Freiherr v. Frentz oder Franz Ferdinand Frh. v. Werth, der Halbbruder seiner Frau, ohne Leibeserben und ohne gültiges Testament sterben, so ist einer Erbe des anderen noch des jeweiligen Landes Recht und Brauch.Beide Parteien erklären an Eides Statt, auf alle Einsprüche gegen vorstehenden Vergleich und auf alle Rechtsmittel allzeit zu verzichten.Susanne Maria Gräfin v. Kuefstein, Witwe v. Werth, vertritt dabei ihren minderjährigen Sohn Franz Ferdinand Frh. v. Werth aufgrund der im Original vorgelegten Vollmacht, die von der könglichen Statthalterei und Landtafel zu Prag bestätigt wurde, und handelt mit Rat und Zustimmung ihrer Beistände, nämlich des Freiherrn Jörger und des kaiserlichen Sekretärs für Religionsangelegenheiten im Lande ob der Enns Peter Pielmair von Adelsberg (- perg) auf Pielhofen, denen der durch sie bevollmächtigte Johann Augustin Berschmidt assistiert.Winand Hieronymus Frh. v. Frentz zu Schlenderhan (- heimb) handelt für sich und seine Ehefrau Lambertine Irmgard geb. Freiin v.Werth, deren Vollmacht er im Original vorgelegt aht.Es unterschreiben und siegeln: Susanne Maria Gräfin v. Kuefstein, Witwe v. Werth, Johann Septimius Frh. Jörger und Peter Pielmair von Adelsberg als Beistände der Witwe, Johann Augustin Berschmidt als Bevollmächtigter vorgenannter Bei-stände, Winand Hieronymus Frh. v. Frentz für sich, seine Ehefrau und seine Erben sowie Dr. Johann Michael Hermantz als Bevollmächtigter der v. Wertschen Feunde.Sodann erklärt der kaiserlich autorisierte und beim Rat der Freien Reichsstadt Nürnberg approbierte öffentliche Notar Johann Heinrich Pfeiffer, im Beisein des Prokurators Wolfgang Casei und des Studenten der Rechte Johann Schnorrenberg als Zeugen beide sich vergleichenden Parteien in rechtlicher Hin-sicht eingehend unterwiesen zu haben. Die Generalin hat zuge-sagt, den Vergleich durch die königliche Landtafel zu Prag autorisieren und Freiherr v. Frentz entsrechend Mitteilung zukommen zu lassen, der seinerseits bei seinem pfalzneubur-gischen Landesherrn um Autorisierung nachsuchen und dann Mitteilung geben will. Alle vorgebrachten Bevollmächtigungen sind geprüft und für einwandfrei befunden worden.Der Notar unterschreibt das von ihm ausgefertigte Instrument und bringt sein Signet auf.Darunter:1655 Oktober 1 [alten Stils] - NürnbergBürgermeister und Rat der Stadt Nürnberg bezeugen, daß ihr Mitbürger Johann Heinrich Pfeiffer öffentlicher Notar ist und die von ihm ausgestellten Notariatsinstrumente innerhalb und außerhalb von Gerichten als glaubwürdig zu gelten haben.Die [unbenannten] Aussteller lassen das städtische Sekretsiegel aufdrücken.Darunter:[1657 Januar 11 - das Datum steht am Anfang der Abschrift.] Dieser Vergleich ist wörtlich in den anderen grüngoldenen Relation Quatern eingetragen worden.Darunter:1657 April 30Alles Vorstehende ist kopiert worden bei der königlichen Landtafel mit Bewilligung des Königlichen Statthalters und obersten Landschreibers im Königreich Böhmen Ritter Nikolaus Gersdorf (Gerstorff) von Gersdorf und Malschwitz auf Groß-wossow (- wosow), Skrzipel und Neuenhof und wird beglaubigt unter den Petschaften des königlichen Rates und Vize-landrichters Albrecht Christoph Hloscheck von Schambach und des königlichen Rates und Vizelandschreibers Wentzel Gezberowsky von Olivenberg, der auch unterschreibt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 333/1
Bemerkung : Eine [um 1700 gefertigte unbeglaubigte] Kopie einer zweiten Abschrift in Kasten 29Eine weitere Abschrift beglaubigt am 20. Sept. 1910 durch Unterschrift und Siegel (Stempel) in Kasten 29



1656 Oktober 13



Beschreibung : WienKaiser Ferdinand III., König zu Ungarn und Böhmen [usw.], gibt Mitteilung an seine Räte und Unteramtleute bei der Böhmischen Landtafel zu Prag, von Susanne Maria v. Werth geb. Gräfin v. Kuefstein gebeten worden zu sein, den zwischen ihr und Winand Hieronymus Frh. [Raitz] v. Frentz wegen der v. Werthschen Erbschaft zu Nürnberg getroffenen Vergleich bei der Landtafel seines Königreichs Böhmen eintragen zu lassen.In Erwägung der Tatsachen, daß der Vergleich lediglich Erbrecht betrifft, daß weitläufige Prozesse zwischen den Parteien vermieden werden und die Rechte der minderjährigen v. Werth gewahrt sind, ferner auch, weil der Vergleich außerhalb Böhmens vereinbart wurde und somit nach der erneuerten Landesordnung sonst vorgeschriebene Formalitäten nicht beachtet sein könnten, erteilt er hiermit seine Zustimmung bzw., soweit erforderlich, Dispens.Der Vertrag ist auf Antrag einer Partei oder beider einzutra-gen, jedoch mit dem Vermerk, daß weder das Inkolats - noch das Landesrecht dadurch die geringste Präjudizierung erfahren sollen.Es unterzeichnen: der Kaiser, Johann Hartwig Graf v. Nostitz als Kanzler des Königreichs Böhmen und als ausfertigender Schreiber D. Pachta.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 340



1660 Dezember 10



Beschreibung : Düsseldorf, auf dem RathausAuf Ersuchen des Winand Hieronymus Frh. [Raitz] v. Frentz zu Schlenderhan (- haen), Herrn zu Odenkirchen, pfalzneubur-gischen Amtmanns zu Bergheim, bestätigt der ausfertigende Notar, daß die nachstehend inserierte Obligation Herrn Jobst Dietrich von der Horst zum Haus vorgelegt wurde und dieser im Beisein der Zeugen Johann Müllers von Elberfeld und Johann Georg Kesmayer auf die Frage, ob die Obligation die Unter-schrift seines verstorbenen Vaters Johann von der Horst zeige, geantwortet hat, die Unterschrift stamme ohne Zweifel von seines Vaters Hand.Der an der Jülich - Bergischen Kanzlei immatrikulierte Notar Johannes Büsch unterschreibt.Inseriert:1635 November 26Anna [!] Franziskus Markgraf von Bassompierre (Passonpir; bei der Unterschrift: Passompieren) bezeugt, Herrn Generalfeldmarschall - Leutnant Johann v. Werth ( de Wirdt) und dessen Ehefrau Gertrud 400 Dublonen schuldig geworden zu sein, die er bei nächster Gelegenheit zurückzuzahlen gelobt.Der Aussteller unterschreibt und auf seine Bitte hin unter-schreiben als Zeugen der Generalwachtmeister Johann von der Horst und Konrad de Craysine [so bei der Ankündigung; bei der Unterschrift: Crisgaie)].Darunter:1660 Dezember 20 - DüsseldorfBürgermeister, Schöffen und Rat der Residenzstadt Düsseldorf bescheinigen, daß Johannes Büsch ein bei der hiesigen fürst-lichen Hofkanzlei approbierter und immatrikulierter Notar ist und obige Urkunde geschrieben und unterschrieben hat.Die [unbenannten] Aussteller lassen das Stadtsiegel auf-drücken und durch den Stadtschreiber Rutger Daniels unter-zeichnen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 369



1663 Juni 3



Beschreibung : KölnRitter Johann Christian Frh. v. Boineburg, kaiserlicher Kämmerer, kurmainzischer Geheimer Rat, Obermarschall sowie Amtmann zu Höchst und Hofheim, einigt sich mit Winand Hieronymus Frh. [Raitz] v. Frentz, Herrn zu Odenkirchen und Grombach (Grum-), kurkölnischem Erbburggrafen und pfalzneu-burgischem Amtmann zu Bergheim ( Berchem), wegen der Mißverständnisse hinsichtlich einer jährlichen Erbpacht von 23 Mlt. Hafer und fünf Mlt. Korn im Zusammenhang mit dem am 26. Mai 1659 über die Güter zu Erbach vereinbarten Kauf-vertrag.Nachdem beide Teile erst in Düsseldorf prozessiert hatten und Freiherr Raitz v. Frentz dann am 9. März lfd. Js. gegen das zu Düsseldorf ergangene Urteil an das Reichskammergericht appelliert hatte, vergleicht man sich nun zur Vermeidung weiterer Prozeßkosten dahin, daß Frh. v. Boineburg alle Ansprüche fallen läßt gegen eine einmalige Zahlung von 130 Rtl.Der Kaufbrief soll in allen Teilen gültig bleiben; Freiherr v. Boineburg verpflichtet sich, die Urkunde über besagte Erbpacht und eine beglaubigte Abschrift vom Kaufvertrag des verstorbenen Generals Frh. v. Werth an Freiherrn Raitz v. Fentz zu übersenden.Da die 130 Rtl. sogleich bar bezahlt wurden, quittiert Freiherr v. Boineburg durch Unterschrift und Aufdrücken seines Petschafts.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 401



1666 Juli 6



Beschreibung : Heinrich Bertram v. Lüninck zu Niederpleis, der seine Quartiere und Wappen [zu acht Ahnen] erstmals am 5. Dez. 1665 zur Prüfung offengelegt hatte, wird [zur Bergischen Ritterschaft] aufgeschworen durch den Oberjägermeister und Amtmann u Monheim [Johann Friedrich] v. Metternich an väterlicher Seite und durch [Heinrich] Waldbott [v. Assenheim] zu Königsfeld an Mutters Seite.Die Richtigkeit beglaubigt durch Unterschrift [Ritterschaftssyndikus] Klamor Esken.Beiderseits der aufgemalten Wappen: 1703 September 8 - WeschpfennigsbrölJohann Walram v. Lüninck zu Niederpleis einerseits und Philipp Wilhelm Frh. v. Scharrenberg zu Weschpfennigsbröl andererseits bezeugen unabhängig voneinander, daß die aufgemalte Auf-schwörungstafel mit dem Original auf Haus Weschpfennigsbröl übereinstimmt einschließlich der Bestätigung durch den Ritter-schaftssyndikus.Beide Aussteller drücken ihre Petschaften auf.Darunter: 1703 Dezember 20Peter Wever, Richter zu Meinerzhagen, bezeugt, daß die vorste-hende Kopie in Wappen und Text übereinstimmt mit dem Original, das ihm der Obrist v.Neuhof gen. Ley zu Badinghagen vorgelegt hat.Er unterschreibt und drückt sein Siegel auf; mit ihm unter-zeichnet Stephan Franz Wever, der Gerichtsschreiber zu Meinerz-hagen.Anm.: Die Ahnen des Probanden sind - wie folgt - aufgeführt: Eltern: Johann v. Lüninck Katharina Raitz v. Frentz (- s) Großeltern: Johann v. Lüninck Margarete v. Blittersdorf bzw. Wilhelm Raitz v. Frentz Henrika Schall v. Bell, Urgroßeltern: Jost v. Lüninck und Gisela v. Eetzbach Wilhelm v. Blittersdorf u. Maria v. Roisdorf Winrich Raitz v. Frentz und Maria v. Gülich verwitwete v. Berg (v. Berg gen. Gülich) Erasmus Schall v. Bell u. Wilhelma v. Wachten donk. Die Wappen, die nur bei der ältesten Generation Helmzieren tragen, sind diese: 1) Lüninck: im Schild auf Silber ein schreitender Sperling in natürlicher Farbe; als Helmzier der Sperling zwischen schwarzen Flügeln. 2) Etzbach: auf Schwarz ein silberner offener Flug; als Helm-zier der Flug auf einem schwarzen Hut mit weißer Krempe. 3) Blittersdorf: Gold über Schwarz geteilt und schrägrechts be-legt mit einem silbernen Gegenzinnenbalken; als Helmzier ein schwarzer Hundekopf, dessen Hals mit dem Schrägbalken belegt ist. 4) Troisdorf: auf Gold zwei, eines rote Rauten, überhöht von einem blauen dreilätzigen Turnierkragen; als Helmzier der Schild schwebend zwischen zwei roten Flügeln. 5) Raitz v. Frentz: auf Schwarz ein goldenes Kreuz; als Helmzier ein schwarzer Ochsenkopf mit goldenen Hörnern. 6) Gülich zu Berg (v.Berg gen. Gülich): auf Schwarz ein golde-ner doppeltgeschwänzter schreitender Löwe; als Helmzier zwi-schen schwarzen Flügeln der goldene Kopf eines Hundes, der ein schwarzes dorniges Halsband trägt. 7) Schall v. Bell: auf Blau zwei rot - weiß geschachte Sparren übereinander; als Helmzier zwei blaue mit den Sparren belegte Flügel. 8) Wachtendonk: auf Gold eine rote Gleve; als Helmzier eine rot gekleidete gestümmelte Mohrenpuppe mit weißem Kragen und flatternder goldener Kopfbinde.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 501



1669 März 13



Beschreibung : Haus SetterichEine die Erbpacht des Velshofes (Feldt -) zu Büttgen betreffen-de Pergamenturkunde vom 21. Dez. ( Thomas, deß hl. apostels tag) 1552 weist aus, daß genannter Hof von der Grafschaft Mörs zu Lehen geht und jährlich zehn Mlt. Korn und elf Mlt. Hafer an die v. Reuschenberg zu Setterich zu entrichten hat. Nun hat J[obst] E[dmund] Frh. v . Reuschenberg zu Setterich die Erbpacht zur Abtragung von Schulden an den Lizentiaten Johann Vinzenz ( Zentiß) Pütz in Köln zediert, wobei das Korn mit 50 Rtl. je Mlt. und der Hafer mit 25 Rtl. je Mlt. bewertet wurden. Hiermit vergleicht sich genannter Feiherr v. Reuschenberg die-serhalb mit W[inand] [Hieronymus] Frh. [Raitz] v. Frentz zu Schlenderhan (- hen), dem Inhaber des Velshofes, dahin, daß dann, wenn dem Lizentiaten Pütz die Kaufgelder zurückgegeben werden, Freiherr Raitz v. Frentz die Gelder für die zehn Mlt. Korn zahlen soll und will, Freiherr v. Reuschenberg aber die für die elf Mlt. Hafer. In der Folge soll dann die Erbpacht beim Hof verbleiben, und sooft das Lehen bei der mörsischen Kammer zu empfangen ist, soll dies auf Kosten allein des Frei-herrn Raitz v. Frentz und seiner Erben geschehen.Die beiden Vertragschließenden unterschreiben und petschieren.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 517



1670 März 26



Beschreibung : SchlenderhanGottfried Packen verkauft unwiderruflich an Winand Hiernoymus Frh. [Raitz] v. Frentz (- s) zu Schlenderhan, Herrn zu Odenkirchen, Erbburggrafen des Erzstifts Köln und pfalzneuburgischen Kämmerer sowie Amtmann zu Bergheim (Bercheim), und dessen Ehefrau Lambertine Irmgard geb. Freiin v. Werth fünf Morgen Busch beim Busch der Ankäufer und dem der Klarissen, ferner andert-halb Morgen Busch an der Kirche zu Oberaußem am dortigen Kir-chenbusch für 50 Rtl. zu drei Gld. und sechs Albus je Morgen, einen Rtl. Verzichtgeld, drei Schilling als Gottesheller und den landesüblichen Weinkauf. Die Kaufsumme soll von den Käufern an Johann Wolters, Bürger zu Köln, als Abschlag auf eine Obligation von 200 Rtl. überwiesen werden, die von Packens Schwiegervater Peter Mohr herrührt.Die beiden Ausfertigungen werden unterschrieben durch Freiherrn Raitz v. Frentz, Gottfried Packen, von diesem auch namens sei-ner [unbenannten] Kinder, und J. Schneiders für den des Schrei-bens unkundigen Gerichtsboten zu Oberaußem Peter Schoemecher.Ausf., Pap.Beiliegend: 1672 Juli 25Johann Wolters (Wulter) und seine Ehefrau Katharina Flick quit-tieren, daß die Gnädige Frau [Lambertina Irmgard Raitz v. Frentz] zu Schlenderhan ihnen 95 Rtl. gezahlt hat namens des Gottfried Packen zu Gevelsdorf (Gyffels-) wegen dessen Schuldigkeit. - Unterschrift.Anm.: Ferner liegt an ein nicht unterschriebener Entwurf für eine Quittung über 95 Rtl., datiert Köln, den 3. Mai 1672.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 529



1680 März 23



Beschreibung : Nachdem Wilhelm Bertram v. Lüninck (- g) zu Niederpleis (- ß), pfalzneuburgischer Landeshauptmann für das Oberquartier des Fürstentums Berg., kürzlich durch den Landesherrn beauftragt wurde, eine Teilung der Hinterlassenschaft des verstorbenen bergischen Landeshauptmannes Engelbert v. Scheidt gen. Wesch-pfennig zu veranlassen zwischen dessen Erben nämlich den un-mündigen Kindern des verstorbenen Volmar v. Gevertzhaen (- hagen) zu Attenbach, Johann Karl Bertolf v. Belven (- ve) und Engelbert v. Neuhof gen. Ley, und nachdem zu solcher Teilung Walraf Scheiffart v. Merode, bergischer Land - Rittmeister und Amtmann zu Blankenberg, und Johann Gottfried Proff, Landdinger des Landes und Amtes Blankenberg, vom Landesherrn mit der Assistenz beauftragt wurden, wird nach Benachrichtigung aller Erben nun die Teilung vorgenommen, allerdings in Abwesenheit des genannten Amtmanns, der dienstlicher Geschäfte wegen auf Reisen ist.Anfänglich wird vorgetragen, daß der genannte Herr v. Belven zur Befreiung der Elsfelder Güter dem Herrn v. Lützerode 1500 Rtl. gezahlt und ihm der erwähnte Herr v. Neuhof gen Ley dafür sein Drittel am adeligen Wingertsgut zu Rommersdorf unterhalb von Honnef übertragen habe. Da die Vormünder der unmündigen Erben v. Gevertshaen eine solche Regelung ihrer Mündel an be-sagtem Wingertsgut dem Herrn v. Belven, so daß dieser das Gut nun erblich allein besitzt.Sodann erfolgt die eigentliche Teilung. Dabei wird den Erben v. Gevertzhaen erblich zugewiesen der adelige Sitz bzw. das Haus zu Rott (Rodt) mit dem Bruckerhof, der jetzt Kratzhof genannt wird, nebst allem Zubehör, wie dies vordem vom Hof des Herrn von Neuhof gen Ley abgeteilt wurde mit den zwei von drei Zehnt-anteilen und den zugehörigen Holzgewalten, ferner Etzenbach ( Etzemich) zu Ruppichteroth (Rupichterath) samt dem zehnt in Jünkersfeld und der Hänscheider (Honscheder) Hof zu Ruppich-teroth.)Der Herr v. Belven erhält erblich den adeligen Sitz Elsfeld mit der Erbpacht von jährlich 20 Mlt. Korn und 9 1/2 Mlt. Hafer, den nächsten Bruckerhof zu Uthweiler (Oit-) und die Mühle in Freckwinkel nebst Zubehör, wobei die Erben v. Neuhof gen Ley und v. Gevertzhaen ausdrücklich Eviktion zugesagt haben für den Fall, daß der Fürst v. Croy seine Kurmundansprüche in Uthweiler durchsetzt.Außerdem erhält er den Zehnt zu Kurscheid (Chur-), die Gierscheider (Gir-) Erbrente im Kirchspiel Uckerath (Uckenroth), den Hof in Rankenhohn (- hain) im Kirchspiel Ruppichteroth und den Hof in Schönenberg ( Schon-) zu Ruppich-teroth, unbeschadet des Seelbachschen Viertels an allen vier genannten Erbstücken.Herr v. Neuhof gen. Ley erhält zu seinem Erbteil den obersten der drei Höfe zu Rott mit dem zugeteilten Drittel des Zehnten, wobei vereinbart wird, daß die jährlich nach Vilich zu entrichtende Abgabe von Weizen und sonstigem jedem der drei Höfe anteilig anhaften bleibt, allerdings durch die Hofesleute ohne Kürzung der Pacht zu liefern ist. Dazu werden ihm zugeteilt der Hof zu Buisdorf ( Buß-) mit zwölf Holzgewalten im Ölgarten (Ohl-) und vier Gewalten im Jungen Dambroich (- broch), der Busch zu Kaldauen (- awen) und die Erbzinsen sowie Renten aus Oberhessen, Siegen (? - Sißen), Rachelshausen (Rackels-), dem bei-den Höfe bei (im) Morsbach zu Herbertshagen (- hain) und der Busch Steimelkopf (Steinmehlß-) im Kirchspiel Eitorf.Sollte Herrn v. Neuhof gen. Ley wegen der Zinsen und Renten in Hessen und in den anderen Orten unvermeidlicher Schaden entstehen oder wegen der 16 Rtl. Erbrente, die der Kommandant auf Dillenburg [Johann Wilhelm] v. Schnellenberg [auf Besitz] in und bei Dillenburg verschrieben hatte, so haben ihm die beiden anderen Erbparteien 50 Rtl. gutzumachen.Es unterschreiben: Johann Wilhelm v. Lüninck, Johann Gottfried Proff. Johann Karl Vertolf (Bertholt) v. Belven und dessen Ehefrau Anna Katharina v. Scheidt gen. Weschpfennig sowie Engel-bert v. Neuhof gen. Ley und dessen Ehefrau Anna Margarethe v. Scheidt gen. Weschpfennig; die vier Männer petschieren außerdem.
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U 600



1680 März 25



Beschreibung : Haus SchlenderhanWinand Hieronymus [Raitz] v. Frentz (- z), Herr zu Odenkirchen, Grombach ( Crum-), Kellenberg, Kleinenbroich (- brück) und Schlenderhan (- haen), Amtmann zu Bergheim ( Berchem), hatte als rechtmäßiger Kollator wegen des Hauses Schlenderhan Herrn Wil-helm Hunart übertragen eine wöchentliche Seelenmesse, eine Frühmesse und das Benefizium der Katharinenkapelle, die beim Gasthausgarten in Quadrath steht, und Herr Hunart hat die Dienste hier etliche Jahre persönlich versehen.Als er dann Pastor zu Grombach wurde, hat ihm der Kollator gestattet, die Seelenmesse bei seinem Aufenthalt persönlich zu halten und dafür 20 Rtl. vom Hause Schlenderhan zu empfangen, und wegen der Frühmesse hat sich Herr Hunart 20 Rtl. jährlich reserviert.Hinsichtlich der Katharinenkapelle war es zu Meinugsverschie-denheiten gekommen, die nun durch folgenden Vergleich ausge-räumt werden: Pastor Hunart bleibt Besitzer der Kapelle auf Lebenszeit und erhält deshalb von Herrn Konrad Eick, dem Pastor zu Quadrath, der die Dienste wahrnimmt, jährlich von 1678 an fünf Rtl. Nach Hunarts Tod steht den Besitzern des Hauses Schlenderhan wieder die freie Dipositin für alle drei Benefi-zien zu. Sollte Herr Hunart sein Pastorat zu Grombach aufgeben, wird Pastor Eyck ihm die Bedienung der Katharinenkapelle wieder überlassen.Es unterschreiben: Lambertine Freifrau [Raitz] v. Frentz geb. Freiin v. Werth namens ihres Ehemannes, Pastor Hunart und Pastor Eyck.
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U 601



1683 August 8



Beschreibung : KölnJohann Karl Münnich und seine Ehefrau Adelgund Raths quittieren, daß Freiherr [Raitz] v. Frentz zu Schlenderhan wegen des an ihn verkauften Busches insgesamt 163 kölnische Tl. an sie gezahlt hat, wovon ihnen 100 Rtl. durch Dr. Brewer und 13 Tl. kölnisch von ihm selbst entrichtet wurden.Beide Eheleute unterschreiben.Rückverm.: Quittungh Münnich wegen ahnerkauffter Büschen, beym Vogelhert gelegen.
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U 620



