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Rom e.V. - Archiv und Dokumentationszentrum

Im Rom e.V. Archiv und Dokumentationszentrum werden u.a. Grafiken, Bildpostkarten, Fotografien und Dokumente der Bürger:innenrechtsbewegung bewahrt. Bei seiner Gründung wurde es durch Stiftungen geför...

Im Rom e.V. Archiv und Dokumentationszentrum werden u.a. Grafiken, Bildpostkarten, Fotografien und Dokumente der Bürger:innenrechtsbewegung bewahrt. Bei seiner Gründung wurde es durch Stiftungen gefördert und konnte seine Bestände um wertvolle Nachlässe erweitern. Die entstandene Sammlung ist einzigartig und gehört inzwischen zu den bedeutendsten in ganz Europa. Die Hauptaufgabe des Archiv und Dokumentationszentrums besteht darin, die Erinnerungen aus den Minderheiten der Rom:nja und Sinti:ze, insbesondere die Narrative und subjektiven Erfahrungen zu sammeln. Ziel ist es, die Stimmen z.B. der Bürger:innenrechtsbewegung von, mit und für Rom:nja und Sinti:ze zu bewahren und wichtige Ereignisse aus der Perspektive der Minderheiten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die an das Archiv und Dokumentationszentrum angschlossene Fachbibliothek verfügt über rund 5000 Medien. Entsprechend ihrer Ausrichtung – die Geschichte und Gegenwart von Rom:nja und Sinti:ze in Deutschland und Europa – verfügt sie neben  wissenschaftlichen Publikationen und aktuellen Zeitschriftenbeständen auch über eine umfangreiche Sammlung von AV-Medien.

Einzigartig ist die vielfältige Sammlung belletristischer Werke von Angehörigen der Minderheiten.

 

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Rom e.V. - Archiv und Dokumentationszentrum

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0221/2786035
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Sammlungsleitbild Rom e.V.  Archiv und Dokumentationszentrum Die Sammlung des Rom e.V., verankert in der Organisationseinheit RomBuK – Bildung und Kultur im Rom e.V. / Archiv und Dokumentationszentru...

Sammlungsleitbild Rom e.V.  Archiv und Dokumentationszentrum

Die Sammlung des Rom e.V., verankert in der Organisationseinheit RomBuK – Bildung und Kultur im Rom e.V. / Archiv und Dokumentationszentrum (im Folgenden „Archiv“) - ist das Archiv einer sozialen Bewegung, die sich seit den 1980er Jahren in Köln für eine gleichberechtigte Teilhabe von Rom:nja und Sinti:ze in Köln, Deutschland und Europa einsetzt. Das Archiv und Dokumentationszentrum richtet sich nach dem Archivgesetz des Landes NRW.

Die Aufgabe des Archiv und Dokumentationszentrum ist es, den historischen und gegenwärtigen Antiziganismus in allen seinen Erscheinungsformen zu dokumentieren, zu erforschen und darüber aufzuklären. Dieser strukturelle Rassismus, der, ausgehend von der Dominanzgesellschaft, die Heterogenität der Minderheit der Rom:nja und Sinti:ze nicht nur negiert, sondern durch die ständige und unreflektierte Reproduktion von Stereotype und abwertenden Zuschreibungen eine nicht gleichberechtigte Teilhabe aufrechterhält, wird durch RomBuK kritisch dokumentiert, um rassistische Kontinuitäten aufzudecken und die Gesellschaft für bestehende Macht(un-)verhältnisse  zu sensibilisieren.

Das Archiv ist zudem ein Ort der Selbstrepräsentation: Es sammelt vielfältige Stimmen von Angehörigen der Minderheit, um dem vorherrschenden, rassistischen Zerrbild der Dominanzgesellschaft eigene Lebensentwürfe entgegenzusetzen. Selbstzeugnisse sollen zudem aufzeigen, welche Auswirkungen rassistische Praktiken für die Lebenswirklichkeit der von Antiziganismus Getroffenen haben. Das Archiv wird damit auch zu einem Ort der Selbstvergewisserung und der Manifestation des Empowerments von Menschen aus der Minderheit.

Die Sammlung ist seit der antirassistischen Bürger:innenrechtsbewegung in den 1980er-Jahren ständig in Kooperation zwischen Menschen der Minderheit und engagierten Menschen der Zivilgesellschaft entstanden. Sie dient als Bindeglied, um Selbst- und Fremdzuschreibung sowie -repräsentationen zu identifizieren und um Kommunikation und Verständnisbildung zwischen Sinti:ze und Rom:nja mit der Mehrheitsgesellschaft zu ermöglichen.

