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Phönix aus der Asche?

Archivale des Monats September
dinsdag, 1. september 2026 - 11:45

Phönix aus der Asche? (Archivale des Monats von LAVNRW W)

Mehr oder weniger verheerende Feuersbrünste gehören vielerorts zur Stadtgeschichte. Abgesehen von Kriegseinwirkungen wurden sie zumeist durch Funkenflug aus Kaminen oder offenen Feuerstellen in den Häusern oder Selbstentzündung in gärenden Heu- bzw. Strohlagern verursacht und durch enge Bebauung sowie mangelnden Brandschutz begünstigt. Zudem waren oft nur unzulängliche Feuerlöschmittel wie Eimer und Handdruckspritzen vorhanden.

In Ahaus kam es im Oktober 1863 innerhalb weniger Tage und offenbar unabhängig voneinander gleich zu zwei Bränden: Nachdem zunächst „nur“ vier Häuser niederbrannten, wurden drei Tage später etwa 90% der städtischen Bausubstanz zerstört, darunter das Schiff der gotischen Kirche und die Synagoge. Die betroffenen Menschen verloren nicht nur ihr Obdach und ihren gesamten Besitz, sondern in vielen Fällen durch die Zerstörung von Nahrungsvorräten, Viehfutter und Saatgut auch die Grundlagen für einen Neuanfang. 

Die Katastrophe wirkte sich langfristig in zweierlei Hinsicht aus: Zum Einen entstanden beim Wiederaufbau vermehrt Steinhäuser in größeren Abständen an breiteren Straßen, zum Anderen wandelte sich die wirtschaftliche Struktur des vormals agrarisch geprägten Ackerstädtchens durch die Entstehung bzw. Ansiedlung von Fabriken.

LAVNRW W, W 051/Kartensammlung A, Nr. 12605.