1689 Juni 3



Beschreibung : MagdeburgDomdechant, Senior und Kapitel des Hohen Stifts zu Magdeburg bescheinigen, daß die 415 Blatt, die zwecks Qualifikation des Konrad Johann v. Schell (Scheel) zu Rechen und Goldschmieding dem Domdechanten übersandt wurden, von diesem dem Kapitel vor-gelegt worden sind und daß sie sich vom Landessyndikus des Her-zogtums Magdeburg Adam Contrejo und von ihrem eigenen Syndikus Johann August Struve ausführlich Bericht erstatten ließen, sodann nach sorgfältigen Erwägungen befunden haben: Dem genannten v. Schell sind weitere Nachweise seiner Ritter-bürtigkeit nicht abzuverlangen; er ist vielmehr als qualifi-ziert anzusehen zur Teilnahme an Landtagen und zu ritterlichen Konventen gleich anderen Ritterbürtigen der Grafschaft Mark.Die zwischen ihm und dem Domkantor zu Paderborn Wilhelm Franz v. Vittinghoff gen. Schellwegen der Agnation entstandenen Streitigkeiten sind zuständigen Orts zu Prüfen, beiden Herren ist aufzuerlegen, sich aller bisher vorgebrachten kränkenden Behauptungen zu enthalten, und die aufgewandten Kosten sind gegeneinander zu kompensieren.Der Domdechant Levin Joachim Frh. von der Schulenburg unter-schreibt; das Siegel des Domkapital wird aufgedrückt.Darunter: 1703 Dezmeber 20Petrus Wever, königl. preußischer Richter zu Meinerzhagen, be-glaubigt, daß vorstehende Abschrift wörtlich übereinstimmt mit dem Original, das der Obrist [Friedrich Kaspar] Frh. v. Neuhof gen. Ley zu Badinghagen ihm vorgelegt hat.Der Aussteller unterschreibt und drückt sein Siegel auf; ferner unterzeichnet der Gerichtsschreiber Stephan Franz Wever.Anm.: Lt. Rückvermerk präsentiert am 19. Jan. 1691 auf der Märkischen Ritterstube beim Landtag zu Kleve.
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U 665



1697 August 21



Beschreibung : Düsseldorf Klamor Esken, Syndikus der bergischen Landstände, erklärt, daß [Friedrich Kaspar] Frh. v. Neuhof gen. Ley zu Badinghagen auf der derzeitigen landständischen Versammlung der Räte, Ritterschaft und Städte um Zeugnis über die - vorstehend aufgemalten - [Ahnen -] Wappen der v. Weschpfennig (- pfennig ) gebeten hat, und er bestätigt hiermit den Befund der Landstände, wonach besagte Wappen von Seiten [eines] v. Weschpfenig am 1. Febr. 1639 als adelig aufgeschworen wurden. Der Austeller unterschreibt und drückt sein Petschaft auf. Die farbig dargestellten Vollwappen zeigen von oben nach unten über dem jeweiligen - nachfolgend angegebenen - Namen. 1) Weschpfennig. - Im Schild ein goldener Balken, darüber auf Silber nebeneinander drei schwarze goldumrandete Scheiben, die untere Schildhälfte schwarz. - Helmzier: offener schwarzer Flug, belegt mit den goldenen Balken; zwischen den Flügeln schwebend die drei Scheiben (1:2). 2) Kaldenbach (Kalen -). - Der von einem Schildhaupt in Blau über Gold geteilte Schild belegt mit drei aufgerichten sil-bernen Löwen nebeneinander. - Helmzier: blau über gold geteilter geschlossener Flug. 3) Seelbach (Sel -). - Im Schild auf Gold drei schräglinks an-einandergereihte schwarze Rauten. - Helmzier: offener mit den Rauten belegter Flug. 4) Orsbeck (- bach ). - Im Schild auf Silber ein von vier grünen Seeblättern bewinkeltes rotes Andreaskreuz. - Helmzier: silberner Roßrumpf mit rotem Zaum. [Auf dem anderen - heraldisch linken - Seite folgen:] 5) Dernbach (Derren -). - Im Schild auf Gold drei deychselförmige zusammengestellte schwaze Seeblätter. - Helmzier: a) schwarzer Turnierhut mit grünem Futter, besteckt mit zwei Pfauenfedern (vorne), b) silberner Schwan zwischen zwei dreieckigen goldenen Wimpeln an schwarzen Stangen, die Wimpel mit den drei Seeblättern belegt. 6) Meisenburg (- buch ). - Im Schild auf Gold eine schwarze ge-krümmte Vogelklaue. - Helmzier: goldener offener Flug. 7) Beninghausen. - Im Schild auf - silber drei (2:1 gestellte) rote Schlegel. - Helmzier: rot - weiß gekleidete Puppe mit rotem Stirnband zwischen roten Streitkolben. 8) Jeinsen (Jensen ). - Im Schild auf Schwarz ein silberner Arm-brustschaft. - Helmzier: zwei silberne Armbrustschäfte. Darunter: 1703 Dezember 20 Peter Wever, Richter zu Meinerzhagen (Meinertz -) im Amt Alte-na, und der Gerichtsschreiber Stephan Franz Wever bestätigen, daß obenstehende Abschrift mit dem Original übereinstimmt, das der Oberst [Friedrich Kaspar] . Neuhof gen. Ley zu Badinghagen vorgelegt hat. - Richter und Schreiber unterzeichnen, und der Richter drückt sein Siegel auf. (Das Rundsiegel unter Papier-decke ist beschädigt und stark verdrückt; zu erkennen ist, daß sich im Siegelfeld ein Schild mit Hausmarke befindet.) Anm.: Zwischen den beiden Wappenreihen steht ein Notandum [von der Hand des Friedrich Kaspar v. Neuhof gen. Ley, um 1700], in dem es u.a. heißt, bei den Wappenquartieren sei Übereinstimmung festzustellen mit den von uns gebrüdern ley präsentierten Schemata, es seien nämlich des Großvaters Engelbert v. Scheid gen Weschpfennig und Katharina v. Dernbach, dieses Gotthards Mutter: Anna v. Kaldenbach und der Katharina Mutter: Anna v. Meisenbug; weiter folge dann - obschon wir dasselb nit mehr brauchen - als Gotthards Großmutter väterlicherseits eine v. Seelbach und als seine Großmutter mütterlicherseits eine v. Orsbeck, als Katharinas Großmutter väterlicherseits eine . Beringhausen und als ihre Großmutter mütterlicherseits eine v. Jeinsen .
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U 717



1699 Juni 6



Beschreibung : Haus Randerath in Kleinenbroich Urban Bahnen erklärt: Aufgrund eines am 21. Nov. 1657 mit [Winand Hieronymus] Freiherrn Raitz v. Frentz zu Odenkirchen abgeschlossenen Vertrages waren von diesem 5 1/4 Morgen Acker-land am Heiligen Pfad zwischen Huppelrath und Müntz, begrenzt von Grundstücken des Junkers v. Winkelhausen, des Peter von Bergh und der Erben Bormans, sowie 7 1/2 Viertel beim freiherr-lichen Hof [Huppelrath] in Nutzung genommen worden, und es war diesem und seinen Erben zugestanden worden, die besagten Grund-stücke für 46 Tl. je Morgen zu erwerben. Nun sind ihm namens seiner Ehefrau Helene Nakaten, die Erbin ihres den Vertrag von 1657 vereinbarenden Oheims [Heinrich] Nakaten ist, von den Erben Raitz v. Frentz zu Schlenderhan 240 Rtl. und sieben Blaffert gezahlt und damit auch einige rück-ständige Zinsen beglichen worden. Der Aussteller verzichtet für sich und seine Ehefrau hiermit auf beide genannte Ländereien und verspricht, die gerichtliche Anerbung zu veranlassen, wenn die Ankäufer dies wünschen. - Er unterschreibt.
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U 734



1699 September 18



Beschreibung : Mainz Franz Emmerich Wilhelm v. Bubenheim, Dechant, und das Kapitel des Domstifts zu Mainz bescheinigen, daß die adeligen Geschlechter v. Reuschenberg (Rau -) und v. Bernsau mit ihren - obenstehenden - aufgemalten Wappen für ihr Domstift mehrfach aufgeschworen und als stifts - und rittermäßig angenommen worden sind. Das Kapitalsiegel wird aufgedrückt. Anm.: Das Vollwappen derer v. Reuschenberg zeigt auf - Silber einen schwarzen Balken mit drei schwarzen schreitenden Vögeln darauf und als Helmzier einen springenden silbernen Hund mit schwarzem Halsband. - Das Wappen der v. Bernsau hat einen Blau über Gold geteilten Schild und als Helmzier einen wachsenden Hund mit blauem Kopf und goldenem Hals.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 736



1699 Oktober 2



Beschreibung : Bonn J[ohann] W[ilhelm] A[nton] Herr zu Eltz, oberster Chorbischof zu Trier, bescheinigt, daß die Geschlechter Cortenbach, Blanckhart, Flodorp und [Berg gen.] Dürfenthal beim Domstift Trier aufgeschworen wurden und also bei allen Stiften aufgenommen werden sollten. Der Aussteller unterschreibt und petschiert. Anm.: Die farbigen Vollwappen der vier genannten Geschlechter stehen auf einem beiliegenden Blatt, wie folgt: 1) Cortenbach: im Schild auf Gold drei rote Schrägrechtsbalken und als Helmzier eine Mannespuppe in den Farben des Schildes und mit rotem Hut; 2) Blanckart: im Schild auf Blau ein schrägliegender silberner Hammer und als Helmzier ein mit dem Hammer belegter Hundekopf; 3) Flodrop: im 1. u. 4. Feld des quadrierten Schildes auf Silber drei blaue Balken, im 2. u. 3. Feld auf Silber eine rote heraldische Lilie, als Helmzier eine Mannespuppe mit dunklem Gesicht unter einem schwarzen Hut mit rotem Band, das Kleid rot umrandet und innen mit drei blauen Schrägstreifen auf Silber; 4) Berg [gen.] Dürfenthal (Durffendall ): im Schild auf Silber ein schwarzer Balken mit einem schwarzen schreitenden Vogel darauf und als Helmzier ein silbernes Jagdhorn mit schwarzem Band.
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U 738



1699 Oktober 21



Beschreibung : Lüttich Dekan und Kapitel der Kathedralkirche zu Lüttich bestätigen, daß für ein Kanonikat an ihrer Kirche aufgeschworen und zugelassen worden sind Konstantin Werner Frh. v. Gymnich am 2. Mai 1673 mit dem Wappen Blanckart, Johannes Samson v. Eynatten am 5. März 1645 mit dem Wappen Flodrop (- drop ) und Franz Wilhelm v. Bocholtz am 1. April 1651 mit dem Wappen Cortenbach so, wie genannten Wappen vorstehend aufgemalt sind. Die [unbenannten] Aussteller lassen unterschreiben durch ihren Sekretär G. Schepert und ihr Siegel aufdrücken. Anm.: Die farbigen Vollwappen zeigen sich so, wie sie in der Anm. zur Urk. vom 2. Okt. gleichen Jahres beschrieben sind.
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U 742



1704 April 19



Beschreibung : Der Syndikus der Münsterischen Ritterschaft Bernhard I[gnatz] Körding ( Koerdinck ) bescheinigt, daß das - vorstehend aufgemalte - Wappen des Dietrich Eberhard Lüninck zu Landegge, Sohn des Hauses Cappeln (Cappellen ), in ihrem Ritterbuch zu finden ist und daß mit eben diesem Wappen sowohl der Genannte wie dessen Bruder Bernhard Kaspar Heinrich Lüninck zu Huckelriede zum Landtag aufgeschworen worden sind. Der Syndikus unterschreibt. Darunter: 1704 Oktober 6 - Meinerzhagen Der Richter zu Meinerzhagen Petrus Wever bezeugt, daß vorstehende Abschrift mit dem Original wörtlich übereinstimmt; er unterschreibt und drückt sein Siegel auf; mit ihm unterzeichnet der Gerichtsschreiber Stephan Franz Wever. Anm.: Das abgebildete Wappen zeigt im Schild auf silbernem Grund einen Sperling in natürlicher Farbe und als Helmzier den Sperling zwischen einem schwarzen (vorne) und einem silbernen Flügel.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 796



1706 März 13



Beschreibung : Münster Das Domkapital zu Münster bescheinigt, daß anno 1641 und anno 1662 bei Aufschwörungen der v. Aschenberg zu Byink (Bynck ) das - vorstehende aufgemalte - Wappen der v. In - und Knyphausen (von Kniphusen ) nach eidlichem Zeugnis Ritterbürtiger als von gutem stiftsmäßigem Adel bei ihnen angenommen worden ist. Das Kapitelssiegel wird aufgedrückt; es unterschreibt der Sekretär Jobst Moritz Bisping. Anm.: Das aufgemalte Vollwappen zeigt im Schild auf Gold einen schwarzen Löwen und als Helmzier den Löwen wachsend zwischen einem goldenen und einem schwarzen Flügel.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29



1736 Mai 2



Beschreibung : Hörde Der Lizentiat Bernhard Dietrich Harcoth, Syndikus der Märkischen Ritterschaft, bescheinigt im Auftrag des Landesdirektors der Märkischen Ritterschaft, des Freiherrn v. Syberg, daß die von Ferdinand Heinrich v. Cortenbach eingereichten adeligen Quartiere mit ihren gemalten Vollwappen sowohl von väterlicher wie von mütterlicher Seite bei der Märkischen Ritterschaft nach dreimaliger Prüfung auf allgemeinen klevemärkischen Landtagen durch zwei ritterbürtige Mitglieder am 10. Dez. 1717 augeschworen wurden. Der Syndikus unterschreibt. Anm. Die Abschrift findet sich auf dem gleichen Blatt wie die von 1737 Mai 8 - s.da.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29 s.o.
U 955



1736 September 5



Beschreibung : Münster Domdechant, Senior und Kapitel der Kathedralkirche zu Münster bescheinigen dem Ferdinand Heinrich v. Cortenbach, daß bei ihrer Domkirche verschiedene Kapitulare angenommen worden sind aufgrund von Bescheinigungen der Kleve-Märkischen Ritterschaft über bei dieser erfolgten Aufschwörung. Die [unbenannten] Aussteller lassen das Kapitalssiegel aufdrücken und diese Bescheinigung unterschreiben durch ihren Sekre-tär Franz Hermann Kerckerinck (Kerckenich ). Anm.: Die Abschrift findet sich auf dem gleichen Blatt wie die von 1737 Mai 8 - s. da.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 961



1737 Mai 8



Beschreibung : Bonn Nachdem Freiherr [Ferdinand Heinrich] v. Cortenbach zwei - nachfolgend im Abschrift beigefügte - Bescheinigungen beigebracht hat, wird er aufgeschworen, und zwar von väterlicher Seite durch Freiherrn v. Steinen und an mütterlicher Seite durch Freiherrn v. Spies, und in die kurkölnische Ritterschaft aufgenommen. Anm.: 1) Laut Rückaufschrift erfolgten Aufschwörung und Auf-nahme wegen des Hauses Langendonk. 2) Bei den erwähnten Bescheinigungen handelt es sich um a) eine der märkischen Ritterschaft vom 2. Mai 1736 und b) eine des Domkapitels zu Münster vom 5. Sept. 1736 (S. unter diesen Daten).
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 971



1737 Mai 15



Beschreibung : Lüttich Auf einer Versammlung des Lütticher Domkapitels fällt die Wahl eines neuen Kantors auf Josef Adolf Christoph Frh. v. Cortenbach. Er wird vor den dazu bestellten klösterlichen Zeugen Arnold Delhaye und Heinrich Nikolaus Cl(ot ) [?] vereidigt, dann zum Chor geführt durch den Kanonikus, Scholaster und Archidiakon des Condroz Mattias Clerx und im Beisein vorbenannter sowie des bestätigenden Sekretärs in den tatsächlichen Besitz feierlich eingesetzt. Den Auszug aus den Kapitalbeschlüssen beglaubigt [gleichzeitig] der Sekretär des Domkapitels J.B. Proisme, indem er unter-schreibt und das Siegel des Domkapitels aufdrückt.
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U 972



1738 November 7



Beschreibung : Schlenderhan M[aria] Lambertina v. Torck (Turck ) geb. d'Hame (Dhame ) und Johann Wilhelm v. Wilderer bekunden, sich mit den [unbenannten] Eheleuten [Raitz] v. Frentz zu Schlenderhan namens ihrer [unbenannten] Tochter bzw. Schwester über alle beiderseitigen Abrechnungen, insbesondere wegen des Kapitals von 800 Rtl. nebst den Zinsen, verglichen zu haben. Sie erklären sich einverstanden mit einer Abfindungssumme von 600 Rtl. zu je 80 Albus kölnisch und versprechen, die betreffende Obligation den Eheleuten [Raitz] v. Frentz auszuhändigen und ihre Tochter bzw. Schwester vor der Auszahlung zur Zustimmung und Ratifizierung zu veranlassen. Beide Aussteller unterschreiben.
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U 988



1740 Juni 24



Beschreibung : Rom Frater Thomas Ripoll, Professor der Theologie und Magister Generalis des Predigerordens, macht der Verdienste der Heiligen und seines Ordens teilhaftig Franz W[inand] Frh. Raitz v. Frentz (Frens), dessen Ehefrau Anna Charlotte Freifrau v. Byland und beider Kinder Franz Arnold, Anna M[aria] Theresia, Franz Winand und Franz Karl Lud[wig]. Es unterschreiben der Aussteller, der auch sein Siegel aufdrückt, Frater Emmerich Langenwalter, Magister, und es bescheinigt durch Unterschrift die Aushändigung an Freiherrn v. Frentz Frater Ludwig Fliegen, Inquisitionsmeister des Predigerordens.
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U 996



1746 Dezember 14



Beschreibung : Köln Der Generalvikar J[ohann] A[ndreas] v. Francken-Sierstorpff gestattet namens des Kölner Erzbischofs Clemens August, daß in der Hauskapelle des Adelssitzes Gaul in der Pfarre Wipperfürth durch einen ordinierten Priester am dortigen Tragaltar die Messe gelesen wird für Maria Anna, Witwe v. Nagel, ihre Familienangehörigen und ihre Gäste, auch für den einen und anderen ihrer Bediensteten bei Unabkömmlichkeit, sofern schlechtes Wetter oder andere Hemmnisse es nicht ermöglichen, die Pfarrkirche aufzusuchen. Die Erlaubnis gilt nicht für die Hauptfeste des Kirchenjahres: Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Ostern, Pfingsten, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen und das Patronatsfest. Die Rechte und Aufgaben des Pfarrers, der sich zuvor durch Augenschein zu überzeugen hat, daß eine profane Nutzung der Hauskapelle auszuschließen ist, bleiben unangetastet. Diese Bewilligung gilt für fünf Jahre. Der Aussteller unterschreibt und drückt sein Siegel auf; ferner unterschreibt der Protonotar in spiritualibus J. Dux.
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U 1046



1748 April 21



Beschreibung : Kronmetz Franz Paris Graf Spaur, Pfarr-Rektor zu Kronmetz (Medii Coronae ), traut Josef Cajetan Grafen v. Bissing und Nippenburg, Herrn in Schramberg und Grundheim, ehelichen Sohn des Leopold Anton Grafen Bissing, mit Maria Amalie, Tochter des kaiserlichen Geheimen Rates und Kämmerers Franz Romanus Grafen v. Spaur, Pflaum und Vallier (Valler ), Herrn zu Fay und Zambano, und seiner Ehefrau Antonia Gräfin v. Königseck. Anwesende Zeugen sind Johann Baptist Graf v. Khuen zu Belasi und Philipp Jakob Christian v. Rallo. Für die Richtigkeit unterschreibt und petschiert der genannte Traupriester zu Kronmetz am 19. April 1749. Darunter: 1749 April 20 - Kronmetz Leopold Ernst, Bischof von Seckau, zur Nachfolge berechtigter Koadjutor zu Trient, bezeugt anläßlich einer Visitation zu Kronmez, daß der bescheinigende Franz Paris Graf v. Spaur Pfarrer zu Kronmetz in der Diözese Trient ist und persönlich unterschrieben hat. Der Aussteller läßt sein Siegel aufdrücken; in seinem Auftrag unterschreibt sein Kanzler Joseph Anton Bertinelli. Die nachfolgenden Beglaubigungen der vorstehenden beiden (lateinischen) Texte vom 20. Okt. 1845, 17. Jan. 1854, 3. April 1854 und 5. Febr. 1860 haben den gleichen Wortlaut wie bei der Taufbescheinigung vom 6. Jan. 1749.
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U 1052



