Juni: Wandel durch Verteidigung (Archivale des Monats)
Nachdem das Dorf Südlohn im westlichen Münsterland im Lauf des Spanisch-Niederländischen Krieges (1568-1648) mehrfach von marodierenden Truppen überfallen und geplündert worden war, wandten sich die Einwohner an ihren Landesherrn, den münsteraner Fürstbischof Ernst von Bayern, und erhielten 1597 von ihm die Erlaubnis, ihr Dorf zu befestigen.
Die aus den entsprechenden Planungen hervorgegangenen Ansichten zeigen, wie tiefgreifend sich der Ort und seine Umgebung verändern sollten. Das bislang offen zwischen Feldern und Gewässern liegende Dorf wurde zwar nicht, wie der Plan es offenbar vorsah, mit einer massiven Steinmauer und fünf Türmen, aber doch mit einem Erdwall und einem Wassergraben umgeben und war nur noch durch zwei Tore zugänglich. Diese Verteidigungsanlagen boten indessen lediglich Schutz gegen kleinere Banden und konnten etwa 1598 ein 30.000 Mann starkes spanisches Heer nicht an der Besetzung der Region hindern. Der Verlauf von Wall und Graben ist noch heute im Stadtplan erkennbar.
LAVNRW W, W 051/ Kartensammlung A, Nr. 1817 (Ausschnitt) und Nr. 427.