Sie bildet darüber hinaus das Gedächtnis des Rom e.V., der aus der Bürger:innenrechtsbewegung für das Bleiberecht von Rom:nja und Sinti:ze entstanden ist.   

Die Sammlung des Archiv und Dokumentationszentrums besteht aus:

  • Mehr als 250 Ordner mit Material zur Geschichte der lokalen und regionalen Rom:nja-Bewegungen, Vorgängen aus der Verwaltungstätigkeit des Rom e.V. sowie seiner Gründungsgeschichte und Vorgängerinstitutionen und Vereinigungen
  • Materialsammlungen [z.B. in Form v. grauer Literatur, Presseausschnitten, etc.]
  • Mehr als 250 Plakate
  • Rund 2.400 historische Postkarten
  • Über 30 Bildermappen mit rund 1400 Lithographien aus Zeitschriften des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Etwa 9.000 Farb- und Schwarz-Weiß-Fotographien überwiegend dokumentarischen Charakters, entstanden in der Zeit von ca. 1920 bis 2000
  • (Teil-)Nachlässe, Vorlässe und Deposita von Autor:innen und Forscher:innen, darunter Korrespondenzen
  • Sammlungen von Interviews
  • Eine umfangreiche Sammlung von audio-visuellen Medien mit rund 600 gelisteten Filmtiteln und über 1.000 Audioträgern
  • Reproduktionen und Auflistungen von Fundstellen aus Archiven zur Geschichte der Minderheit
  • Realien und Objekte, die Bezug zur Minderheit und/oder zur antirassistischen Bürger:innenrechtsbewegung für das Bleiberecht von Rom:nja und Sinti:ze in Köln und Umgebung haben
  • Eine umfangreiche Sammlung von audio-visuellen Medien, darunter Spielfilme, Reportagen und Musikstücke.

Sammlungserweiterung

Die Sammlung befindet sich derzeitig in einem Modernisierungsprozess, der eine Revision der vorhandenen Bestände einschließt und kontinuierlich rassismuskritisch erweitert wird.

Die Minderheiten der Rom:nja und Sinti:ze sind seit Jahrhunderten rassistischen und strukturellen Diskriminierungen ausgesetzt. Die rassistische Verfolgung basiert durchweg auf der Imagination von Ethnizität[1]und/oder Konzeptionen von „Rasse“. Der Rom e.V. hat zum Ziel, diese Konzepte durch seine Sammeltätigkeit zu kritisieren und zu überwinden.

So zeigen mannigfaltige Beispiele des Missbrauchs von personenbezogenen Daten von Rom:nja und Sinti:ze der Vergangenheit und Gegenwart, welche verheerende bis hinzu mörderischen Auswirkungen der unethische und gesetzeswidrige Umgang mit Daten hat. Um mit diesen Traditionen zu brechen, hat es sich der Rom e.V. zur Aufgabe gemacht, nur zu sammeln, was von Personen der Minderheiten zu diesem Zweck freigegeben ist, damit jede:r Depositar:in selbst entscheiden kann, welches Narrativ von ihm/ihr gesammelt wird und was, wann, wie zur Nutzung unter welchen Umständen freigegeben werden kann oder niemals freigegeben wird. Um die Transparenz zu wahren, ist es jedem Menschen möglich, zuvor erteiltes Einverständnis zurückzunehmen und so die Kontrolle über die eigene Geschichte zu bewahren.  

Ein besonderes Interesse gilt bei der Erweiterung der Sammlung den Narrativen von Rom:nja und Sinti:ze sowie von Unterstützer:innen, die seit den 1980er-Jahren (aktive) Mitglieder der antirassistischen Bürger:innenrechtsbewegung für das Bleiberecht von Rom:nja und Sinti:ze in Köln und Umgebung gewesen sind und/oder Angehörige der Minderheit, die in Köln und Umgebung leben und ihre Erfahrungen, Geschichten und Objekte mit besonderer Bedeutung RomBuK – Bildung und Kultur im Rom e.V. / Archiv und Dokumentationszentrum zur Verfügung stellen möchten. Darüber hinaus werden auch öffentliche Materialien, über Rom:nja- Organisationen Materialien zur Lage der Rom_nja in Deutschland und Europa sowie Materialien aus der politischen Diskussion über Teilhabe von Rom:nja  und Sinti:ze in ausgewählter Form gesammelt, die für die Lebensrealtäten für Rom:nja und Sinti:ze in Köln relevant sind.   