1748 Juni 20



Beschreibung : Köln Das Jesuitenkolleg in Köln als Rechtsnachfolger der Witwe Gerhard Coenens und Nagels hatte 1694 die Erben der verstorbenen Eheleute Winand Raitz v. Frentz zu Schlenderhan und Maria v. Ilem (Illem ) auf Zahlung eines jährlich mit 35 Tl. zu verzinsenden Kapitals von 700 Tl. vor dem Geistlichen Hofgericht zu Köln verklagt. Dabei lag eine vertragliche Vereinbarung zugrunde, nach der dem Kolleg die Hälfte des Kapitals zustehen sollte, die anderer Hälfte aber der Pfarrkirche Klein St. Martin und der Zins für die Jahre 1680 bis 1686 dem Kolleg allein, ab 1687 dem Kolleg wie der Pfarre je zur Hälfte. Die Raitz v. Frentzschen Erben waren seinerzeit zwar erschienen, hatten aber u.a. geltend gemacht: Vom Obristen Arnold Raitz v. Frentz und seiner Ehefrau Petronella v. Schönau seien 1593 bei Hieronymus Wolff v. Metternich 260 Goldgld. zu 5% Zins aufgenommen worden und dafür sei zu Unterpfand gestellt worden der Giesendorfer Hof im Amt Brühl ( Broel ). Die Schuld - und Pfandverschreibung sei noch im gleichen Jahr durch den Schultheißen und die Schöffen des Gerichts Brühl bestätigt und die Ausfertigung dem Gläubiger zugestelt worden. Der genannte Winand Raitz v. Frentz und dessen Nachkommen seien aber gar nicht Erben der Eheleute Arnold Raitz v. Frentz und Petronella v. Schönau gewesen und hätten sich lediglich lange nach Arnold Tod irrigerweise veranlaßt gesehen, die Zinsen für die 260 Goldgld. Jahre hindurch an das Jesuitenkolleg zu zahlen. Dieser Fehler führe zur Berechtigung, besagte Gelder zu-rückzufordern. Dagegen habe das Jesuitenkolleg dargelegt, daß die Rückforderung eine andere Obligation als die eingeklagte Schuldforderung betreffe. Nachdem die Provisoren von Klein St. Martin und auch das Kolleg die Annotationsbücher bei Gericht vorgelegt hatten, sei dann ein Urteil dahin ergangen, daß Kirche wie Kolleg in das für die 700 Tl. verschriebene Unterpfand zu immittieren seien. Von Seiten der Raitz v. Frentz habe man daraufhin an den kurkölnischen Hofrat zu Bonn appeliert und u.a. angeführt, es ergebe sich aus den Registern und Quittungen, daß dem Jesuitenkolleg nicht nur die Forderung aus damaliger Zeit von 700 Tl. samt allen Zinsen bezahlt worden sei, daß er vielmehr 1754 Tl. zu viel erhalten und diese Summe zurückzuzahlen habe. Bei den Auseinandersetzungen habe die Raitz v. Frentzsche Seite darauf bestanden, das Jesuitenkolleg solle zuvörderst nachweisen, daß es eine Forderung aus damaliger Zeit überhaupt vorbringen könne. Diese Qualifikation sei einfach dadurch erfolgt, daß ein Testament einer geborenen Bingels, Witwe eines Hans Ellers, vom 2. Jan. 1601 vorgelegt wurde, durch das die Genanne den Jesuitenpatres in Köln 300 rentbar anzulegende Tl. und den Armen unter Klein St. Martin 2000 Rtl. vermacht hatte. Nachdem die Raitz v. Frentzschen Erben die Bücher und Rechnung weisungsgemäß geprüft hatten, sei man erneut zu dem Schluß gekommen, daß die Zahlungen weit mehr ausmachten als das eingeklagte Kapital. Diese Feststellung betraf aber das sowohl vom Kolleg wie von den Provisoren an Klein St. Martin besessene gemeinschaftliche Kapital, während die andere Forderung, nämlich die auf 260 Goldgld., als nicht zur Sache gehörig unerörtert blieb. Es kam dann jedoch, für beide Parteien unerwartet, zu einem Bescheid des Hofrates zu Bonn, daß, bevor in der Sache geurteilt werde, nicht nur über das strittige, sondern auch über das unstrittige Kapital Rechnung gelegt werden müsse. Da sich die Raitz v. Frentzschen Erben dadurch noch stärker als zuvor beeinträchtigt sahen, appelierten sie 1721 an das Reichskammergericht. Dort wurde prozessiert, bis kurz vor dem zu erwartenden Urteil der Kölner Erzbischof 1745 unvermutet untervenierte und dem damaligen Herrn auf Schlenderhan Franz Winand Hieronymus Frh. Raitz v. Frentz Anweisung gab, die Appellation zurückzuziehen, weil er sich den erzstiftischen Privilegien und kurfürstlichen Gerechtsamen zuwider in einer Besitzangelegenheit an das Reichskammergericht gewandt habe. Aufgrund dieses Befehls sah sich Freiherr Raitz v. Frentz genötigt, die Appellation zurückzuziehen unter dem Vorbehalt, daß ihm ermöglicht werde, seine Nichtigkeitsklage, wie er sie am Reichskammerericht vorgebracht habe, auch vor dem Kurkölnischen Hofrat darlegen zu können und daß ihm der Appelationsweg an das Reichskammergericht erforderlichenfalls offen bleibe. Freiherr Raitz v. Frentz hat nun die besagte Nichtigkeitsklage beim Kurkölnischen Hofrat zu Bonn eingehend dargelegt, doch ist am 5. Okt. 1745 dort bereits der Spruch ergangen, daß es beim Revisionsurteil vom 26. Mätz 1721 zu belassen und die Liquidation somit vorzunehmen sei. Während der Liquidationsgeschäfte kam es über verschiedene Posten zu neuerlichen Meinugnsverschiedenheiten, so wegen einiger später aufgefundener Urkunden, insbesondere über drei Quittungen, die ein Kölner Jesuitenpater Brandes 1637 ausgestellt hatte und die von Seiten der Raitz v. Frentz jetzt vorgebracht wurden. Die ohnedies alte Angelegenheit, die mehr als 50 Jahre lang verschiedene Gerichte beschäftigt hatte, wurde da-durch noch verwickelter. Da nun aber das Jesuitenkolleg zu Köln weder das Original noch eine beglaubigte Kopie der Obligation hat vorweisen können noch auch ein glaubhaftes Instrument darüber, wie die Schuld von 260 Goldgld. vom verstorbenen Hieronymus Wolff v. Metternich an das Kolleg als Berechtigung und als Belastung an die Erben des Winand Frh. Raitz v. Frentz hätte kommen können, sondern sich nur auf die von Frentzscher Seite vorgelegten Quittungen berufen konnte und auf die in Annotationsbüchern vermerkten Zinszahlungen, haben der kurkölnische Geheime Rat und Lehskammerdirektor Lapp und andere rechtskundige Männer auf Gutbefinden beider Parteien eine gütliche Beilegung der kostspieligen und unübersichtlichen Prozeßhändel ausgehandelt und das Folgende verab-redet: 1. Die bisherigen Streitigkeiten, Prozesse und Weiterungen sowohl wegen der 700 Tl. wie wegen der 260 Goldgld. samt deren Zinsen sollen beendet sein und bleiben. 2. Das Jesuitenkolleg soll und will das freiherrliche Haus Schlenderhan von eventuellen Ansprüchen Dritter wegen beider Kapitalien auf Dauer freistellen und gegebenenfalls alle dieserhalb entstehenden Kosten übernehmen, insbesondere falls die Originalobligation des Obristen Arnold Raitz v. Frentz und seiner Ehefrau Petronella v. Schönau zum Vorschein kommen soll-te und etwa von Metternichscher Seiten oder Dritten dann Forderungen an die Raitz v. Frentz gestellt würden. 3. Das Jesuitenkolleg verpflichtet sich des weiteren für den Fall, daß noch Urkunden, Nachrichten oder Briefschaften, die mit der jetzt zum Vergleich kommenden Sache in Zusammenhang stehen, aufgefunden würden, diese alle und jedes Mal den Raitz v. Frentz auszuliefern oder in Abschrift mitzuteilen. 4. Dahingegen verpflichtet sich, Franz Winand Hieronymus Frh. Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, dem Jesuitenkolleg zur Abtilgung aller Forderungen wegen beider Kapitalien samt der Zinsen sogleich nach Unterschrift und Besiegelung dieses Vergleichs durch seinen bevollmächtigten Sekretär gegen Quittung 1300 Rtl. zu je 80 Albus auszahlen zu lassen. 5. Dem Hofrat und der nachgeordneten Kommisssion soll eine von beiden Konthrahenten unterschriebene und besiegelte Ausfertigung des Vergleichs in die Hofratsregistratur nach Bonn zugestellt werden, wobei die Kosten von beiden Parteien hälftig zu tragen sind. Mit dieser Vereinbarung sollen alle Streitpunkte ausgeräumt und alle Ansprüche und Gegenforderungen aus Dauer abgetan sein. Die drei gleichlautenden Ausfertigungen, von denen die dritte, wie gesagt, nach Bonn gehen soll, werden unterschrieben vom Rektor des Kölner Jesuitenkollegs Johannes Scheibler, der auch petschiert, von den beiden dortigen Prokuratoren Johannes Wirtz und Ferdinand Schallenbach, einerseits, und von Ludwig Anton Hipper, dem bevollmächtigten Sekretär des Freiherrn Raitz v. Frentz, andererseits. Darunter: Der genannte Rektor des Jesuitenkollegs quittiert durch seine Unterschrift, am Tage des Vertragsabschlusses 1300 Rtl. erhalten zu haben. Die Richtigkeit der Niederschrift und der Auszahlung beglaubigt im Beisein der Zeugen B.H. Hermans und J.C. Jansen der apostolisch wie kaiserlich autorisierte und bei der kurkölnischen Kanzlei approbierte öffentliche Notar Balduin Philipp Jansen, der sein Siegel auf das Ende der heftenden Schnur drückt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1053



1750 Februar 4



Beschreibung : Lüttich Dekan und Kapital der Kathedralkirche zu Lüttich [keine Namen] bezeugen, daß mit dem - vorstehend aufgemalten - Wappen v. Bentinck am 10. Dez. 1710 aufgeschworen und zum Kanonikat zugelassen wurde. Sie lassen durch ihren Sekretär H.J. Josselet unterschreiben und ihr Siegel aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1062



1757 April 27



Beschreibung : Schlenderhan Franz Winand Hieronymus Frh. Raitz v. Frentz, Herr zu Schlenderhan, Kellenberg, Kleinenbroich, Grombach ( Grum -) und Stammeln, Amtmann von Stadt und Amt Bergheim (Bercheim ), und seine Ehefrau [Anna Charlotte] geb. v. Bylandt verpachten auf neun Jahre ihren größeren und ihren kleineren v. Werthschen (de Wirtischen ) Hof zu Mensfelden (Mäntzfeldt ) mit allem Zubehör an Georg Philipp Zollmann, Georg Wilhelm Lieber und den Schneider Johann Anton Lontz. Die jährliche Pacht, die je zur Hälfte um Pfingsten und im Herbst in Hattenheim zu entrichten ist, beträgt 400 Gld. und der trockene Weinkauf 100 Gld. Die drei genannten Pächter unterschreiben, mit ihnen Johann Balthasar Schwenck.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1123



1759 September 10



Beschreibung : Rheinberg Der Probst Ludwig Josef Frh. v. Wrede als Beauftragter des Domherrn [Karl Kaspar Frh.] v. Bylandt - lt. dessen zu Köln am 29. April d.Js. ausgestellter Vollmacht - vergleicht sich mit der Witwe des Obristen v. Roelen geb. v. Driesch nach einigen Mißverständnissen hinsichtlich der an die Witwe verkauften sogenannten Linzenicher Länderei, wie folgt: Die Witwe verzichtet auf ihr Besitzrecht, wie sie es sich in dem auf Schloß Rheydt am 31. Mai 1756 vereinbarten Vertrag ausbedungen hatte, und sie quittiert dem v. Bylandtschen Bevollmächtigten den Erhalt der - in einem besonderen Status nachgewiesenen - Restforderung von 26669 Rtl., der übrigen 454 Rtl. und der für 1759 fälligen Pacht. Da die Pacht erst zu Ostern folgenden Jahre zahlbar gewesen wäre, verzichtet sie auf eine Vergütung dafür, daß sie von besagter Länderei bereits 24 ¿ Morgen und 25 ¿ Ruten hat besäen lassen. Das Land geht sogleich an den Herrn v. Bylandt über, für den sie zugleich die in einem besonderen Inventar spezifizierten Urkunden und Briefschaften an den Bevollmächtigten übergibt. Die beiden Ausfertigungen werden unterschrieben und petschiert von Freiherrn v. Wrede und von der Witwe. Anm.: Vollmacht, Status und Inventar liegen nicht bei.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1151



1760 August 18



Beschreibung : Rheydt Der Domherr Karl Kaspar Frh. v. Bylandt, Herr zu Rheydt (Rheidt) und Schwarzenberg (Schwartzenburg) bekundet, dem Schöffen [Wilhelm] Printzen im Kamperbruch bei Rheinberg aufgrund eines Gerichtsentscheids vom 22. Febr. 1752 wegen zweier Obligation über vorgeschossene Gelder 1000 Rtl. erstatten zu müssen. Nachdem die Witwe des Obristen v. Roelen sich erboten hat, ihm diesen Betrag vorzuschießen, bevollmächtigt er hiermit seinen Vogt Johann Matthias Sels zur Abstattung bzw. Aufnahme der Gelder und zur Überschreibung der eingelösten alten Obliga-tion. Dabei sagt er seinem Vogt Schadloshaltung zu. Der Aussteller unterschreibt und drückt sein Petschaft auf. Anm.: Auf dem gleichen Doppelblatt auch die Abschrift einer Urk. von 1760 Aug. 20 - s.da.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1161



1760 August 20



Beschreibung : Rheinberg Karl Ferdinand Anton Erlenwein, Schultheiß, Christian Feldhausen, Johann Franz Goebels und Wilhelm Spliethof, Schöffen des Hauptgerichts zu Rheinberg, bekunden: Von Gerichts wegen wurde festgestellt, daß auf den vor der Geldrischen Pforte gelegenen sogenannten Amtmanns - Linzenicher, nunmehr v. Bylandtschen Landereien seit langem zwei Hypotheken ruhten, nämlich eine über 400 Rtl. von 1642, die am 5. Mai 1670 durch Arnold Rolman (Roland ) v. Bylandt und einen Herrn v. Hammerstein anerkannt wurde, und eine sehr alte von 600 Rtl., wovon die entsprechende Obligation zwar verloren ging, aber als rechtmäßige Schuld anerkannt wurde, und zwar bestehend aus 400 Rtl. zugunsten der Konventualin Kaminsky (Camynsky ) im Kloster St. Barbaragarten zu Rheinberg und 200 Rtl.,die genanntes Kloster 1731 aus eigenen Mitteln erlegt hatte. Infolge Vollmacht der Freifrau v. Bylandt vom 31. Aug. und 4. Sept. 1751 sowie 3. Febr. 1752 wurden diese Gelder ausweislich der Quittungen durch den Schöffen Wilhelm Printzen erlegt, und dieserhalb wurde am 22. Febr. 1752 eine gerichtliche Urkunde ausgefertigt. Da Wilhelm Printzen Rückzahlung forderte, der Domherr Karl Kaspar Frh. v. Bylandt aber über entsprechende Mittel nicht verfügt, hatte er am 18. August des laufenden Jahres von der Witwe des Obristen v. Roelen 1000 Rtl. aufgenommen und den Vogt Johann Matthias Sels bevollmächtigt, den Betrag an Printzen auszuzahlen, was laut anliegender [fehlender] Quittung auch geschah. Für die aufgenommenen 1000 Rtl. sollen nun jährlich 4% aus den Einkünften der Linzenicher Ländereien an die Witwe v. Roelen entrichtet werden, die sich bei termingerechter Zahlung mit 3 ¿ % zufrieden geben will. Zur Sicherheit werden ihr die auf Wilhelm Printzen ausgestellten Obligationen und dessen hypothekarische Rechte an den Linzenicher Ländereien gerichtlich über-schrieben. Darunter: Registervermerk, Mörs, den 1. Dez. 1799 (le deux Brumaire an huit ). Anm.: Auf dem gleichen Doppelblatt auch die Abschrift einer Urk. von 1760 Aug. 18 - s. da.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1162



1765 Februar 10



Beschreibung : Köln M[aria] A[delheid] Lülls, Meisterin des Klosters St. Maximin, bekennt, daß der Freiherr [Raitz] v. Frentz zu Schlenderhan die von 1000 Rtl. am 24. Aug. d. Js. fälligen Zinsen von 35 Rtl. gezahlt hat. Die Ausstellerin unterschreibt, und das Klostersiegel wird auf-gedrückt. Anm.: 24 weitere Quittungen in Kasten 75, Akte 9
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1188



1765 August 3



Beschreibung : Schlenderhan Franz Winand Hieronymus Frh. Raitz v. Frentz zu Schlenderhan verfügt letztwillig: Es ist sein Wunsch, daß sein jüngerer Sohn Franz Winand den Weg seines geistlichen Berufes fortsetzt und im Einvernehmen mit dem ältesten Sohn bzw. Bruder Franz Arnold eine jährliche Zahlung als Erbteil annimmt. Drei Oheime haben in Anbetracht der Tatsache, daß der Familie ansehnliche Herrschaften durch Prozesse verloren gingen, bereits den geistlichen Stand erwählt und sich mit einem Deputat begnügt, damit die Erbgüter beisammen bleiben. Da er aber Anlaß zu der Befürchtung hat, der jüngere Sohn werde mit seinem Bruder nicht harmonieren und ein Erbteil fordern, soll durch folgende Bestimmungen Vorsorge ge-troffen werden. Franz Arnold erhält als Stammhalter schon der Landesordnung gemäß das von den Voreltern vereinigte Haus Schlenderhan und Hall, vormals Haus Schlenderhall genannt. Zudem ist bereits im Ehevertrag mit seiner, des Ausstellers, verstorbener Ehefrau Anna Charlotte geb. Freiin v. Bylandt zu Rheydt festgelegt wor-den, daß der älteste Sohn die Häuser und Rittersitze Schlenderhan und Kleinbroich mit allem Zubehör zu Quadrath bzw. zu Büttgen im voraus haben und erst dann das Übrige mit den Geschwistern teilen soll. Bestätigt wird, daß Franz Arnold auch all das erhalten soll, was sich auf Haus Schlenderhan vorfindet an Pretiosen, Mobi-lien, Vieh, Ernteerträgen usw. Zudem verbleibt es bei der Vereinbarung des Heiratsvertrages zwischen Franz Arnold und dessen Ehefrau Isabella Charlotte geb. Freiin v. Warsberg, wodurch diesen der Rittersitz Kellenberg samt allem Zubehör zu Eigentum abgetreten wurde. Kellenberg soll niemals zu einer Kollation herangezogen werden, zumal der jüngere Sohn Franz Winand Einnahmen hat aus der Pfründe am Marienstift zu Aachen, dem Kanonikerhaus ebenda und dem Personat zu Büttgen. Kellenberg war der Base Fräulein v. Hundtheim zu Unterpfand gestellt für die ausstehenden 10.000 Rtl. Heiratsgeld ihrer verstorbenen Mutter [Maria Franziska Raitz v. Frentz], einer Schwester des Testators, ist aber durch einen Vergleich mit dem Schwager [Ferdinand Philipp] Frh. v. Hundtheim von der Hypothek befreit worden, die auf die ererbte Hälfte des Hauses Stammeln und den Huppelrather ( Hubbel -) Hof gelegt wurde. Diese beiden Güter müssen bis zur Ablöse besagter Belastung ungeteilt bleiben, doch sollen beide Söhne, sofern sie unter sich nichts anderes vereinbaren, die jährlichen Erträge nach Abzug der 400 Rtl. Jahreszins hälftig teilen. Die Güter zu Hattenheim und Mensfelden, die der Mittelrheinischen Ritterschaft einverleibt sind, sollen ungeteilt bleiben, weil der älteste Sohn auf diese aufgeschworen ist. Was jährlich hier an Wein und ansonsten einkommt, sollen die Söhne teilen; was sich im Hattenheimer Keller befindet, erbt der älteste allein. Es ist den Söhnen unbenommen, die übrigen Güter im Kölnischen, Jülischen und Geldrischen unter sich zu teilen, doch darf keines veräußert oder belastet werden, und eine Teilung darf erst erfolgen, wenn sie mit Hilfe der Erträge schuldenfrei gemacht worden sind. Dem ältesten Sohn und seiner Familie sollen ferner vermacht sein die Forderungen auf 8000 Rtl. und 6000 Rtl., derentwegen an der jülischen Hofkammer bzw. gegen das Erzstift Trier prozessiert wird. Sobald Kapitalien aus diesen Forderungen flüssig werden, sind sie zum Ankauf freiadeliger Güter zu verwenden, die stets dem Stammhalter und Besitzer des Hauses Schlenderhan gehören sollen. Sollte der älteste Sohn vor dem Erbfall sterben, tritt mit allen Rechten an seine Stelle der älteste Enkel Franz Karl, und sofern auch dieser den Erbfall nicht erlebt, der zweite Enkel Emmerich Josef bzw. jeweils der älteste männliche Enkel. Der Aussteller, der nochmals die Erwartung äußert, der jüngere Sohn werde sich vorstehenden Dispositionen fügen zur Wohlfahrt des Hauses Schlenderhan, unterschreibt und drückt sein Pet-schaft auf. Auf seine Bitte hin unterschreiben sodann als Zeugen der Rent-meister zu Frenz J Wolff, Johannes Heinrich Boyman, J[ohann] W[ilhelm] Schweren und der Gerichtsschreiber des Amtes Bergheim (Bercheim) Johann Leopold Maes.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1195



1768 Oktober 22



Beschreibung : Badinhagen Konrad Kaspar v. Nagel von Herl zur Gaul, Sohn der verstorbenen Eheleute Matthias Werner v. Nagel zu Herl und Maria Anna Josepha v. Neuhof genannt Ley zu Badinghagen, und seine Ehefrau Maria Adriana Freiin v. Cortenbach aus dem Hause Rheindorf, einzige Tochter des verstorbenen Eheleute Ferdinand v. Cortenbach von Wissem, Herrn zu Rheindorf, und Maria Anna Elisabeth v. Quad zu Alsbach, hatten vertraglich (in pactis postnuptialibus ) zu Köln am 22.Juli 1760 festgelegt, daß nach ihrem Tode alle ihre Kinder weltlichen Standes die gleiche Erbquote erhalten sollten, nachdem für den ältesten Sohn im voraus ein Zehntel abgeteilt wurde. Nun ist aber der elterliche Imobiliar-Nachlaß mit großen Schulden und kostspieligen Prozessen belastet, so daß es dem ältesten Sohn Franz Adolf Josef v. Nagel schwer sein wird, aus seinem Viertel für ein standesgemäßes Fortbestehen der Familie zu sorgen, und auch der zweite Sohn Franz Moritz Anton Wolfgang v. Nagel wird Mühe haben, aus seiner Erbquote die teuren Pro-zesse anteilig mitzubestreiten. Aus diesem Grunde wird unter Hinzuziehung der seitens des Landesherrn bestellten Vormünder Kommerzienrat Cramer und Stadtrichter Mülheim wie auch des Assistenten Herrn v. Stockheim ein Vergleichs- und Erbteilungsvertrag folgenden Inhalts vereinbart: Mit Zustimmung der Vormünder und des genannten Assistenten überträgt Franz Moritz Anton Wolfgang seinem ältesten Bruder erblich seine Erbquote der Rittersitze Badinghagen, Gaul und Paß, das zum Rittersitz Badinghagen gehörige Recht an Kirchen-sitzen und Begräbnis sowie den blutigen Zehnt an Schweinen, Schafen, Ziegen und Rauchhühnern, die Jagd und Fischerei, ferner alle der Familie v. Nagel zustehenden Forderungen, Pfandschfaten und Kapitalien, seinen Anteil an der v. Cortenbachschen Erbschaft zu Wissem, Schleveringkoven und an den Roermondschen Gütern, die v. Drovesche Heiratsgeld-Forderung und die Forderung von 933 Rtl. und 20 Stüber an Karl v. Hompesch aufgrund der Obligation vom 24. Febr. 1764. Dafür erhält er von seinen ältesten Bruder eine Abfindug von 1387 Kronentl. Dieses Kapital soll bis zu einer standesgemäßen Heirat unausgezahlt bleiben, jedoch mit jährlcih 4 % verzinst werden. Sofern der jüngere Bruder zu seinem Fortkommen Geld benötigt, soll ihm innerhalb eines halben Jahres nach Aufforderung in Abschlag künftiger Zinsen ein Betrag von 416 Kronentl. ausgezahlt werden. Der älteste Bruder übernimmt alle auf den Gütern lastenden Forderungen und Schulden, soweit diese im Status vom 6. Mai 1765 aufgeführt sind. Mit vorstehenden Vereinbarungen gilt der zwischen den Brüdern zu Düsseldorf am 12. Jan. 1766 geschlossene Vertrag als aufgehoben. Da der jüngere Bruder jetzt auch auf seinen adeligen Vorteil verzichtet, gelobt der älteste Bruder, diesem dann - allerdings frühestens nach vier Jahren - 100 Dukaten als Vorschuß zu geben, wenn er einen Rittersitz im Bergischen ausfindig macht, durch dessen Ankauf er sich zum Düsseldorfer Landtag qualifizieren könnte. Die jetzige Vereinbarung soll vom Vormundschaftsgericht (Pupillenkollegium ) zu Kleve bestätigt werden, und die beiden Brüder, die Kuratoren und der genannte Assistent sollen unterschreiben und ihre Petschaften aufdrücken.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: /1 mit 1) u. 2) Kasten 29
U 1231/1
Bemerkung : Entwurf, Pap., Ausf., Pap. mit den fünf Petschaftsabdrücken und Ausf. von 1804 Juli 27 - Hückeswagen in Kasten 42Entwurf, Pap. in Kasten 55, Akte 19Ausuzug zum Entwurf, Pap. in Kasten 29, Akte 5



1769 Januar 20



Beschreibung : Köln M[aria] C[hristine] v. Horn - Goldschmidt, Meisterin des Klosters St. Maximin in Köln, bekennt, daß Freiherr [Raitz] v. Frentz zu Schlenderhan die von 1000 Rtl. Kapital am 24. Aug. d. Js. für 1767 und 1768 fälligen Zinsen von je 35 Rtl. hat entrichten lassen. Die Ausstellerin unterschreibt; das Klostersiegel wird aufgedrückt. Anm.: 24 weitere Quittungen in Kasten 75, Akte 9 zusammen mit Urk. v. 1765 Febr. 10
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1234



1771 Oktober 26



Beschreibung : Wedinghausen bei Arnsberg Bruder Augustinus Scheller, derzeitiger Pastor zu Arnsberg, bestätigt, daß Franz Adolf Josef Frh. v. Nagel, bergischer Amtmann zu Hückeswagen, Bornefeld und der Stadt Lennep, Erbherr zu Herl, Badinghagen (- hausen ), Gaul und Paß (B -), und Maria Agnes Adolphina Bernhardine Freiin v. Weichs, Witwe des Freiherrn v. Kurtzrock , aus seiner Pfarre, in seinem Beisein als Pastor und in Anwesenheit zahlreicher Zeugen nach römisch-katholischem Ritus am 10. Okt. lfd. Js. in der Stadtkirche St. Gregor zu Arnsberg öffentlich getraut wurden, und zwar durch Norbert Engelhart, Prälaten des Prämonstratenstifts Wedinghausen. Der Aussteller unterschreibt und siegelt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1263



