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Wir über uns

Das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen mit Sitz in Bielefeld ist zuständig für Landessynode, Kirchenleitung, Landeskirchenamt, Landeskirchliche Ämter und Einrichtungen, Archive der Kirchenkreise und -gemeinden sowie deren Ämter, Verbände und kirchliche Werke. Neben diesen Beständen, die beim Träger verwahrt oder im Landeskirchlichen Archiv deponiert werden, übernimmt das Landeskirchliche Archiv auch Nachlässe und verfügt auch über eine eigene Bibliothek. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Landeskirchlichen Archivs liegt in der Archivpflege. Eng arbeiten ehrenamtlich tätige Gemeinde- oder Kreissynodalpfleger/innen mit den Sachbearbeitern/innen des Landeskirchlichen Archivs zusammen. Ein breites Spektrum nimmt die wissenschaftliche Nutzung des Archivs ein. Auch genealogische Anfragen bilden einen großen Bereich.

 

Aufgaben

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen definiert sich das Landeskirchliche Archiv als Institut der kirchlichen Archivpflege, Archiv der Landeskirche und "Agentur" der westfälischen Kirchengeschichtsforschung und kirchlichen Denkmalspflege.

 

Archivneubau

Im Jahr 2010 hat das Landeskirchliche Archiv einen neu geschaffenen Archivzweckbau am Bethelplatz 2 in 33617 Bielefeld (Bethel) bezogen. Gemeinsam mit den Archiven der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel entstand dort ein kirchlich-diakonisches Archivzentrum.

Archivgeschichte

Der direkte Vorläufer der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) ist die 1815 gegründete Kirchenprovinz Westfalen. Unterlagen landesherrlicher Kirchenbehörden aus der Zeit vor 1815 befinden sich im Staatsarchiv Münster (z.B. Konsistorium Minden-Ravensberg), ebenso die Urkunden und Akten der im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehobenen Klöster und Stifte. So beginnt die provinzial- bzw. landeskirchliche Archivtradition erst 1815; dagegen bewahren die Archive der Kirchengemeinden auch ältere Belange der gemeindlichen Selbstverwaltung aus dem 17. und 18. Jahrhundert, vereinzelt seit der Reformation und aus vorreformatorischer Zeit.

 

 

Die westfälische Provinzialsynode von 1893 beschloss die Errichtung eines Provinzialkirchenarchivs und bestellte einen nebenamtlich tätigen Archivvorstand. Dessen Sammeltätigkeit erlahmte im Ersten Weltkrieg und wurde nicht wieder aufgenommen. Seit 1931 kümmerte sich Dr. Ludwig Koechling im Honorarauftrag und mit Unterbrechungen um das Provinzialkirchenarchiv, die Altregistratur des Evangelischen Konsistoriums in Münster und die Archivpflege bei den einzelnen Kirchengemeinden.

 

 

Erst die Landessynode 1961 schuf die Stelle eines Landeskirchlichen Archivars; 1963 nahm Dr. Hans Steinberg seine Arbeit auf. Er schuf das Landeskirchliche Archiv (LkA EKvW) und setzte die Archivpflege in den Kirchenkreisen und Gemeinden fort. Seit 1985 wurde das Landeskirchliche Archiv schrittweise räumlich und personell bis zur heutigen Ausstattung erweitert. Das westfälische Kirchenarchivgesetz von 1989 bestimmte das Landeskirchliche Archiv als Institut der kirchlichen Archivpflege, als Archiv der Landeskirche und als Agentur der westfälischen Kirchengeschichtsforschung und der kirchlichen Denkmalpflege.

