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Das bietet das Archivportal

Das Portal „Archive in Nordrhein-Westfalen“ eröffnet sparten- und institutionenübergreifend einen Zugang zur reichen Archivlandschaft in NRW: 

  • Mehr als 475 Einrichtungen 
  • Mehr als 6500 Findmittel zu Beständen
  • Über 3 Millionen recherchierbare Archivalien
  • Mehr als 180.000 Digitalisate von  Archivalien

Recherche im Archivportal

  • Schneller Zugang über die Karte zu Archiven aller Sparten und zu Informationen über ihre Aufgaben und Bestände.
  • Detailinformationen vieler Archive zu ihren Beständen:
    • Findbücher: Informationen über Archivalien
    • Digitalisate von einem kleinen Teil der Archivalien
  • Archivsparten übergreifender Zugang zu den Beständen über die Schlagwortsuche.
  • systematischer Überblick über die Beständestruktur ausgewählter Archive mit Hilfe der navigierenden Suche. 
  • Der größte Teil der Archivalien kann vor Ort in den Lesesälen eingesehen werden.
Neuigkeiten

Archivale des Monats Dezember 2021

Der Tietze Lejjenad stellt 1928 den ersten Weihnachtsbaum auf dem Markt auf - Neue Quellenedition des Stadtarchivs zum Warenhaus Tietz in Aachen

Stadtarchiv Aachen. Was heute ein alljährlich gewohntes Bild ist, ist in Aachen 1928 auf Initiative des Warenhauses Tietz entstanden: Die Aufstellung eines Weihnachtsbaums auf dem Marktplatz in Aachen war eine Idee der Firmenleitung in Aachen in Person von Ernst Pintus.

In dem als Archivale des Monats präsentierten Antrag schrieb er am 29. November 1928 an die Stadt:

„In den letzten Jahren hat sich in verschiedenen deutschen Städten eine Sitte eingeführt, die wohl aus Amerika herübergekommen ist, auf öffentlichen Plätzen einen Weihnachtsbaum mit elektrischer Beleuchtung aufzustellen. Wir erlauben uns die Anregung, auch hier in Aachen auf dem historischen Marktplatz einen Weihnachtsbaum von Anfang Dezember bis Weihnachten aufzustellen, der an das städtische Lichtnetz angeschlossen wird. Wir erklären uns bereit, den Baum zu stiften, für die Aufstellung und Installation der Beleuchtung zu sorgen, wenn das Elektrizitätswerk seinerseits uns den Anschluss der Lichtleitung ermöglichen wird. […] Für die Grosskölnstraße haben die Hausbesitzer eine besondere Weihnachts-Lichtdekoration beschlossen und genehmigt erhalten und wir glauben, dass als Abschluss dazu ein Weihnachtsbaum auf dem Marktplatze besonders schön wirken wird. Ueber den Aufstellungsort, ob auf dem Marktplatz oder auf dem Platz vor dem Brunnen, wäre natürlich auch noch zu unterhandeln.“

Der Baum sollte dann auf dem Marktplatz aufgestellt werden, entschied die städtische Bauverwaltung. An dem Baum durfte keine Reklame angebracht werden. Zusätzlich beschied die Bauverwaltung: Der Baum „muß eine ausreichende Standsicherheit haben, die auch einem stärkeren Sturm Widerstand leisten kann. Er darf nicht feuergefährlich oder belästigend sein.“

Die Korrespondenz wurde in einer Bauakte zum Tietz-Gebäude überliefert. Sie zeigt, dass der Konzern sich aktiv am öffentlichen sozialen Leben der Stadt beteiligte; sicherlich war es auch betriebswirtschaftlich sinnvoll, mit einer solch neuen Attraktion möglichst viele Aachenerinnen und Aachener zum Standort des Warenhauses zu locken. Die städtische Baupolizei genehmigte die Aufstellung eines Baumes für den Zeitraum vom 12. bis 27. Dezember 1928. Alle Kosten trug das Unternehmen.

Diese Quelle wird mit 50 anderen im neuen Quellenband des Stadtarchivs Aachen vorgestellt:

Das Warenhaus Tietz in Aachen – Ein Bauwerk im Spannungsfeld von Zeitgeschichte und Architektur (Aus den Quellen des Stadtarchivs Aachen, Band 5), ISBN: 978-3-00-069326-7

Das neue Buch umfasst Beiträge von Prof. Dr. Daniel Lohmann und Maike Scholz, die das ehemalige Warenhaus Tietz – nach der sog. Arisierung ab 1933: Kaufhof – aus der Perspektive der Bau- und Architekturgeschichte vorstellen, und von Dr. Thomas Müller und Dr. René Rohrkamp, die den Tietze Lejjenad in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt verorten. Edierte und kommentierte historische Quellen, darunter zahlreiche bislang unveröffentlichte Pläne und Fotos aus dem Stadtarchiv, vertiefen das Bild.
Der Band erscheint im Schuber; er umfasst 240 Seiten, vier großformatige Beilagen und eine Großpostkarte. Das Buch ist ab dem 13. Dezember für 25 Euro beim Stadtarchiv (0241 432 4972 oder stadtarchiv@mail.aachen.de) sowie im lokalen Buchhandel erhältlich.

 

Quellen:
Stadtarchiv Aachen, BAU 3-2181, fol. 43f