Fachbibliothek

Zu dem Archiv und Dokumentationszentrum gehört eine wissenschaftliche Fachbibliothek (Präsenzbibliothek) mit mehr als 4.000 Bänden, die vor allem aus den Fachbereichen Geschichts-, Sozial-, Literatur- und Sprachwissenschaften stammen. Sie haben eine besondere Ausrichtung auf relevante Fragestellungen, besonders in rassismuskritischer Hinsicht, und zu Themenkomplexen, welche die wechselhafte Geschichte sowie die (aktuellen) Lebensrealitäten von Menschen der Minderheit in Deutschland und Europa betreffen. Insbesondere verfügt die Fachbibliothek über eine in Europa einzigartige Sammlung belletristischer und (auto-)biografischer Werke von Rom:nja und Sinti:ze, die teilweise in Romanes sowie in vielen weiteren Sprachen vorliegen.

Sammlung und Bibliothek des Archiv und Dokumentationszentrums sind grundsätzlich allen interessierten Personen(-gruppen) zugänglich und für Forschungen unter Einhaltung verbindlicher Richtlinien, festgehalten in der Benutzungs- und in der Gebührenordnung, nutzbar.

 

 

[1] Der Begriff Ethnizität stammt aus den Sozial- und Kulturwissenschaften. Der Begriff zeigt die Fremdzuschreibung gegenüber eines nicht genauer definierten Anderen auf. In den 1990er-Jahren wurde der Begriff und seine Abwandlungen (z.B. ethnische Herkunft, ethnischer Konflikt) häufig in den populären Medien, z.B. der Nachrichtenerstattung durch Zeitungen verwendet. Seit den 1980er-Jahren wird das Konzept der Ethnizität im wissenschaftlichen Diskurs kritisiert, weil es eine definierbare Gemeinsamkeit annimmt: Ethnizität setzt die Vorstellung einer gemeinsamen, abschließend ausgehandelten, kollektiven Identität voraus und wird vom Rom e.V. Archiv und Dokumentationszentrum abgelehnt, weil es nicht eindeutig zu rassitischen Theorien abgegrenzt werden kann.

 

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Benutzungsordnung

§1 Benutzungsrecht  Das im Archiv und Dokumentationszentrum verwahrte Archiv- und Bibliotheksgut steht der allgemeinen Benutzung zu wissenschaftlichen, kulturellen, bildungs- und fortbildungsbedingt...

§1 Benutzungsrecht 

Das im Archiv und Dokumentationszentrum verwahrte Archiv- und Bibliotheksgut steht der allgemeinen Benutzung zu wissenschaftlichen, kulturellen, bildungs- und fortbildungsbedingten, rechtlichen, persönlichen und kommerziellen Zwecken unter Wahrung der im folgenden festgelegten Bestimmungen zur Verfügung. Der Rom e.V. unterstützt die Benutzung durch Fachberatung und technische Hilfsmittel. Der Benutzungsantrag ist unter Angabe von Thema und Zweck schriftlich zu stellen. Die Genehmigung kann mit Auflagen erteilt werden.

§ 2 Benutzungsart

Das Archiv- und Bibliotheksgut wird zur Benutzung im Original oder in Kopie vorgelegt und ist grundsätzlich nur in den Räumen des Rom e.V. nutzbar. Auch werden Auskünfte erteilt oder Rechercheaufträge gemäß Gebührenordnung übernommen.

Die Bibliotheksbestände sind in der Regel frei zugänglich, können jedoch aus konservatorischen Gründen in der Benutzung eingeschränkt werden; darüber entscheidet die Archivleitung in Rücksprache mit der Geschäftsführung.

Das Archivgut kann eingesehen werden, sofern es nicht den Sperrfristen gemäß Punkt 7 der Archivsatzung unterliegt.