1773 Februar 5



Beschreibung : Düsseldorf J[ohann] W[ilhelm] v. Lemmen, Syndikus der bergischen Ritterschaft, bestätigt, daß die vorstehend aufgemalten und benannten Wappen [es folgen die Namen] mit ihren Farben, Schilden, Helmen, Zierraten und Kleinodien als zur Bergischen Ritterschaft qualifiziert anzusehen sind. Wirklich aufgeschworen worden sind damit Friedrich Konrad Wilhelm Kaspar Frh. v. Quad von Wickrath zu Alsbach am 7. Jan. 1765 und Franz Adolf Josef Frh. v. Nagel zu Ittlingen und Gaul am 10. Jan. 1766 auf offenen Landtagen bei versammelter Ritterschaft ausweislich der nach den Aufschwörungsstatuten geleisteten Wappen- und Filiationsproben. Der Aussteller unterschreibt und drückt das Siegel der Ritterschaft auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1276



1773 Juni 24



Beschreibung : Haus Frenz Der Schultheiß der Herrlichkeiten Quadrath und Kenten T. Correns und die dortigen Schöffen Konstantin Wiedenfeld (Widefelt ) und Christian Konen bezeugen auf Ersuchen des Freiherrn Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, daß auf dem Kamin, der sich im freiadeligen Hause Frenz am Einagng des Saales zur rechten Seite befindet, neben den Wappen Culemborg und Berendonck, Alpen und Loe, Paland und Horst, Bylandt und Wylich und anderen mehr mit dem Wappen v. Hoemen auch das - vorstehend aufgemalte - farbige Vollwappen der freiherrlichen Familie v.Gent zu finden ist. Die drei Aussteller unterschreiben; das Gerichtssiegel wird aufgedrückt. Anm.: Das abgebildete Vollwappen der v. Gent zeigt im Schild auf Silber einen roten mit einem silbernen Gitter belegten Querbalken und als Helmzier einen sitzenden Hund mit dem Balken als Halsband.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1285



1778 Juni 9



Beschreibung : Schlenderhan Franz Arnold Reichsfrh. Raitz v. Frentz, Herr zu Schlenderhan, Hall, Kleinenbroich, Stammeln, Hattenheim usw., pfalzgräflicher Kämmerer und Geheimer Rat sowie Oberamtmann zu Bergheim, überträgt aufgrund des ihm erblich zustehenden Kollations- und Präsentationsrechtes den Katharinenaltar in der Pfarrkirche zu Quadrath nach Tod des Leonhard Frings (Freings ). als letzten Rektors nun mit allen Einkünften und Rechten an den Kölner Kleriker Reiner Wilhelm Keup auf dessen Bitten hin. Er ersucht die zuständigen Stellen, den Genannten zu investieren, unterschreibt und petschiert. Anm.: Rückseitig bescheinigte am 11. Juni d. Js. Johannes Heinen, Pastor zu Quadrath, die Präsentation.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1311



1783 Juni 28



Beschreibung : Schlenderhan Franz Arnold Reichsfrh. Raitz v. Frentz, Herr zu Schlenderhan, Kleinenbroich, Kellenberg, Stammeln usw., kurpfälzischer Kämmerer, Geheimer Rat und Oberamtmann des Amtes Bergheim, und seine Ehefrau Isabella Charlotte Reichsfreiin v. Warsberg. k.u.k. Sternkreuzdame, verpachten auf zwölf Jahre ihre zum Rittersitz Schlenderhan gehörige Mühle zu Qaudrath und einen Kamp von etwa zwei Morgen gegenüber dem Quadrather Pastorat an Frau Anna Froms gegen jährlich 15 Mlt. Roggen auf Martini und freies Mahlrecht. Anstatt einen trockenen Weinkauf zu entrichten, hat die Pächterin einen neuen Mühlstein anzuschaffen und die notwendigen Reparaturen zu übernehmen. Künftig wird dann die Herrschaft für den Mühlstein sorgen und die Pächterin für dessen Transport. Die vorliegende der beiden Ausfertigungen unterschreibt der Schöffe Ferdinand Wahl als Vater der schreibunkundigen Pächterin.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1338



1784 Juni 16



Beschreibung : Breil [Josef Ludwig Franz] Graf v. Goltstein überträgt tauschweise fünf Morgen Busch hinter dem Hause Schlenderhan an [Franz Arnold] Frh. Raitz v. Frentz, der dafür an Erstgenannten abtritt sechs Morgen aus dem Oberaußemer Busch, gelegen am Tiergarten westlich des Kreulsbusches und östlich des Gierather Busches. Weil auf den fünf Morgen mehr starke Baumstämme (Blöcher ) stehen als auf den sechs Morgen, soll nach Taxierung ein Wertausgleich erfolgen. Beide Kontrahenten geloben einander Währschaft und Schadlos-haltung. Graf v. Goltstein unterschreibt und petschiert.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1342



1786 Mai 26



Beschreibung : Schlenderhan Franz Arnold Reichsfreiherr Raitz v. Frentz, Herr zu Schlenderhan ( Schlenderen ), Kellenbach, Stammeln usw., kurpfälzischer Kämmerer, Geheimer Rat und Oberamtmann des Amtes Bergheim, und seine Ehefrau Isabella v. Warsberg quittieren, von Herrn Johann Heinrich Jakob v. Braun, Kanonikus an St. Aposteln, als derzei-tigem Regens des Laurentianer - Gymnasiums in Köln 5000 Reichstl. zu je 80 Albus in Kronentalern zu je 115 Stüber bar erhal-ten zu haben. Sie geloben, dieses Kapital mit 4% zu verzinsen und den Zins jeweils am Ausstellungstag dem Regens in Köln auszuzahlen, der bei pünktlicher Lieferung mit 3 1/2 % zufrieden sein wird. Zur Sicherheit setzen die Aussteller ihren im Amt Jülich gelegenen Rittersitz Kellenberg wie überhaupt all ihr Hab und Gut. Der Vertrag kann von beiden Seiten jederzeit mit der Frist eines halben Jahres aufgekündigt werden. Die Aussteller unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 3) Kasten 29
U 1358/3
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 37Abschr. (gleichzeitig), Pap. in Kasten 19, Akte 9



1792 März 23



Beschreibung : Düsseldorf Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Ober - und Nieder-bayern, des Hl. Römischen Reiches Erztrucheß und Kurfürst, Herzog zu Jülich, Kleve und Berg [usw.], genehmigt den seinem Oberappellationsgericht vorgelegten Vergleich vom 27. Nov. 1789 zwischen der jülichschen Gemeinde Oberaußem, der kurkölnischen Gemeinde Quadrath und Reichsfreiherrn Raitz v. Frentz. Seit dem 7. Juli 1777 schwebte ein Prozeß zwischen der klagen-den Gemeinde Qaudrath und der beklagten Gemeide Oberaußem, dann auch Franz Arnold Reichsfrh. Raitz v Frentz zu Schlenderhan und Hall beim Jülich - Bergischen Oberappellationsgericht in 2. Instanz wegen der sogenannten Bethlehemer Heide. Um Kosten zu vermeiden, haben nun die Parteien einen Vergleich geschlossen, der unterschrieben ist durch die Quadrather Schöffen und Vorsteher Johann Peter Thelen, Ferdinand Wahl und Peter Schmitz sowie weitere Meistbeerbten, die Schöffen und Vorsteher zu Oberaußem Wilhelm Luchs, Christoph Welts und Peter Außem sowie weitere Meistbeerbte und drittens von genanntem Reichsfreiherrn. Der Vergleich besagt: Die Gemeinde Quadrath soll auf der strittigen Heide haben und behalten 55 Morgen zu je 150 rheinischen Ruten. Dieserhalb überträgt die Gemeinde Oberaußem der Gemeinde Quadrath 14 Morgen, 2 1/2 Viertel und 10 1/2 Ruten, und Reichsfreiherr Raitz v.Frentz überträgt die Restfläche. Die Grundstücke sind auf einem besonderen Plan gekennzeichnet gleich denen, die der Reichsfreiherr behält, und den beiden, die von der Gemeinde Qaudrath einerseits und von der Gemeinde Oberaußem andererseits dafür an ihn abgetreten werden. Das Haus Schlenderhan behält das Recht, im sogenannten Görges - Weiher zu fischen, die Gemeinde Quadrath kann hier das Vieh tränken. Keine Partei darf auf fremden Grundstücken Pferde, Kühe oder Schafe weiden lassen. Dies gilt nicht für die Schafe des Hauses Schlenderhan, wenn die Gemeinde Quadrath Teile ihrer Heide zu Land macht, wohl aber wenn Busch daraus wird. Jede Partei trägt ein Drittel der Kosten. Dieser Vergleich wurde vereinbart zu Quadrath am 27. Nov. 1789. Bei einer neuerlichen Zusammenkunft im Bock haben dann am 28. Sept. 1791 unterschrieben Franz Arnold Reichsfrh. Raitz v. Frentz, sodann für die Gemeinde Quadrath die Schöffen Johann Peter Thelen und Ferdinand Wahl, die Vorsteher Peter Schmitz und Winand Brumle, der nur ein Merkzeichen setzte, sowie die Beerbten Wilhelm Bunnagel, Heinrich Rogeles, Johannes Müdder, Johannes Schauff, Christian Brabender, Matthias Grell und Matthias Pfeill. Da der Vertrag als für alle Beteiligten nützlich betrachtet wird, erfolgt hiermit die Bestätigung von Seiten des Landesherrn. Das Sekretsiegel des Oberappelationssgerichts wird aufgedrückt; es unterzeichnen C[arl] G[raf] v. Nesselrode und der Schreiber Krey.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 29
U 1401/1
Bemerkung : Abschr. (gleichzeitig), Pap. in Kasten 42, Akte 12



1795 Mai 22



Beschreibung : Meinerzhagen Da der Obervorsteher und der Schöffe Wever verstorben und somit beide Stellen wieder zu besetzen sind, haben sich die nachbenannten adeligen Herren mit den Predigern und dem Kirchenvorstand beraten und in Vorschlag gebracht den derzeitigen Kirchmeister Johann Wilhelm Schulte, Johann Peter Brinckmann und Christoph Knoche zu Genkel. Der Vorschlag soll am 1. Pfingsttag der Gemeinde bekannt gemacht werden, damit diese am 2. Pfingsttag abstimmen kann. Diejenigen, welche die meisten Stimmen erhalten, sollen dann dem Landrat und dem Landgericht zu Lüdenscheid als künftiger Obervorsteher bzw. Schöffe in Vorschlag gebracht werden. Es unterschreiben: F[ranz] A[dolf] J[osef] Frh. v. Nagel, F[ranz] C[arl] Frh. Raitz v. Frentz, die Prediger J[ohann] E[berhard] Osenberg und J[ C[ Büren sowie die Vorsteher Franz Vaßbender, Johannes Wiemann, Engelbert Rövenstrunck und Johann Engelbert Schrick.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1415



1544 September 29



Beschreibung : Zwischen Philipp von Giltlingen ( Geylting ) Herr zu Orr ( Oeren ), als Kläger und Johann von Randearth (-raid ) als Beklagten war wegen des Binsfelder (Byns -)hofes bei Weiden (by der Wyden ) ein Prozeß anhängig, erst zu Jülich (G -) und dann am Reichskammergericht. Nach Tod des Philipp und des Johann haben nun deren Rechtsnachfolger, nämlich einerseits Friedrich von Giltlingen für sich und seine Schwestern sowie andererseits die Gebrüder Andraes und Jakob von Randerath für sich und als Bevollmächtigte ihres Bruders Heinrich, mit einer Schlichtung beauftragt ihren Schwiegervater, Schwager bzw. Verwandten Johann Schilling zu Stammeln (-mel ), Hieronymus Wolff von Metternich (Mertenich - so!) und Adam Vorst (Voerst ). Diese Vermittler haben nach Prüfung der Sachlage befunden: Die Gebrüder von Randerath sollen an Friedrich von Giltlingen auf Weihnachten des laufenden Jahres eine einmalige Zahlung von 750 Joachimstalern in des genannten Wolff von Metternichs Haus zu Gracht entrichten, und Friedrich von Giltlingen soll am Tage der Auszahlung für sich, seine Schwestern und Mitberechtigten und Erben auf alle Ansprüche wegen des Binsfelder Hofes verzichten. Für den Erbverzicht soll er zu Unterpfand stellen seinen Anteil am Erbfall zu Altenrath (Aldenrait ) und Alfter. - Die bisher entstandenen Kosten trägt jede Partei für sich. Es unterschreiben: Friedrich von Giltlingen, Herr zu Orr, die beiden Brüder von Randerath und die drei Vermittler. ... uff sanct Michels tag
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29.
U 1840



1561 Oktober 24



Beschreibung : Wilhelm Herzog zu Kleve, Jülich und Berg, Graf zu der Mark und zu Ravensberg, Herr zu Ravenstein, bekundet: Johann von Altenbochum (Aldenbockum ) zu Wisch und dessen Ehefrau Klara Torck haben von Anna von Holtey, Witwe des Christopher Schell (Schelen ), und ihrem unmündigen [unbenannten] Sohn 100 Taler aufgenommen und dafür wiederlöslich jährlich fünf Taler verschrieben aus einer Geldrente, die er, der Aussteller, den Eheleuten aus seiner Rentmeisterei Hörde entrichten läßt und die von Klaras Voreltern herkommt. Ihm ist eine entsprechende Urkunde vorgelegt worden, die vom jetzigen Amtmann zu Bochum Melchior von Delwig (- ch ), dem rentmeister zu Hörde Jürgen Schell (Scheel ) und genanntem Johann von Altenbochum besiegelt und von den Eheleuten Johann und Klara unterschrieben ist. Dem Ersuchen, diese Verschreibung zu genehmigen, entspricht er hiermit und gibt dem Jürgen Schell als jetzigen Rentmeister wie dessen Nachfolgern Anweisung, der Witwe Schell, ihrem Sohn und dessen Erben die fünf Taler jährlich auszuzahlen und die Zahlung an die Eheleute von Altenbochum um diese fünf Taler zu kürzen. Er läßt sein Sekretsiegel aufdrücken und unterschreiben durch [seinen Kanzler] Heinrich Olisleger.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1872



[1576] März 15



Beschreibung : Die edlen und ehrenfesten Brüder Engelbert, Johann, Volmar, Wilhelm und Gotthard von Scheid (-dt) gen. weschpfennig (-pfenningk ) vergleichen sich wegen der elterlichen Hinterlassenschaft unter Hinzuziehung ihrer Brüder Peter und Adolf, die Kellner zu Springiersbach ( Sprinckkerißbach ) bzw. Corvey ( Corvye ) sind. Wilhelm soll als Ältester zu seinem Vorteil nach Brauch des Fürstentums Berg und entsprechend dem am 29. September [15]69 errichteten Vertrag im Bsitz des elterlichen Stammhauses in der [Herren-]Bröl (Bruill ) bleiben. Dazu erhält er als Kindteil die zugehörigen Ländereien, Büsche und Wiesen, wie all das von der verstorbenen Mutter bis zu ihrem Tode bewirtschaftet wurde, namentlich die umzäunte Wiese (Bitz ) oberhalb des Hofes, das Siefen-Stück (Seiffer -) und die Hinterharth (Hinderhardt ) innerhalb der Hecken und Zäune bis an den Weg längs des Scheider Hofes, sodann den Wingertsgarten (Weim -) und das Fußberger (Voß -) und das Eicher Feld. In der Danhart und der Hinterharth bis an den Fuhrweg von Scheid zur Heiligen Eiche dürfen die Kalkkuhlen von den drei Höfen Scheid, Etzenbach (Entzen -) und Schönenberg (Scho -) für deren Baubedarf genutzt werden, sonst aber ohne Wilhelms Erlaubnis von niemandem. Zu Wilhelms Erbteil gehören ferner die Burghardt (Burchart ) von Mühlenauel (Mullen -) bis zum Törchen im Fußberger Pfand, wie dies allezeit als Zubehör von Bröl genutzt wurde, das Büschchen, das Ecker genannt wird, und der Siefen, die Büsche in der Barnemich , im Kelterser (Kelterhuser ) Busch halb, Im Bammesellen halb. Auch sollen ihm die Velkener (Vilcker ) Büsche im Nutscheid gänzlich zustehen, und er soll haben die Hauswiese, die auch Steinwieschen genannte Auelswiese, die Wiese oberhalb des Eicher Weihers, der Eicher Weiher selbst und zwei Gewässer (Hulpull ) ebenda, der Gecksweiher, dazu die Fischerei im Kirchspiel bis zum Katzauel ( Ketzen -). Den zum Ackerbau erforderlichen Kalkstein kann er auf dem Fußberg entnehmen, soll sich aber bescheiden, und wenn der Kalk des Holzes wegen an einem anderen Ort gebrannt werden muß, soll er die für sich gebrochenen Steine veräußern und dafür an besagtem anderen Ort eine entsprechende Menge Steine ankaufen. Verbleiben sollen ihm die 7 ¿ Gulden Manngeld, die er gnadenhalber vom Landesherrn erhält; die anderen 7 ¿ Gulden, die der verstorbene Vater schon bezog, gehen an seine vier Brüder [weltlichen Standes]. Die bwegliche Hane im Hause und wie sie in Rechenbuch und Inventar verzeichnet ist, auch alle Früchte und Gefälle der Höfe aus dem vergangenen Jahr [15]75 werden die fünf Brüder gleichmäßig teilen, wobei Wilhelm alle Schulden übernimmt mit Ausnahme des Heiratgeldes der Schwester Adelheid, das von seinen vier Brüdern aufzubringen ist, wofür Wilhelm die Rente aus Ersdorf (Erstorff ) in der Grafschaft Neuenahr erblich behält. Um seinen Brüdern die Teilung zu erleichtern, verzichtet Wilhelm auf alle anderen Güter samt den gegenüber Anton zu Holzhausen (Holthusen ) und sonst derzeit bestehenden Forderungen. Unter Hinzuziehung ihrer Brüder Peter, Adolf und Wilhelm vergleichen sich sodann die vier übrigen Brüder. Johann wird zugeignet der Hof zu Lohmar (Lomar ) und der Hof zu Fußberg (Voß-), Bröl gegenüber, Zehnt und Hof zu Hönscheid ( Hönscheidt ), der Zehnt auf dem Berg sowie aus dem halben Barnemich ein Drittel. Engelbert fällt der Hof zu Buisdorf (Bustorff ), der halbe Hof zu Buch (in den Bochen ), der Hof zu Hülscheid (-schiedt ), jeweils mit allem Zubehör, auch die Bitzen-Wiese und was sonst noch bei Buisdorf liegt, samt den Buschgerechtigkeiten zu Kaldauen ( Kaldwa ), [Nieder-]Pleis und anderenorts, dazu ein Viertel aus den Kelterser (Kelterhußer ) Büschen und den Bammstellen sowie der Kesekorf unter Attenbach. Volmar erhält zu seinem Erbteil den Hof auf dem Scheid (Scheide ), den Hof Etzenbach (Entzen -), den Hof Schönenberg (Schone -), das Höfchen zu Huppach, 40 Morgen Busch im Nutscheid (Nutzschiedt ) und das Höfchen zu [Gutmanns-]Eichen, wobei als dem Hofe Scheid zugeordnet gelten die Katzaueler (Ketzauels ) Wiese unterhalb der Ölmühle, dazu aus dem halben Barnemich zwei Teile und aus dem Kelterser Busch ein Viertel, ferner noch ein Zehnt im Jünkersfeld das Erbe zu Kesselscheid (Kesselschiedt ) und die Bitze zu Kämerscheid (Kemerschiedt ). Gotthard ist zugewiesen Haus und Hof zu Bettringen (Beddringen ) mit der zugehörigen Gerechtigkeit, der Hof Süchterscheid, der Hof Rankenhhn (Ranckenhoin Kuchlen - oder Kuehlen ), der Busch bei Uckerath (im Uckerade ), der zur Zeit zehn Malter Hafer einbringt, und der Scheffwinkel ( Schiffwenckel ) bei Attenbach. Alle fünf teilenden Brüder haben sich ausdrücklich mit vorstehenden Vereinbarungen einverstanden erklärt und Währschaft gelobt; sollte sich allerdings später beweisbar herausstellen, daß jemand benachteiligt oder betrogen wurde, steht ihm ein Ausgleich zu. Ungeteilt geblieben sind noch etliche Güter und Splisse, so das Wingertsgut zu Honnef (Hunff ) und zu Blankenberg, die Forderung zu Holtzhausen (Holthusen ) in der Grafschaft Sayn (Sein ) und anderes mehr, das derzeit mangels genauerer Kenntnis nicht zu teilen war. Die Brüder sollen dieserhalb Erkundigungen einholen und dann zu gleichen Quoten teilen. Für jeden der fünf weltlichen Brüder wird eine Ausfertigung geschrieben, die von allen, auch den geistlichen Brüdern, unterschrieben wird. Sobald auch die zur Zeit noch ungeteilten Besitzstücke geteilt sind, sollen Pergamentbriefe geschrieben und beisegelt werden.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 29



1577 Februar 11



Beschreibung : Katharina Schilling, Witwe von Randerath, überträgt nach Beratung mit Verwandten und Freunden freiwillig an ihre einhellig zustimmenden Söhne Johann, Heinrich und Reinhard sowie an ihren Enkel Eberhard etliche ihrer Güter, wie folgt: Heinrich soll zur Nutzung erhalten das Haus Kleinenbroich mit allem Zubehör und allen Lasten entsprechend seiner Eheberedung und so, wie ihre Voreltern Haus und Zubehör besaßen. Sie selbst soll davon zeit ihres Lebens behalten den Zehnt auf Kradepoels Feld, den Jakob am Holz (Hultz ) in Pachtung hat, sowie an Jahrrenten zwei Malter Roggen von Hermann Tabbertz, acht Malter Roggen weniger drei Viertel, 13 Faß und ein halbes Viertel Hafer und sechs Hühner von Jakob auf dem Platz, dessen Gesamtabgabe auf 25 Malter Roggen taxiert ist, sodann von genanntem Jakob noch vier Stein Flachs. Heinrich selbst hat jährlich weitere sechs Stein Flachs an seine Mutter zu liefern. Von den Schulden, die u. a. durch Bezahlung des Heiratspfennigs seiner Schwester Mechtild entstanden und die sich auf 5500 Taler belaufen, soll Heinrich 3000 Taler, 19 Albus und die entsprechenden Zinszahlungen übernehmen, und zwar die anschließend im einzelnen mit Gläubiger und Schuld aufgeführten Beträge. [Genannt werden: der Schwager Wambach - bei dem mit 500 Talern der höchste Betrag steht -, Christian Kremer, der Wirt in der Vetterhennen, der Schmied, Johann Busch im Wengerordt, der junge Hermann, der Wirt auf der Engbrücken, Wilhelm zu Neuss, Claes Witten, Johann Breuwers Sohn, Huttermann, Antons Eidam, Hein Binevelt , Beilgen Kuytzen , Katharina Slechtreim , Wolf auf der Schiffbauen, der Schäfer Daem, Lenz Velß , Hermann auf der Baich, Wilhelm auf der Lufft, Johann Babberth, Fyten Kraenen , des verstorbenen Oheims Jürgen Schillings natürliche Kinder, Adam im Poel, Efferns Hausfrau und Reinken Broetbecker.] Reinhard erhält zum Gebruach eingeräumt das Haus zu Stammeln (Stammen ) mit allem Zubehör und aller Last, sowie eine Roggenrente von zwei Maltern zu Wüllenrath (Wullenrodt ). Von den besagten Schulden hat er 1269 Taler, 12 Albus bzw. die entsprechenden Zinszahlungen zu übernehmen. [Die Spezifikation nennt den Schwager Wambach - wiederum mit 500 Talern -, das Kloster Achterhoven[13], den Halfen zu Laach und Christian Kremer.] Eberhard, der unmündige eheliche Sohn des verstorbenen Hermann von Randerath, erhält zur Nutzung Gut und Hof zu Tegelen. Er übernimmt von den Schulden 1230 Talern, 36 Albus bzw. deren Verzinsung. [In den Einzelpositionen: Wambach - mit nochmals 500 Talern -, Christian Kremer, Johann Kruyß , Wilhelm zu Neuss, des verstorbenen Jürgen Schillings natürliche Kinder, das Kloster Achterhoven und die Halffrau zu Ohndorf (Oen -).] Mit vorstehender Vereinbarung soll der künftigen, nach Tod der Mutter zu tätigenden Teilung nicht vorgegriffen sein. Bis dahin können alle jetzt zugewiesenen Gütern und Einkünfte ohne Abrechnung genutzt werden; was allerdings von den Schulden abgelöst wird, soll bei der künftigen Erbteilung Berücksichtigung finden. Wegen des Spielpfennigs der vier geistlichen Schwestern wird vereinbart, daß Johann seinen Schwestern Katharina und Anna, Klosterjungfrauen zu St. Cäcilien in Köln, jährlich sechs Taler zahlen soll, Heinrich an seine Schwester Sophia bei den Klarissen zu Neuss jährlich 16 Taler und Reinhard an seine Schwester Maria, Klosterjungfrau zu Neuwerk ( Neuwen -), jährlich neun Taler. Sollten eine oder mehrere dieser Schwestern infolge der Kriegsläufte verjagt werden, haben die Brüder für gehörigen Unterhalt zu sorgen. Es unterschreiben: Katharina Schilling, Witwe von Randerath; Joahnn von Randerath, Kanonikus zu Aachen; Reinhard von Randerath; Johann von Randerath zum Horrich; Johann von Lövenich und Adam von Lövenich.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 29
U 1910



