Overslaan en naar de inhoud gaan

Geschichte im Schaufenster

An dieser Stelle veröffentlicht das Landesarchiv besondere Highlights aus seinen umfangreichen Beständen. Im Fokus stehen Stücke, die Aufschluss geben sollen über die Geschichte in Daten, Zahlen und Fakten, aber auch über das ganz alltägliche Leben der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte im Rheinland, in Westfalen und in Ostwestfalen-Lippe. Alle präsentierten Archivalien werden erklärt und in den Kontext ihrer Zeit eingeordnet. Die Stücke kommen aus allen drei Regionalabteilungen.

Bäuerlicher Wettkampf mit tierischen Mitteln (Archivale des Monats der Abteilung Westfalen)

Nachdem es im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts unter maßgeblicher Beteiligung von Albrecht Daniel Thaer zur Begründung einer deutschen Agrarwissenschaft gekommen war, entstanden vielerorts landwirtschaftli­che Vereine, die durch Publikationen, Vorträge und Ausstellungen das Wissen über praktische...

Nachdem es im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts unter maßgeblicher Beteiligung von Albrecht Daniel Thaer zur Begründung einer deutschen Agrarwissenschaft gekommen war, entstanden vielerorts landwirtschaftli­che Vereine, die durch Publikationen, Vorträge und Ausstellungen das Wissen über praktische Innovationen verbreiten wollten. Auf regionalen Ausstellungen wurden neue Maschinen gezeigt, alternative Anbaume­thoden vorgestellt und Wettbewerbe zur Viehzucht veranstaltet.

Diese Bestrebungen wurden durch die am 11. Dezember 1885 in Berlin gegründete Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) gebündelt und verstärkt. Zentraler Bestandteil der seit 1887 durchgeführten Wander­ausstellungen war die Tierschau, zu der nur deutsche Züchter zugelas­sen waren, um die Unabhängigkeit vom Ausland zu stärken.

Auch nach 1933 und der Gleichschaltung der DLG sowie sonstiger loka­ler Vereine im NS-Reichsnährstand setzte sich die Tradition der Tier­schau-Feste fort und wird u.a. vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe bis in die Gegenwart hinein gepflegt.

LAV NRW W, W 351/Plakatsammlung, Nr. 1583.

Toon meer Minder tonen

Vom Register zum Portal (Geschichte im Schaufenster der Abteilung Rheinland)

Kopiar, Register, Kartular, Repertorium, Inventar, Verzeichnis, Findbuch, Datenbank – Unser Archivportal ist die logische Konsequenz und zugleich so viel mehr! Im Mittelalter war das sorgfältige Aufbewahren der Urkunden zunächst nur ein Instrument zur Sicherung von Besitz- und Rechtstiteln. Schon früh entstanden erste Kopiare, in denen die Urkundeninhalte chronologisch abgeschrieben wurden, um den Rechtsinhalt zu sichern und die Urkunde zu schone...

Kopiar, Register, Kartular, Repertorium, Inventar, Verzeichnis, Findbuch, Datenbank – Unser Archivportal ist die logische Konsequenz und zugleich so viel mehr!

Im Mittelalter war das sorgfältige Aufbewahren der Urkunden zunächst nur ein Instrument zur Sicherung von Besitz- und Rechtstiteln. Schon früh entstanden erste Kopiare, in denen die Urkundeninhalte chronologisch abgeschrieben wurden, um den Rechtsinhalt zu sichern und die Urkunde zu schonen.

Die stetig wachsende Zahl an Urkunden erforderte schließlich die Einrichtung einer Systematik, die auch die Wiederauffindbarkeit der originalen Urkunde gewährleistete. Durch die Vergabe einfacher „Signaturen“ und die Ordnung der Urkunden nach Sachbetreffen war eine eindeutige Identifizierung möglich. Solche künstlich hergestellten Einheiten durch erste „Erschließungsinformationen“ der Urkunden gelten als Keimzelle heutiger archivischer Ordnung und Verzeichnung.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus solchen Registern das archivische Findbuch, in dem zu jeder Archivalie in strukturierter Form Verzeichnungsinformationen wie Titel, Provenienz (Herkunft), Signatur und Laufzeit (Datierung) aufgenommen wurden. Mit Hilfe dieser Findbücher wird auch heute in den Archivbeständen recherchiert, allerdings zumeist nicht mehr in physischer Buchform, sondern als elektronisches Findbuch.

Den Einfluss der Informationstechnik auf die archivische Arbeit, insbesondere auf die Erschließung und Zugänglichmachung der Bestände, kann man kaum hoch genug einschätzen. Im Landesarchiv wurde die Erschließung besonders durch die Einführung des ersten Moduls des Verwaltungs-, Erschließungs- und Recherchesystems für Archive (V.E.R.A.) im Jahr 2003 erleichtert. Seitdem werden die Erschließungsinformationen digital erzeugt und können so vielfach nutzbar gemacht werden.

Die Geschichte der Erschließung in der Abteilung Rheinland reicht damit von mittelalterlichen Registern zur Rechtssicherung der eigenen Territorialrechte bis hin zu einer für das ganze Landesarchiv eingesetzten Erschließungssoftware, die für alle interessierten Nutzer Rechercheergebnisse bereithält.

Heute werden immer mehr Findmittel onlinegestellt, so dass Nutzerinnen und Nutzer von zu Hause aus nach Archivalien recherchieren können. Und auch der Stand der Digitalisierung wächst, so dass jeder von zu Hause aus viele unserer Archivalien betrachten kann.

Die Abteilung Rheinland des Landesarchivs stellt hier deshalb ein Kopiar mit integriertem Register aus dem Jahr 1775 vor, welches von dem Karmeliterorden anfertigt wurde. Hierin wurden unter anderem Privilegien und Besitztümer festgehalten. Die Archivalie ist außerdem digitalisiert, über das Archivportal recherchierbar und vollständig über den DFG-Viewer einsehbar.

LAV NRW R, AA 0098/ Aachen, Karmeliter, Rep. u. Hs. AA 0098, Nr. 2 (Aktendeckel)

Toon meer Minder tonen