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Archivale des Monats Juni 2022

Dienstag, 31. Mai 2022 - 13:21

Archivale des Monats Juni 2022

Ein Sparbuch der städtischen Sparkasse Goch aus dem Jahr 1922.

Die Städtische Sparkasse zu Goch wurde im Jahr 1865 nach Genehmigung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz gegründet. Der Beschluss der Stadtverordneten war zuvor am 23. März desselben Jahres gefasst worden. Als erster Standort diente das Haus Voßstraße Nr. 8, später wurden Geschäftsräume am Markt bezogen. Sinn und Zweck der Städtischen Sparkasse war es, den Gocher Bürgern „zur sicheren verzinslichen Anlegung von Ersparnissen und zur Erlangung von Darlehen Gelegenheit zu bieten.“

Das Archivale des Monats aus dem Stadtarchiv Goch zeigt ein Sparbuch der städtischen Sparkasse Goch aus dem Jahr 1922. 

Das 100 Jahre alte Sparbuch ist ein stummer Zeitzeuge einer bewegten Zeit in der Stadt Goch:

Die Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 waren nicht zuletzt durch finanzielle Notlagen der Bevölkerung geprägt. So musste das Personal der Städtischen Sparkasse Tag und Nacht arbeiten, um den Zusammenbruch des Geldverkehres zu verhindern. 1923 herrschte die Hyperinflation in Deutschland und machte auch vor Sparbüchern, in denen 1922 noch Summen von wenigen Hundert Mark eingetragen waren, nicht halt. Als Kuriosum erscheint in diesem Zusammenhang der Jahresumsatz der Städtischen Sparkasse Goch 1923 von über 1 Trillion Mark.

Im November 1923 stabilisierte sich die finanzielle Lage etwas und die Gocher Bevölkerung konnte fleißig weiter sparen. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war das Geschäftsvolumen der Städtischen Sparkasse in Goch wieder fast auf dem Niveau von 1914. Am 7. Feburar 1945 wurden, wie 80% der Stadt Goch, auch die Geschäftsräume der Städtischen Sparkasse am Markt durch Bombenangriff zerstört. Hierbei wurde auch ein Großteil der Unterlagen vernichtet.

Quelle: Stadtarchiv Goch, K 727.

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