Kasten 30






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Kasten 31


Bestellsignatur : Best. 1037 (Raitz von Frentz (Familie)), A 31/6




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Kasten 31


Bestellsignatur : Best. 1037 (Raitz von Frentz (Familie)), A 31/14




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Kasten 31


Bestellsignatur : Best. 1037 (Raitz von Frentz (Familie)), A 31/15




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1657 August 19



Beschreibung : Hans Werner v. Wevorden, Herr zu Drove, ehelicher Sohn der verwitweten Gerhardine geb. v. Frankeshoven beredet die Ehe mit Anna Elisabeth, Tochter der Eheleute Adam v. [Siegenhoven genannt] Anstel zu Keldenich und Niederaußem und Agnes v. Holtzem zu Holtrop. Er bringt in die Ehe die Herrschaft Drove mit allem Zubehör, den Hof zu Koslar mit der dortigen Zwangsmühle, den Hof zu Meckenheim ( Meckenem), die ansehnlichen Ansprüche an Haus und Güter zu Schloßberg der Merode sowie die Ansprüche an Haus Lürken gegen Magelmann und alle anderen unbeweglichen wie beweglichen Güter seines verstorbenen Vaters. Die Braut bringt ein 10.000 Reichstl. Ihre Eltern zahlen davon sogleich 4.000 Reichstl., und zwar 800 an den Herrn zu Burgau zur Tilgung einer Schuld des Herrn zu Drove und das übrige diesem bar. Weitere 4.000 Reichstl. sollen in vier Jahren ohne Zinsen ausgezahlt werden oder von dann an unter Versicherung auf den Hof zu Niederaußem verzinst werden. Die restlichen 2.000 Reichstl. werden erst nach Tod der Eltern fällig und sind dann von deren männlichen Erben zu entrichten, und zwar aus den Schulden des v. Wolfen zu Bergheimerdorf in Höhe von 800 Reichstl. Kapital und 200 Reichstl. Zinsrückstand und aus der auf dem Hof zu Malsdorf ruhenden Hypothek des v. Kessel in der Geyen. Nach Auszahlung gilt die jetzige Braut als abgefunden von allem Gut ihrer Eltern und Geschwister. Sollten allerdings die drei Brüder aus der zweiten Ehe der Frau zu Drove sterben und die jüngste Schwester weltlich bleiben, so ist die Hinterlassenschaft nach Abzug der Mitgift für besagte jüngste Schwester mit dieser hälftig zu teilen, und sollte die Jüngste in den geistlichen Stand eintreten und in ihm ver-bleiben, so erhält sie eine Leibrente von 100 Tl. jährlich. Es folgen Vereinbarungen für die Fälle, daß einer der Ehepartner kinderlos oder mit gemeinsamen Kindern überlebt, dann verwitwet bleibt oder eine weitere Ehe eingeht.Mit den Brautleuten unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf für ihn seine Mutter, H. v. Haeften und Philipp v. Brachel, für sie ihre Eltern und Wilhelm Heinrich [v. Siegenhoven genannt] v. Anstel.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 9, Akte 22\par2) Kasten 31
Bestellsignatur: 2) Kasten 31
U 345/2
Bemerkung : Abschrift (von 1786), Pap. in Kasten 9, Akte 22



1731 Dezember 24



Beschreibung : Köln Der Syndikus der kurkölnischen Ritterschaft J[ohann] C[orne-lius] Schramm bescheinigt, daß es sich bei dem oberhalb aufgemalten Wappen um das des Konrad Georg Frh. v. Krummel von Nechtersheim zu Firmenich handelt, wie er es zu seiner Aufschwörung auf dem kurkölnischen Landtag zu Bonn am 4. Sept. 1700 beige-bracht hat. Der Aussteller unterschreibt und drückt sein Petschaft auf.
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 31
U 918



1445 November 10



Beschreibung : Winrich Raitz von Frentz (Vraentze ) verkauft mit Zustimmung seiner Lehnsherrin, der Äbtissin Elisabeth von Myllendonk (Mylendunck ), und des Kapitels von Maria im Kapitol zu Köln, die gemeinsam aus den nachfolgend genannten Gütern eine Erbrente beziehen, an den ehrbaren Gotthard von Gleuel (G luwel ) und dessen Ehefrau Bela seinen Hof zu Meschenich (Meschungen - so!) im Gericht Brühl (Bruell ) mit allen Gebäuden, Garten, Baumgarten und Ackerland, nämlich mit 36 Morgen zu Immendorf (Ymmendorp ), 60 Morgen bei Roggendorf (tusschen Hoggendorp - so!) und 60 Morgen bei Fischenich (tusschen Visschenich ), ferner mit Weingärten und Renten, insbesondere jährlich zwei Malter Weizen, sechs Sümber Roggen, acht Kapaune und drei Gänse, die Gerlach jährlich von einer Hofstatt und von elf Morgen Acker entrichtet, sechs Sümber Roggen, drei Sümber Weizen, drei Gänse und zwei Kapaune, die Hermann Borre von seinem Haus, Hof und Ackerland zu geben hat, sowie einen halben Malter Weizen und zwei Kapaune, die der Pastor zu Meschenich von einer Hofstatt und einem Weingarten schuldet. Der verkaufte Hof war dem Aussteller, der den Erhalt den [ungenannten] Kaufsumme quittiert, durch Tod seiner Eltern zur Teilung mit seinen Miterben zugefallen. Da der Hof Manngut der Äbtissin vom Maria im Kapitol ist und dazu Hofesgut des Fronhofs zu Fischenich, hat er mit seinem Bruder Rutger Raitz von Frentz, der bisher noch als Empfänger des Gutes gilt, zugunsten der Käufer Verzicht geleistet vor der genannten Äbtissin und deren Lehnsmannen Herrn Hermann Scherffgin (-gyn ) und Heinrich Butgen (-gyn ), sodann vor Gobel Speck, dem Schultheißen, sowie Johann von Fischenich ( V -) und Konrad von Zündorf ( Coyntzen van Tzudendorp ), Geschworenen des Fronhofs zu Fischenich, und vor Jakob Wesseling (Wesselynck ), Johann Gönnersdorf (Henkyn Gunterstorp ), Eckart und Volkwin (Volquyn ) Brauer (Bruwer ), Schöffen zu Brühl. Vom Hof sind jährlich zu entrichten an den Fronhof zu Fischenich ein Sümber Roggen und drei Schilling, zudem ist ein Geschworener zu stellen; die Kirche zu Meschenich behält ihr Recht; an die Äbtissin und das Kapitel von Maria im Kapitol sind jeweils auf Remigius 16 Malter Roggen in ihr Kornhaus zu Köln zu liefern, die der Aussteller, seine Brüder, Schwestern und Miterben verkauft hatten laut Urkunde mit neun anhängenden Siegeln von 1435 Dezember 13 (des neisten dynxtages na unser lievet vrauwen dage conception .). Die Käufer haben kein Recht, den Busch, der bisher zum Hof gehörte, zu nutzen, es sei denn für den Bedarf an Bauholz. Die Aussteller und sein Bruder geloben, die Käufer von allen Forderungen frei zu halten bei Strafe von 1000 oberl. rhein. Gulden. Beide Brüder hängen ihre Siegel an, sodann auf ihre Bitten die Äbtissin, ihre Lehnsmannen Hermann Scherffgin und Heinrich Butgen, die Schöffen zu Brühl und für die Geschworenen des Fronhofs zu Fischenich, die kein Siegel haben, Johann von Fischenich. ... up sent mertyns avent des heiligen confessors
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 31
U 1785



1600 Juni 29



Beschreibung : BadinghagenFriedrich v. Karthausen hatte mit seinem Sohn Jakob am 21. März 1597 einen Vergleich vereinbart, wie er nachfolgend aufgeführt und nunmehr durch Vater, Schwester[n], Brüder und hinzugebetene Verwandte bestätigt wird. Da der Vater seine Güter wegen vieler Beschwerden nicht länger verwalten kann, überträgt er sie seinem Sohn Jakob, der dem zustimmt. Alle Einkünfte der Güter sind im Beisein der Geschwister und anwesender Freunde zusammengestellt und auch alle aufliegenden Schulden und Abgaben gerechnet worden. Dabei hat sich ergeben, daß die jährlichen Belastungen die Einnahmen um 140 Rtl. übersteigen, was bei Festsetzung der Kindteile zu berücksichtigen ist. Der Vater verbleibt bei den ihm vertraglich zugewiesenen Leibzuchtsrechten. Jakob v. Karthausen hat seine Halbschwestern [hier unbenannt] aufgrund ihrer Eheberedungen zufriedenzustellen. Der [Schwester] Schwarz (Schwärtzschen) zu Dortmund sollen binnen Jahresfrist wegen ihrer Forderung, und zwar gegen Erbverzicht, wie es im Lande von der Mark unter Adeligen Brauch ist, 250 Tl. zu je 52 Albus kölnisch gezahlt werden. Die anderen beiden Schwestern [Anna und Maria - s.u.] soll Jakob zu allen vier Hochzeiten bedenken, und für den Fall, daß ihr Stift durch Brand oder Krieg zerstört oder von der Pest heimgesucht würde, hat er sie ohne Kostenberechnung aufzunehmen und ihnen zu ihrer Haushaltung ein oder zwei Schweine nach seinem Belieben beizusteuern, sooft die Mast möglich ist. Falls sie sich mit Zustimmung ihrer adeligen Freunde in einen anderen Stand begeben würden, soll ihnen gegen Erbverzicht das gleiche zukommen wie ihrer Schwester, der erwähnten Schwarz, nämlich die Summe von 250 Tl. Dem Bruder Kaspar, [Stifts-]Herrn zu Scheda, sind jährlich ein oder zwei Hemden zu verehren und alle zwei Jahre ein paar Betttücher. Wegen der erwähnten Verschuldung kann dem jüngsten Bruder namens Friedrich nicht mehr zugesagt werden als ein Betrag von 300 gemeinen Tl., die bei Volljährigkeit fällig werden und mit dem er abgefunden sein soll von allem Erbrecht an elterliche Güter. Stirbt Friedrich ohne Leibeserben, fallen die 300 Tl. an Jakob zurück. Geht Friedrich in Kriegsdienste, ist er mit der erforderlichen Bekleidung auszustatten.Es unterschreiben als anwesende Schiedsfreunde Dietrich Ovelacker (Oe-) zu Wischeling, klevischer und märkischer Rat und Drost der Ämter Altena und Iserlohn, Johann von der Mark, Drost zu Schwerte, Gotthard Schenkbier ( Schenckeber) zu Werve und Friedrich v. Karthausen, sodann Jakob v. Karthausen, Kaspar v. Karthausen, Kaspar Schwarz, die Geschwister Anna und Maria v. Karthausen, Jungfrauen im freiadeligen Stift Gevelsberg, letztlich als Zeugen Peter Wever, Richter zu Meinerzhagen, Heinrich Hase, Schultheiß ebenda, und Johannes Rövenstrunck, Richter zu Kierspe.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 7
Bemerkung : Anm.: Von der Hand des Friedrich Kaspar v. Neuhof gen. Ley ist angemerkt am Rande [bei Ziffer 1], von den Halbgewschwistern sei eine mit einem v. Hillesheim, die andere mit einem v. Auel ( Awehl) gen. Meuchen verheiratet gewesen, sodann in einem Rückvermerk, dieser beiden Halbschwestern Mutter sei eine v. Wiltberg (- perg) gewesen. Weiter heißt es, Jakob v. Karthausen, Sohn einer geb. v. Fürstenberg, habe drei rechte Schwestern gehabt, nämlich die verehelichte Schwarz zu Dortmund und die beiden anderen als Konventualinnen zu Gevelsberg, sodann zwei rechte Brüder, und zwar den Herrn Kaspar zu Scheda und den Friedrich, der später in Kriegsdien-sten tot geblieben sei. Keine Erwähnung getan habe hier der Vater Friedrich v. Karthausen seiner Kinder aus der Ehe mit Lyse van Klingelnberg, die 1607 abgefunden worden seien.



1601 Juni 6



Beschreibung : MeinerzhagenDer edle und erhrenfeste Martin v. [Merscheid gen.] Hilles-heim (Hildes-) hatte wegen seiner Kinder von der verstorbenen Elisabeth v. Karthausen gegen Jakob v. Karthausen zu Badinghagen und Wintersohl (- oll) geklagt auf Zahlung von 1200 Rtl. Hauptsumme als der Hälfte des Kapitals, das Jakobs verstorbe-ner Vater Friedrich v.Karthausen mit Elisabeths verstorbener Mutter Anna v. Wiltberg (Wilburg) der Elisabeth als Heiratsgeld schuldig geblieben war bzw. der Elisabeth aufgrund etlicher Bei- und Seitfälle aus [Friedrichs] erster Ehe zustand. Dazu hat Martin die Zinsen gefordert, die vor seiner Ehe, während dieser und seither anerfielen. Auch hat er die 300 Tl. verlangt. die der verstorbenen Elisabeth als Mitgift aus väterlichem Gut zugesagt worden waren laut ihrer Heiratsverschreibung und Kraft verschiedener Verträge zwischen ihm und seinem Schwiegervater. Nachdem viele Klage- und Schiedsfreunde mit Martin und Jakob in Meinerzhagen zusammengekommen.???? Letztgenannter hat hier viele Argumente vortragen lassen, warum die Forderung gegen ihn und seine Güter und vor allem die Zinsforderungen unstatthaft seien und den Heiratsverträgen der ersten und zweiten Ehe seines Vaters widersprächen. Aufgrund des Heiratsvertrages zur zweiten Ehe, aus der er stamme, stehe ihm die Nutzung aller väterlichen Güter auf Lebenszeit zu, ein Anspruch von Kindern erster Ehe könne sich nicht gegen Kinder zweiter Ehe richten [u.a.m.]. Nach langen, mühevollen Verhandlungen sind die Schiedsfreunde mit Wissen und Zustimmung beider Parteien zu folgender Vereinbarung gelangt: Jakob v. Karthausen soll seinem Schwager Martin v. Hillesheim über die von diesem bereits erhaltene, heute abgerechnete und quittierte Summe von 920 1/2 Rtl. hinaus wegen aller Forderungen an der verstorbenen Elisabeth elterliche Güter noch 1500 Rtl. zahlen, und zwar auf Martini lfd. Js. Mit dieser Zahlung sollen Martins Ansprüche befriedigt und erledigt sein. Zur Sicherheit gestellt wird Jakobs Gut zu Bösing-hausen ( Bösichausen) im Amt Neustadt. Eventuelle Einsprüche durch die noch lebende Witwe des mehrgenannten Friedrich v. Karthausen hat Jakob abzustellen. Dem v. Hillesheim und seinen Kindern bleibt freigestellt, den Nachweis zu erbringen, daß Friedrich v. Karthausen wegen seiner ersten Ehefrau Anna v. Wiltberg mehr als 2300 Rtl. erhalten hat, und den überschießenden Betrag nachzufordern.Die beiden Ausfertigungen dieses Vertrages sollen unterschrieben und petschiert werden von den Vertragschließenden, beiden Schiedsfreunden und von Peter Wever, Richter zu Meinerzhagen, in dessen Gericht das Sterbehaus Badinghagen liegt, sowie von Kaspar Graeven (Graertius- ?), Schultheiß zu Neustadt, in den Gericht das Gut Bösinghausen liegt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 12



1603 Juli 16



Beschreibung : Köln, im Stommeler Hof auf dem Krummen BüchelDer Notar Bernahrd Wintzler protokolliert die Aussage des ehrbaren Johann Klein aus Frixheim ( Fritz-), der auf Ersuchen der Johanna geb. [Raitz] v. Frentz, Witwe v. Stommel, befragt wird. Johann Klein erklärt, 69 Jahre alt zu sein und von Peter Goertz aus Frixheim, dem Vater seiner Ehefrau, gehört zu haben, daß diesem von wiederum seinem Vater mitgeteilt worden sei, auf dem Stommeler Hof zu Anstel ( Anxstel) habe ein adeliger Sitz gestanden, der durch Junker bewohnt worden sei. Auch habe er von seinem Schwiegervater erfahren, diesem sei von Junker Stefan v. Stommel gesagt worden, daß er, der Junker, seinen Sitz in der Kirche und das Recht, zuerst zum Opfer zu gehen, behalten wolle, zumal ihm Haus und Hof in der Picardie (Pickarden) verloren (abgeworffen) und verwüstet seien. Der Zeuge erbietet sich, seine Aussage sooft als nötig auch eidlich zu bestätigen.Anwesend sind Arnold Langenberg und Heinrich Vorts. Der protokolierende Notar unterschreibt.
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U 19



1606



Beschreibung : StammelnDie Eheleute Tobias v. Olmüssen (- missem) gen. Mülstroe und Mechthild geb. v. Randerath (- readt) verpachten vom 22. Febr. (sanct Peters dagh ad cathedram im Spurckell) 1606 an den Eheleuten Dietrich v. Schidderich (Schei-) zu Stammeln und Laurentia geb. Spies für zwölf Jahre Scheune, Stallung und Garten zu Stammeln mit dem zugehörigen Land, jedoch ohne das Haus, den Hofraum und die Kornspeicher. Die jeweils auf Remigius fällige Jahrespacht, die nach Stammeln oder auf Wunsch der Verpächter nach Düren zu entrichten ist, beträgt 47 Mlt. Roggen, 13 Mtl. Weizen, 14 Mlt. Wintergerste, 17 Mtl. Hafer, 1 Malter Erbsen und ¿ Mlt. Rübensamen. Im lfd. Jahr ist davon, weil die Verpächter die Saat selbst eingebracht haben und selbst ernten wollen, nur ein Drittel zu entrichten, dafür sind es im letzten Pachtjahr dann zwei Drittel. Zudem stehen den Verpächtern jährlich drei Schweine zu, die sie selbst, sobald die Schweine aus den Stoppeln bleiben, auswählen können aus sechs durch die Pächter angebotenen, ferner ein fettes Kalb auf Vastelabent, zwei Lämmer, wanehe dieselb zeittigh seindt, weiterhin sieben Stein reines Flachs, sechs Quart Butter, zwei gute Käse und eine fette Gans auf Martinsabend sowie ein Pfd. Pfeffer und ein Pfd. Ingwer. Den Verpächtern soll die Hälfte des Hopfens gehören und bei guten Erträgen erhalten sie einen angemessenen Anteil von den Birnen und Äpfeln. Wenn die Verpächter sich persönlich zu Stammeln aufhalten, werden sie auch an den zufliegenden Tauben beteiligt. Der Ertrag der in diesem Jahr von den Verpächtern selbst eingebrachten Saat haben die Pächter kostenlos in die herrschaftliche Scheune einzufahren. ferner ist Junker Schidderich als Halfe verpflichtet zu einer Fuhrleistung je Jahr. Es folgen weitere Bestimmungen, wie Mist, Ländereien, Holz, Garten und Gebäude zu nutzen bzw. instandzuhalten sind. Von den zehn Morgen Wiese haben die Pächter zwei den Verpächtern zu belassen und ihnen jährlich drei Haufen Heu auf das Haus Stammeln zu liefern. Vom Stakenholz stehen den Halfen acht Gewalten zu, im jetzigen Jahr allerdings nur vier. Wenn der Bannersacker brach liegt, sind zwei Morgen zu düngen (mirgeln) und von den anderen beiden Äckern, wenn diese brach liegen, je drei Morgen. Wenn es im Banner Eckern gibt, werden diese hälftig geteilt. Für Brandschäden kommen die Verursacher auf; bei Ernteschäden wird nach vorheriger Besichtigung ein Pachtnachlaß gewährt, wie ihn Nachbarn gewähren bzw. erhalten. Bei Zahlungsversäumnis oder Vertragsbruch erlischt der Vertrag.Beide Verpächter und beide Anpächter unterschreiben, sodann als Zeugen der Zehnthalfe Reinhard zu Keutzt [in seiner Unterschrift: Reinhard Müller!], Schöffe in der Lohe (Loehe), und Rutger Kroech, Küster zu Heppendorf. Außerdem bestätigen den Vertrag durch ihre Unterschrift: Johann v. Randerath zu Horrich, Reinhard v. Weims ( Weimbs) gen. Wambach, Michael v. Schaesberg (- burgh) zu Streihagen und Elisabeth v. Weims gen. Wambach (Weimbs von Wambach).
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Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 22
Bemerkung : Anm.: Zu Anfang des Textes wird wegen des Ausstellungsdatums auf den Schluß verwiesen, wo dann aber wieder zurückverwiesen wird. Da von 1606 als von diesemJahr die Rede ist und die Pacht noch nicht angetreten ist, ergibt sich die Datierung wie oben.



1608 April 21



Beschreibung : Anna von Graff (Graiffs), Äbtissin des freiadeligen weltlichen Stifts St. Maria im Kapitol zu Köln, belehnt im Beisein ihres Mannrichters Lic. jur. Johannes Westhoven und des Lehnsmannes Hermann Ketzgen [? - Khetzen) den edlen und ehrenfesten Werner v. Galen zu Muchhausen ( Muck- ) mit dem Zehnt zu Muchhausen, wie diesen zuvor Werners verstorbener Bruder Gerhard v. Galen zu Lehen hatte.Sie bestätigt zugleich, daß Werner v. Galen den Lehnseid geleistet und gelobt hat, daß Lehngut ohne ihre Zustimmung weder zu verpleissen, zu versetzten, zu verkaufen, zu belasten noch in andere Hände gelangen zu lassen, ferner auch, dem Manngericht bei Aufforderung beizusitzen.Das Siegel des Stifts wird angehängt.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 30



1609 Januar 9



Beschreibung : WassenbergJohann v. Randerath (- rodt) zu Horrich und Michael v. Schaesberg ( Schaeßburgh) zu Streithagen als vereidigte Vormünder ihres Vetters Reinhard v. Weims (Weimbs) genannt Wambach zu Havert einerseits und Winand Raitz v. Frentz ( Frenz) zu Schlenderhan sowie Bertram v. Ilem als nächste Verwandte der Eheleute Arnold Raitz v. Frentz und Elisabeth v. Weims gen. Wambach, ihres Sohnes, ihrer [Schwieger-] Tochter bzw. ihres Vetters, andererseits, vereinbaren eine Erbteilung zwischen genannten Mündel und den Eheleuten.Weil für die vom verstorbenen Heinrich v. Randerath zu Kleinenbroich und Stammeln (Stammen) herrührenden Güter entsprechend der am 24. Okt. 1607 zwischen genannten Ehe-leuten vereinbarten Heiratsverschreibung eine gleichmäßige geschwisterliche Teilung vorgesehen ist, wird beschlossen: Reinhard v. Weims gen. Wambach erhält den adeligen Sitz zu Stammeln mit allem Zubehör und Ackerland, Holzgerechtigkeit, Jagden, Busch, Wiesen und Brüchen. Weil dieser Teil, der Kleinenbroich gegenübergestellt wird, 3 1/2 Morgen Wiesen weniger umfaßt, sollen von Kleinenbroich aus jährlich 3 1/2 Mlt. Roggen geliefert werden, wobei diese Verpflichtung durch Zahlung von 210 Tl. köln. abgelöst werden kann. Dazu erhält Reinhard den Hof Hahnrath ( Hanrodt) zu Tegelen (Tie-) im Amt Brüggen, die Ländereien und die Rente zu Berrendorf, die Latbank zu Niederembt (-emb), den adeligen Sitz zu Wammen mit allem Zubehör zu Havert und die Kornmühle zu Tüddern mit ihrer Mahlgerechtigkeit.Die Eheleute Raitz v. Frentz sollen erblich erhalten den adeligen Sitz zu Kleinenbroich im Amt Liedberg ( Lid-) mit Ackerland, Zehnt, Wiesen Büschen und Brüchen, mit Jagd - und Holzgerechtigkeit, der Vikarie und dem Küsteramt zu Büttgen, der Kollation der Kapelle zu Kleinebroich, ferner den Hof zu Büttgen nebst allem Zubehör.Die dem Reinhard zugeteilten Immobilien könnten bei einer Verpachtung, nach Abzug der Belastungen und auf einen Roggenertrag umgerechnet, jährlich 204 Mlt. und ein Sümner einbringen, Kleinenbroich und Büttgen dagegen nur 162 Mtl. und sieben Faß, mithin 41 Mtl. und einen Sümber weniger. Des-halb soll die Hälfte dieses Unterschiedes als Wertausgleich jährlich Kleinebroich zukommen.Da dem Stiefvater Tobias v. Olmüssen (- missen) gen. Mülstroe vertraglich zugesichert ist, die Güter zu Havert und Tüddern sowie die Ländereien und die Rente zu Berrendorf leibzüch-tigerweise auf Lebzeit nutzen zu können, Reinhard damit die Renteinkünfte zu Berrendorf fehlen, solange sein Stiefvater lebt, sollen ihm von Kleinenbroich aus jährlich 99 Mtl. Hafer geliefert werden. Nach dem Tod des Stiefvaters werden diese 99 Mlt. hälftig geteilt.Wegen der Mitgift und standesgemäßen Aussteuer, die Reinhard seiner Schwester laut deren Heiratsverschreibung schuldet, wird vereinbart, daß zusätzlich nach Tod des Stiefvaters noch 2000 Tl. köln bar gezahlt oder mit 5% verzinst werden sollen. Sobald die Schwester ihr Kindteil, der Heiratsverschreibung entsprechend erhalten hat, soll sie als abgefunden gelten, es sei denn, daß ihr Bruder kinderlos sterben sollte. Tritt dieser Fall nicht ein, so sind die Eheleute Raitz v. Frentz bereit, von den besagten 2000 Tl. den Bruder 200 Tl. im voraus zu überlassen und die übrigen 1800 Tl. zu teilen; auch werden sie von den Schulden vor der hälftigen Teilung 600 Tl. im voraus übernehmen.Sollte sich ergeben, daß es weiteres Erbe von Seiten der Eltern oder des verstorbenen Oheims v. Randerath gibt, so soll auch dies hälftig geteilt werden.Es unterschreiben und hängen ihre Siegel an Reinhard v. Weims - gen. Wambach, Arnold Raitz v. Frentz und die vier genannten Schiedsfreunde.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 32
U 31/1
Bemerkung : weitere Ausf. und Abschr. in den Kästen 16 und 24



1609 Januar 9



Beschreibung : WassenbergJohann v. Randerath (- rodt) zu Horrich und Michael v. Schaesberg ( Schaeßburgh) zu Streithagen als vereidigte Vormünder ihres Vetters Reinhard v. Weims (Weimbs) genannt Wambach zu Havert einerseits und Winand Raitz v. Frentz ( Frenz) zu Schlenderhan sowie Bertram v. Ilem als nächste Verwandte der Eheleute Arnold Raitz v. Frentz und Elisabeth v. Weims gen. Wambach, ihres Sohnes, ihrer [Schwieger-] Tochter bzw. ihres Vetters, andererseits, vereinbaren eine Erbteilung zwischen genannten Mündel und den Eheleuten.Weil für die vom verstorbenen Heinrich v. Randerath zu Kleinenbroich und Stammeln (Stammen) herrührenden Güter entsprechend der am 24. Okt. 1607 zwischen genannten Ehe-leuten vereinbarten Heiratsverschreibung eine gleichmäßige geschwisterliche Teilung vorgesehen ist, wird beschlossen: Reinhard v. Weims gen. Wambach erhält den adeligen Sitz zu Stammeln mit allem Zubehör und Ackerland, Holzgerechtigkeit, Jagden, Busch, Wiesen und Brüchen. Weil dieser Teil, der Kleinenbroich gegenübergestellt wird, 3 1/2 Morgen Wiesen weniger umfaßt, sollen von Kleinenbroich aus jährlich 3 1/2 Mlt. Roggen geliefert werden, wobei diese Verpflichtung durch Zahlung von 210 Tl. köln. abgelöst werden kann. Dazu erhält Reinhard den Hof Hahnrath ( Hanrodt) zu Tegelen (Tie-) im Amt Brüggen, die Ländereien und die Rente zu Berrendorf, die Latbank zu Niederembt (-emb), den adeligen Sitz zu Wammen mit allem Zubehör zu Havert und die Kornmühle zu Tüddern mit ihrer Mahlgerechtigkeit.Die Eheleute Raitz v. Frentz sollen erblich erhalten den adeligen Sitz zu Kleinenbroich im Amt Liedberg ( Lid-) mit Ackerland, Zehnt, Wiesen Büschen und Brüchen, mit Jagd - und Holzgerechtigkeit, der Vikarie und dem Küsteramt zu Büttgen, der Kollation der Kapelle zu Kleinebroich, ferner den Hof zu Büttgen nebst allem Zubehör.Die dem Reinhard zugeteilten Immobilien könnten bei einer Verpachtung, nach Abzug der Belastungen und auf einen Roggenertrag umgerechnet, jährlich 204 Mlt. und ein Sümner einbringen, Kleinenbroich und Büttgen dagegen nur 162 Mtl. und sieben Faß, mithin 41 Mtl. und einen Sümber weniger. Des-halb soll die Hälfte dieses Unterschiedes als Wertausgleich jährlich Kleinebroich zukommen.Da dem Stiefvater Tobias v. Olmüssen (- missen) gen. Mülstroe vertraglich zugesichert ist, die Güter zu Havert und Tüddern sowie die Ländereien und die Rente zu Berrendorf leibzüch-tigerweise auf Lebzeit nutzen zu können, Reinhard damit die Renteinkünfte zu Berrendorf fehlen, solange sein Stiefvater lebt, sollen ihm von Kleinenbroich aus jährlich 99 Mtl. Hafer geliefert werden. Nach dem Tod des Stiefvaters werden diese 99 Mlt. hälftig geteilt.Wegen der Mitgift und standesgemäßen Aussteuer, die Reinhard seiner Schwester laut deren Heiratsverschreibung schuldet, wird vereinbart, daß zusätzlich nach Tod des Stiefvaters noch 2000 Tl. köln bar gezahlt oder mit 5% verzinst werden sollen. Sobald die Schwester ihr Kindteil, der Heiratsverschreibung entsprechend erhalten hat, soll sie als abgefunden gelten, es sei denn, daß ihr Bruder kinderlos sterben sollte. Tritt dieser Fall nicht ein, so sind die Eheleute Raitz v. Frentz bereit, von den besagten 2000 Tl. den Bruder 200 Tl. im voraus zu überlassen und die übrigen 1800 Tl. zu teilen; auch werden sie von den Schulden vor der hälftigen Teilung 600 Tl. im voraus übernehmen.Sollte sich ergeben, daß es weiteres Erbe von Seiten der Eltern oder des verstorbenen Oheims v. Randerath gibt, so soll auch dies hälftig geteilt werden.Es unterschreiben und hängen ihre Siegel an Reinhard v. Weims - gen. Wambach, Arnold Raitz v. Frentz und die vier genannten Schiedsfreunde.
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Altsignatur : Bestellsignatur: 2) Kasten 32
U 31/2
Bemerkung : weitere Ausf. und Abschr. in den Kästen 16 und 24



1609 Januar 9



Beschreibung : WassenbergJohann v. Randerath (- rodt) zu Horrich und Michael v. Schaesberg ( Schaeßburgh) zu Streithagen als vereidigte Vormünder ihres Vetters Reinhard v. Weims (Weimbs) genannt Wambach zu Havert einerseits und Winand Raitz v. Frentz ( Frenz) zu Schlenderhan sowie Bertram v. Ilem als nächste Verwandte der Eheleute Arnold Raitz v. Frentz und Elisabeth v. Weims gen. Wambach, ihres Sohnes, ihrer [Schwieger-] Tochter bzw. ihres Vetters, andererseits, vereinbaren eine Erbteilung zwischen genannten Mündel und den Eheleuten.Weil für die vom verstorbenen Heinrich v. Randerath zu Kleinenbroich und Stammeln (Stammen) herrührenden Güter entsprechend der am 24. Okt. 1607 zwischen genannten Ehe-leuten vereinbarten Heiratsverschreibung eine gleichmäßige geschwisterliche Teilung vorgesehen ist, wird beschlossen: Reinhard v. Weims gen. Wambach erhält den adeligen Sitz zu Stammeln mit allem Zubehör und Ackerland, Holzgerechtigkeit, Jagden, Busch, Wiesen und Brüchen. Weil dieser Teil, der Kleinenbroich gegenübergestellt wird, 3 1/2 Morgen Wiesen weniger umfaßt, sollen von Kleinenbroich aus jährlich 3 1/2 Mlt. Roggen geliefert werden, wobei diese Verpflichtung durch Zahlung von 210 Tl. köln. abgelöst werden kann. Dazu erhält Reinhard den Hof Hahnrath ( Hanrodt) zu Tegelen (Tie-) im Amt Brüggen, die Ländereien und die Rente zu Berrendorf, die Latbank zu Niederembt (-emb), den adeligen Sitz zu Wammen mit allem Zubehör zu Havert und die Kornmühle zu Tüddern mit ihrer Mahlgerechtigkeit.Die Eheleute Raitz v. Frentz sollen erblich erhalten den adeligen Sitz zu Kleinenbroich im Amt Liedberg ( Lid-) mit Ackerland, Zehnt, Wiesen Büschen und Brüchen, mit Jagd - und Holzgerechtigkeit, der Vikarie und dem Küsteramt zu Büttgen, der Kollation der Kapelle zu Kleinebroich, ferner den Hof zu Büttgen nebst allem Zubehör.Die dem Reinhard zugeteilten Immobilien könnten bei einer Verpachtung, nach Abzug der Belastungen und auf einen Roggenertrag umgerechnet, jährlich 204 Mlt. und ein Sümner einbringen, Kleinenbroich und Büttgen dagegen nur 162 Mtl. und sieben Faß, mithin 41 Mtl. und einen Sümber weniger. Des-halb soll die Hälfte dieses Unterschiedes als Wertausgleich jährlich Kleinebroich zukommen.Da dem Stiefvater Tobias v. Olmüssen (- missen) gen. Mülstroe vertraglich zugesichert ist, die Güter zu Havert und Tüddern sowie die Ländereien und die Rente zu Berrendorf leibzüch-tigerweise auf Lebzeit nutzen zu können, Reinhard damit die Renteinkünfte zu Berrendorf fehlen, solange sein Stiefvater lebt, sollen ihm von Kleinenbroich aus jährlich 99 Mtl. Hafer geliefert werden. Nach dem Tod des Stiefvaters werden diese 99 Mlt. hälftig geteilt.Wegen der Mitgift und standesgemäßen Aussteuer, die Reinhard seiner Schwester laut deren Heiratsverschreibung schuldet, wird vereinbart, daß zusätzlich nach Tod des Stiefvaters noch 2000 Tl. köln bar gezahlt oder mit 5% verzinst werden sollen. Sobald die Schwester ihr Kindteil, der Heiratsverschreibung entsprechend erhalten hat, soll sie als abgefunden gelten, es sei denn, daß ihr Bruder kinderlos sterben sollte. Tritt dieser Fall nicht ein, so sind die Eheleute Raitz v. Frentz bereit, von den besagten 2000 Tl. den Bruder 200 Tl. im voraus zu überlassen und die übrigen 1800 Tl. zu teilen; auch werden sie von den Schulden vor der hälftigen Teilung 600 Tl. im voraus übernehmen.Sollte sich ergeben, daß es weiteres Erbe von Seiten der Eltern oder des verstorbenen Oheims v. Randerath gibt, so soll auch dies hälftig geteilt werden.Es unterschreiben und hängen ihre Siegel an Reinhard v. Weims - gen. Wambach, Arnold Raitz v. Frentz und die vier genannten Schiedsfreunde.
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Altsignatur : Bestellsignatur: 3) Kasten 32
U 31/3
Bemerkung : weitere Ausf. und Abschr. in den Kästen 16 und 24



1610 Juni 29



Beschreibung : Heinrich Kanngießer quittiert Dechanten und Kapital der Domkirche zu Köln den Erhalt von 22 oberl. rhein. Goldgld., drei Mark, elf Schilling und einem Pfg. Der Betrag stand ihm am Tage der Geburt Johannes des Täufers zu wegen einer von Johann Sindorf (Seen-) herrührenden Jahrrente. Diese Quittung bestätigt die richtige Zahlung auch für alle vorangegangenen Termine, ausgenommen den Rückstand für die Jahre 1587 bis 1589 entsprechend dem mit dem Kölner Erzbischof geschlossenen Vertrag vom 23. März 1589.Der Aussteller drückt sein Siegel auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 40
Bemerkung : Anm.: Gehört lt. Rückaufschrift zur Urk. von 1455 Jan. 1 (Nr. 1792)



1613 Januar 8



Beschreibung : Haus WammenTobias v. Olmüsen (- mißen) gen. Mülstroe (Mull-) und sein Stiefsohn Reinhard v. [Weims gen.] Wambach hatten sich nach dem Tod der Mechthild v.Randerath (Randenroede), die einige Schwester und Alleinerbin des verstorbenen Heinrich v. Rande-rath war, in Anwesenheit beiderseitiger Verwandter vertrag-lich geeinigt.Damals war dem Tobias u.a. die Berrendorfer Rente zugelegt worden, doch hat sich ergeben, daß sie für ihn zu entfernt, für seinen Stiefsohn aber besser gelegen ist. Daher übernimmt nun letztgenannter diese Rente und überläßt dafür seinem Stiefvater auf dessen Lebenszeit den Zehnt zu Jabeek (- beck) und die jährlich 40 Rtl. aus dem Hof zu Domsel (Domßdall) aus den Einkünften, die dem Reinhard in seinem Heiratsvertrag gegeben worden waren.Zur Sicherstellung des Tobias verbürgt sich neben seinem Stiefsohn auch der edle und ehrenfeste Michael v. Schaesberg [in seiner Unterschrift: - burgh] zu Streithagen.Alle drei genannten unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 47



1617 Februar 22



Beschreibung : Koverstein (Kober -)Zwischen Georg und Freidrich v. Neuhof gen. Ley (Neuwenhove genanndt Leyen), Herren zu Koverstein bzw. Gervershagen, einerseits und Balthasar v. Neuhof gen. Ley andererseits waren wegen des vom verstorbenen Melchior v. Neuhof gen. Ley hinterlassenen Erbes zu Lieberhausen (Libber -) Meinungs-verschiedenheiten entstanden. Durch Vergleich vom 8. Juni 1611 waren die besagten Lieberhauser Erbgüter dann dem Balthasar erblich zugesprochen worden lt. Inhalt des damals vereinbarten Vertrages.Balthasar hat die Güter auch übernommen, sieht sich nun aber, weil er außer Landes lebt, veranlaßt, sie wieder zu veräußern.Dementsprechend überträgt er das Gut Lieberhausen mit allem Zu-behör erb-lich an den vorgenannten Georg v. Neuhof gen. Ley und an die Eheleute Volmar v. Neuhof und Anna geb. v. Neuhof gen. Ley, des besagten Georgs Eidam bzw. älteste Tochter. Vom Kaufpreis in Höhe von 2500 Tl. haben die Eheleute v. Neuhof einen Teil gezahlt und für den anderen dem Balthasar genügende Sicherheiten gestellt, was hiermit bestätigt wird.Es unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf: Balthasar v. Neuhof gen. Ley, der aber in Ermangelung seines Petschafts den Notar Adolf Schorre petschiren läßt, Friedrich v. Neuhof gen.Ley, Drost zu Neustadt (Neuw -), und Jakob v. Karthausen (C -) zu Badinghagen (Badenich -).
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 59
Bemerkung : Anm. Der Drost Friedrich v. Neuhof gen. Ley vermerkt bei seiner Unterschrift, diese erfolge unbeschadet der ihm zustehenden Verschreibung auf das Gut Lieberhausen.



1617 Februar 22



Beschreibung : KoversteinVolmar v. Neuhof (Neuwenhove) und Anna v. Neuhof gen. Ley, Eheleute zu Koverstein, bekunden, wegen der ihnen übertragenen Güter zu Lieberhausen (Libber -) ihrem Schwager bzw. Vetter Balthasar v. Neuhof gen. Ley 2500 gemeine Tl., wie sie im Amt Neustadt gängig sind, schuldig geworden sein.Zur Begleichung haben sie es übernommen, Kreditoren ihres genannten Schwagers, den ihnen übergebenen Schriftstücken entsprechend, 1045 1/2 Tl. anzuweisen, und für Pferde und an Geld haben sie 304 1/2 Tl. gezahlt. Die verbleibende Schuld von 1150 Tl. geloben sie unter Verpfändung all ihrer Habe und ihrer Güter, zur Hälfte in genau einem Jahr zuzüglich von 60 neuen Tl. als Zins der 1150 Tl. zu zahlen, den Rest nebst Zins dann in zwei Jahren.Es unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf: Volmar v. Neuhof zu Koverstein, für den aber, weil er sein Petschaft nicht bei sich hat, der Notar Adolf Schorre petschiert, Friedrich v. Neuhof gen. Ley, Drost des Amtes Neustadt, Georg v. Neuhof gen. Ley zu Koverstein und Jakob v. Karthausen (C-) zu Badinhagen (Badenich -).Darunter:1618 Mai 29Balthasar v. Neuhof gen. Ley bestätigt durch seine Unter-schrift, daß sein Vetter Friedrich v. Neuhof gen. Ley (von der Ley), Drost zu Neustadt, die in obiger Urkude genannte Summe gezahlt hat.Rückvermerk [von der Hand des Friedrich Kaspar v. Neuhof gen. Ley, um 1700]: Obligation de anno 1617 lauth welcher Volmar vam Neuenhofe undt seine Ehe..sten Anna vam Neuenhofe genant Ley sich mitsambt Görgen vam Neuenhofe fenant Ley beiderseyts vam Haus Coverstein schreiben, wird zweifelsohne der ahnfangh sein, wodurch das Haus Neuenhof ahn die halbe collatur der Kirchen zu libberhausen samt unterschriedligen lehengüthern kommen seyn, so vorhero denen van ley als uhralten einhaaberen deß hauses Coverstein pribative zugehörigh gewesen seint.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 60



1619 Mai 10



Beschreibung : Neustadt (Newstatt), auf der AmtsstubeDer feste Balthasar v. Neuhof (Newenhoff) gen. Ley hatte vor etwa acht Jahren mit einer allerdings auf Wilhelm [v.] Plettenberg lautende Vollmacht Forderungen hinsichtlich des Lieberhauser (Libber -) Sterbefalls wegen seines verstorbenen gleichfalls Balthasar genannten Vaters erhoben, und es war dabei zu Meinungsverschiedenheiten mit Georg und Friedrich v. Neuhof gen. Ley gekommen, die ihrem besagten Vetter Balthasar höchstens ein Drittel des Sterbefalls zuerkennen wollten.Man einigte sich dann dahin, daß Balthasar für sich und die Seinen das gesamte Gut Lieberhausen und dazu der Hof Deert (Derth) erblich überlassen wurde gegen Zahlung einer bestimm-ten Summe.Da Balthasar keine Möglichkeiten sah, den Besitz zu behalten, veräußerte er das Gut Deert an Friedrich v. Neuhof gen. Ley und dann Lieberhausen an Volmar v. Neuhof. Volmar wiederum verkaufte Lieberhausen an genannten Friedrich.Daraufhin meldete sich der feste Kaspar v. Neuhof gen. Ley aus Kurland (Chur -), ein Halbbruder des Balthasar [junior], machte geltend, daß er am Nachlaß des gemeinsamen Vaters Balthasar [senior] die gleichen Rechte habe wie sein Halb-bruder und erklärte sich mit der dem Wilhelm [v.] Plettenberg gegebenen Vollmacht nicht einverstanden.Zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten haben sich die Halbbrüder nun im Beisein nachbenannter Schiedsfreunde dahin verglichen, daß Kaspar seine Forderungen auf Lieberhausen an Balthasar überträgt, den zwischen diesem einerseits und Georg sowie Friedrich v. Neuhof gen. Ley andererseits vereinbarten Vertrag bestätigt und für sich wie für seine Miterben auf alle künftigen Ansprüche verzichtet. Dafür überträgt Baltha-sar seinem Halbbruder alles, was ihm von Seiten seiner ver-storbenen Eltern in Liv - (Liff -) und Kurland anerstorben ist und schenkt ihm dazu das Pferd, das er ihm vordem gestellt hatte.Sollte Balthasar ohne Leibeserben sterben, fällt seine Hinterlassenschaft an seinen Halbbruder bzw. an dessen Erben.Die Halbbrüder unterschreiben, dazu als Schiedsfreund Georg v. Neuhof gen. Ley zum Koverstein und der Drost Friedrich v. Neuhof gen. Ley, letzlich der ausfertigende öffentliche Notar Adolf Schor.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 70



1629 Januar 20



Beschreibung : Die Gebrüder Volmar und Engelbert v. Scheidtgen. Weschpfennig (vom Scheidt genadt [!] Wesphennnig) erklären, sich nach Tod ihres Vaters Gotthard wegen der beiden adeligen Häuser Elsfeld (- t) und Rott (Rodt) samt zugehörigen Gütern vergleichen zu haben und dies nun ratifizieren zu wollen.Volmar als ältester Bruder soll erblich haben das Haus Elsfeld mit dem Zubehör, wie es seine Eltern zu ihren Lebzeiten hatten, den Hof zu Uthweiler (Oitwiler) und den Hof zu Süchterscheid.Engelbert erhält erblich das Haus Rott, wie es den v. Geberz-haen (Gervershan) zur Mühlen abgekauft wurde, dazu die beiden Höfe zu Rott im Dorf und das Höfchen zu Söven.Mitübernommen werden die jeweiligen Rechte und Belastungen, Einnahmen wie Ausgaben.Von ihren anderen zur Erbschaft gehörigen Gütern wollen die Brüder die Einkünfte bis zur endgültigen Erbteilung hälftig teilen.Die Aussteller unterschreiben und mit ihnen ihr Schwager (Bru-der undt Gevatter) Rittmeister Johann Konrad v. Seelbach (Selbag) zu Zeppenfeld.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 131
Bemerkung : Anm.: Auf dem gleichen Doppelblatt auch die Abschrift der Urk. von 1646 Febr. 17 - s. da.



