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Störung bei der Archivgutsuche

 

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Archivale des Monats August

Montag, 3. August 2026 - 07:00

KAV, C 2, Nr. 172, Bl. 74

Aus einem Zivilprozess wird ein Hexenverhör: 

Um 1600 wurde gegen Sibilla („Beel“) This aus dem Kempener Land ein Verfahren angestrengt, nachdem ihr Nachbar Ersatz für Schäden an Hof und Vieh verlangt hatte. Im Verlauf des Verfahrens geriet sie unter den Verdacht der Hexerei und wurde der Folter unterworfen. Unter dieser belastete sie weitere Frauen als vermeintliche Mittäterinnen. In den Zeugenaussagen ist von angeblichen Hexenflügen, dem „schwarzen Mann“ und dem Hülser Berg als vermeintlichen Versammlungsort der Hexen die Rede. Das Schriftstück zeigt, wie aus einem alltäglichen Nachbarschaftskonflikt durch Gerüchte, Leumundszeugnisse und erzwungene Geständnisse ein Hexenprozess entstehen konnte. Ein solcher Verfahrensverlauf war im 16. und 17. Jahrhundert, dem Höhepunkt der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung, kein Einzelfall.