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Vereinigte Westfälische Adelsarchive

Die in den Adelsarchiven aufbewahrten historischen Zeugnisse dokumentieren nicht nur die Geschichte der jeweiligen Familien und Güter, sondern auch die westfälische Landes-, Orts-, Familien-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte insgesamt.

Der sich hieraus ergebenden Verantwortung für die Allgemeinheit ist sich der westfälische Adel schon vor über 90 Jahren bewusst geworden. Am 14. Dezember 1923 gründeten 23 Vertreter des Adels in Münster den Verein "Vereinigte Westfälische Adelsarchive e.V.". Das erste satzungsmäßige Ziel dieses Zusammenschlusses war, die Erhaltung der Archive zu sichern und deren Erschließung und Zugänglichmachung für die Forschung sicher zu stellen. An dieser Zweckbestimmung wird bis heute festgehalten. Seit 1956 wird diese Aufgabe in Zusammenarbeit dem LWL Archivamt für Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe durchgeführt.

Während die Archiveigentümer die Voraussetzungen für eine dauerhafte und fachgerechte Lagerung der Archive in ihren Häusern schaffen, erfolgt die fachliche Erschließung und Betreuung durch das LWL-Archivamt für Westfalen. Hierdurch wurde es möglich gemacht, dass in Westfalen nahezu alle gut 100 privaten Adelsarchive für die Wissenschaft sowie die Heimat- und Familienforschung zugänglich sind, ein Zustand, der in diesem Maße wohl in keiner anderen Region Deutschlands erreicht ist.

Vereinigte Westfälische Adelsarchive

Öffnungszeiten & Kontakt

Ihr Kontakt

Jahnstr. 26
48147 Münster
Deutschland

Telefonnummer
0251/591-3890
Fax
0251/591-269
Öffnungszeiten
Bitte beachten Sie die jeweils aktuellen Hinweise zu den Öffnungszeiten unter Corona- Bedingungen auf unserer Homepage.

Der Lesesaal des LWL-Archivamtes ist von
Montag-Freitag von 9.00 Uhr-17.00 Uhr
für Benutzerinnen und Benutzer geöffnet.

Nutzung von Archivgut im LWL-Archivamt
Wegen der Corona-Pandemie gelten zur Einhaltung der Sicherheits- und Hygienebestimmungen bis auf Weiteres folgende Regelungen:

Zur Wahrung der Abstandsregeln ist die Anzahl der Arbeitsplätze reduziert. Wegen der reduzierten Anzahl an Arbeitsplätzen wir dringend eine vorherige telefonischer Anmeldung unter der Telefonnummer 0251/591-6621 empfohlen.

Eine fachliche Beratung findet vorab per Mail oder telefonisch statt. Bitte nehmen Sie Kontakt mit den zuständigen Referentinnen und Referenten https://www.lwl-archivamt.de/de/ueber-uns/Unser_Team/ auf oder schicken Sie eine Mail an lwl-archivamt@lwl.org.

Das Tragen einer selbst mitgebrachten Mund-Nasen-Bedeckung ist verpflichtend.

Für Informationen über laufende Archivalien-Bestellungen und
Reservierungen des Mikrofilmlesegeräts wenden Sie sich bitte an:
AAW.Lesesaal@lwl.org
Unsere Bestände

In den Vereinigten Westfälischen Adelsarchive e. V. sind über 100 private Archive organisatorisch zusammengeschlossen. Sie verfügen insgesamt über einen Bestand von gut 117.000 Pergament- und Papierurkunden aus dem Mittelalter und der Neuzeit. In den Urkunden wurden in der Regel Rechtsgeschäfte festgehalten. Sie enthalten Testamente, Eheverträge, Belehnungen, Käufe oder Verkäufe. Andere Urkunden beziehen sich auf Beamtenbestallungen oder militärische Beförderungen, wieder andere enthalten Privilegien für Klöster oder Institutionen.

Die Zahl der Akten beträgt ca. 500.000. Diese entstammen vielfach der dienstlichen Tätigkeit des Adels in der Zeit des alten Reichs, das mit dem Jahre 1806 zu Ende ging. So finden sich noch heute in den Privatarchiven Unterlagen westfälischer Landesherren, wie der Münsteraner Fürstbischöfe Christoph Bernhard von Galen oder Ferdinand von Fürstenberg. Neben diesen amtlichen Unterlagen besteht die Hauptmasse der Überlieferung in der wirtschaftlichen Verwaltung der Güter. Sie dienen hauptsächlich der Erforschung der landwirtschaftlichen Verhältnisse in alter Zeit, enthalten aber auch zahlreiche Unterlagen zur frühen Industriegeschichte, so zum Bergbau im Sauerland und im Ruhrgebiet. Eine weitere große Gruppe bilden die privaten Nachlässe, die in der Hauptsache aus Korrespondenzen bestehen. Es haben sich hier zehntausende von Briefen aus dem 16.- 20. Jahrhundert erhalten.