1634 Juni 29



Beschreibung : KölnJakob v. Karthausen (- huß) zu Badinghagen (Badinck -) und seine Ehefrau Katharina v. Schorlemer (Schorrenberrich) be-kennen, am 24. Juni (auff sant Johannesdagh tho mitsommer) d. Js. von ihrem Bruder bzw. Schwager, dem Hauptmann Georg v. Karthausen, 1400 Rtl. aufgenommen zu haben.Wegen der Kriegsläufte im Lande hat ihr Bruder ihnen eine Verzinsung mit nur 2 % eingeräumt, und zwar für acht Jahre. Ist dann die Summe nicht zurückgezahlt, so wird sie nachfol-gend mit 5% verzinst. Zu Unterpfand stellen sie ihr Gut zu Badinhagen.Der Aussteller unterschreibt.Darunter:1655 Juni 30 - Kloster DrolshagenDie Äbtissin Elisabeth v. Karthausen und [ihre Schwester] Ka-tharina v. Karthausen bestätigen durch ihre Unterschrift, daß die Gebrüder Kaspar Christoph und Engelbert v. Neuhof gen. Ley (von der Leyen) zu Listringhausen (Lysterkußen) und Badinghagen ihnen die o.g. 1400 Rtl. nebst allen rückstän-digen Zinsen bar ausgezahlt haben, und daß sie, alle Ausstel-lerinnen, dafür anstelle einer Quitttung das Original der Obligation ausgehändigt haben.Ausf., Pap.Rv.: [von der Hand des Obristen Friedrich Kaspar v. Neuhof gen. Ley] Original obligation, so jacob von Carthausen seinem halbbruder Görgeön von Carthausen, haubtman, hernachmahligem Obristleutenanten, wegen vorgeschoßener 1400 reichsthaler geben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 173



1640 August 9



Beschreibung : Haus SchlenderhanJohann Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Propst des Domstifts und der Kollegiatkirche St. Martin zu Lüttich, Jülich - ber-gischer Geheimer Rat und Kanzler a. D., erklärt, sich in seinem Testament Ergänzungen vorbehalten zu haben.Weil er seinem elterlichen Stammhaus Schlenderhan besonders zugetan war und ist, dort bei seinem verstorbenen Bruder Winand und bei dessen verstorbenen Sohn Arnold, gewesenem Amtmann zu Bergheim, stets willkommen war, obwohl er in mehr als 50 Jahren fast jedes Jahr mit Pferden udn Dienern einkehrte, weil sein Bruder Winand ihn und seine Geschwister als Waisen nach dem Tod der Eltern mit Fleiß und Sorgfalt erziehen half und dadurch verhinderte, daß er sein Glück in fremden Ländern suchen mußte, und auch, weil Arnolds Witwe und deren Kinder ihm allzeit Ehre erwiesen, hat er sich ent-schlossen, den Inhabern des Hauses Schlenderhan über das hinaus was er bereits in seinem Testament und Kodozill vermacht hat, noch das Gnadengehalt zu übertragen, das ihm Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, Herzog in Ober - und Nieder - Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, zugesagt hat, als er ihn nach langjährigen treuen Diensten von seiner Pflicht entband.Er wird den Landesherrn bitten, das rückständige Gnadengehalt an besagte Witwe auf Schlenderhan auszahlen zu lassen.Der Aussteller unterschreibt und petschiert.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 208/1
Bemerkung : Abschr. (18.Jh.), Pap. nach einer Kopie in Kasten 32Abschr. (18. Jh.), Pap. in Kasten 32Abschrift, 17. (?) Jahrhundert in Kasten 32



1640 August 9



Beschreibung : Haus SchlenderhanJohann Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Propst des Domstifts und der Kollegiatkirche St. Martin zu Lüttich, Jülich - ber-gischer Geheimer Rat und Kanzler a. D., erklärt, sich in seinem Testament Ergänzungen vorbehalten zu haben.Weil er seinem elterlichen Stammhaus Schlenderhan besonders zugetan war und ist, dort bei seinem verstorbenen Bruder Winand und bei dessen verstorbenen Sohn Arnold, gewesenem Amtmann zu Bergheim, stets willkommen war, obwohl er in mehr als 50 Jahren fast jedes Jahr mit Pferden udn Dienern einkehrte, weil sein Bruder Winand ihn und seine Geschwister als Waisen nach dem Tod der Eltern mit Fleiß und Sorgfalt erziehen half und dadurch verhinderte, daß er sein Glück in fremden Ländern suchen mußte, und auch, weil Arnolds Witwe und deren Kinder ihm allzeit Ehre erwiesen, hat er sich ent-schlossen, den Inhabern des Hauses Schlenderhan über das hinaus was er bereits in seinem Testament und Kodozill vermacht hat, noch das Gnadengehalt zu übertragen, das ihm Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, Herzog in Ober - und Nieder - Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, zugesagt hat, als er ihn nach langjährigen treuen Diensten von seiner Pflicht entband.Er wird den Landesherrn bitten, das rückständige Gnadengehalt an besagte Witwe auf Schlenderhan auszahlen zu lassen.Der Aussteller unterschreibt und petschiert.Abschr. nach einer Kopie, die der Notar Gerhard Urbach nach dem Original 1645 (März 29) abgeschrieben und durch Unterschrift beglaubigt hatte, wobei Bürgermeister und Rat der Reichsstadt Köln anschließend bestätigen, daß ihr Mitbürger Gerhard Urbach ein öffentlicher und in die städtische Matrikel eingetragener Notar sei. [Das städtische Sekretsiegel wird angekündigt, aber nicht aufgedrückt; Unterschrift: Schelgen.]
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 208/2
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 37Abschr. (18. Jh.), Pap. in Kasten 37Abschrift, 17. (?) Jahrhundert in Kasten 37



1640 August 9



Beschreibung : Haus SchlenderhanJohann Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Propst des Domstifts und der Kollegiatkirche St. Martin zu Lüttich, Jülich - ber-gischer Geheimer Rat und Kanzler a. D., erklärt, sich in seinem Testament Ergänzungen vorbehalten zu haben.Weil er seinem elterlichen Stammhaus Schlenderhan besonders zugetan war und ist, dort bei seinem verstorbenen Bruder Winand und bei dessen verstorbenen Sohn Arnold, gewesenem Amtmann zu Bergheim, stets willkommen war, obwohl er in mehr als 50 Jahren fast jedes Jahr mit Pferden udn Dienern einkehrte, weil sein Bruder Winand ihn und seine Geschwister als Waisen nach dem Tod der Eltern mit Fleiß und Sorgfalt erziehen half und dadurch verhinderte, daß er sein Glück in fremden Ländern suchen mußte, und auch, weil Arnolds Witwe und deren Kinder ihm allzeit Ehre erwiesen, hat er sich ent-schlossen, den Inhabern des Hauses Schlenderhan über das hinaus was er bereits in seinem Testament und Kodozill vermacht hat, noch das Gnadengehalt zu übertragen, das ihm Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, Herzog in Ober - und Nieder - Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, zugesagt hat, als er ihn nach langjährigen treuen Diensten von seiner Pflicht entband.Er wird den Landesherrn bitten, das rückständige Gnadengehalt an besagte Witwe auf Schlenderhan auszahlen zu lassen.Der Aussteller unterschreibt und petschiert.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 208/3
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 37Abschr. (18.Jh.), Pap. nach einer Kopie in Kasten 37Abschrift, 17. (?) Jahrhundert in Kasten 37



1640 August 9



Beschreibung : Haus SchlenderhanJohann Raitz v. Frentz zu Schlenderhan, Propst des Domstifts und der Kollegiatkirche St. Martin zu Lüttich, Jülich - ber-gischer Geheimer Rat und Kanzler a. D., erklärt, sich in seinem Testament Ergänzungen vorbehalten zu haben.Weil er seinem elterlichen Stammhaus Schlenderhan besonders zugetan war und ist, dort bei seinem verstorbenen Bruder Winand und bei dessen verstorbenen Sohn Arnold, gewesenem Amtmann zu Bergheim, stets willkommen war, obwohl er in mehr als 50 Jahren fast jedes Jahr mit Pferden udn Dienern einkehrte, weil sein Bruder Winand ihn und seine Geschwister als Waisen nach dem Tod der Eltern mit Fleiß und Sorgfalt erziehen half und dadurch verhinderte, daß er sein Glück in fremden Ländern suchen mußte, und auch, weil Arnolds Witwe und deren Kinder ihm allzeit Ehre erwiesen, hat er sich ent-schlossen, den Inhabern des Hauses Schlenderhan über das hinaus was er bereits in seinem Testament und Kodozill vermacht hat, noch das Gnadengehalt zu übertragen, das ihm Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, Herzog in Ober - und Nieder - Bayern, zu Jülich, Kleve und Berg, zugesagt hat, als er ihn nach langjährigen treuen Diensten von seiner Pflicht entband.Er wird den Landesherrn bitten, das rückständige Gnadengehalt an besagte Witwe auf Schlenderhan auszahlen zu lassen.Der Aussteller unterschreibt und petschiert.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 208/4
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 37Abschr. (18.Jh.), Pap. nach einer Kopie in Kasten 37Abschr. (18. Jh.), Pap. in Kasten 37



1641 Mai 10



Beschreibung : Schloß SchlenderhanElisabeth verwitwete Raitz v. Frentz zu Schlenderhan (- hain) geb. v. [Weims gen.] Wambach einigt sich mit Johann Wirsing, der für sich namens der übrigen Erben des Wilhelm Klauth zu Epsendorf handelt, über den Anakuf einer Hälfte der Klauthen - Büsche an der Ville (Fyllen), etwa 29 Morgen umfassend.Als Kaufpreis sollen je Morgen alsbald nach der Anerbung 25 Tl. kölnisch zu je 52 Albus gezahlt werden. Der Verkäufer soll und will dafür Sorge tragen, daß auch die Besitzer der anderen Hälfte, so den Weilzen competiren, dem Kauf zustimmen.Es unterschreiben die beiden Vertragsschließenden sowie Johann v. Galen und Ambrosius Kolb.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 217



1642 Februar 3



Beschreibung : Kloster DrolshagenDer verstorbene Obristleutnant Hans Georg v. Karthausen hatte Jakob v. Karthausen zu Badinhagen und dessen Ehefrau Katha-rina v. Schorlemer [Zuname nur in deren Unterschrift] 1400 Rtl. vorgestreckt, für die inzwischen etliches an Zins fällig geworden ist.Diese Gelder sind den Schwestern Elisabeth und Katharina v. Karthausen, Äbtissin bzw. Konventualin des Klosters Drolsha-gen, durch Schenkung, aber auch nach Erbrecht zugefallen.Genannte Eheleute und die beiden Schwestern vergleichen sich nun dieserhalb. Aus Zuneigung zu ihrem Bruder Jakob reduzie-ren die Schwestern ihre Forderung auf 760 Rtl., und die Ehe-leute verpflichten sich, die Hälfte besagter Summe auf Michaelis lfd. Js. und die andere Hälfte zu Ostern folgenden Jahres in Köln zu zahlen.Mit Auszahlung des Restes wird den Eheleuten der Schuldbrief über 1400 Rtl. quittiert zurückgegeben, und die Forderung soll dann erledigt sein. Erfolgt die Zahlung nicht wie ver-einbart, bleibt die ursprüngliche Forderung mit dem Anspruch auf Zinsen bestehen.Sollten die Eheleute allerdings infolge des Krieges Haus und Hof verlassen müssen, so wird ein weiterer Zahlungsaufschub gewährt, über den dann zu verhandeln ist.Alle vier Vertragschließenden unterschreiben, ferner auch der ausfertigende kaiserlich autorisierte öffentliche Notar Wilhelm Huppe, Kleriker der Diözese Köln.Unter einer Ausfertigung: 1655 Juni 30 - DrolshagenDie Äbtissin Elisabeth v. Karthausen und ihre Schwester Katharina quittieren, die durch obigen Vertrag vereinbarte Summe von den Gebrüdern Kaspar Christoph und Engelbert v. Neuhof gen. Ley (von der Leyen) zu Listringhausen (Lysterkußen) und Badinghagen heute bar erhalten und den Vertrag anstelle einer besonderen Quittung ausgehändigt zu haben. Beide Schwestern unterschreiben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 225



1642 Mai 7



Beschreibung : Die Eheleute Jakob v. Karthausen zu Badinghagen ( Badinck-) und Katharina v. Schorlemer verkaufen, weil sie mit Schulden überhäuft sind, in den schwierigen Kriegszeiten und bei ihrem hohen Alter keine Besserungsmöglichkeiten sehen, aber nicht Not leiden wollen, ihr adeliges Haus zu Badinghagen samt Baumhof, Garten, Ländereien, Wiesen, Büschen, Eisenhammer und allen zugehörigen Rechten, dazu den Hof in der Hesmicke (Heesmeke) unwiderruflich an Friedrich v. Neuhof (Neuwenhoff) gen., Ley, Erbgesessenen zu Lieberhausen (Libber-) und Listringhausen (Lysterk-), kurbrandenburgischen Geheimen Rat und Amtskammerpräsidenten, und dessen Ehefrau Agnes v. Schell.Wegen der Kaufsumme ist man sich einig geworden wie folgt: Die Käufer erlassen den Verkäufern ihre Schulden und geben die Obligationen zurück. Sie verpflichten sich, namens der der Verkäufer an die Äbtissin [Elisabeth] v. Karthausen zu Drolshagen 700 Rtl. und 60 Goldgld.. zu zahlen, an die Ver-käufer selbst 100 Rtl., ehe der Verkäufer nach Emmerich reist, und nach seiner Rückkehr binnen Monatsfrist nochmals 100 Rtl. Innerhalb eines Vierteljahres sollen dann weitere 100 rtl. entrichtet werden.Über all das hinaus werden binnen zwei Jahren noch 1025 Rtl. fällig, und zwar je ein Viertel zu Beginn des zweiten Jahres und anschließend alle drei Monate. dabei ist vereinbart, daß den Verkäufern beijeder Anforderung 20 oder 30 Rtl. im voraus als Abschlag gezahlt werden sollen.Außerdem übernehmen es die Käufer, an Katharina, die Tochter, die des Verkäufers verstorbener Sohn hinterließ, nach Tod der Eheleute v. Karthausen und sobald das Kind zu seinen bestett-lichen Jahren kommt, 2000 Rtl. zu entrichten, nämlich binnen eines Jahres nach bezeichnetem Zeitpunkt 500 Rtl. und dann jährlich weitere 500 Rtl., wobei eine Verzinsung unterbleibt. Tritt Katharina in der Zwischenzeit in den geistlichen Stand, so werden entsprechende Kosten nicht aus besagter Summe ent-nommen, die vielmehr zu einer Pfründe anzulegen ist. Solange das Kind bei den Verkäufern, seinen Großeltern unterhalten und verpflegt wird, gelangen die Erträge der Pfründe an diese. Sollte das Kind nach Tod beider Großeltern, jedoch noch zu Lebzeiten seiner Mutter Lukretia v. Gent, ledigen Standes oder kinderlos sterben, so sind der Mutter binnen Jahresfrist 1000 Rtl. auszuzahlen; die anderen 1000 Rtl. verbleiben dann bei den Käufern. Ist aber die Mutter bereits ohne eheliche Erben gestorben, bleiben den Käufern die gesamten 2000 Rtl.Die Käufer sollen das Kind alsbald zu sich nehmen,ihm Unterhalt und Verpflegung gewähren, es erziehen und standesgemäß kleiden, zumal die erwähnten 2000 Rtl. ja unverzinst bleiben.Das adelige Haus Badinghagen mit allem Zubehör, jedoch ohne die Höfe aud dem Kroppelsberg und auf der Bracht, die zuvor nicht zu Badinghagen gehörten, sondern später erworben wurden und jetzt auch nicht mitverkauft werden, gehen wie auch der Hof in der Hesmicke lastenfrei in den erblichen Besitz der Käufer über, doch behalten die Verkäufer auf Lebenzeit unentgeltlich das Wohnrecht auf dem Hause, das Nutzungsrecht an allen Gebäuden und die Hälfte der jährlich vom Hof Hes-micke eingehenden Pacht. Sie haben weiterhin das Recht,Holz für sich schlagen zu lassen, ohne jedoch Verwüstungen anzu-richten; das Gehölz zu Badinhagen und der Hammer allerdings gehen sogleich in den Besitz der Käufer über, wobei den Ver-käufern das Recht zugestanden wird, alle drei Monate drei Karren Eisen bei Gestellung eigener Kohlen auf dem Hammer schmieden zu lassen.Falls bei Tod eines der Verkäufer der Überlebende Haus und Gebäude zu Badinghagen nicht länger nutzen will, sollen die Käufer ihn zu sich nehmen und ihm Unterhalt, Verpflegung und Kleidung stellen.Sollten des Verkäufers Halbgeschwister mehr fordern, als ihnen aus dem Vergleich von 1600 noch zusteht, wird die mehrgenannte Summe von 2000 Rtl. entsprechend gekürzt.Beide Verkäufer und beide Käufer unterschreiben, ferner auf ihre Bitte hin Gotthard Friedrich von der Marx, Drost zu Schwerte ( Schwierte), Stephan v. Neuhof zu Neuenhof (von und zum Newenhove), kurbrandenburgischer Rat und Drost der Ämter Altena und Iserlohn (- loen), und Johann von der Mark, Drost zu Hamm. Der edle Dr. der Rechte Paulus Bitter, Gogreve der Feste Lüdenscheid, drückt von Gerichts wegen sein Petschaft auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 229/1
Bemerkung : Abschr., beglaubigt durch den öffentlichen und bei der klevischen Kanzlei immatrikulierten Notar Johannes Veldanus in Kasten 32



1642 Mai 7



Beschreibung : Die Eheleute Jakob v. Karthausen zu Badinghagen ( Badinck-) und Katharina v. Schorlemer verkaufen, weil sie mit Schulden überhäuft sind, in den schwierigen Kriegszeiten und bei ihrem hohen Alter keine Besserungsmöglichkeiten sehen, aber nicht Not leiden wollen, ihr adeliges Haus zu Badinghagen samt Baumhof, Garten, Ländereien, Wiesen, Büschen, Eisenhammer und allen zugehörigen Rechten, dazu den Hof in der Hesmicke (Heesmeke) unwiderruflich an Friedrich v. Neuhof (Neuwenhoff) gen., Ley, Erbgesessenen zu Lieberhausen (Libber-) und Listringhausen (Lysterk-), kurbrandenburgischen Geheimen Rat und Amtskammerpräsidenten, und dessen Ehefrau Agnes v. Schell.Wegen der Kaufsumme ist man sich einig geworden wie folgt: Die Käufer erlassen den Verkäufern ihre Schulden und geben die Obligationen zurück. Sie verpflichten sich, namens der der Verkäufer an die Äbtissin [Elisabeth] v. Karthausen zu Drolshagen 700 Rtl. und 60 Goldgld.. zu zahlen, an die Ver-käufer selbst 100 Rtl., ehe der Verkäufer nach Emmerich reist, und nach seiner Rückkehr binnen Monatsfrist nochmals 100 Rtl. Innerhalb eines Vierteljahres sollen dann weitere 100 rtl. entrichtet werden.Über all das hinaus werden binnen zwei Jahren noch 1025 Rtl. fällig, und zwar je ein Viertel zu Beginn des zweiten Jahres und anschließend alle drei Monate. dabei ist vereinbart, daß den Verkäufern beijeder Anforderung 20 oder 30 Rtl. im voraus als Abschlag gezahlt werden sollen.Außerdem übernehmen es die Käufer, an Katharina, die Tochter, die des Verkäufers verstorbener Sohn hinterließ, nach Tod der Eheleute v. Karthausen und sobald das Kind zu seinen bestett-lichen Jahren kommt, 2000 Rtl. zu entrichten, nämlich binnen eines Jahres nach bezeichnetem Zeitpunkt 500 Rtl. und dann jährlich weitere 500 Rtl., wobei eine Verzinsung unterbleibt. Tritt Katharina in der Zwischenzeit in den geistlichen Stand, so werden entsprechende Kosten nicht aus besagter Summe ent-nommen, die vielmehr zu einer Pfründe anzulegen ist. Solange das Kind bei den Verkäufern, seinen Großeltern unterhalten und verpflegt wird, gelangen die Erträge der Pfründe an diese. Sollte das Kind nach Tod beider Großeltern, jedoch noch zu Lebzeiten seiner Mutter Lukretia v. Gent, ledigen Standes oder kinderlos sterben, so sind der Mutter binnen Jahresfrist 1000 Rtl. auszuzahlen; die anderen 1000 Rtl. verbleiben dann bei den Käufern. Ist aber die Mutter bereits ohne eheliche Erben gestorben, bleiben den Käufern die gesamten 2000 Rtl.Die Käufer sollen das Kind alsbald zu sich nehmen,ihm Unterhalt und Verpflegung gewähren, es erziehen und standesgemäß kleiden, zumal die erwähnten 2000 Rtl. ja unverzinst bleiben.Das adelige Haus Badinghagen mit allem Zubehör, jedoch ohne die Höfe aud dem Kroppelsberg und auf der Bracht, die zuvor nicht zu Badinghagen gehörten, sondern später erworben wurden und jetzt auch nicht mitverkauft werden, gehen wie auch der Hof in der Hesmicke lastenfrei in den erblichen Besitz der Käufer über, doch behalten die Verkäufer auf Lebenzeit unentgeltlich das Wohnrecht auf dem Hause, das Nutzungsrecht an allen Gebäuden und die Hälfte der jährlich vom Hof Hes-micke eingehenden Pacht. Sie haben weiterhin das Recht,Holz für sich schlagen zu lassen, ohne jedoch Verwüstungen anzu-richten; das Gehölz zu Badinhagen und der Hammer allerdings gehen sogleich in den Besitz der Käufer über, wobei den Ver-käufern das Recht zugestanden wird, alle drei Monate drei Karren Eisen bei Gestellung eigener Kohlen auf dem Hammer schmieden zu lassen.Falls bei Tod eines der Verkäufer der Überlebende Haus und Gebäude zu Badinghagen nicht länger nutzen will, sollen die Käufer ihn zu sich nehmen und ihm Unterhalt, Verpflegung und Kleidung stellen.Sollten des Verkäufers Halbgeschwister mehr fordern, als ihnen aus dem Vergleich von 1600 noch zusteht, wird die mehrgenannte Summe von 2000 Rtl. entsprechend gekürzt.Beide Verkäufer und beide Käufer unterschreiben, ferner auf ihre Bitte hin Gotthard Friedrich von der Marx, Drost zu Schwerte ( Schwierte), Stephan v. Neuhof zu Neuenhof (von und zum Newenhove), kurbrandenburgischer Rat und Drost der Ämter Altena und Iserlohn (- loen), und Johann von der Mark, Drost zu Hamm. Der edle Dr. der Rechte Paulus Bitter, Gogreve der Feste Lüdenscheid, drückt von Gerichts wegen sein Petschaft auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 229/2
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 32



1643 Juni 16



Beschreibung : TrierDie verstorbenen Eheleute Friedrich Schenk von Schmidtburg (bergh), Obristwachtmeister, und Sybylla Elisabeth v. Gogreve hatten etliche Mobilien und Pretiosen beim Advokaten Lic. jur. Walter Roevenich in Köln laut besonderem Inventar deponiert. Nachdem der Obristwachtmeister unter Hinterlassung dreier ehelicher Kinder gestorben war, hatte seine Witwe Lothar Braun von Schmidtburg geheiratet, der nun auch Obristwachtmeister ist, und war bald darauf gestorben.Lothar Braun von Schmidtburg hatte das Begräbnis ausgerichtet und katholische Seelenmessen bestellt, war dann nach Köln ge-gangen und hatte das besagte Depositum im Beisein eines Notars und von Zeugen besichtigt und wegen der Kosten des Be-gräbnisses usw. 200 Königstl. entnommen. Dies geschah in der Meinung, es stehe ihm als Letzlebenden zu und werde von den Verwandten seiner Stiefkinder gebilligt, was allerdings nicht der Fall war.Johann Jakov [Schenk] v. Schmidtburg ließ vielmehr in seinem und seines Vaters, des Nikolaus [Schenk] . Schmidtburg zu Gemünden, Namen ohne vorherige Ankündigung dem Herrn Lothar Braun eine diesem wegen verkauften Weins noch zustehende Restsumme von etwa 244 Rtl. durch das kurkölnische Hofgericht zu Köln beschlagnahmen, bis die besagten 200 Königstl. zu-rückgegeben seien.Da Herr Lothar überzeugt war, daß ihm über die 200 Königstl. hinaus noch mehr vom Nachlaß seiner verstorbenen Frau zustehe, ließ er das gesamte Depositum mit Beschlag belegen, woraus ein nun schon seit einger Zeit schwebender Rechts-streit erwuchs.Um verdrießliche Prozesse unter so nahem Verwandten zu vermeiden, einigte man sich dann auf Vergleichsverhandlungen. Nikolaus [Schenk] v. Schmidtburg bat seinen Vetter Hugo Friedrich v. Eltz, des Trierer Domstifts obersten Chorbi-schof, und Lothar Braun seine Vetter Hans Gerhard v. Metter-nich und Pfalzel (Pfaltz), die Meinungsverschiedenheiten zu untersuchen und zu schlichten.Bei der nunmehr zweiten Zusammenkunft in Trier ist eine Eini-gung dahin erfolgt, daß Herrn Lothar Braun die dem Depositum entnommenen 200 Königstl. belassen werden und die Beschlag-nahme der etwa 244 Rtl. aufgehoben wird. Er soll aus dem Nachlaß seiner Frau bis Michaelis weitere 100 Goldgld. erhal-ten oder Silbergeschirr gleichen Wertes, und der gegen ihn gerichtete Anspruch auf Rückgabe der Mobilien, wie sie in be-sonderer Liste aufgeführt sind, wird fallen gelassen.Damit sollen alle gegenseitigen Forderungen erledigt sein.Die beiden Vertragschließenden und die beiden Vermittler unterschreiben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 238