§ 3 Rechtsschutzbestimmungen

  1. Die/Der Nutzer:in verpflichtet sich, bei der Verwertung der aus Archivalien gewonnenen Erkenntnisse die Urheber- und Persönlichkeitsrechte sowie den Schutz berechtigter Interessen Dritter zu wahren und bei Verstößen Rom e.V. von der Haftung freizustellen. Für Verletzungen dieser Rechte und Interessen ist er der/dem Berechtigten gegenüber verantwortlich.
  2. Die Genehmigung zur Benutzung oder Veröffentlichung von Archivalien, in denen Rechte und berechtigte Interessen von Personen berührt werden, kann von einer von der/dem Nutzer:in beizubringenden Zustimmung der/des Betroffenen oder seiner Rechtsnachfolger:innen abhängig gemacht werden.
  3. Die Absätze 1 und 2 gelten auch für Findmittel und Reproduktionen jeglicher Art.
  4. Sollen aus dem Archiv- und Bibliotheksgut gewonnene Erkenntnisse für andere als im Benutzungsantrag genannte Themen oder Zwecke verwendet werden, ist ein neuer Antrag erforderlich.

§ 4 Sorgfaltspflicht

Die/Der Nutzer:in verpflichtet sich,

  • Archiv- und Bibliotheksgut sowie die Findmittel sorgfältig zu behandeln,
  • keine Änderungen der Ordnung vorzunehmen,
  • jedes Beschriften, Entnehmen, Radieren, Ausschneiden, Bekleben mit Merkzetteln etc.
  • zu unterlassen.
  • die Archivalien und Findmittel vollständig zurückzugeben. Die Entwendung von Archiv- oder Bibliotheksgut wird strafrechtlich verfolgt.

§ 5 Reproduktionen

  1. Die/Der Nutzer:in ist berechtigt, Aufzeichnungen aus den vorliegenden Dokumenten anzufertigen.
  2. Ob und in welchem Umfang von Archiv-und Bibliotheksgut Vervielfältigungen (Kopien, Fotografien, Digitalisate etc.) angefertigt werden dürfen, entscheiden die Mitarbeiter*innen des Archiv- und Dokumentationszentrums. Sie legen auch fest, ob diese Vervielfältigungen von der Nutzerin/dem Nutzer selbst oder durch die Mitarbeiter:innen angefertigt werden. Das Kopieren vollständiger Akten, Bücher oder Zeitschriften ist ausgeschlossen; über Ausnahmen entscheidet die Geschäftsführung/die Archivleitung.
  3. Kopier- oder Reproduktionsaufträge werden im Rahmen der personellen und technischen Möglichkeiten des Rom e.V. bearbeitet. Die einzelnen Kopien und Reproduktionen werden zum Zwecke des Nachweises gekennzeichnet.
  4. Die entstandenen Kosten trägt die Nutzerin/der Nutzer gemäß der jeweils aktuellen Gebührenordnung. Über die Erlassung von Gebühren entscheidet die Geschäftsführung/die Archivleitung.
  5. Bis zur Begleichung der Kosten bleiben die Kopien oder Reproduktionen Eigentum des Rom e.V. Bei Nichtbegleichung der Kosten können bereits ausgelieferte Kopien oder Reproduktionen zurückgefordert werden. In diesem Falle ist es der/dem Auftraggeber:in untersagt, die Kopien oder Reproduktionen für den Eigengebrauch zu duplizieren.
  6. Die Weitergabe der angefertigten Kopien oder Reproduktionen durch die/den Empfänger:in an Dritte ist ausgeschlossen.

§ 6 Ausleihe von Archivgut zu Ausstellungszwecken

Archivgut kann zu Ausstellungszwecken entliehen werden. Die Einzelheiten der Ausleihe werden in einem zwischen dem Rom e.V. und der/dem Entleiher:in zu schließenden Vertrag geregelt.

§ 7 Verwertung

  1. Der Abdruck von Archivalien und Reproduktionen oder deren Verwendung im Internet oder anderer digitaler Form bedarf der vorherigen schriftlichen Genehmigung durch den Rom e.V.
  2. Die/Der Nutzer:in ist verpflichtet, von allen gedruckten und ungedruckten Arbeiten, für die sie/er Archivalien des Rom e.V. benutzt hat, unverzüglich nach Fertigstellung ein Belegexemplar unaufgefordert und unentgeltlich abzuliefern, sofern sich aus der Benutzungsgenehmigung keine weitergehenden Verpflichtungen ergeben.

§ 8 Ausschluss von der Benutzung

Verstößt ein:e Nutzer:in gröblich gegen die Vorschriften, wird sie/er von Benutzungen in Archiv und Dokumentationszentrum des Rom e.V. ausgeschlossen.