Auch einige alte Territorialarchive ehemals selbständiger Grafschaften im alten Reich befinden sich heute im privaten Besitz sind. Hierzu zählen u. a. die Archive der Grafen bzw. Fürsten von Sayn-Wittgenstein in Berleburg und Laasphe, die der Familien von Bentheim-Tecklenburg in Rheda und Bentheim-Steinfurt in Burgsteinfurt oder das Archiv der Herzöge von Croy in Dülmen.

Ca. 70 dieser Archive lagern noch heute in den Häusern ihrer Eigentümer, über 30 werden im Archivdepot des Vereins im LWL-Archivamt aufbewahrt. Hierunter befinden sich u. a. die Archive der Häuser Hülshoff, Stapel, Nordkirchen, Loburg, Ruhr, Tatenhausen, Gevelinghausen, Melschede und Diepenbrock. Alle diese Archive werden durch die Archivare des LWL-Archivamtes betreut. Das Fürstliche Archiv Salm-Salm auf Schloss Anholt wird selbständig vor Ort betreut, ebenso das Archiv Herdringen. Etwa 10 Archive lagern als Deposita in Staats- oder Kommunalarchiven und werden dort vom jeweiligen Archivpersonal betreut.

Die Bestände der Vereinigten Westfälischen Adelsarchive e.V. finden Sie hier.

Eine umfassende Übersicht über die einzelnen Archive und deren Bestände findet sich in dem Buch:

Adelsarchive in Westfalen : die Bestände der Mitgliedsarchive der Vereinigten Westfälischen Adelsarchive / bearb. von Wolfgang Bockhorst. - Münster, 3. aktualisierte Aufl. 2012. - XX, 524 S./ ISSN 1618-7377 / 28,-€ zzgl. Versand.

Benutzung der Adelsarchive

Im LWL-Archivamt können die Findbücher sämtlicher westfälischer Adelsarchive eingesehen und die interessierenden Archivalien bestellt werden. Schriftliche Anfragen sind, sofern nicht anders angegeben, ebenfalls an das LWL-Archivamt für Westfalen zu richten, einer schriftlichen Bestellung ist ein ausgefüllter Benutzungsantrag beizufügen. Die Benutzung der westfälischen Adelsarchive über das LWL-Archivamt ist - ausgenommen zu kommerziellen Zwecken - gebührenfrei. 

Bitte haben Sie Verständnis, dass die Einsichtnahme der Findbücher und die Einsicht in die gewünschten Archivalien nur in Ausnahmefällen am gleichen Tag stattfinden kann, da sie in der Regel zunächst aus den betroffenen Archiven entliehen und nach Münster gebracht werden müssen. Je nachdem, aus welchem Archiv eine Ausleihe gemacht werden muss, kann diese Wartezeit bis zu 6 Wochen betragen. 

Es gilt:

  • Archivalien aus Beständen, die im LWL-Archivamt für Westfalen deponiert, verfilmt oder im Besitz des Landschaftsverbandes sind, können in der Regel direkt nach der Bestellung eingesehen werden.
  • Archivalien aus Beständen, die in den Häusern der Archiveigentümer liegen, müssen zunächst bestellt werden. Sie werden in den kommenden Wochen ins LWL-Archivamt geholt und können dann dort eingesehen werden. Die Benutzer werden schriftlich benachrichtigt.
  • Im Übrigen gelten die Öffnungszeiten, Nutzungsmodalitäten und Serviceangebote des LWL-Archivamtes. 

Um die Vorgehensweise im Einzelfall zu klären, ist es sinnvoll, sich zuvor telefonisch oder schriftlich mit dem zuständigen Archivar des Archivamtes in Verbindung zu setzen. Sie finden dessen Kontaktdaten in der Beständeübersicht beim jeweiligen Archiv angegeben.

Generelle Hinweise zur Arbeitsweise von Archiven und wie man als Benutzer am besten vorgeht, finden Sie u.a. bei Clio-online. 

Neue Bestandssignaturen!

Bitte beachten Sie, dass wir Bestandssignaturen eingeführt haben. Über diese Signaturen können Sie die Sie interessierenden Findbücher im Lesesaal bestellen; sie lösen die alten Findbuchsignaturen (P-Nummern) ab. Sie finden die sprechenden neuen Kennungen jeweils vor den Archiv- und Bestandsnamen in unserer Beständeübersicht.

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Neuigkeiten

Sonderprogramm Flutkatastrophe der NRW-Stiftung

Der Vorstand der NRW-Stiftung hat beschlossen, ein Hilfsprogramm mit einem Volumen von einer Million Euro aufzulegen, das den vom Unwetter betroffenen ehrenamtlich geführten Einrichtungen und Projekten (u.a. Archive, Museen, Denkmäler, Naturschutzzentren) dabei helfen soll, die entstandenen Schäden zu beseitigen.
Für die dringlichsten Maßnahmen (u.a. Trockengeräte, Anmietung von Lagerräumen, Sicherung von Archivgut etc.) stellt die NRW-Stiftung den betroffenen Vereinen und Initiativen eine Soforthilfe in Höhe von bis zu 5.000 € zur Verfügung. Die Beantragung erfolgt über ein verkürztes und beschleunigtes Verfahren, damit die Hilfe möglichst schnell dort ankommt, wo sie benötigt wird.