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Tuesday, 7. September 2021 - 10:18

Fachartikel zur Multispektraldigitalisierung

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie (ZfBB) ist ein Artikel zur Sichtbarmachung zerstörter Schrift durch Multispektraldigitalisierung erschienen. Dr. Benjamin Kram, Leiter unseres Technischen Zentrums in Münster-Coerde, und sein Mitarbeiter Kristian Peters stellen darin die Ergebnisse eines Pilotprojekts im Landesarchiv NRW anhand von Beispielen der sogenannten „Kahnakten“ vor.

Das Besondere an der Multispektraldigitalisierung – im Unterschied zu herkömmlichen digitalen Aufnahmeverfahren – ist die Verwendung von zusätzlichen Lichtspektren. Während eine gewöhnliche digitale Aufnahme bisher nur im Bereich des sichtbaren Lichts erstellt wird, kommen jetzt auch weitere Lichtspektren wie z.B. ultraviolettes Licht (also UV-Licht) oder Infrarotlicht zum Einsatz. Mit diesem Vorgehen wird versucht, die noch vorhandenen Reste einer beschädigten und normalerweise nicht mehr erkennbaren Information (z.B. ein durch Wasser ausgewaschener oder durch Feuer verkohlter Text) digital zu erfassen und virtuell wieder erkennbar zu machen. Diese neue Digitalisierungstechnik eignet sich grundsätzlich für alle geschädigten Archivalien, vorausgesetzt, es sind noch ausreichend starke Spuren der geschädigten Information auf der Trägersubstanz – beispielsweise Papier oder Pergament – vorhanden.

Die Multispektraldigitalisierung ist besonders im Hinblick auf die stark beschädigten Kahnakten von großer Bedeutung. Dank ihr können Schriften wieder sichtbar gemacht werden, die sonst vielleicht dauerhaft verloren geblieben wären.

Wer sich für diese äußerst erfolgsversprechende Technologie interessiert, kann den Aufsatz in der ZfBB, Jahrgang 68 (2021), Heft 4 nachlesen. Es liegt zur Ansicht im Lesesaal in Duisburg aus.