1645 März 23



Beschreibung : KölnDer kurkölnische Landhofmeister Adolf Sigismund Raitz v. Frentz vergleicht sich wegen seines Hauses Frenz mit den Gebrüdern Arnold und Winand Raitz v. Frentz, Domherrn zu Speyer bzw. Lüttich, diese wegen ihres Hauses Schlenderhan.1) Der Sitz (Stuell) in der Kirche zu Quadrath (Quardtradt), der von altersher auf der Grablege des Hauses Frenz steht, soll diesem Haus verbleiben; das Haus Schlenderhan kann einen anderen Kirchensitz auf das Chor setzen lassen, jedoch nicht vor den des Hauses Frenz.2) Die Gebrüder zu Schlenderhan sind berechtigt, ihre Wappen im Chor anzubringen, allerdings nicht an die von altersher gebräuchliche Stelle, die dem Landhofmeister und seinen Nach-kommen vorbehalten bleibt.3) Da der Landhofmeister darauf besteht, daß ihm als Herrn zu Quadrath der Vortritt beim Opfer in der Kirche gebührt, die Gebrüder zu Schlenderhan damit aber nicht einverstanden sind, sollen beide Parteien zwei Ritterbürtige (Chevalliers) benen-nen, deren Entscheid gelten soll.4) Fällt der Entscheid gegen den Landhofmeister aus oder sollte die Herrschaft Quadrath an das Erzstift Köln als Grundherrn zurückfallen, so hat derjenige den Vortritt, der zu dieser Zeit von beiden Häusern der Älteste ist.5) Die Gebrüder beanspruchen für sich alleine die Kaninchenjagd in der Fuchshecke, was der Landhofmeister nicht duldet, weshalb bereits allerhand Mißverstand und Prozesse entstanden und weiterhin zu befürchten sind. Zur Beilegung der Meinungverschiedenheiten wird vereinbart, daß die Gebrü-der und deren Nachkommmen als Besitzer des Hauses Schlender-han künftig allein Kaninchen zu haben und Feldhühner zu fan-gen berechtigt sein sollen in der Fuchshecke, den angrenzen-den kleinen Hecken und in der Heide zwischen dem Feld und der großen Heide und dem Steinbusch. Zudem hat der Landhofmeister den Gebrüdern erblich überlassen den Kaninchenfang auf den Hundert Morgen an der gebrannten Eiche, sich und dem Hause Frenz hier aber das Setzen von Federleinen vorbehalten.Die Gebrüder haben dafür dem Hause Frenz die Jagd überlassen im Gebiet zwischen der gebrannten Eiche und dem Dorf Ichendorf, im Feld zwischen dem Dorf Quadrath und dem Ichendorfer Bach wie auch im Kirchenbruch. Die Hecke von der gebrannten Eiche am verdorbenen Garten des Boten Jung entlang bis vor Quadrath, wo der Weg ins Dorf führt, und an Kochshaus vorbei soll künftig Grenze sein, doch bleibt die Hecke selbst den Gebrüdern zum Jagen vorbehalten.In allen nicht genannten Revieren, in denen beide Häuser ge-meinsam gejagt haben, so im Gebiet von Kenten, in den großen und kleinen Steinbüschen, im Pferdtbroch und im Kaßelbroch, verbleibt es bei der gemeinschaftlichen Berechtigung.Bei künftigen Meinungsverschiedenheiten wegen der Jagd sind je zwei Ritterbürtige und ein gemeinsam zu wählender Obmann, der auch ritterbürtig zu sein hat, mit der Entscheidung zu betrauen.Die drei Vertragsschließenden unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf, ebenso der als Vermittler tätig gewesene Schwager bzw. Verwandte Heinrich Waldbott [v. Bassenheim], Herr zu Köningsfeld, Herresbach und Gelsdorf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 250/1
Bemerkung : Abschr. (17. Jh.), Pap. in Kasten 32



1645 März 23



Beschreibung : KölnDer kurkölnische Landhofmeister Adolf Sigismund Raitz v. Frentz vergleicht sich wegen seines Hauses Frenz mit den Gebrüdern Arnold und Winand Raitz v. Frentz, Domherrn zu Speyer bzw. Lüttich, diese wegen ihres Hauses Schlenderhan.1) Der Sitz (Stuell) in der Kirche zu Quadrath (Quardtradt), der von altersher auf der Grablege des Hauses Frenz steht, soll diesem Haus verbleiben; das Haus Schlenderhan kann einen anderen Kirchensitz auf das Chor setzen lassen, jedoch nicht vor den des Hauses Frenz.2) Die Gebrüder zu Schlenderhan sind berechtigt, ihre Wappen im Chor anzubringen, allerdings nicht an die von altersher gebräuchliche Stelle, die dem Landhofmeister und seinen Nach-kommen vorbehalten bleibt.3) Da der Landhofmeister darauf besteht, daß ihm als Herrn zu Quadrath der Vortritt beim Opfer in der Kirche gebührt, die Gebrüder zu Schlenderhan damit aber nicht einverstanden sind, sollen beide Parteien zwei Ritterbürtige (Chevalliers) benen-nen, deren Entscheid gelten soll.4) Fällt der Entscheid gegen den Landhofmeister aus oder sollte die Herrschaft Quadrath an das Erzstift Köln als Grundherrn zurückfallen, so hat derjenige den Vortritt, der zu dieser Zeit von beiden Häusern der Älteste ist.5) Die Gebrüder beanspruchen für sich alleine die Kaninchenjagd in der Fuchshecke, was der Landhofmeister nicht duldet, weshalb bereits allerhand Mißverstand und Prozesse entstanden und weiterhin zu befürchten sind. Zur Beilegung der Meinungverschiedenheiten wird vereinbart, daß die Gebrü-der und deren Nachkommmen als Besitzer des Hauses Schlender-han künftig allein Kaninchen zu haben und Feldhühner zu fan-gen berechtigt sein sollen in der Fuchshecke, den angrenzen-den kleinen Hecken und in der Heide zwischen dem Feld und der großen Heide und dem Steinbusch. Zudem hat der Landhofmeister den Gebrüdern erblich überlassen den Kaninchenfang auf den Hundert Morgen an der gebrannten Eiche, sich und dem Hause Frenz hier aber das Setzen von Federleinen vorbehalten.Die Gebrüder haben dafür dem Hause Frenz die Jagd überlassen im Gebiet zwischen der gebrannten Eiche und dem Dorf Ichendorf, im Feld zwischen dem Dorf Quadrath und dem Ichendorfer Bach wie auch im Kirchenbruch. Die Hecke von der gebrannten Eiche am verdorbenen Garten des Boten Jung entlang bis vor Quadrath, wo der Weg ins Dorf führt, und an Kochshaus vorbei soll künftig Grenze sein, doch bleibt die Hecke selbst den Gebrüdern zum Jagen vorbehalten.In allen nicht genannten Revieren, in denen beide Häuser ge-meinsam gejagt haben, so im Gebiet von Kenten, in den großen und kleinen Steinbüschen, im Pferdtbroch und im Kaßelbroch, verbleibt es bei der gemeinschaftlichen Berechtigung.Bei künftigen Meinungsverschiedenheiten wegen der Jagd sind je zwei Ritterbürtige und ein gemeinsam zu wählender Obmann, der auch ritterbürtig zu sein hat, mit der Entscheidung zu betrauen.Die drei Vertragsschließenden unterschreiben und drücken ihre Petschaften auf, ebenso der als Vermittler tätig gewesene Schwager bzw. Verwandte Heinrich Waldbott [v. Bassenheim], Herr zu Köningsfeld, Herresbach und Gelsdorf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 250/2
Bemerkung : Ausf., Pap. in Kasten 32



1646 Januar 13



Beschreibung : Die Eheleute Friedrich v. Neuhof gen. Ley und Agnes geb. v. Schell, die zu ziemlich hohem Alter gekommen sind, verfügen eine Teilung ihrer Güter, um Streitigkeiten unter ihren Kindern vorzubeugen, behalten sich jedoch nachträglich Ände-rungen vor.Ihr ältester Sohn Kaspar Christoph soll als Erb - und Kindteil erhalten das adelige Haus Listringhausen ( Listerkausen) mit Neuenhaus, Harkenstiel, Deert ( Deret), Ober - und Niedergenkel, den adeligen Hof Selbach, dazu alle Büsche, Wiesen und Ländereien in den Kirchspielen Meinerzhagen, Müllenbach (Mollenbeck) und Ründeroth an der in Richtung Helberg, Unnenberg und Dannenberg gelegeneen Seite der Agger (Aker).Ihr Sohn Engelbert soll erblich erhalten das adelige Haus Badinghagen mit Zubehör und den Hof Hesmicke, wie die Aussteller dies durch Vertrag von Jakob v. Karthausen und dessen Ehefrau angekauft haben mit aller Gerechtigkeit im Kirchspiel Meinerzhagen, dazu das Lehngut Lieberhausen ( Libber-) und alle Güter, Büsche, Wiesen und Ländereien im Kirchspiel Lieberhausen und zu Wiedenest bis an die Agger und ferner das, was vom adeligen Sitz Listerhof (Leister-) nebst Jagd und Fischerei als Erbschaft und ansonsten zu beanspruchen ist, das Gut im Dahl (Dael) zu Müllenbach mit aller Forderung und Pfandschaft, wie die Eheleute diese auf Obernhagen und Kuickkaukesbergh haben, dazu die Hecken und Wiesen in der Dahlbeck (Dael-) nach dem Kuckkaukes - Berge und das Gut zu Främmersbach zu Karbecke und was an Hecken sonst zu Genkel, Unnenberg, Düstersiepen (Deuster-), Vorder - und Hinter - Wülbeck, Dannemicke und Umgebung liegt. sobald der Streit wegen des Gutes Spurkenbach entschieden ist, werden die Aussteller dieserhalb noch disponieren, anderenfalls ist es zu teilen.Ihrer Tochter hatte die Aussteller im Heiratsvertrag mit Konrad Johann v. Neuhof gen. Ley zu Eibach zur Abgütung von den elterlichen Gütern eine Geldsumme zugesagt; was sie zu ihren Lebzeiten davon nicht abgeführt haben sollten, haben ihre beiden Söhne der Schwester nebst Zinsen zu zahlen. Da ihre Tochter bereits etliches an Bettzeug, Leinwand und Möbeln erhalten hat, behalten die Söhne alle beweglichen Güter, die Pfandschaften, Obligationen und Forderungen. Dabei soll der älteste Sohn die Stücke erhalten, die ihrer Art nach zusammengehören, nämlich Waschschüssel (Lampet), Leuchter und Salzfässer mit dem Tisch dazu, sowie 16 mit Wappen versehene Stuhlkissen. Engelbert erhält dafür Silberzeug in gleichem Wert. Was die Mutter am Kleidung und Leibwäsche hinterläßt, erbt die Tochter, die Frau zu Eibach, bzw. deren Tochter Agnes Josina.Das Vieh, das bei Tod der Eltern auf Listringhausen und Badinghagen steht, verbleibt den Gütern; das Vieh auf den anderen Gütern sollen sich die Söhne teilen. Der Donnershammer soll, bis der andere instandgesetzt ist, zu Listringhausen gehören, dann wieder zu Badinghagen.Sobald die Tochter zu Eibach 2000 Rtl. wegen ihres Brautschatzes erhalten hat, soll sie, der Heiratsverschrei-bung entsprechend, auf die elterlichen Güter Verzicht lei-sten. Stirbt einer ihrer Brüder kinderlos, erhält sie nach Tod der Eltern innerhalb eines Jahres nochmals 500 Ggld., jedoch kein weiteres Erbrecht.Damit es zwischen den Söhnen und ihren Nachkommen nicht zu Meinungsverschiedenheiten wegen der Jagd kommt, wird bestimmt, daß die des Hauses Listringhausen wie folgt begrenzt sein soll: Von der Agger aufwärts bis nach Grünen-born, dann zur Landstraße oberhalb des Heidhofes, weiter zum Dorf Meinerzhagen und dann nach Lengelscheid, soweit sich das Kirchspiel Meinerzhagen erstreckt. Was jenseits der Landstraße auf Badinghagen zu liegt und was das Haus Lieberhausen an Jagdgerechtigkeit hat, ist von Haus Bading-hagen zu nutzen.Kaspar Christoph als ältester Sohn hat das Recht zu wählen, ob er Listringhausen mit vorbenanntem Zubehör haben will oder lieber Badinghagen mit all dem, was diesem Hause zugesetzt wurde.Sollte Engelbert zu einem anderen adeligen Sitz kommen, so ist es wünschenwert, daß sein Bruder von ihm mit Geld oder durch Hergabe des Hofes Selbach oder anderen Gutes das Haus Badinghagen zurückerwirbt, damit beide Häuser zusammenblei-ben.Hinsichtlich des Waldgrafenamtes zu Monreberg, das dem Ausstel-ler mit den Klosterhöfen auf seine und eines Sohnes Lebenszeit vom Kurfürsten für jährlich 54 Rtl. verpachtet ist, wird bestimmt, daß der Sohn, der im Waldgrafenamt nachfolgt, auch die Klosterhöfe erhält und dafür seinem Bru-der eine einmalige oder jährliche Ausgleichzahlung leistet. Falls keiner der Söhne das Amt wahrnimmt und nur die Klosterhöfe zu verpachten sind, soll der Ertrag, soweit er die erwähnten 54 Rtl. übersteigt, geteilt werden bzw. gfls. zur Zahlung des noch rückständigen Restes vom Brautschatz der Tochter Verwendung finden.Den Armen zu Meinerzhagen werden 50 märkisch Tl. zugedacht, die von den Provisoren rentbar anzulegen sind.Da die Eheleute ihrer Nichte Agnes v. Markelsbach, die sich mehrere Jahre bei ihnen aufhielt, für ihre treuen Dienste Dank schulden, vermachen sie ihr 100 Rtl., zwei Paar Bett-laken, zwei Paar Kissenbezüge, zwei Dutzend Servietten und zwei Tischtücher.Die Aussteller unterschreiben, und der Ehemann drückt sein Petschaft auf.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 32
U 254/1
Bemerkung : Abschrift (18. Jh.), Pap. in Kasten 62Auszug in Kasten 22, Akte 1



1646 Februar 17



Beschreibung : KölnMarschall Johann Bertram [v. Scheidt gen.] Weschpfennig ( Wesphennig) vergleicht sich mit den Gebrüdern Volmar und Engelbert [v. Scheidt gen.] Weschpfennig.Er überläßt ihnen erblich die ihm gehörige Hälfte des Hofes zu Buisdorf ( Bustorff) mit Zubehör und Buschgerechtigkeit, und er wird an die Gebrüder wegen des Gütchens im Böchen keine Ansprüche mehr stellen.Dagegen soll der Marschall erblich behalten die erworbenen Güter zu Happach (Happich), wie sie von Volmar [v. Scheidt-gen.] Weschpfennig und Agnes [v.] Dernbach [Eheleuten] her-kommen und beiden Gebrüdern bisher zustanden, ebenso die Renten von 1000 rhein. Gld. in der Grafschaft Neuenahr aus Ersdorf ( Erstorff), die Kuhwiesen und die Fischerei laut fürstlichem Pfandbrief und die fünf Gld. Manngeld aus der Rentmeisterei zu Löwenberg (Lawenburg).Damit sollen die gegenseittigen Forderungen erledigt und ver-glichen sein.Alle drei Vertragsschließenden unterschreiben.Anm. 1) Auf dem gleichen Doppelblatt auch die Abschrift einer Urk. von 1629 Jan. 20 - s. da. = Nr. 131Anm. 2) Rückseitig steht - von der Hand des Kaspar Friedrich v. Neuhof gen. Ley, um 1700 - folgender Vermerk: Zeigeth uns, das Gottharth vom Scheit genant Wrechpfennig [!], ihr vatter, deßen Ehgatt Catharina von derrenbach, wie andere bei den derrenbachischen briefen inhabende documenta zeigen, gewesen; nach der heiratsverschreibungh dieses Gottharts ist zu fragen, so ich nit finde, wohl aber eine von Volmar, so sein bruder gewesen sein mus, mit agnes von derrenbach auch albrechts von derrenbachs tochter, also vermuthlich diese 2 brüder oder vettern 2 Schwestern von derrenbach, maaßen dann die briefschaften sich auf eine schwegerschaft beziehen, mueßen geheyratheth, mit deshalben, weihlen albrecht von derrenbach keine menliche erben hinterlassen, so viehle undt ansehnlige derrenbachische güter ahn die v. Werchpfennig [!] gebracht haben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 260/1
Bemerkung : Abschr., und zwar beider Urk. von 1629 Jan. 20 und 1646 Febr. 17 (von dieser nur ein Auszug) in Kasten 32



1646 Februar 17



Beschreibung : KölnMarschall Johann Bertram [v. Scheidt gen.] Weschpfennig ( Wesphennig) vergleicht sich mit den Gebrüdern Volmar und Engelbert [v. Scheidt gen.] Weschpfennig.Er überläßt ihnen erblich die ihm gehörige Hälfte des Hofes zu Buisdorf ( Bustorff) mit Zubehör und Buschgerechtigkeit, und er wird an die Gebrüder wegen des Gütchens im Böchen keine Ansprüche mehr stellen.Dagegen soll der Marschall erblich behalten die erworbenen Güter zu Happach (Happich), wie sie von Volmar [v. Scheidt-gen.] Weschpfennig und Agnes [v.] Dernbach [Eheleuten] her-kommen und beiden Gebrüdern bisher zustanden, ebenso die Renten von 1000 rhein. Gld. in der Grafschaft Neuenahr aus Ersdorf ( Erstorff), die Kuhwiesen und die Fischerei laut fürstlichem Pfandbrief und die fünf Gld. Manngeld aus der Rentmeisterei zu Löwenberg (Lawenburg).Damit sollen die gegenseittigen Forderungen erledigt und ver-glichen sein.Alle drei Vertragsschließenden unterschreiben.Anm. 1) Auf dem gleichen Doppelblatt auch die Abschrift einer Urk. von 1629 Jan. 20 - s. da. = Nr. 131Anm. 2) Rückseitig steht - von der Hand des Kaspar Friedrich v. Neuhof gen. Ley, um 1700 - folgender Vermerk: Zeigeth uns, das Gottharth vom Scheit genant Wrechpfennig [!], ihr vatter, deßen Ehgatt Catharina von derrenbach, wie andere bei den derrenbachischen briefen inhabende documenta zeigen, gewesen; nach der heiratsverschreibungh dieses Gottharts ist zu fragen, so ich nit finde, wohl aber eine von Volmar, so sein bruder gewesen sein mus, mit agnes von derrenbach auch albrechts von derrenbachs tochter, also vermuthlich diese 2 brüder oder vettern 2 Schwestern von derrenbach, maaßen dann die briefschaften sich auf eine schwegerschaft beziehen, mueßen geheyratheth, mit deshalben, weihlen albrecht von derrenbach keine menliche erben hinterlassen, so viehle undt ansehnlige derrenbachische güter ahn die v. Werchpfennig [!] gebracht haben.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 260/2
Bemerkung : Abschr. 2. Hälfte des 17. Jhs., Pap. in Kasten 32



1648 Juli 2



Beschreibung : Vor Bernhard Wendelen, pfalzneuburgischem Kammerrat und Ober-schultheißen des Amtes und Hauptgerichts Porz (Portz), und den Schöffen des Obergerichts Bensberg Heinrich Kippekäuser ( Kippenkeußer), Halfmann, Johann von Rath (Rath), Wilhelm Steinkrug, Johann Igeler, Simon Marx und Jakob Schmitt entleihen Rutger Bertram von und zu Schöller (Schöler), Herr zu Noville (Noweil),, pfalzneuburgischer Kämmerer und Amtmann zu Mettmann ( Medt-), und seine Ehefrau Mechthild v. Neuhof gen. Ley 4400 Rtl. zu Beschutt undt Vernährung ihres freiadeligen Sitzes und Gutes St. Mamerti zu Herl im Amt Porz unweit von Mülheim, und zwar von den Eheleuten Adolf v. Katterbach (C-) zur Gaul, pfalzneuburgischem Amtmann zu Porz, und Margarete v. Nechtersheim gen. Krummel....Auf Ersuchen beider Parteien bekräftigen der Schultheiß einerseits und die Schöffen andererseits die Urkunde durch ihr persönliches bzw. ihr Gerichtssiegel, und sie lassen unterschreiben durch den Gerichtsschreiber Heinrich Thurn.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 276



1651 Juli 31



Beschreibung : GimbornDie Gebrüder Kaspar Christoph und Engelbert v. Neuhof ( Newenhove) genannt Ley zu Listringhausen (Listerkausen) haben ver-schiedene Geldsummen von den Gütern zu fordern, die zum adeligen Haus Ley gehören, das jetzt an die Witwe Loison verkauft werden soll, und sie haben dieserhalb beim Amtmann Hans Peter v. Horrich Forderungen geltend gemacht gegen Eberhard Varnhagen, Hauptmann Johann Sohn, Peter v. Marcken und Felizitas Agnes v. Diepenthal.Die Parteien sind nun mit ihren beiderseitigen Anwälten zu einem Vergleich zusammengetreten, und nach Vermittlung des ganannten Amtmanns wie des Vogtes Stern haben Varnhagen und Hauptmann Sohn, die noch die Vollmacht ihrer Konsorten beizu-bringen geloben, zugesagt, den Gebrüdern v. Neuhof gen. Ley 3500 Rtl. zu zahlen. Dieser Betrag soll gegen Aushändigung der auf die verstorbenen Brüder v. Neuhof gen. Ley sprechen-den Verschreibung über 1000 Rtl. und der von den v. Hungeringhausen ( Hungerkausen) herrührenden Obligation am 30. Aug. d. Js. vorrangig aus der eingehenden Kaufsumme entrich-tet werden. Die Ankäuferin soll veranlaßt werden, die 3500 Rtl. vorab zu zahlen, sie auf dem Objekt versichert zu lassen oder den Feilruff bis zur Zahlung zurückzustellen.Die beiden Ausfertigungen werden unterschrieben von Eberhard Varnhagen, Johann Sohn und Kaspar Christoph von Neuhof gen. Ley ( von Ley).Anm.: Ein Rückvermerk [von der Hand des Friedrich Kaspar v. Neuhof gen. Ley, um 1700] lautet: Diese erbgenahmen wahren lauthere leuthe, welche ahn der lezten leyer töchter oder bastarden geheirathet gewesen.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: Kasten 32
U 298



1652 Januar 2



Beschreibung : Engelbert v. Scheidt genannt Weschpfennig, pfalzneuburgischer Landhauptmann im Oberquartier des Fürstentums Berg, vergleicht sich mit seinem Schwager Johann v. Lünick (Liennigk) zu Niederpleis, pfalzneuburgischem Amtmann zu Monheim und bergischem Rittmeister, für sich und seine Kinder erster Ehe wegen der durch seine Ehepakten begründeten Forderungen. Johann v. Lüninck erklärt sich bereit, 300 Reichstl. zu zahlen und die Wiese am Teich ( Dieck) seinem Schwager auf Lebenszeit zu überlassen. Von den 300 Reichstl. soll jede der vier Töchter Weschpfennigs 75 Reichstl. erhalten. Weil aber die Eheleute Walraf Reinhard v. Gevertzhaen und Katharina Felizitas gesamte Ernte bei Attenbach durch Hagelschlag verloren, sind ihnen vorab 100 Reichstl. auszuzahlen mit der Auflage, demnächst den drei Schwägerinnen bzw. Schwestern 25 Reichstl. zurückzugeben. Der Vertrag tritt außer Kraft, wenn v. Lüninck nicht binnen Jahresfrist alle Zahlungen geleistet hat.Die beiden Ausfertigungen werden unterschrieben und durch Aufdrücken der Petschaften bekräftigt von beiden Vertragsschließenden, den Eheleuten v. Geverthaen sowie den Schwestern Anna Katharina, ... hier ist angemerkt, es sei vor der Unterschrift der Arnolda Gisela ein Freiraum für die bei Vetragsabschluß abwesende Anna Margarethe v. Scheid genannt Weschpfennig, Ehefrau v. Neuhof genannt Ley zu Badinghagen, gelassen worden, und Arnolda Gisela v. Scheid genannt Weschpfennig.
Bestellsignatur : Verweis
Altsignatur : Bestellsignatur: 1) Kasten 32
U 300/1
Bemerkung : Abschrift, Papier, beglaubigt am 20. Jan. 1704 in Kasten 8Abschr. (1. Hälfte des 18. Jhs.), Pap. in Kasten 32


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