§ 9 Inkrafttreten

Diese Benutzungsordnung ist ab dem 01.09.2020 gültig. 

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DigiRom

        Digitalisiert die grafische Sammlung des Rom e.V. Erforscht den visuellen Antiziganismus und seine Wirksamkeit bis in die Gegenwart Hinterfragt die (Re)Produktions- und Distrubutionspr...

Logo DigiRom

 

 

 

 

  • Digitalisiert die grafische Sammlung des Rom e.V.
  • Erforscht den visuellen Antiziganismus und seine Wirksamkeit bis in die Gegenwart
  • Hinterfragt die (Re)Produktions- und Distrubutionspraktiken der Bildmotive
  • Bittet die Communities der Rom:nja und Sinti:ze um Rat, weil…

… Rassismuserfahrungen den Blick verändern.

 

 

Projekt:

Teile der grafischen Sammlung des Rom e.V.
Ansichtskarten der grafischen Sammlung des Rom e.V. (c) FAU

DigiRom wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms eHeritage II  über den Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert. Der Rom e.V.  kooperiert mit prometheus bildarchiv e.V. und  der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, vertreten durch das Interdisziplinäre Zentrum – digitale Geistes- und Sozialwissenschaften. Das Projekt ist der Digitalisierung, Erschließung und kritischen Erforschung des umfangreichen Bildbestandes des Rom e.V. gewidmet, der im Archiv und Dokumentationszentrum bewahrt wird. Bei dem zu erforschenden Bestand handelt es sich um 2360 historische Bildpostkarten und 1225 historische Grafiken, die einen tiefen Einblick in die bildliche Konstruktion rassistischer Stereotype bieten und sich mit dem historischen und gegenwärtigen visuellen Antiziganismus befassen. Denn die Sammlung wird in ihrer Motivik und Ikonographie erschlossen und dient so als Grundlage interdisziplinärer, rassismus- und postkolonialismuskritischer Antiziganismus-Forschung.

Genauer gesagt:

Die rund 3600 Postkarten und historischen Bildwerke werden als exemplarische Bindeglieder gegenwärtiger Imaginationen und Projektionen auf die Minderheiten der Rom:nja und Sinti:ze kritisch erforscht. Ziel ist es, die Bild- und Wissensbeständen miteinander zu verknüpfen, um sammlungsübergreifende Verbindungen zu verdeutlichen.

Deshalb bindet das Proejkt aktiv von antiziganismusbetroffene Communities ein, um gemeinsam einen reflektierten Umgang mit den Beständen zu enticklen. Das Vorhaben dient dazu, antiziganistische Bilddarstellungen nicht unreflektiert zu reproduzieren, sondern in einem modellhaften Gegenentwurf und einen verantwortungsvollen Umgang mit rassistischen und diskriminierenden Bildern vorzulegen.

Forschungsergebnisse:

(Zwischen-)Ergebnisse der Forschungen werden u.a. als Beiträge in Zeitschriften und als Vorträge der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.

Das Projekt DigiRom startete zum 01.01.2021, das Team besteht inzwischen aus zwei wissenschaftlichen Referentinnen, einer Referentin Netzwerkarbeit und zwei studentischen Hilfskräfte sowie einer freien Mitarbeiterin.

 

Logo Rom e.V.
​ Ein Projekt des Rom e.V.
 

Logo BMBF

 

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Zeitzeug:innen-Projekt

Seit Februar 2021 fördert das nordrhein-westfälische Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) das Projekt „Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Si...

Seit Februar 2021 fördert das nordrhein-westfälische Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) das Projekt „Gegen das Vergessen und Verdrängen – Gespräche mit Rom:nja und Sinti:ze.“ Das Projekt findet in Kooperation mit der Selbstorganisation Romane Romnja statt und ist an das Projekt RomBuK- Bildung und Kultur im Rom e.V. angegliedert.

Zeitzeug:innen gesucht!