 

 

Das Landeskirchliche Archiv verfügt über rund 10.000 laufende Regalmeter Archivalien, darunter 847 Urkunden aus der Zeit seit 1235. Es handelt sich vorwiegend um Unterlagen aus der provinzial- und landeskirchlichen Verwaltung seit 1815 sowie deponierte Archive von Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Daneben gibt es noch ca. 170 Nachlässe von kirchlich bedeutenden Persönlichkeiten u.a. Hans Ehrenberg, Präses Karl Koch, Johannes Kuhlo und Präses Ernst Wilm. Überregionale Bedeutung haben die Sammlung Wilhelm Niemöller zum Kirchenkampf und die Sammlung Kurt Gerstein.

 

 

Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen definiert sich das Landeskirchliche Archiv als Institut der kirchlichen Archivpflege, Archiv der Landeskirche und als Agentur der westfälischen Kirchengeschichtsforschung sowie der kirchlichen Denkmalspflege. Vor diesem Hintergrund fungiert das Landeskirchliche Archiv zudem als Herausgeber der Archivmitteilungen der Evangelischen Kirche von Westfalen (jährlich) und der Schriften des Landeskirchlichen Archivs (seit 1995). Ferner fungiert das Landeskirchliche Archiv als Geschäftsstelle der Kommission für kirchliche Zeitgeschichte für Westfalen und arbeitet mit dem Verein für Westfälische Kirchengeschichte zusammen.

Archivische Standards

Die für das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen erfassten archivischen Standards bilden die Arbeitsabläufe und Tätigkeitsmerkmale in den verschiedenen Aufgabenbereichen des Landeskirchlichen Archivs ab, wie sie sich aus seiner gesetzlichen Aufgabenstellung ergeben:

 

Überlieferungsbildung

Archivpflege

Erschließung

Bestandserhaltung und Archivhygiene

Benutzung

Öffentlichkeitsarbeit

Kirchenbuchwesen

Bibliothek

Büroorganisation und Dienstbetrieb

 

Die Aufstellung von Regeln und standardisierten Tätigkeiten innerhalb dieser Aufgabenbereiche soll zur Optimierung der Arbeitsabläufe beitragen. Weniger die wirtschaftliche Effizienz steht dabei im Vordergrund sondern vielmehr ein abgestimmtes Arbeiten gerade bei wiederkehrenden ähnlich gelagerten Vorgängen. Rechtsgrundlagen, Schnittstellen und Verantwortliche bei der Aufgabenerledigung werden definiert. Die Standards sollen somit zur Vereinfachung, Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Einheitlichkeit beitragen. Intern wird einerseits das Archivteam von Rückfragen und Absprachen entlastet. Auf der anderen Seite hat die Aufgabenerfüllung des Landeskirchlichen Archivs aufgrund seines gesetzlichen Auftrags eine hohe Außenwirkung in der Archivberatung der kirchlichen Körperschaften, der Nutzbarmachung historischer Quellen und der Öffentlichkeitsarbeit. Auch hier sollten die Standards helfen, die in der Anwendung der Archivgesetze auftretenden Ermessens- und Handlungsspielräume abgestimmt auszufüllen. Darüber hinaus bergen sie einen wirtschaftlichen Vorteil, tragen sie doch durch kontrollierte Übernahme und Verzeichnung, Bestandserhaltung und überlegten Personaleinsatz zu dauerhafter Kostenersparnis bei.

 

Die vorliegenden archivischen Standards für das Landeskirchliche Archiv basieren auf dem größtmöglichen Konsens aller Mitarbeiter. Ihnen allen gilt an dieser Stelle Dank für die konstruktive Mitarbeit. Die Standards werden mit jedem Arbeits- und Erkenntnisfortschritt eine Weiterentwicklung erfahren. Sie stellen also eine Momentaufnahme des derzeitigen Anspruchs an die Aufgabenerfüllung dar. Ergänzungen sind in diesem Sinne jederzeit willkommen.

 

In den Tätigkeitsbeschreibungen sind bei der Nennung von Personen oder Personengruppen zwar i.d.R. beide Geschlechter gemeint, vielfach jedoch wurde auf die Nennung der weiblichen neben der männlichen Form verzichtet. Die übersichtlichere Lesbarkeit und Textkürze entschädigen dafür.