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Neuigkeiten

Donnerstag, 4. November 2021 - 07:14

Hauptsache günstig, schnell verfügbar und modisch. So in etwa dachten die Menschen in den 1860ern über die sogenannten „Berliner Möbel“, ähnlich wie wir heute über die Produkte eines schwedischen Möbelgiganten. Berlin galt als Standort der stärksten Möbelindustrie im ganzen Land. Die Produkte schienen konkurrenzlos, bis der Herforder Geschäftsmann Gustav Kopka sein anfangs kleines und lokalansässiges Möbelgeschäft um eine Fabrik erweiterte, ins Umland expandierte und schließlich den Beginn der Serienmöbelfertigung in Ostwestfalen-Lippe markierte. Auch heute noch gilt unsere Region als Zentrum der deutschen Möbelindustrie, die fast ein Drittel der landesweiten Produktion ausmacht. Den Erfolg hatte Kopka damals seiner „Startup-Mentalität“ zu verdanken: Er schaltete als erster Geschäftsmann überregional Werbeanzeigen und wurde so über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Und er inszenierte komplette Raumeinrichtungen, um seine Möbel zu präsentieren, wie man es auch heute unter anderem vom erwähnten Möbelhersteller aus Schweden kennt.

Möbelfabrikant Gustav Kopka

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieses Thema und weitere spannende Geschichten rund um den Kreis Herford erscheinen Mitte November im Historischen Jahrbuch 2022, herausgegeben vom Kreisheimatverein und dem Kommunalarchiv Herford. Es ist erhältlich für 19 Euro im örtlichen Buchhandel, im Webshop des Kreisheimatvereins sowie im Kommunalarchiv Herford.

Abbildungen:

KAH-S-Bib-HF W III-1 027

KAH-Zeitungssammlung-Herforder Kreisblatt 1863, 1869 und 1881