Direkt zum Inhalt

Geschichte im Schaufenster

An dieser Stelle veröffentlicht das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen besondere Highlights aus seinen umfangreichen Beständen. Im Fokus stehen Stücke, die Aufschluss geben sollen über die Geschichte in Daten, Zahlen und Fakten, aber auch über das ganz alltägliche Leben der vergangenen Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte im Rheinland, in Westfalen und in Ostwestfalen-Lippe. Alle präsentierten Archivalien werden erklärt und in den Kontext ihrer Zeit eingeordnet. Die Stücke kommen aus allen drei Regionalabteilungen.

Statussymbol aus Wachs (Archivale des Monats von LAVNRW W)

Siegel fanden schon in der Antike Verwendung als Beglaubigungsmittel, verbreiteten sich indessen in Mitteleuropa nach Anfängen in königlichen Kanzleien des 8. Jahrhundert erst seit dem späteren 12. Jahrhundert in größerem Umfang. Als Siegler traten seither neben (weltlichen und geistlichen) Landeshe...

Siegel fanden schon in der Antike Verwendung als Beglaubigungsmittel, verbreiteten sich indessen in Mitteleuropa nach Anfängen in königlichen Kanzleien des 8. Jahrhundert erst seit dem späteren 12. Jahrhundert in größerem Umfang. Als Siegler traten seither neben (weltlichen und geistlichen) Landesherren, Klöstern, Gerichten, Personen des Adels und Korporationen wie Gilden auch Kommunen auf. 

Obwohl auch Dorfsiegel bekannt sind, scheint in vielen Fällen die Anschaffung eines städtischen Siegelstempels unmittelbar auf die Verleihung der Stadtrechte durch den Landesherrn erfolgt zu sein, so dass die Siegel offenbar nicht nur praktisch als Beglaubigungsmittel, sondern auch bildlich als Symbol für den neuen rechtlichen Status fungierten. Häufig verwendete Motive waren dabei Mauern, Tore und Türme als Teile der Stadtbefestigung, Wappen (des Landesherren) oder Heilige als jeweilige Stadtpatrone. 

Städtische Siegel genossen als sigillum authenticum öffentlichen Glauben und konnten auf Antrag auch für private Rechtsgeschäfte der Bürgerschaft verwendet werden.

LAV NRW W, W 251/Siegelsammlung Nr. 9, 18, 22, 45, 55, 66, 99, 138, 150, 194, 221, 252, 520, 992, 1027.

Mehr anzeigen Weniger anzeigen

Geschichte im Schaufenster – Dezember 2025: Missale der klevischen Hofkapelle

Passend zu den Feiertagen gibt die Abteilung Rheinland in diesem Monat einen kleinen Einblick in einen sehr schönen Bestand. In "AA 0640 Handschriften" ist ein Sammelsurium verschiedenster Archivalien...

Passend zu den Feiertagen gibt die Abteilung Rheinland in diesem Monat einen kleinen Einblick in einen sehr schönen Bestand. In "AA 0640 Handschriften" ist ein Sammelsurium verschiedenster Archivalien zu finden: Handschriftenfragmente, Gerichtsordnungen, Aufschwörungen, Lebensbeschreibungen …

Bei dem hier gezeigten Buch handelt es sich um ein Missale, also ein Messbuch, das Gebetstexte und Anweisungen für die Messfeier beinhaltet. Besonders fallen die schönen Verzierungen auf. Ein Blick in das Digitalisat lohnt sich daher, denn dort sind noch viel mehr solcher Bilder zu finden.

LAV NRW R, AA 0640, Handschriften Nr. G III 3

Mehr anzeigen Weniger anzeigen
Teilen