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Kontrolle durch Befestigung

Archivale des Monats Juli
Dienstag, 30. Juni 2026 - 12:06

Juli: Kontrolle durch Befestigung

Nach seiner Wahl zum Fürstbischof von Münster 1650 geriet Christoph Bernhard von Galen (auch bekannt als „Bomben-Bernd“) rasch in einen Konflikt mit seiner Residenzstadt, die infolge ihrer Rolle als Verhandlungsort des Westfälischen Friedens nach mehr Autonomie mit dem Ziel der Reichsfreiheit strebte. Der resultierende Machtkampf eskalierte und gipfelte in zwei Belagerungen, die 1661 zur Kapitulation der Stadt führten. Zur militärischen Herrschaftsabsicherung ließ Galen die westliche Stadtmauer niedergelegen und eine mit eigener Garnison besetzte Zitadelle mit freiem Schussfeld auf die Stadt errichten.

Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) war die Zitadelle jedoch von so geringem Verteidigungswert, dass man sie schleifte und ab 1767 an ihrer Stelle das neue Residenzschloss für den Fürstbischof erbaute.

Noch kurzlebiger war im übrigen die Zitadelle, die Galen ab 1655 als weitere Residenz im Norden Coesfelds erbauen ließ: diese nach dem ersten Bischof von Münster benannte Ludgerus-Burg verfiel nach Galens Tod 1678 aufgrund des Desinteresses seiner Nachfolger und wurde schon 1688 wieder abgerissen.

LAVNRW W, W 051/Kartensammlung A, Nr. 1214.

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