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Großformatscanner im Stadtarchiv Gladbeck in Betrieb

Donnerstag, 16. Juli 2026 - 00:54

Großformatscanner im Stadtarchiv Gladbeck in Betrieb

Seit 2023 ist das Stadtarchiv Gladbeck mit der Entwicklung einer eigenen Digitalisierungsstrategie befasst. Wesentliche Grundlage: die Beschaffung professioneller Scansysteme, ohne die keine fachgerechte Retrodigitalisierung der archiveigenen Bestände in Auswahl zur Präsentation im Internet bzw. im Lesesaal möglich ist. Über den Austausch eines veralteten Filmlesegerätes durch ein modernes Scansystem wurde an dieser Stelle bereits berichtet. Nun wurde ein weiteres System angeschafft, das auch die Bearbeitung von Vorlagen größer als DIN A0 erlaubt, mit dem Ziel, dem Nutzer über organisationseigene, regionale und überregionale Websites, Portale und Online-Informationssysteme mehr digitalisierte Archivquellen insbesondere aus dem Sammlungsgutbereich bereitzustellen.

Darunter wird explizit auch die Nutzung der Web 2.0-Angebote verstanden. Und zwar zunächst in der Form, dass das Stadtarchiv Gladbeck die breit bespielten und sorgsam gepflegten Instagram- und Facebook-Auftritte der Stadtverwaltung über die Bereitstellung von teils unveröffentlichten Digitalkopien und den zugehörigen Kontextinformationen aktiv unterstützen wird. Der Service findet sich bereits mit beachtlicher Reichweite für den Archivträger angeboten, soll aber mit den Chancen, die der neue Großformatscanner mit Blick auf die verbesserte Außen- und Innenpositionierung des Stadtarchivs bietet, verstetigt und sukzessive ausgebaut werden.

Große Mengen an überformatigen und fragilen Unterlagen, Karten, Pläne, Risse usw., sind derzeit leider aus konservatorischen Gründen für die Vorlage im Lesesaal für Forscher, Schüler und Studierende gesperrt. Finanzmittel für die sehr kostenaufwendige Restaurierung der Vielzahl an Originaldokumenten sind für die Kommune selbst langfristig angesichts der allgemeinen Haushaltslage nicht in Sicht, jedenfalls nicht in größeren Mengengerüsten. Im Rahmen sog. Inhouse-Digitalisierungen werden die unikalen Sammlungen des Hauses, v.a. großformatige Künstlergrafiken, Plakate, Karten- und Planmaterial, darunter Radierungen, Lithografien, Linolschnitte, Holzschnitte von Künstlern wie Wilhelm Zimolong, Eduard Bischoff, Fredi Timme u.v.a., zukünftig sowohl für die Forschung als auch für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies wird die Sichtbarkeit der Werke erhöhen, deren Auseinandersetzung fördern und die Rolle des Stadtarchivs als außerschulischen Lernort stärken. Nicht zuletzt werden die Originalzeugnisse vor weiteren physischen Abnutzungen und Umwelteinflüssen rechtzeitig geschützt.

Weil die Wahrnehmung des Stadtarchivs Gladbeck ohne umfangreiche digitale Angebote mittelfristig spürbar abnehmen wird, muss es sich zu einem zentralen digitalen Gedächtnis der Kommune wandeln! Mit digitalen Kopien können nicht nur innovative Präsentationsformate entwickelt werden, z.B. virtuelle Ausstellungen oder interaktive Online-Galerien. Indem diese Formate ein breiteres Publikum ansprechen, lassen sich gerade über die Online-Bereitstellung von teils schwer zugänglichen Archivquellen im Web 2.0 und anderen Plattformen neue Zielgruppen für das Stadtarchiv erschließen.

Die Anschaffungskosten des Großformatscanner beliefen sich insgesamt auf 68.500 Euro. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat gemäß seinen Förderrichtlinien 30 Prozent der förderfähigen Kosten übernommen, dazu mehr hier.