Ziel des Projektes ist es, Zeitzeug:innengespräche mit der 2. und 3. Generation von Rom:nja und Sinti:ze nach dem Samuradipen (NS-Völkermord an Rom:nja und Sinti:ze) zu führen, die einen Bezug zum Land NRW haben. Dabei sollen die Geschichten und Erlebnisse der 2./3. Generation über den (politischen) Aktivismus, den Umgang mit der NS-Vergangenheit, erlittene Traumata, Flucht- und Diskriminierungs- sowie Widerstands- und Protesterfahrungen bewahrt werden, die bis heute insbesondere von zugewanderten/geflüchteten Rom:nja nicht dokumentiert sind. Die Video-Interviews werden im Archiv des Rom e.V. bewahrt. In enger Zusammenarbeit mit den Zeitzeug:innen wird zudem ein ca. zweistündiger Film entstehen, der gegen Ende der Projektlaufzeit einem breiten Publikum präsentiert wird.

Gemeinsam mit den Zeitzeug:innen und dem Kooperationspartner Romane Romnja wird die Ausgestaltung und Umsetzung des Projekts realisiert. Gordana Herold und Elvira Ajvazi, (Mitbe-)Gründerinnen der Initiative Romane Romnja betonen: „Es ist von hoher Bedeutung, dass unsere jahrzehntelang marginalisierten Stimmen aus der Community in der Gesellschaft hör- und sichtbar werden. Das Projekt kann so nicht nur zum Abbau des Rassismus in der Dominanzgesellschaft beitragen, sondern auch zum Ausbau des Empowerments in der Community. Durch die Dokumentation der Zeitzeug:innengespräche ist es auch nachfolgenden Generationen möglich, sich mit den eignen Geschichte(n) und Erfahrungen der Vorfahren, neuen und alten Vorbildern und der eignen Identität auseinanderzusetzen.“

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Ansprechpartnerinnen für das Zeitzeug:innen-Projekt:

RomBuK im Rom e.V.:

Lisa Willnecker
lisa.willnecker@romev.de
0221-2786076

Romane Romnja:

Gordana Herold
romane.romnja@yahoo.de

 

Über die Kooperationspartner

RomBuK – Bildung und Kultur im Rom e.V. wird seit 2019 von der Stadt Köln durch das Kommunale Integrationszentrum gefördert. Logo RomBuK

Die zuvor ehrenamtlich geführte Arbeit gegen Antiziganismus sowie die Empowermentarbeit werden ausgebaut und in rassismuskritische Bildungsangebote umgesetzt.

Die Basis für die rassismuskritische Bildungsarbeit sowie für die Unterstützung von gesellschaftlicher und politischer Teilhabe der Minderheit bilden die Fachbibliothek sowie das Archiv und Dokumentationszentrum des Rom e.V.
 

Logo Romane Romnja Romane Romnja tritt als Initiative auf Bundes- und Europaebene für die Interessen von Minderheiten, insbesondere für die Rechte von ​Frauen* ein. Dabei ist es das Ziel der Initiative, Romnja in allen Lebensbereichen zu empowern und zu ihrer gleichberechtigten Teilhabe in der Gesellschaft beizutragen.

Ein weiterer Bestandteil der Initiative ist das Projekt EDUromnja – EDUCATION/ Bildung für Romnja. Fokus des Projekts ist es, u. a. Bildungsmaterialien zu entwickeln und Bildungsprojekte anzustoßen.

 

Logo MKFFI
Das Zeitzeug:innen-Prjekt wird gefördert vom MKFFI des Landes NRW.

RomBuk wird gefördert von:

Logo Stadt Köln

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Neuigkeiten

Pressemitteilung: Geschichte gerettet: Fotografien vor Archiv-Notfall geschützt

Geschichte gerettet: Fotografien vor Archiv-Notfall geschützt. 

Mitarbeiterin des Archiv und Dokumentationszentrum verräumt die letzten Kartons: Copyright Rom e.V.
Mitarbeiterin des Rom e.V. verräumt die letzten Kartons im Archiv und Dokumentationszentrum des Rom e.V. (c) Rom e.V.

Köln, 12.10.2021: Das Archiv und Dokumentationszentrum

des Rom e.V. hat rund 9000 Fotografien umgebettet. / Über 30 Jahre antirarassistische Geschichte in Köln vor dem Verfall geschützt. / Förderung des LVR ermöglicht konservatorische Maßnahmen. / Archiv-Notfälle der Flutkatastrophe im Rheinland verdeutlichen Bedarf.

