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Mariupol – Herford und zurück: Besuch von Zwangsarbeiterinnen im Mai 1994

Montag, 4. April 2022 - 08:56

Neues von Gestern – Blicke ins Kommunalarchiv Herford
April 2022

Mariupol – Herford und zurück: Besuch von Zwangsarbeiterinnen im Mai 1994

In den Berichten über den Ukraine-Krieg wird häufig die Stadt Mariupol genannt. Eine Stadt, zu der Herford eine besondere Beziehung hat: Im Mai 1994 kamen auf Einladung des Stadtrates 21 ukrainische Frauen aus Mariupol nach Herford, die als Zwangsarbeiterinnen im Zweiten Weltkrieg in Herford arbeiten mussten. Im Vorfeld des Besuchs recherchierten Historiker im Archiv die Geschichte zur Zwangsarbeit im Kreis Herford und veröffentlichten ihre Ergebnisse in dem Buch „Mariupol – Herford und zurück. Zwangsarbeit und ihre Bewältigung nach 1945.“

50 Jahre nach Kriegsende hatte sich die Stadt Herford verändert, die politische und gesellschaftliche Situation war eine völlig andere. Die Einladung der Zwangsarbeiterinnen war mit dem Wunsch nach Versöhnung verbunden. Höhepunkt des Aufenthaltes war ein Abend in der VHS, bei dem die Gäste mit Herfordern, die sie damals kennengelernt hatten, zusammentrafen. „Die Freude auf allen Seiten war groß. Es wurde gelacht, gestaunt und geweint. Viele der damals heimlich geschlossenen Freundschaften wurden nach 50 Jahren wiederbelebt.“ Der Besuch trug dazu bei, ein bislang tabuisiertes Thema historisch aufzuarbeiten und der Wiedergutmachung ein Stück näher zu kommen.

 

Buchtitel:

Helga Kohne und Christoph Laue: Mariupol – Herford und zurück. Zwangsarbeit und ihre Bewältigung nach 1945. Ein Lesebuch der Geschichtswerkstatt Arbeit und Leben DGB/VHS, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1995.
 

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