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Archivale des Monats Juli 2022

Donnerstag, 30. Juni 2022 - 11:51

Hagelschlag am 13.07.1872 vernichtete Tabakfelder in Kessel, Nergena und Asperden.

Bereits 1675 wurde in Goch nachweislich Tabak, der überwiegend für die Niederlande bestimmt war, angebaut. Tabaksteuern wurden ab 1687 von der Stadt Goch erhoben. Ab 1712 übernahm der Staat die Einkünfte aus der Tabaksteuer. Im 18. Jahrhundert wurde Tabak vor allem rund um Asperden und auf der Gocher Heide angebaut.

Das Archivale des Monats aus dem Stadtarchiv Goch zeigt ein Verzeichnis von Tabakbauern aus Kessel, Nergena und Asperden, deren Tabakfelder durch Hagelschlag im Hochsommer des Jahres 1872 vernichtet wurden.

Es finden sich typische Gocher Familiennamen wie Kempkes, Janßen und Voß. Das Verzeichnis unterstreicht die Bedeutsamkeit der Tabakindustrie für Goch und des Gocher Umlandes. Die Grenznähe zu den Niederlanden und die geringen Lohnkosten förderten damals die Tabakindustrie. Mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 blühte auch die Gocher Tabakindustrie auf. Sie entwickelte sich zu einem der wichtigsten Gewerbezweige der Stadt: So gab es zur Jahrhundertwende im Gocher Zigarrengewerbe über 30 Betriebe. 1908 lebten fast 20 % der Gocher Bürger von der Tabakindustrie. Die meisten davon waren in kleineren und mittleren Unternehmen tätig.

Der verlorene Erste Weltkrieg läutete den Niedergang der Tabak- und Zigarrenindustrie in Goch ein.

Quelle: StAG, C 434.

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