Die Umbettung von Fotografien schließt direkt an die archivarische Notfallprävention an. Als am 15. Juli die Flutkatastrohe das Rheinland verwüstete und zahlreiche Archive zerstörte, wurde noch deutlicher, dass eine archivgerechte Verpackung Grundlage dauerhafter Bewahrung ist. Sie kann im Notfall größte Schäden verhindern. Entsprechend groß war die Erleichterung im Rom e.V. als ein Bewilligungsbescheid des LVR-AFZ (Brauweiler/Pulheim) zum Ankauf archivgerechter Verpackungen eingegangen ist. 

Inzwischen sind alle Fotografien des Rom e.V. umverpackt. Die so gegen den Verfall geretteten Fotografien dokumentieren vor allem die Bürger:innenrechtsproteste der Community, den gemeinsamen Kampf gegen Rassismus sowie dramatische Momentaufnahmen rassistischer Übergriffe mit Schwerpunkt Köln und Rheinland.

Die gerettete Sammlung ist durch diese Förderung vorerst gesichert. Die Fotografien werden nun sukzessiv erschlossen, damit sie zukünftig im Archiv zugänglich sind.  Schwierig bleibt die räumliche Situation des Rom e.V. Archiv und Dokumentationszentrums – das Archivmagazin ist voll. „Käme es tatsächlich zu einem Notfall, wäre dies ein erheblicher Risikofaktor für unsere Sammlung.“, so Vera Tönsfeldt, die als wissenschaftliche Referentin die Sammlung leitet.

Das Archiv und Dokumentationszentrum des Rom e.V.  in Köln ist eines der größten seiner Art in Deutschland. Nirgendwo sonst werden so viele Originale gesammelt, welche die Geschichte der Sinti:ze und Rom:nja in Deutschland dokumentieren. Ein Verlust des Bestandes, besonders der Fotografien, käme einer Zäsur gleich. Der einzigartige Schwerpunkt der Dokumentationsarbeit des Rom e.V. Archiv und Dokumentationszentrums liegt seit den 1980er-Jahren auf dem Rassismus gegen die europäischen Minderheiten der Sinti:ze und Rom:nja in Deutschland. Aktionen, wie ein Protest gegen Sony in Köln 1988, der sog. Bettelmarsch im Rheinland und Ruhrgebiet 1991 oder die Besetzung der Kölner Antoniterkirche 1994, wurden über die Jahrzehnte von Fotografinnen und Fotografen begleitet.

Umverpackte Archivalien (c) Rom e.V.
Umverpackte Archivalien im (c) Rom e.V.
Fachgerecht verpackte Fotografien (c) Rom e.V.
Fachgerecht gelagerte Fotografien (c) Rom e.V.
ermöglicht durch eine Beihilfe des LVR
Ermöglicht durch eine Beihilfe des LVR-AFZ.

08.04.2021 - 18:30 Uhr Online-Lesung! Kathrina Graf-Janoska liest aus KriegsROMAn

Online-Lesung am 08.04.2021

Die österreichische Autorin Katharina Graf-Janoska liest am 08.04.2021 exklusiv für den Rom e.V. aus ihrem Debütroman „KriegsROMAn. Die Geschichte einer Familie.“

Darin wirft sie einen Blick in die Vergangenheit und erzählt die Geschichten zweier Familien, die zu einer wurden:

Es ist die Geschichte einer Rom:nja und einer Nicht-Rom:nja-Familie.

Es ist die Familiengeschichte der Autorin, die sie zu dem Menschen gemacht hat, der sie heute ist.

KriegsROMAn. Die Geschichte einer Familie. 2019 erschienen im Bu&Bu-Verlag

Im Anschluss an die Lesung findet ein Gespräch mit der Autorin statt und es gibt für das Publikum die Möglichkeit, Fragen zustellen.

Katharina Graf-Janoska ist österreichische Autorin, Literaturwissenschaftlerin, Moderatorin, Aktivistin und Verlegerin. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie, gründete den Buchverlag Bu&Bu und moderiert seit 2015 die Sendung des Minderheitenmagazins „Servus, Szia, Zdravo, Del tuha" des ORF. Neben ihrem Debütroman „KriegROMAn“ erschien bereits 2015 das wissenschaftliche Buch „Literatur von und über Roma. Unterscheide und Gemeinsamkeiten.“

Katharina Graf-Janoska (c) Venessa Hartmann

(c) Vanessa Hartmann
 

Wann: 8. April 2021; 18:30 – 19:30 Uhr

Wo: via Zoom

Anmeldung unter: rombuk@romev.de


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gefördert durch:

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