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EVENT

Wednesday, 13. September 2023 - 00:00 Uhr bis Thursday, 15. June 2023 - 00:00 Uhr

Clemensstraße 17
44789 Bochum
Germany

Vom 13.-15. September 2023 laden die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, die Historische Kommission für Westfalen, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen und die Stif-tung Geschichte des Ruhrgebiets zu einer Tagung zur Ruhrkrise von 1923 ein.

Vom 13.-15. September 2023 laden die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, die Historische Kommission für Westfalen, das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen und die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets zu einer Tagung zur Ruhrkrise von 1923 ein. Tagungsort ist das Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum. Das detaillierte Tagungsprogramm mit Anmeldungsunterlagen wird bis Dezember 2022 auf den Homepages der beteiligten Einrichtungen bereitgestellt.

Der Einmarsch französischer und belgischer Truppen in das Ruhrgebiet im Januar 1923 eröffnete ein Jahr, das die Weimarer Republik vor ernsthafte Herausforderungen stellte. Bis heute prägt die Vorstellung eines verlängerten Kriegszustandes an Rhein und Ruhr das Bild des „Krisenjahres“ 1923. Doch herrschte über den zeitgenössisch auch propagandistisch von allen Seiten aufgeladenen „Ruhreinbruch“ bei den Ententemächten keineswegs Einigkeit. Die Tagung wird die jeweiligen Interessen Großbritanniens, Frankreichs und Belgiens im Rahmen einer transnationalen Herangehensweise kritisch hinterfragen, sowohl in ihrer politischen als auch wirtschaftlichen Dimension.

Die Besetzung verfolgte das Ziel, aus dem Ruhrgebiet Kohle und Koks als produktives Pfand zur Versorgung der eigenen Industrien abzuziehen, was unmittelbare Konsequenzen für Wirtschaft und Unternehmen im Ruhrgebiet hatte. Die nationale Empörung in Deutschland war groß, ein Generalstreik im Ruhrgebiet mit vielen Sabotageakten gegen Gütertransporte die Folge. Konflikte mit den Besatzern waren zwangsläufig, wenngleich hier die Wirkung in alltagsgeschichtlichen Zusammenhängen näher zu beleuchten und zu hinterfragen ist, wer denn die jeweiligen Konfliktpartner jenseits der großen Politik vor Ort waren. Denn die Krise war nicht allein durch den sog. „Ruhrkampf“ geprägt, sondern von einer immensen Inflation und hohen Arbeitslosigkeit. Beeinträchtigungen des Alltagslebens und der sozioökonomischen Verhältnisse waren vielfältig und betrafen auch die Mobilität, nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die individuelle. Insofern ist zu differenzieren, welche Ursachen resp. Maßnahmen womöglich jeweils mit regionalen und lokalen Unterschieden das Leben der Menschen in der Ruhrkrise beeinträchtigte.

Die Polarisierung der Verhältnisse wurde durch Spartakisten und Kommunisten ebenso gefördert wie durch rechtsextremistische Kräfte und ehemalige Freikorps-Angehörige und fand im blutigen Karsamstag oder im Fall Schlageter Kristallisationspunkte. Dem Aufruf zum passiven Widerstand und seiner Unterstützung durch die Reichsregierung folgte im Laufe des Sommers die Sorge vor einer „Versackungspolitik“ und Tendenzen zu separatistischen Lösungen im Rheinland, die einhergingen mit verfassungsrechtlichen Fragen.

Die Tagung will viele dieser Entwicklungen und Überlegungen aufnehmen und beleuchten. Nach einem Eröffnungsvortrag von Robert Gerwarth über die Ruhrbesetzung im Kontext der internationalen politischen Entwicklung der 1920er Jahre am Abend des ersten Veranstaltungstages, werden am zweiten und dritten Tag in insgesamt sieben Sektionen 19 Beiträge die folgenden Themenblöcke behandeln:

  • Wirtschafts- und unternehmensgeschichtliche Aspekte
  • Verfassung, Recht und Gewalt
  • Migration und Mobilität
  • Transnationale Aspekte
  • Preußische und regionale Aspekte
  • Lokalgeschichtliche Aspekte
  • Alltag und Kultur

Ihre Mitwirkung als Referent/in oder Sektionsleiter/in zugesagt haben Philipp Bender, Stefan Berger, Frank Bischoff, Mechthild Black-Veldtrup, Gertrude Cepl-Kaufmann, Hendrik Cramer, Conan Fisher, Robert Gerwarth, Anne Godfroid, Mark Haarfeldt, Michael Kanther, Hein Klemann, Ulrich Kober, Georg Mölich, Benedikt Neuwöhner, Julia Paulus, Andreas Pilger, Helmut Rönz, Kai Schäder, Martin Schlemmer, Daniel Schmidt, Margrit Schulte Beerbühl, Ralf Stremmel, Guido Thiemeyer, Stefanie van de Kerkhoff und Dieter Ziegler. Das detaillierte Programm wird ab Oktober 2022 auf den Homepages der Veranstalter bereitgestellt: